Ausgabe 
23.4.1896 Zweites Blatt
 
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Aussetzung des Beschlusses, damit der Preis Büdingen, wie e« ihm zukomme, zunächst mit der Großh. Oberförsteret Düdelsheim die ersorderlichen Verhandlungen wegen Fest« stelluog des richtigen Flächeninhaltes und Aufklärung der verschiedenen Widersprüche einleite. ES sei wohl die Frage gerechtfertigt, warum daS Großh. preiSawt Büdingen sich nicht vor dem Bau der Straße wegen der Beitrag-Pflicht der Gemeinde Alt-WiedermuS zu den Straßenbaukosten ver- läsfigt habe? Die Forderung, daß diese Gemeinde */< der Baukosten bezahlen solle, sei durch den vorletzten Absatz auf Seite 24 de» Voranschlags erläutert und gerechtfertigt. Die Ge­markung Oberwald sei unter die einzelnen Besitzer räumlich ver- theilt, jeder Thetl sei für sich abgegrenzt und derjenige der Ge- meinde AltwiedermuS präseutire sich wie ein Gemeindewald. Deshalb habe der Provinzialtag auch im Jahre 1889 die Gemeinde als beitragspflichtig erklärt. DaS KreiSamt Büdingen dürfte um Aufklärung darüber zu ersuchen sein, warum deshalb diese Frage nicht alsbald zum AuStrag gekommen sei, sondern erst der rubr. Antrag vorgelegt wurde, nachdem die Straße längst auSgebaut sei. ES handle sich übrigens nicht allein um die Holzabfuhr auf der Straße, sondern auch noch um die Abfuhr der in den betreffenden Dtstricren gebrochen werdenden Steine.

Großh. Oberamtsrichter Rabenau bittet, aus den Verhandlungen von 1889 festzustellen, daß er, wie er annehme, damals augefragt habe, ob nicht unter Beiseitelaffung der Frage der Beitrag-Pflicht dennoch mit dem Bau der Straße begonnen werden könne.

Großh. Oberbürgermeister Gnauth erklärt, daß für den Fall der Richtigkeit der Annahme des Oberamtsrichters Rabenau er selbstverständlich dem KreiSamt Büdingen keinen Vorwurf zu machen habe.

Der Vorsitzende verliest hierauf den betreffenden Theil deS ProvinzialtagS Protocoll- aus 1889 und schließt hieraus, daß dem Großh. KreiSamt Büdingen hiernach wohl obgelegen habe, die Verhandlung wegen der BeitragSpflicht damals wenigstens einzuleiteo.

Hiernach wird der Antrag deS Abgeordneten Rabenau, die Entscheidung so lauge auSzusetzen, bis über die Größe deS Walddistrict« und deS abzufahrenden HolzquantumS neue

Ermittelungen Seiten- deS Großh. KreiSamt- Büdingen und der Oberförsterei obgeschloffen seien, einstimmig angenommen.

Die Tage-ordnuog ist hiermit erledig».

Der Abgeordnete Justizrath Jöckel bittet den Vor­sitzenden um eine Auskunft über den Stand der Verhand­lungen wegen Errichtung eine- SiecheuhauseS.

Der Vorsitzende erwidert hierauf, daß in vor­jähriger Sitzung darauf aufmerksam gemacht worden sei, die Cavallerie Kaserne in Butzbach, al- für eine Siechenanstalt geeignet, nicht aus dem Auge zu laffen. Inzwischen habe er über die Absichten der Militär-Verwaltung Erkundigungen eingezogen und nun habe die Königliche Mrlitär-Jnteudatur des 11. ArmeecorpS unterm 10. d. Mrs. hierher mitgetheilt, daß dieselbe von dem KrtegSmtuisterium nicht ermächtigt worden sei, zur Zeit weitere Verhandlungen über den Ver- kauf deS Butzbacher KasernementS zu führen. Er verliest hierauf im Weiteren eia Rescript Großh. Ministerium- des Innern und der Justiz, worin au- Anlaß der hohen staatlichen Aufwendungen für die beiden Irrenanstalten den Provinzial Direktionen Anregung gegeben wird, der Frage der Errichtung von Siechenanstalten näher zu treten, in welchen neben Siechen, Gebrechlichen, Epleptischen und alter-- schwachen Personen auch ungefährliche unheilbare Geisteskranke Aufnahme finden und die staatlichen Irren-Anstalten hierdurch etwas entlastet werden könnten. Die Aufgabe der Errichtung solcher Pflege- und Siecheanstalteo liege den Communalverbänden, eventuell mit Staatszuschuß ob. Er beschränke sich aus diese Mittheilung, welche dem Provtnztal-AuSschuß Anlaß gebe, der Frage nunmehr practisck näher zu treten. ES könne nun wohl nicht länger auf die Butzbacher Kaserne ge­wartet werden.

Hierauf erklärt der Großh. Oberbürgermeister Gnauth, daß, wenn die Provinz sich zur Errichtung einer Siechenanstalt entschließen sollte, dann auch erwartet werden müffe, haß der Staat sich zur Leistung von Beiträgen bereit erkläre und daß diese Leistung vorher zugesichert würde. ES sei freudig zu begrüßen, wenn eS ermöglicht werden könnte, durch eine außerordentliche Armenpflege in ausgedehnterem Maße wie seither für die Armen und Gebrechlichen einzutreten und wenn hierdurch auch einzelne Gemeinden entlastet werden

könnten. Er hoffe, daß der Staat den Landarmenverbäadnt zu den Kosten der außerordentlichen Armenpflege blefelhn Zuschüsse leiste, wie solche bei der ordentlichen HreapP.t^ geleistet würden und daß dieselben Zuschüsse auch bei frr, nchtung einer Stechenanstalt gewährt würden. Es wäre u wünschen, daß der Staat eine dte-bejügliche Erklärung l gebe.

Der Abgeordnetem Erk-Nidda fragt hierauf an. ;1 nicht feiten- der Provinz ein Ersuchen wegen baldigste» acl. bau der sogenannten hohen Straße durch den Staat au 11 Großh. Regierung gerichtet werden könnte. I» Staat», budget 1894/97 seien für gedachten Zweck 10 000 Mk tc- gesehen, er habe jedoch erfahren, da- 15000 bi- 17 000$! erforderlich seien. Er halte e- für mißlich, wenn C;i länger mit dem Ausbau der Straße gewartet werde.

Bürgermeister Keil-Melbach erklärte, seich» mitgetheilt worden, daß der Staat mit dem Verkauf des tzer.-- Werks ,Ludwig-Hoffnung" umgehe. Er habe auch grsunde daß Vi der hohen Straße, d. h der vom Staat zu bauende Theil, sich in einem sehr sch'echren Zustaabe br? r und kaum befahren werden könne. Baldige Abhilfe ei frx dringend gebeten.

Abgeordneter Erk bemerkte noch, daß tl die Waagschale falle, ob dieLadwigShoffnung" werde oder nicht. Der schlechte Zustand der Straße fit fcait das Bergwerk hrrbeigeführt worden. Der Staat habt H moralische Pflicht, die Straße au»zubauen und e- liege t - baldigste Fertigstellung derselben sehr im öffentlichen Intmie.

Der Vorsitzende erwiderte hierauf, daß e- weh! nicht Sache der Provinz sei, die Regierung um die Fern.- stellung der Straße zu ersuchen, daß vielmehr der Brr» Friedberg da- größte Interesse an dem Außbau btritlte- habe, und daß eS wohl auch diesem zukomme, die e.ssrdr. lichen Schritte bei der Regierung zu thun.

Hiernach schloß der Vorsitzende den hevrigen Provinzial::.

Der Vorsitzende: Die Urknnd-personrn

v. Gagern. Hugo Buderus.

H. Brauer.

Der Protocollsührer:

Schiff nie.

Verdingung.

Die nachbenannten für den Aus­bau der Hammstraße zunächst erfor­derlichen Arbeiten und Lieferungen sollen

Samstag, 2. Mai d. I., Bormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.

a) Erd- und Planirarbeit

1. Aufbruch 600 qm

2. Abtrag 570 cbm

3. Auftrag 6750

b) Maurerarbeit

4. Verlegen von Stein­zeugröhren in 2 bis

4 m Tiefe rd. 626 Ifdm

5. Herstellung v. Spül­

schächten 1 Stück

6. Desgleichen von Re- visions- u. Lampen­schächten 20

7. Versetzen v.Straßen-

sinkkasten 24

c) Eteinzeuglteferung:

8. Lieferung v. Stein- zeugröhren verschie­denen Durchmessers 606 Ifdm

9. Abzweige u.Krümm­

linge 117 Stück

10. Verschlußdeckel 50

Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienftftunden aus unserem Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf daselbst zu erhaltendem Vordruck find bis zum genannten Termine bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 20. April 1896.

Das Stadtbauamt:

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Donnerstag den 23 April l.I., Bormittag« 11 Ubr, wird im Hotel dahier ein

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Die Versteigerung findet statt.

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Berdingung

Die nachbenannten Arbeiten und Lieferungen zur weiteren Chausfirung deS Mittelweg« im consolidirten Theile des Neustädterfeldes sollen

Montag den 4. Mai d. I.,

Bormittags IIV2 Uhr, öffentlich bei uns verdungen werden. ES umfaßt:

a) Erd- und Planirarbeit:

Lieferung und Anfuhr von Hardt- schütt 420 cbm

b) Chauffirarbeil:

Herstellung einer 935 m langen, 3,50 m breiten Straßendecke, ganz aus Basalt 3272,50 qm

Verlegen von Cementröhren 19 Ifdm c) Rohrlieferung:

Liefern und Anfahren von Cement­röhren von 45 cm Lichtweite

19 Ifdm

Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf daselbst zu erhaltendem Vordruck sind bis zum genannten Termine bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist: 14 Tage.

Gießen, den 20. April 1896.

Das Stadtbauamt.

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