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Iv der Abteilung Ehlrurgir sprach Profeffor Br. «. Lsrenz-Wien: „Utber die unblutige Einrenkung der an1 geborenen Hüftluxation." Professor Lorenz berichtete, daß n tu 83 Fällen seine Methode der unblutigen Einrenkung btt angeborenen Hüftverrenkung glücklich auSgefübrt hat. Maf dem 26. Congreh der deutschen Gesellschaft für Ehirurgie io Berlin wird Lorenz eine Reihe von geheilten Kindern vor. srrllev, welche ohne jeden Apparat einen normalen Gang zeigen. Morgen wird Redner seine Methode der Einrenkung vad sein Verfahren bet der Klumpfuß-Behandlung der Er« viachsenen dem Tongreffe demonstriren.
In der Abthetlung Tropenhygiene sprach heute Graf tzon Götz en« Berlin über „Ausrüstung und Lebensweise auf tropischen Expeditionen". Mitnehmen von warmhalteuder, ebenso wie von für Hitze berechneter Kleidung, Filterung deS TrtnkwafferS in transportablen Apparaten, Vermeidung deS Schlafens auf feuchtem Erdboden, Mitführeu von geeigneter Nahrung, zum Theil in Eonservenform, vor Allem aber absolute Enthaltsamkeit von geistigen Getränken, daS seien, so führte Redner auS, die Factoreu, die für einen gesunden Menschen daß Bereisen der Tropenländer und selbst der von Malaria heimgesuchten Gegenden zu keinem allzugroßen Nngniß stempeln.
Ferner sprachen vr. Glogner -Batavia und vr. Däubler- Tigel über den klinischen Verlauf und die Aetiologie der fiert Beri-Krankheit. Nach der Anficht beider Aerzte kann vo» einer Identität dieser Krankheit mit Malaria keine Rede hin. Man hat für die Entstehung der Beri-Beri verschiedene ki klärungen gegeben. Während ein Theil der Aerzte, welche die Krankheit zu beobachten Gelegenheit hatten, die Entstehung auf den Mangel an stickstoffhaltiger Nahrung zurückführt, glauben andere, daß ein gasförmiger Ansteckungsstoff zu Killnde liegt. Wahrscheinlich seien aber beide Erklärungen unrichtig.
In der Abthetlung: Agriculturchemie und landwirth- schnftltcheS Berfuchüwesen sprach Gutsbesitzer vr. G. Deh- lii'grr-Wetherhof bet Wolfskehlen (Darmstadt) über: „Er- gehniffe einer achtjährigen viehlosen Gründüngungs-Wirthschaft." Gründüngung ist die Düngung durch sttckstoffsammelnde Pflanzen, die als Zwischenfrucht in die Hauptfrucht oder in bit Stoppeln gesüet und hernach nicht geerntet, sondern unter« ge?flügt wird. Wer dabei nicht de» Stallmistes wegen Vieh HLt, treibt viehlose GründüngungS-Wirthschaft. Die Erfolge bet Redners auf dem Boden, welcher meist aus Flugsand besteht, waren sehr gute- auch auf sehr schwerem Boden lvrrde die Gründüngung mit Erfolg durchgeführt.
In der Abthetlung: Kinderhrtlkunde sprachen vr. LooS« Innsbruck, vr. Rudolf Fisch! und Profeffor vr. Epp- ße in «Prag über die engltiche Krankheit (RhachitiS).
In der Abthetlung: Hygiene hielt Ober-Jmpfarzt vr. vnigt-Hamburg einen Vortrag über das Thema: „Der jkhllge Stand der vaccinalen Serumtherapie." Er besprach bem bisherigen geringen Erfolg der Jmmunisirungsversuche, wellche mit vaccinalen Rinderserum an Kindern, wie au ge« sui.den und blatterkranken Menschen angestellt wurden. Bildner warnte vor derartigen Jnjectionen. Dagegen sei die ein AdlckeS Hannover zuerst nachgewiesrne immunifirende «hoift des gewöhnlichen nicht vaccinalen RtnderserumS zu obi gern Zwecke möglicherweise verwendbar.
In der chirurgischen Section sprach vr. med. OScar VmlpiuS, Privatdocevt an der Universität Heidelberg, über bit Behandlung des angeborenen Klumpfußes. Der Bor- hogenbe berichtete über ein unblutiges Verfahren, mit dem tr in 200 Fällen Klumpfüsse bei Kindern, Halbwüchsigen mil)b Erwachsenen vollkommen zu heilen im Stande war. tu» Resultat wird durch daS wodellirende Redreflement in einer einzigen Sitzung erzielt und in einem Gypsverband sesligehalten. Photographien und naturgetreue Gelatineabgüffe
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beyrünben bic Empfehlung ber vortrefflichen Methobe, welche Ki dner neuerbtngS auch für Plattfüße verwendet.
In der Abtheilung für Milttär-SanitätSweseu referirte Dr. med. W. Li ermann «Frankfurt a. M. Über die erste Hilfe und den Transport bet schweren Beinverletzungen, kiittifirt die seither angegebenen verbandmethoden und em- sffehtt seinen Kriegsapparat (in einer Segeltuchtasche verpackt 8500 Gramm Gewicht), der zur ersten Hilfe zum Transport »nid zur Behandlung aller schweren Beinverletzungen Verve adbar und für jede Körpergröße und Körpersette Erwachsener rerftellbar ist.
In der Abtheilung: Beterlnär-Mebicln sprach Ober- uedicinalrath vr. Lorenz-Darmstadt über die verschiedenen Schwetnefeuchen und deren Bekämpfung, insbesondere des Schwetne-Rothlaufs. Nach seinen Anführungeu ist der Roth- Imfbaclllus hagropbhtisch, woher da» stationäre Auftreten ler Seuche fich erkläre, welche an ihren LteblingSherdeu nur iurch die Schutzimpfung zu bekämpfen sei. Don den zur ßdt bekannten Schutzimpfungsverfahren verdiene dasjenige nittelft Anwendung von Schutzserum mit darauf folgender üwlturinjection den Vorzug, da es sicher und ohne Impf- I-mkheit bauernde Bacterien-Immunität erzeuge und nicht lern Nachtheil habe, die Seuche zu verbreiten.
Auch in den übrigen Abtheilungen wurden Vorträge gehalten, auf welche einzeln einzugehen unmöglich ist.
Don verschiedenen Sectionen wurden heute der Palmengarten, Zoologische Garten und die Sammlungen des Senken» belgischen Instituts unter sachkundiger Führung besichtigt.
Bei Frau Geheimrath Moritz Schmidt-Metzler sand teiatt Nachmittag für die theilnehmenden Damen ein Garten- kft statt. Mehrere hundert Damen hatten fich in der am locken Mainufer gelegenen herrlichen Meßler'schen Besitzung t'.mgefunden, wo man fich bei Militärmufik, Vorträgen von Mtgliedern ter hiesigen Bühnen und selbstverständlich auch cMoarischen Darbietungen trefflich unterhielt.
Für heute Abend 61/, Uhr ist Festessen im Zoologischen Ai-ntrn vorgesehen.
Frankfurt a. M., 23. September.
DaS gestrige Festessen im Zoologischen Garten war toGR etwa 900 Personen besucht und nahm einen sehr ani-
mirteu Verlauf. Geh. Rath Profeffor von Ziemsfen- München brachte daS Hoch auf Kaiser Wilhelm au». Geh. Rath Profeffor WiSlicenuS-Leipzig toastete auf die Stadt Frankfurt. Oberbürgermeister Adicke» dankte und brachte ein Hoch auf die Naturforscher-Versammlung aus. Dr. Laquer« Frankfurt a. M. toastete auf die Damen. Profeffor Hagenbach» Bisch off-Basel brachte einen Toast auf die Geschäftßleitung und den Festausschuß auS.
Verinischtes.
* Aus bem Lehiliogsheim des RettuogShauSverbavdes in Dillenburg. Vor Kurzem nahm der Vorsitzende de» Verbandes Beranlaffung, daS Heim zum ersten Mal nach feiner Eröffnung einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen und soweit möglich, von dem ganzen TageSverlause in der An- statt, sowie durch Besprechung mit den HauSeltern und Vor« standsmitgliedern wie auch anderen maßgebenden Persönlichkeiten in der Stadt Dillenburg von der Führung deS Werkes und seiner Stellung nach Außen persönlich Kenntniß zu nehmen. DaS gemiethete Anwesen umfaßt daS ev. Vereinshaus und einen daraustoßenden Seitenbau in Privatbefltz sammt Hofraum und Gärten und bietet durch viele und schöne Räume reichlich die Möglichkeit zur Aufnahme einer ansehnlichen Zahl von Zöglingen und nöthigenfallS auch zur Einrichtung eigener Werkstätten. DaS Sälchen im unteren Stock ist noch im Gebrauch deS Gemeinschafts- und Jüng« liogSvereinS für ihre Versammlungen. Auf der anderen Seite finden wir gleich einen wohleingerichteten Baderaum für das Heim, der regelmäßig benutzt und als eine Wohlthal empfunden wird, daneben einen Aufbewahrungsraum, die anderen Räume find noch unbenutzt. Im nächsten Stock befindet fich die Wohnung der HauSeltern in drei hohen großen Räumen, daneben in einem kleinen und großen Zimmer der Eß- und Aufenthaltsraum für die Zöglinge, hell und freundlich. Wieder daneben und in Verbindung damit liegt die Küche mit noch zwei Nebeokammern. Im oberen Stock (Frontspitz und hoher Dachraum) befinden fich die Schlafzimmer der Zöglinge, gesunde und luftige Räume, zunächst sind zwei Zimmer in Benutzung und andere stehen noch bereit. Vor den Zimmern ist die Waschbank aufgestellt und ein Raum ist als Aufbewahrungsort für Kleider rc. eingerichtet. Die ganze Einrichtung ist einfach, aber practifch und gut, und überall wurde Ordnung und Reinlichkeit angetroffen. Neben und über den Schlafräumen ist Speicher. Ganz unten ist die Waschküche mit Nebenräumen, auch find weite Kellerräume vorhanden. Das Haus besitzt Waffer- leitung und Canalonschluß. Der Seitenbau wird im unteren Stocke von ber Besitzerin, einer alleinstehenben Wittwe, bewohnt, die beiden anderen Stöcke sind noch frei und harren der Benutzung. Im Hofe steht ein Scheunen« und Stall« gebäude und noch ein kleiner Bau mit Werkstätten und kleineren Wohnräumen. Im Stall wachsen zwei muntere Schweinchen ihrer Bestimmung entgegen, und die Jungen haben fich eine Kaninchenzucht angelegt. Als an die nächste Wirthschaftsvermehrung wird an die Erwerbung einer Ziege gedacht. Rings um die Gebäude liegen Gärten und Wiesen» platz, zum Theil hoch in Terraffen aufsteigend. Ein Theil dient als Spiel- und UrbungSplatz und soll noch mit den uöthigen Turngeräthen ausgestattet werden. So ist durch Alles bestens gesorgt, las HauS zu einer geeigneten Wohnstätte zu machen. Der Hausvater (ausgebildet im Rauhen Hause und schon jahrelang in Krankenpflege und Anstatt-- leitung thätig, selbst in Sanfibar und Pest) und seine Frau haben eS sich angelegen sein laffen, Alles ordentlich in Stand zu setzen und zu halten, auch den arg verwilderten Garten. Sie arbeiten mit Freudigkeit und nehmen fich elterlich der Jungen in leiblicher und geistiger Pflege an, mit denen fie als eine große Familie zusammevleben. Allem nach find denn auch beide Theile zufrieden und fühlen fich wohl. BIS jetzt find fieben Jungen aufgenommen und ein achter angemeldet. Morgens besorgen fie ihre Schlafzimmer, frühstücken und nach gemeinsamer Andacht rücken sie aus in ihre Arbeitsstellen, nicht ohne das zweite Frühstück in ansehnlichem Umsange beizustecken. Nach 12 Uhr erscheinen fie zum Mittag- effen und eS war eine Freude, zu sehen, mit welchem Etser und Erfolg fie fich diesem Geschäft Hingaben, da die Hausmutter für gut besetzte Schüffelu kräftiger Kost (diesmal war es Erbsensuppe, Fleisch und Kartoffeln und Gurken nebst Brot, reichlich und gut) gesorgt hatte. Alle waren guter Dinge, anständig, sauber, reinlich gekleidet. Gegen 1 Uhr begaben fie fich wieder zu ihren Meistern, wieder wohlversehen mit ihrem DeSperstück. Abends nach 7 Uhr kehren fie zurück, worauf Abendeffen ist. Nun beschäftigen fie fich noch mit Lesen, Spielen, Handfertigkeit rc., tummeln fich auch im Hof und Garten, und nach gemeinsamer An dacht gehtö nach 9 Uhr zu Bett — alles wohlgeregelt als in guter Haushaltung. Sonntags wird Gottesdienst und Christenlehre besucht und dann Spaziergänge in bte herrliche Umgebung Dillenburgs mit ihren prächtigen Wäldern unternommen, was immer besondere Freude macht, auch wird bet dieser Gelegenheit hier und da ein kirchliches Fest besucht. Am ersten Sonntag des Vierteljahres dürfen die Angehörigen die Zöglinge besuchen (nach einer vom Vorstände festgestellten Besuchsordnung). Die Jungen haben fich bis jetzt ordentlich gehalten in und außer dem Hause, die Meister find zufrieden (es find schon bte verschiebensten Handwerke vertreten), unb bte Anstalt besitzt ein gutes Gerücht in ber Gemeinde. So ist denn dieses Werk im erfreulichsten Gang und recht verheißungsvoll. Aber eS ist klar, daß es nicht geringe Kosten verursacht, da die Jungen sür die Anstalt nur Eonsumenten und zwar recht wackere sind, die an Kleidung unb Nahrung viel erforbern, woran auch in ihrem Alter nicht geschont werben darf. Neben dem Pflegegelde find wir darum auf anderweite Liebesgaben fortdauernd in hohem Maße angewiesen. Bon Einrichtungsstücken fehlt uns z. B. noch ein Harmonium zwecks rechter Pflege des Gesang», die von großer Bedeutung ist. Wer stiftet unS eins oder Gaben dafür? Der OrtSvorstand hat fich mit viel Eifer und großer
Lust ber Anstalt angenommen (Vorsitzender Pfarrer Fremdt) und ist andauernd mit Erfolg dafür thätig, ihre Arbeit nach eder Richtung zu fördern. An demselben Tage, wie der Zerbandsvorfitzende, besuchte und befichtigte auch Geueral- uperinteudent D. Ernst von Wiesbaden die Anstatt und war nach seinen Aeuherungen recht befriedigt. Wer sich für daS Werk iotereffirt, ist freundlichst gebeten, durch persönlichen Besuch von HauS und Betrieb Einsicht zu nehmen. Möchte dem Unternehmen, daS von allergrößtem Werthe für unsere Zett ist, ein gedeihlicher Fortgang beschieden sein und eß ihm an Freunden und opferwilligen Zuwendungen nicht fehlen! Wir bitten wiederholt herzlich um solche.
• Marburg, 22. September. Auch ein „Geschäft". Ein in nächster Nähe unserer Stadt gelegener Ausflugsort erhielt jüngst den Besuch eines aus 16 Personen bestehenden auswärtigen Damen-PensionatS. Nachdem sich alle Mann an einem großen Tische niedergelassen hatten, bestellte die Vorsteherin im Brustton ihrer Würde eine Flasche Bier und — 16 Gläser. Der Wirth war zuerst in arger 33er- legenheit, kam aber schließlich auf den klugen Einfall, den Gästen einfach kleine Schnapsgläser hinzustellen. Und nun begann die „Kneiperei". WaS mögen bte Damen anderen TagS sür einen „Kater" gehabt haben?! Obh. Ztg.
• Berlin, 21. September. In der Woche vom 12. bis 13. September wurden von unb nach Treptow befördert: Auf den Eisenbahnen hin 187 300, zurück 2l3000 Personen, der stärkste Verkehrötag in dieser Woche war Sonntag (13. dö.) mit zusammen 165000 beförderten Personen in beiden Richtungen- auf den Straßenbahnen hin 129 828, zurück 130023 Personen, davon am Sonntag den 13. September n beiden Richtungen zusammen 60961 Personen- auf Schaffen hin 6326, zurück 4273 Personen. In den Hotels, Gasthösen rc. wurden in der angegebenen Woche 19 580 Fremde beherbergt.
• Bon den gefundenen Leiche« der „3ltt»"-vefatzung find recognoScirt: Lieutenant Holbach, Steuermann Hein, Zahlmeister Gteseler, Maschinistenmaat Fuchs, die Obermatrosen Kiel, Natelberg, Ulrich, Seeger, SpikowSki, de Wall, Kan unb die Matrosen Schmidt, Preuglischat, Engler, endlich die Oberheizer Altmann und Bohlen. Weitere acht Leichen laffen ich nicht genau bestimmen- eine von ihnen ist wahrscheinlich die Leiche deS Arzte» Hildebrandt.__________________________
Citeraittr tttte Kauft
— In ber wohlfeilen Gesammtausgabe von Georg Gber's gesammelte« Werke« liegt mit ber 86. Lieferung der 21. Band abgeschlossen vor. Er enthält die „Drei Mäichrn", in denen die gereifte Lebensanschauung des Dichter» und der hohe Flug feiner Phantasie fich zur Gestaltung reizvoller poetischer Gebilde verbinden. BiSher brachte diese Ebers-Ausgabe, welcher durch bte Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart eine vorzügliche Ausstattung verliehen wurde, die acht ägupttschen Romane — von der „Königstochter , welche seiner Zeit den Ruhm deS Dichter» begründete, bis zu „Josua" — dazu aus ber deutschen und niederländischen Vergangenheit die Romane „Die Gred", „Die Frau Bürgermeisterin" und „Ein Wort", ferner das liebliche Idyll „Eine Frage" unb die romantische Erzählung „ElisSn". Hieran reihen sich nun, einen Band für fich bildend, die „Drei Märchen, denen zunächst »Per aepera , das fesselnde Eulturblld aus der Zeit des Kaisers Caracalla, folgen wird. Mit 105 Lieferungen (zum Preise von je 60 Pfg.) ober in 25 Bänden (geheftet ä Mk. 2,50, elegant gebunden ä Mk. 3,50) wird diese EberS-GesammtauSgabe vollständig sein — an Inhalt unb Ausstattung eine hervorragende Zierde im Bücherschatze des deutschm HauseS.__________________________
Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gie-e^
38. Woche. Vom 13. September bis 19. September 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann MUitäc). SterblichkettSMer: 15,82, nach Abzug der Ortsfremden 9,04°/».
Kinder
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebe« an, wir viele ber TodeSsälle in ber betreffenden Krankheit aus von «uSwärt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
E» starben an: Zusammen: Erwachsene
Lungenschwindsucht 2 2
Gehirnerweichung 1 (1) 1 (1)
KrebS des Magens 1 (1) 1 (1)
Krämpfen 1 —
DtphtherUiS 1 (1) —
Acuter Tuberkulose 1 —
: hn vom
1.Lebensjahr: 2.—1b.Iah»:
1 —
1 (1) — 1
Summa:
7 (3)
4 (2)
1 2 (1)
— Für die Hinterbliebenen des untergegangenen S- M. S. ,3ltiß* gingen bei uns ein: Von Pfarrer Hamman 3 Jt, Comm.- Rath Wortmann 2 JL
Weitere Gaben nimmt gerne entgegen
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
Witteruugsbericht vom 22. September.
Das Depresfions'Eentruw, welches gestern im Süden von Irland lag, hat fich sehr beträchtlich vertieft, scheint jedoch eine nordöstlich gerichtete Bahn einzuschlagen. Jndeffen hat fich von ihm auS neuerdings niederer Druck in südöstlicher Richtung gegen ben Continent auSgebreitrt und ist außerdem in Central-Europa die «er» «Heilung der Barometerstände äußerst unregelmäßig. Der hohe Druck beschränkt fich im Allgemeinen auf den Südwefien und Süden Europas. Die Witterung ist in Süddeutschland andauernd unbeständig und kühl mit zeitweisen Niederschlägen.
Fortdauer deS unbeständigen Wetter».
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V ■ ■ Angabe deS Gewüuschtea. von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld.
Die zarte Kinderhaut Ä »»3 nicht Hautleiben aller Art, Wundsein, Schorfbildung rc. bic Kleinen plagen sollen. Die Mütter werden e» deshalb mit großer Freude begrüßen, daß jetzt die Aerzte die Patent-Myrrholin-Seife al» beste Kinderseife empfehlen, welche durch ihren Gehalt an Myrrholin solch' woblthätige Eigenschaften auf die zarte Haut auSÜbt, daß bei regelmäßigem Gebrauch Hauterkrankungen vermieden werden. Man lese die Broschüre mit Auszügen au» den zweitausend Urtheilen deutscher Profefforen und Aerzte. Die Patent-Myrrholin-Seife ist überall, auch in den Apotheken das Stück zu 50 Pfg. erhältlich, ebenso in feinen Cartons mit 3 Stück zu Mk. 1,50, welche zu Geschenken sehr geebnet. Man überzeuge fich, daß jedes Stück die Patent-Nummer 63,592 trägt und hüte sich var Nachahmungen. 4634


