Ausgabe 
22.11.1896 Zweites Blatt
 
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Boden sich besonders eignet und ob Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die nicht zu tbeuer kommen. Der Gemüsebau ist eine Arbeit, die von »litttn Leu en und «Indern geleistet werden kann, die keine barten Arbeiten leisten können. Wetter soll man vorsichtig sein mit E'zeugung von Gemüsen, die anderweit stark gezogen werden, z. B. Gurken (im Ried und an der Bergstraße), Spargeln (in Rhein- hessen und bet Mainz). Dagegen find grüne Bohnen, Rothkraut, Blumen - und Rosenkohl, Schwarzwurzeln und Sellerie (für feuchte Lagen) noch nicht übersetzt, aber stets begehrt.

Mit diesem Gemüsebau läßt sich der Bau von veereuobst: Johannisbeeren, Himbeeren, Klosterbeeren sehr vortheilhaft verbinden, denn diese Beeren sind außerordentlich gesucht und die Nachfrage wächst von Jahr zu Jahr, weil das Beerenobst und der daraus bergestellie Wein mit seinen trefflichen Eigenschaften erst seit einem Jahrzehnte allgemein bekannt geworden ist. Man braucht daher nicht zu fürchten, daß so leicht eine Ueberproduction etntreten wird.

Für heute mag es genug sein. Wir haben noch einige andere Dinge in petto, die wir nach und nach zur Anregung und Ermulhigung vorzubringen gedenken.

CHeratur unb Kttnft.

Mit dem uns vorliegenden Hefte beginnt die seit drei Jahren von dem Prager Profrffor vr. August Sauer (früher bet C. C.

Buchner tn Bamberg) berausgegebene Zeitschrift für Lttteratur» Geschichte »Euphoria«^ tn dem Verlage von Carl Fromme in Wien zu erscdedien, ohne daß aber in den Zwecken und Zielen der Zeitschrift dadurch eine Aenderuna etngetreten ist. Eine Reihe werthvoller Aussätze über litteraturgeschichtliche Stoffe auS vier Jahr^ Hunderten eröffnen das Heft. Der bekannte Herausgeber der Werke Ftscharts, Dr. Adolf Haussen tn Prag, setzt seine verdienstlichen und ergebnißretchen Studien über diesen Autor fort, indem er rin weniger bekannte« Werk von ihm, die Uebersetzung von BodtnS TSmonomanie eingehend untersucht, culturgeschichtlich auSschopst, und damit zugleich einen Beitrag zur Geschichte der Hexenversol- gungen in Deutschland liefert. Ueber einen der letztm Meistersinger deS 17. Jahrhunderts, Benedict von Watt, besten Leben und Wirken bisher im Dunkeln lag, verbreitet Tbeodor Hampe in Nürnberg helles Licht. I. R. ASmus in Tauberbtschofsbeim liefert einen wich­tigen Beitrag zur Entstehungsgeschichte von LesstngS Laokoon. Mit Fräulein Friederike Fricke, einer Schülerin der Göttinger Unioer sttät, tritt die erste Germanistin tn den Kreis dieser Zeitschrift ein. Sie untersucht genauer, als dies bisher geschehen ist, die Quellen desJulius von Tarent" von Leisewitz. Neben dem Altmeister der Goetheforschung Heinrich Düntzer, der über Goethes Sprachgebrauch bandelt, liefert ein talentvoller Zögling der Wiener Universität sein Bestes in einem anregend geschriebenen Estay über Lenaus Savona- rola. Erich Schmidt, der Gustav Freytag den glänzenden Nachruf

gehalten, liefert auf Grund der Minifiertalacten eine getreue Dar- st'llung o:n FrkyiagS dornenvoller Laufbahn als P^iootdocent ia B e»lau. Einzelbeiten zu Schillers Anthologie und zu Arniws Verkleidungen des franzöfistben Hofmeisters" tragen Rudolf Kraus (Stuttgart) und Montague Jacobs (Berlin) bei. AuS dem kritischen Tbeile ragen zwei umfangreiche Besprechungen von Hugo Spitzer in Graz (Berger, Die Entwicklung von Schillers Arstbetik) und Oscar F. Walze! in Wien (Koßmann, CbamistoS Fortuna«) hervor, von denen die letztere sich zu einem Estav über EpiktetS Einfluß auf die romantische Lttteratur erweitert. R. M. Meyer in Berlin läßt der Schrift von Eugen Wolff ,Geschichte der deutschen Lttteratur in der Gegenwart" die verdiente Abfertigung zu Theil werden. Eine un­gemein reichhaltige Bibliographie, Auszüge aus mehr als h mdert Zeitschriften, Inhaltsangaben und kurze Notizen über mehrere bur.tntf Bücher schließen daS f'erl ab. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich in ungefähr gleichem Umfange zu dem jährlichen AbonnementSpreis von 16 Mk. fl. 9 60.

Kunst-Ausstellung,

nähme des Samstags, von 11 vis 1 Uh', am Mittwoch auch noch von 3 btS 5 Uhr. Contitafli ununterbrochen von 11 bis 8 Uhr. Eintrittsoreis für NtchtmttgUeder an Werktagen 50 Psg., an Sonntagen 20 Pfg.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Gartenstraße 2.

Vom 16. bis 18. November:

Angebot der Arbeitnehmer.

1 Buchbindergehilfe. 2 Aushilfskellner

1 Frtseurgehilfe.

1 Mälzer.

1 geprüfter Heizer.

1 Echmiedgrs lle.

1 Schnetdergeselle.

2 Schubmacherges.

1 Schreinergeselle.

9 Taglöhner.

2 Schweizer.

1 Werkführer oder

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1 Gärtner.

1 Colporteur.

2 Erdarbeiter.

1 Fahrbursche.

1 Pferdeknecht.

6 Hausburschen

1 Strickerin.

2 Dienstmädchen.

1 Glaseraeselle.

Büreau-Gehtlfe.

Nachfrage der Arbeitgeber.

1 Glasergeselle. 1 Kutscher.

7 Lehrlinge, je 1 Schuhmacher-, Bäcker-, Schlosser-, Buchdrucker-, Setzer-, Schmied-, Schneider, und 2 Buch­binderlehrlinge.

1 Schnöder 1 Dienstmädchen >

1 lüchtiger Pferdeknecht

1 Dienstmädchen für landwirth- ( schaftliche Arbeiten 1 wart9'

3 tüchtige Pferdeknechte ) auf Weih- 1 Schweizer 3 Stallmägde ) nachten.

5 Dienstmädchen.

Evangelischer Jünglingsverein

Dieser Verein, der im October d. I. sein 9. Jahresfest gefeiert hat, hält seine regelmäßigen Zusammenkünfte an jedem Sonntag, Diens­tag, Freitag und Samstag, Abends zwischen 8 und halb 11 Uhr, im Vereinslocal in derHerberge zur Heimath".

Wir laden junge Leute zum Beitritt freundlichst ein und bitten, zu­nächst gastweise den Verein an den Vereinrabenden zu besuchen.

Gießen, im November 1896.

Für den Vorstand:

9904___________________________Dr. Naumann, Pfarrer.

Sonntagsverein für Mädchen.

Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr Nachmittags im Saale der Kleinkinder­schule; die Mädchen können nach Belieben zu jeder Zeit kommen und gehen; von s/t4 Uhr bis 3/<5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen.

Gute unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden.

O Für den Vorstand:

9905_________________________>Dr, Naumann, Pfarrer._____

Victoria - Augusta - Töchterpenfionat

Gießen, Löberstraße 24.

Unterricht für Schülerinnen jeden Alters vom 8. Jahre an und Damen aus Stadt und Umgegend in Sprachen, Musik, Malen (be­sonders auch die berühmte Dresdener und Meißener Porzellanmalerei), Brandmalerei, Kerbschnitt, Handarbeiten rc.

Prospecte durch die Vorsteherin 9079

Frau Hermine Schneider.

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freiwillig meistbietend, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht wer­denden Bedingungen versteigert werden

Gießen, den 18. November 1896. Großh. OrtSgericht Gießen.

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