Ausgabe 
23.1.1896 Erstes Blatt
 
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* Hebet bie gelbeee «mtttette, welche Se. König!. Hoheit oer Groß Herzog zur Erinnerung an den 28. Oc tober 1895, den Tag, an welchem das nere Hauptgebäude der technischen Hochschule in Darmstadt in Allerhöchst Seiner Gegenwart und in Anwesenheit einer festlichen Versammlung der Hochschule gewidmet und dem Rector derselben mit der Bestimmung übergeben hat, daß diese Kette hinfort von dem jeweiligen Rector als Zeichen seines Amtes getragen wird, erfahren wir folgende Einzelheiten. Die Kette ist 78 ctm lang, und bestebt au- 33 viereckigen und 84 ovalen Gliedern. Die viereckigen Glieder find 22 mm lang und 10 mm breit, die ovalen find 11 mm lang. An der Kette hängt die Großherzogliche Krone, an welcher zwei klein- Schleifen an­gebracht find. An der Krone ist eine Medaille befestigt. Diese letztere hat einen Durchmeffer von 4 und 5 mm und ist 2 mm dick. Die Vorderseite zeigt das Bildniß Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs mit der Umschrift: Ernst Ludwig Großherzog von Hessen- die Rückseite zeigt in Gra- viruug das Monogramm E. L. und darüber eine Krone mit der Umschrift: Virtute res parvae crescunt. Gestiftet 28. X. 95.

» Neuorganisation der höheren Staatsbehörde«. Unterm 18. Januar 1895 hat der Abgeordnete Osann mit einer großen Anzahl von Abgeordneten den Antrag eingebracht: Hohe Kammer wolle Großherzogliches Staatsministerium ersuchen, die Frage der Neuorganisation der höheren Staats­behörden in Erwägung za ziehen, demnächst eine Commisfion zur Berathung darüber zu berufen und zu einer entsprechenden Neuorganisation der höheren Staatsbehörden zu schreiten." Der zur Bearbeitung des Antrages eingesetzte Ausschuß beantragt: Die Kammer wolle dem Antrag der Abgeord­neten Osann und Genoffen Folge geben und Großherzogliches Staat-Ministerium ersuchen, die Frage der Neuorganisation der höheren Staatsbehörden in Erwägung zu ziehen, dem­nächst eine Commisfion zur Berathung darüber zu berufen und zu einer entsprechenden Neuorganisation der höheren Staatsbehörden zu schreiten.

Stenographisches. Herr Bürgermeisterei - Gehilfe Heinrich Bickel vom Babelsberger Steuographen-Berein Gießen erhielt bet dem von der Frankfurter Stenographen- Zeitung in Frankfurt a. M. pro 1895 ausgeschriebenen Preisschreiben den zweiten Preis.

Ueber einen zu Danzig gehaltenen Bortrag des D,ernten Jen» Lutze« schreibt dieDanziger Zeitung": Zu den intereffantesten diesjährigen von dem allgemeinen Ge­werbeverein veranstalteten Vortragsabenden gehörte der gestrige, an dem Herr Jens Lützen einen Bortrag über daS Thema:Ein Ausflug in den Weltenraum" hielt. Redner führte in seinem fesselnden und durch geschickt eingeflochtene Scherze gewürzten Vortrage die aufmerksamen Zuhörer, welche den geräumigen Saal bis auf den letzten Platz ge- . füllt hatten, an der Hand vortrefflicher Lichtbilder, in denen nicht nur Anfichten der Himmelskörper und ihrer auffälligen Erscheinungen, sondern auch Darstellungen mehrerer astro­nomischer Vorgänge gezeigt wurden, durch den Weltenraum. Ein prächtiges Bild bot der Sonnenuntergang, dem Au- fichten des Mondes, des Planetensystems und der Kometen- bahnen folgten- den Schluß bildete eine entzückende Ansicht des Sonnenaufgangs. Reicher Beifall lohnte Herrn Lützen für feinen feffelnden Vortrag. Der Vorsitzende sprach dem Herrn noch den besonderen Dank des Vereins aus. Der hiesige Vortrag findet morgen Donnerstag, Abends 8/a Uhr, inSteins Saalbau" statt.

♦♦ Amnestie. Die im ganzen Reiche zum 18. Januar erlassenen Am ne stieen haben Tausenden .und Tausenden die Freiheit wiedergegeben. Wie enorm diese Zahlen find, mag daraus hervorgehen, daß beispielsweise allein in Ham­burg und Altona gegen 500 Personen aus den Gefängniffen entlasten wurden. Die Fälle, in denen Geldstrafen erlassen wurden, find natürlich noch viel häufiger. Zahlreich find auch die Fälle, in denen Vagabunden, Bettler rc., die auS der Haft entlasten worden waren, nach ein paar Stunden wieder eingesteckt werden mußten. AuS Frankfurt wird und mitgetheilt, daß dort ebenfalls auf dem Klapperfelde Abends die am Morgen entlaffenen Häftlinge zum Theil wieder ein­geliefert wurden, weil fie keinen Gebrauch von der Freiheit zu machen wußten, bezw. wieder Strafthaten begingen.

Der 14. Congreß für innere Medicin findet vom 8. bis 11. April 1896 zu Wiesbaden statt. DaS Prä­sidium übernimmt Herr Bäumler (Freiburg). Folgende Themata sollen zur Verhandlung kommen: Am ersten Sitz- ungStage, Mittwoch den 8. April: Werth der arzneilichen Sntiphretica. Referenten: Herr Binz (Bonn) und Herr Käst (Breslau). Am dritten SitzungStage, Freitag den 10. April: Ueber therapeutische Anwendung der Schilddrüsen- Präparate. Referenten: Herr BrunS (Tübingen) und Herr Ewald (Berlin). Eine große Anzahl weiterer Vorträge find angemeldet. Mit dem Congrefle ist eine Ausstellung von neueren ärztlichen Apparaten, Instrumenten, P^äpa- raten u. s. w., soweit fie für die innere Medicin von Jn- tereste find, verbunden.

-1- Herbstein, 20. Januar. Nachdem schon vor längerer Zelt von verschiedenen Seiten der Wunsch nach einer Wasser- leitung ausgesprochen worden ist, hat nunmehr unser Bürgermeister eS dahin gebracht, daß vom Stadtvorstand einstimmig der Bau einer Wasterleitung beschlosten worden ist. Herr Ingenieur Haard auS Franksurt a. M. hat be­reit- einen ausführlichen Plan entworfen und ist ihm der Bau der Wafferleitung um den Betrag von 42,000 Mk. übertragen worden. Die Leitung soll bi- 1. October l. I. in Betrieb gesetzt und im Frühjahre wird mit dem Bau be­gonnen werden.

Lanterdach, 21. Januar. Nach der letzten Volkszählung hatte der KreiS Lauterbach 28,259 Einwohner.

H. tzerchenhai«, 21. Januar. In dem NotbstaudS- jahre 1893 haben ungefähr 40 Bürger unserer kleinen Ge­

meinde Fatterr r. dgl. w. durch die NorhstaudScommis- fion bezogen. Es find darunter solche gewesen, welche für 140 bis 150 Mk. erhielten, aber auch solche, welche nur von 25 Mk. an und darüber landwirrhschastliche Gegenstände empfingen. Alles in allem gerechnet, tarnen für ungefähr in runder Summe 2700 Mk. Stoffe hierher. Bei den schlechten Zeiten können die Leute in unserer rauhen Gegend ihren Verbindlichkeiten nicht nachkommen- fie wandten fich an die höchst? Staatsbehörde und baten um Erlaß und Stundung. Beides ist bewilligt worden. Bon der ganzen -Schuld wurden 1100 Mk. erlaffen. Der Rest darf in zwei Zielen, am 1. December 1896 und am 1. December 1897, vezahlt werden, wofür 4 pCt. Zinsen in Anrechnung kommen. Man kann fich denken, daß unsere Mitbürger sehr erfreut und dankbar für diesen Beweis von Wohlwollen find.

§ Aus dem höhere« Vogelsberg, 18. Januar. Vielfach find seither Klagen laut geworden über das öftere Neben der neu eingestellten Pflichtfeuerwehrleute, besonders wenn dieselben Sonntag- Nachmittags rxerziren mußten. Allmälich sieht man jedoch ein, daß diese neuen Pflichtfeuerwehren sehr gut sind- besonders wenn fie nach Auswärts zur Hilfe herangerufen werden mußten, wie z. B. zum Fortschaffen von Z i g e u n e r n in Gedern, Ober-Moo- rc. Gestern Abend wurden die Bewohner des Ortes Gunzenau durch Feuerwehr - Allarm - Signal allarmirt. ES war aller­dings kein Brand auSgebrochen, sondern eS galt, ein P f er,d zu retten. Der Fuhrmann Büschel aus Gunzenau kam Abends spät von ReichloS her. Zwischen ReichloS und Gunzenau blieb das Pferd mit Schlitten im Schnee stecken, konnte nicht mehr weiter und mußte, da alle OrtSeinwohner schon längst schliefen, die Feuerwehr daS Pferd auf einem anderen Schlitten nach Gunzenau verbringen. Das Pferd konnte nicht mehr stehen, sodaß eS schließlich für den Preis von 15 Mk. an einen Schäfer verkauft werden mußte, ob­wohl dasselbe vor dem Unfall einen Werth von ca. 300 Mk. gehabt. DaS Thier hatte den Rückgrat gebrochen.

Darmstadt, 21. Januar. DaS von hiesigen Mitgliedern zum Besten der Pensionsanstalt deutscher Jour­nalisten und Schriftsteller gestern veranstaltete WohlthätigkeitS - Concert hatte in materieller wie künstlerischer Hinficht einen ungemein glänzenden Erfolg. Unter dem Publikum, das den großen Saal des Hotels Zur Traube" bis zum letzten Platze füllte, waren die ersten Kreise unserer Refideuz vertreten. Mit einem vom Oberkammerherrn Freiherr« Schenk zu SchweinSberg- WalderShausen sür den Abend gedichteten Prolog, gesprochen von Hofschauspielerin Frl. Cramer, eröffnet, brachte daS intereffante Programm in reicher Abwechslung Diolin- und Harfen-Vorträge, Sopran-, Alt- und Tenorgesänge, zu deren Ausführung die Hofsäugerinnen Neumeyer und Pewny, Fräulein Frieda Engel, Herr Concertmeister Müller und Herr Mufikdirector Ackermann von hier, sowie Herr Kammersänger HanS Gießen (Hans Buff) vom Wiesbadener Hoftheater ihre Kunst in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Die Arie oeSFerrando" auS MozartsCosi fan tutte", RubinsteinsES blinkt der Thau", JenfenSMur- melndeS Lüftchen" undAlt - Heidelberg" erfuhren durch Herrn Gießen eine geradezu glänzende, das Auditorium electrifirende Wiedergabe. Außerdem waren von dem in unseren Mauern weilenden Componisten Herrn Erik Meyer-Helm und für den Abend einige seiner neuen melodiösen Lieder zur Verfügung gestellt worden, die er persönlich am Flügel begleitete. Die prächtigen Leistungen sämmtlicher Mitwirkeuden, die den Abend zu einem musikalischen Ereigntffe der Saison stempelten, animirteu unser sonst so zurückhaltendes Concert - Publikum zu den rauschenden Beifallskundgebungen. Um daS Zustandekommen des ConcertS hatte fich Herr Redacteur Ram speck in her­vorragender Weise verdient gemacht und fich damit erneut ein Verdienst um das Gedeihen der PenfionS - Anstalt für deutsche Journalisten und Schriftsteller erworben.

Ventrif*t#s.

* Berlin, 21. Januar. Gestern Abend gegen 5 Uhr ereignete sich an der Ecke der Bergmann, und Friesenstraße ein großes Brandunglück. DaS Feuer brach in einem Posamentierladen auS und ergriff die unteren Etagen. Die Treppen waren durch den fich entwickelnden starken Oualm unpasfirbar geworden, so daß die Feuerwehr die gefährdeten fünf Frauen und sechs Kinder durch Hakenleitern retten mußte. Die Geretteten wurden nach dem Krankenhause ge- schafft, wo bei einer Frau und einem Kinde der inzwischen eingetretene Erstickungstod constatirt wurde.

Si« verkappter Milli,»ar. Als Millionär entpuppt sich jetzt in Berlin ein vor einigen Monaten verstorbener Hauptmann a. D. und früherer Director . einer Berliner Weißbier-Brauerei L. Bei der Regulirung seines NachlaffeS fand feine Wittwe, mit welcher er erst ein Jahr vor seinem Tode die Ehe geschloffen, Werthpapiere im Betrage von mehr als einer Million Mark. D.eseS Vermögen soll fich der Herr, der stets sehr einfach aufgetreten ist, durch Gründung von eleclrischen Bahnen erworben haben. Seine Frau hatte keine Ahnung von diesem Reichthum ihres Gatten, deffen Einfachheit so weit ging, baß er nur seine Pension verbraucht haben soll.

Görlitz, 21. Januar. Der hier wohnende DiakonuS Kluckhuhn hat Selbstmord verübt. Nachdem er in Berlin eine medicinische Autorität wegen emeS schweren Kopfleiden» zu Rathe gezogen hatte, tödtete er sich dort durch einen Revolverschuß in da» Herz. Ein überraschende- Ergebniß bot die Leichenöffnung. Man fand nämlich im linken inneren Behörgang des verstorbenen einen abgebrochenen Schieferstist, der vermuthlich die unmittelbare Ursache zu einer chronischen Hirnhautentzündung gewesen ist.

«raube»,, 21. Januar. Der Gärtner Ma lew Ski im Dorfe KletngerSwalde bei Gottstadt (Ostpreußen) ent­

hauptete sein acht Monate altes Sind aus eine«? Holzstück mittelst einer Lxr. Dann erhängte er fich.

* KoSleitnngsröhren e«8 Papier. In England ver­wendet man seit einiger Zeit mit Erfolg Papierröhren zur Leitung de» Gase»; namemlich bei den umfangreichen, langen, unterirdischen Röhren hat fich diese Neuerung bewährt. Wie daS Bureau für Patentschutz und Verwendung von Dr. I. Schanz u. Co. (Berlin, BreSlau Hamburg, Dresden, Leipzig, München) mittheilt, erfolgt die Herstellung derart, daß starke holz­haltige Papierlagen um einen Dorn gelagert werden, der dem Durchmeffer de» anzufertigenden Rohre- entsprechend groß ist. Jede dieser Papierlagen wird mit geschmolzenem ASphalt überzogen, und man erhält dadurch eine gegen Luft und Waffer vollständig abgedichtete Röhre, die einen starken Druck aushatten, und äußeren zerstörenden EioflÜffen erfolg­reich widerstehen kann. Die einzelnen Röhren werden mit­tels Muffen verbunden, die gleichfalls aus Papier gefertigt, und nach Art der Röhren hergeftellt find. Die auf diese« Wege erzeugten Fabrikate sind leicht, unzerbrechlich, billig, und da fie auS nicht leitendem Material bestehen, gegen die sie umgebende Temperatur indifferent. Auch werden durch unterirdische elektrische Ströme auf die au» Papier 9.fertigte« GaSröhren keine nachtheiligen Wirkungen au-geübt, wie die» bei metallischen Lettung-röhren schon der Fall gewesen ist.

* Augsburg, 20. Januar. Gestern Nachmittag vergnügte fich der Handlungslehrling Döring mit Scheiben schieße» aus einer Flobertbvchse. Al» er eben abdrückte, ging da» dreijährige Kind de- FabrikmeisterS Braun, mit einer Puppe spielend, über den Hof und wurde nach denM. N. N." do» dem unglücklichen Schützen durch einen Schuß in die Brust sofort geiödtet.

Ei» origineller amerikanischer Reclame Tric wird t« dem neuesten, prächtig auSgestattcten Sakonheft der Zeit­schriftZur Guten Stunde" von Ernst von Hesse- Wartegg erzählt und durch eine flotte Farbenskizze von Ewald Thiel illustrirt.Ich schlenderte", schreibt der bekannte geist­volle Schilderer amerikanischer Zustände,mit meinem frisch aus Deutschland angereisten Freunde H. zur AuSstellung-zeit durch die Straßen Chicago». Plötzlich kam un» ein un­geheurer offener Wagen entgegen, bespei nt mit sechs Pferden. Auf dem Wagen standen etwa ein Dutzend Nähmaschinen, und an diesen arbeiteten emsig ebenso viele bildschöne junge Mädchen, alle in eleganten Straßentoiletten von gleicher Farbe und gleichem Schnitt.Was für reizende Mädchen !* rief H. begeistert au». Sie blickten un» freundlich lächelnd an, als ob fie H'S. Worte deutlich verstanden hätten. Alle Paffanten, Männer, Weiber, Kinder blickten dem Wagen ent­zückt nach, statt aber die Mädchen zu sehen, erblickten fie ein an der Hinterseite deS Wagens angebrachte» Placat, da» besagte:Die hübschesten Mädchen deS Landes gebrauche» nur X'S. Nähmaschinen. DaS Waarenlager befindet fich Nr. X. in der X-Straße." Wer einer Damedurch die Blume" sagen wollte, daß sie hübsch sei, brauchte ihr also nur eine Nähmaschine mit obigem Motto zu kaufen."

* toi en, 20. Januar. Drei Wagen mit 27 Hochzeiis- gästen fuhren bei Wilna über die mit EiS bebectie Düna. DaS EiS brach und alles verschwand in den Fluthen Bisher wurden elf Leichen au» dem Waffer gezogen.

* ttine ausgiebige LedenSverficheruug. AuS Rom wird geschrieben: Miß Van der bi It, die Herzogin von Marl­borough, verbringt einen Theil ihrer Honigwochen hier, in der ewigen Stadt. Dieser Tage nun verbreitete fich die Nachricht, die junge Herzogin sei krank. Weßhalb? Weil von London au» einer der berühmtesten Aerzte nachgeschickt wordcn war, um die Herzogin za untersuchen. ES handelte fich jedoch keineswegs um eine Krankheit, sondern um eine Leben»- verficherung in der Höhe von anderthalb Millionen Pfand (Sterling (80 Millionen Mark.!.'), welche die Herzogin z» Gunsten ihre» Gatten aufnahm. Der Arzt hatte vo» der Gesellschaft die Kleinigkeit von 25 000 Mark (?) al» Reise­honorar erhalten.

* 3n England find im Jahre 1895 15 Männer und 23 Frauen im Atter von je über hundert Jahre» gestorben.

Die größte bisher vo» einem Geschütz erschossene Ent­fern»»» beträgt 20226 Meter, also rund 20*/i Klloweter ober eine Strecke von etwa 3 Meilen- diese wurde am 28. April 1892 in Gegenwart Kaiser Wilhelm» II. aus dem Krupp schen Schießplätze zu Meppen practisch erreicht. Die Scheitelhöhe der Flugbahn de» Geschoffe» betrug 7540 Meter, die Flugzeit bei 640 Meter Anfangsgeschwindigkeit 70,2 Sekunden. Da» Geschütz war ein Küstengeschütz mit 40 Raltber bei 24 (Zentimeter Seelendurchmesser auf Mittelpisotlafette, 9,6 Meter lang und 31 000 Kilogramm schwer. Da» Geschoßgewicht betrug 215 Kilogramm mit einer Pulver- ladung von 115 Kilogramm.

* Die weeß ja «och »ischt k Ein niedliche» Geschichtche» erzählt man derFr. Ztg." au« Thüringen. Im Orte Treben ging im letzten Herbst eine Frau auf da» Feld, um Rüben au»zuziehen. Auf einem Theile de« Wege» be­gleitete fie ihr sechs Jahre alter Sohn, der fich in die Schule begab. Während die Fran auf dem Felde thätig war, fühlte fie, daß ihre schwere Stunde herannahe, und begab sich schleunigst nach Hause, wo sie einem Mädchen da» Leben gab. Al» der Sohn Mittag» au» der Schule heim- kehrte, wurde er im Hausflur vom Vater empfangen, der ihm eine große Butterstulle reichte und ihm mittheilte, daß er ein Schwesterchen bekommen habe. Freudestrahlend lief der Knabe zu seiner im One wohnenden Tante und berich­tete ihr da» frohe Sreigniß.Da hat fich die Mutter wohl sehr gefreut," meinte die Tante.Ach," antwortete der Knabe,die weeß ja noch nischt, die i» ja ans dem Feld und macht Rüben au»."

ES gab keine Feineren. Da» fünfjährige Karlchen betrachtetausmerksam die Bilder eine» Catalog» vom Blumen- Schmidt in Erfurt. Da fieht er, wie ein befrackter Ball- 1 Herr, der auf Karlchen den feinsten Eindruck macht, mit I tiefem Bückling einer Dame ein Bouquet überreicht.Warna,*