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■ )rbti. Um einen Ult zu machen, redeten fee an der Frohn- fiz eine Anzahl „Rhetncadetten" an, dieselben möchten sie ‘t 50 Pfg. in den Rhein tragen, so weit die- möglich bk. Einer der Rheinarbeiter ging auf den Scherz ein, ■ n-n die 50 Pfg. und zugleich einen der jungen Herren e| den Buckel und ging in den Rhein hirein. bi» ihm da» Visier bis Über den Hüften stand. „Leeoen Hahr," sagte 8: Dann, „Ehr fitt mer doch zo schwer!" Spruchs und ließ »! rheure Last sanft in den Rhein gleiten. Unter dem der Umstehenden pustete ftch der Musensobn an daS Ufer.
• 6t. Zohann, 20. April. Der feit zwölf Tagen ver- nijte penstontrte Steiger Thomas aus Schwelbach ncrde, wie die St. Johanner Volkszeitung mittheilt, am Kldorfer Nadelwehr in einem Sack gebunden und gänzlich mtgeraubt tobt in der Saar gefunden.
* Grandenz, 22. April. Der Zweijährig - Freiwillige Kleinke vom 141. Regiment erschoß sich im Elternhause uti Furcht vor Bestrafung wegen Ausbleibens über ßtpsenftreich.
-* Zittau, 21. April. Ein Soldat de» hier stehenden Iisauterte Regiments, Namen» Hoffmann, hat sich heute sckh In der Kaserne erschossen, kurz nachdem er dorthin Din einer Hochzeitsfeier zurückgekehrt war. Die Ursache zum Btlbltmorb ist unbekannt.
• Ludwigshafen a Rh., 20. April. Der Einjährig- Freiwillige Pfeiffer vom 2. Planier Bataillon feuerte kurz mir der Einfahrt des Zuges in Speyer drei Revolver- sitülfe auf sich ab. Er wurde schwer verletzt au» dem Zöge ins Militärlazareth verbracht. Das Motiv zur That hü llv bekannt.
Literatur und Kauft.
— Das zweite Aprllhest der Wahrheit (Halbmonatschrtst |n Sßertiefung in die Fragen und Ausgaben deS Menschenlebens;
FrommannS Berlag. Stuttgart. Preis vierteljährlich 1 Mk. 80Ps.) bringt aus der Feder von Carl Busse eine feinfinnige Avalvse der dichterischen Persönlichkeit und der Werke de» Dänen Jen» Peter Jacobsen» („Ein Dichter der Sehnsucht"). — In enger Fühlung mit der socialen Frage hält sich die Wahrheit in einem von Pro, fessor Tit^ius in Kiel geschriebenen Characteristik der Stöcker schen und Raumann'schen Richtung (»Der gegenwärtige Stand der christlich- socialen Bewegung"). — Als Anhang zur Besprechung des Fall» Strudel bringt Schrempf eine polemische Anmerkung zu der Notiz, die der kirchliche Anzeiger für Württemberg dem kirchlichen Ereignisse gewidmet hat.
— Professor Röntge« hat soeben eine 2. Mtttheilnng über die von ihm entbtdten Strahlen im Verlage der Stahel'schen kgl. Hof- und Univerfitäts, Buchhandlung in Würzburg veröffentlicht, welche neue interefiante Ergebnisse seiner weiteren Versuche zum Inhalt hat. Der Preis der Broschüre ist 60 Psg.
Witterungsbericht vom 22. April.
Die beiden Depressionen im Süden und Diotben bes Erdtheils sind durch eine breite Zone hohen Drucke» getrennt, welche zwei Maximalgebiete über West- und Ost-Europa mit einander verbindet. In Ckntraleuropa ist das Barometer zwar etwas getunten, aber es haben sich dabei die gestern noch in nord-südlicher Richtung bestehenden Druckunterschiede mehr ausgeglichen, sodaß auf unserem Gebiete eine Befferung der Witterung eingetreten ist. Heute Morgen war ganz Süddeutschland wolkenlos. Die Temperaturen haben gleichfalls fast allenthalben eine ziemliche Steigerung erfahren.
vorausftchtliche tBitutun» t
Zunächst noch meist heiteres, trockenes und unter Tags wieder wärmeres Wetter.
Verkehr, £mtö» nttö Volkrroirthschaft.
Ltnibrerg, 22. April. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,20, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.75, Gerste X 0.00, Hafer X 6.30.
— Postalische». Die Landbriesträger führen aus ihren Bestellgängen Bücher mit sich, in welche sie die ihnen unterwegs vom Publikum zur Postauflieserung übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche
Packele und Nachnahmesendungen einzutragen haben. In diesem Buche müssen die Landbrtesträger auch die Geldbeträge vermerken, welche ihnen zur Beschaffung von Postwerthzeichen :c und zur Bestellung von Zeitungen vom Publikum eingehändigt werden. Dem Letzteren stehl es frei, selbst die Eintragungen in dem Annahmebuch deS Landin irsträgerS zu machen. Bei der Eintragung durch bcn Landbrieflräger muß dem beteiligten Publikum auf Verlangen durch Vorlegung deS BucheS die Ueberzeugung von der ftattgehabtm richtigen Einiragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und daS dem Publikum damit gebotene Mittel jur eigenen Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein schein!, so wird besonders daraus aufmerksam gemacht. ,
«ottkSdimst in bet Synagoge.
SamStag den 25. April.
Vorabend 7 Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 8J0 Uhr.
Verfälschte schwarze Seide.
Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Rechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wirb und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er» chwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegen» atz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man ite Asche der ächten Seide, so^zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seidenfabrike« G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 24
Kunst-Ausstellungl geöffnet täglich, mit Äak nähme deS SamStagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Cenntag» wfthreab X» CBittUt» vnvnterbrocheN >•* 11 H» 8 Uhr. - 6intrltt6preil fii Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pf«
Bekanntmachung.
Der vom 1. Juli d. I. an leihfällig werdende Keller unter Polizeigebäude in der Weidengaffe soll
Donnerstags den 30. d Mts, Vormittags 11 Ahr, i n Biurgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 15 —- unter den im Termin btlamt gemacht werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden.
Gießen, den 21. April 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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