Int'.refse bei d eser Serie gewiß sehr groß fein wird, so ist cm starker Andrang zu erwarten.
•• Schulbildung in der Hessischen Division. Von den im Ersatzjahr 1895/96 bei der Großh. Hess. (25.) Division eingestellten Hessischen Unterthanen besann sich Keiner ohne Schulbildung. In den 19 Jahren von 1876—1894 waren im Ganzen ohne Schulbildung 55.
•• Neue Fahrrad-Reifen. Dieser Tage wurde einem Mainzer eioe E-fiadung patentirt, die jedenfalls in der Fahr» radtndustrie und Wagenfabrikation große Aufmerkiamkeit erregen wird. ES gelang nämlich unserem Landsmann Herrn Eugen Ganz (Besitzer der Mainzer Filzfabrik und Inhaber des Patents für imprügnirte Einlegesohlen) einen Fahrradreifen aus Filz zu verfertigen, der den Gummireifen viel Concurrenz machen kann. Die Vorzüge dieser neuen Erfindung sind augenfällig. ES wird dadurch vor Allem das Platzen des Luftreifens aus der Welt geschafft, waS besonders für Militär» und Tourenräder von Wichtigkeit ist. Wie oft sieht man, daß Radfahrer, denen dieser Unfall pasfirt, oft stundenlang daS invalide Vehikel schieben müffen, da ihnen daS Fahren unmöglich geworden ist. Der neue Patentreif ist gegen Feuchtigkeit imprägnirt, ist ebenso elastisch wie Gummi und haltbarer, weshalb der Erfinder auch Equipagen, Droschken und Kinderwagen tn's Auge faßt, umsomehr, als die neuen Reifen sich billiger stellen, als Gummireifen. So werden denn bald die Droschken nur noch sichtbar und nicht mehr hörbar sein, denn dem Gestampf der Pferdehufe foll gleichfalls ein Ende gemacht werden, da der junge Erfinder auch — Perdehufschuhe auS Filz verfertigt, die ein sicheres Mittel gegen das AuSgleiten bei Schnee und Eis bieten. Da die Fabrikation des neu erfundenen Reifens von Herrn Enge" Ganz selbst geleitet und in Mainz vorgenommen wird, so kann die Stadt Mainz einer neuen Industrie entgegensehen.
** Zn Amerika verstorbene Hesten. In Belleville, Jll., Frau Marg aretha Rau, geb. Nummerich, 78 Jahre oit, auS Hessen-Darmstadt- Frau Marie A. Junker, 53 Jahre, aus Hessen-Darmstadt- Herr Georg Bollän- ver, 50 Jahre alt. — In Scio, Mich., Herr Andreas Neff, 57 Jahre alt. — In New-York Herr Jacob Schwarz, 70 Jahre alt, auS Volxheim, KreiS Alzey — In Elkton, S. Dak., Herr Georg Maurer, 72 Jahre alt, aus Schwabsburg. — In Giard, Iowa, Frau Katharina Mann Wittwe, geb. Rcpp, 79 Jahre alt, auS Busenborn. — In EoanSville, Jnd., Herr Erwin I. Scherfius, 41 Jahre alt, aus Welgesheim. — In Cleveland, O., Herr Christoph Sauer, 85 Jahre alt, aus Wonsheim. — In Clartnda, Iowa, Frau Christina Rechtenbach, geb. Böhler, 70 Jahre alt, aus Wonsheim. — In Dayton, O., Frau Katharine Schmidt, geb. Winkler, 62 Jahre alt, aus Mittershausen.
Grunberg. 21. November. Nächsten Sonntag, am 22. ds. MlS., friert Herr Caspar Biedenkapp zu Stockhaufen, Kreis Gießen, das Fest feines neunzigsten Geburtstages. Seine Jugendzeit fällt somit in die Zeiten doi Deutschlands tiefster Erniedrigung, wo die frechen Franzosen auch in dem stillen Dörfchen hausten, sowie tu die Jahre voll Deutschlands Erhebung, als die rauhen, flegesberauschten Raffen auch unsere Gegend heimsuchten. Der hochdetagte Jub.lar arbeitet zur Zeit noch ständig als HauSweber, welche Arbeiten er stets mit Fleiß und R.inlich- feit ausführt. Biedenkapp ist seit dem 1. Juli 1894 im Besitze der Altersrente.
Vemnischtes.
* Frankfurt a. M., 20. November. Heute Mittag fiel in der Ottostraße an cinim Neubau ein Balkengestell in sich zusammen, daS mit Backsteinen belastet war. Ein junger Maurer, Thoma-Eppenheim, wurde bei dem Einsturz getödtet, ein anderer, der siebzehnjährige Schmidt- Gchiöbrln, schwer, ein dritter leicht verletzt. Thoma erl'tt einen Schädrlbruch an der rechten Schläfe, eine Zertrümmerung des Nasenbeins, mehrere Rippenbrüche und schwere Verletzungen des Brustorgans Schmidt wurde in's städtische K ankenhauS gebracht- der Dritte konnte nach Anlegung eines NothverbandeS auf der nahen Wache der Freiwilligen RettungSgefellschaft (Kronprlnzenstr. 18) auf den Arbeitsplatz zurückkehren. Die Polizei erschien alsbald auf dec Unfallstelle, wo der Neubau bis zur Höhe des ersten Stockwerk» gedichen war. Die Verklammerung der Balken soll nicht stark genug gewesen fein. Genaueres über die Ursache deS Unglücks steht aber noch nicht sest. — Bei einer hiesigen Bijouterie Handlung find Unterschlagungen eines Angestellten entdeckt worden. Durch schnelles Vorgehen gelang es, den Defraudanten und deffen ihm verwandte Hehler- Gesellschaft zu verhaften und einen Theil der entwendeten Gegenstände sofort wieder herbeizuschaffen. Der Schaden ist daher nicht sehr bedeutend.
* Der verratheue Frühschoppen. Ein Münchener Geschäftsmann hatte kürzlich auf dem Victualienmarkt seine Einkäufe gemacht, darunter auch 100 Slttck Eier, die er in einem Netz nach Haufe bringen wollte. Unterwegs begegnete ihm ein alter Bekannter und man verfügte sich in's Gasthaus, um einen kleinen Fiühschoppen zu halten. Dort befanden sich auch noch andere Geschäftsfreunde, von denen einer das Netz m!t Eiern, das unter der Bierbank sorgfältig verwahrt war, hervorzog und in die Küche verbrachte, um es in einen bereitstehenden Topf mit siedendem Wasser zu setzen, dis die Eier hart waren, worauf er sie unbemerkt wieder an ihren früheren Aufbewahrungsort verbrachte. Kurz darauf brach unser Ge'chästSmann auf, um seine Eier nach Haute zu bringen. Die Ehefrau wartete bereits auf den etwas über die Zeit aufgebliebenen Ehemann, da sie die Eier zur Bereitung des Mittagsmahles benöthigte. Groß war ihre Ueberraschung, als sie vier bis fünf Ster, die sie aufgeschlagen hatte, gekocht fand. Schleunigst rief sie zur
Aufklärung des RäthselS ihren Ehemann herbei, der selbstverständlich nicht weniger erstaunt war, bald aber die natürliche Lösung fand, denn „er kannte seine Pappenheimer". Wohl ober übel mußte er jedoch bei der Erklärung seiner Eaegesponstin ein Geständniß über den abgehaltenen Frühschoppen ablegen.
• Unversöhnt. Vor dem Bahnhofe in Nizza bot eine der dort handelnden Blumrnverkäuferinnen, ein 16 jährige» Mädchen von wunderbarer Schönheit, einem abreisevden russischen Cavallerie-Obersten einen Blumenstrauß an. Der über diese Störung unwillige, alte, eilige Herr wehrte daS Mäd- chen ab, warf ihm aber nichts destoweniger ein Francslück zu. Stolz wies das Mädchen das Geldstück zurück. Hierbei sah ihm der alte Offizier in da» hübsche Gesichtchen und blieb bestürzt stehen. Ohne auf den abdampfenden Zug zu achten, veranlaßte er sie, ihm in den Wartesaal zu folgen. Innig bewegt schloß er sie in seine Arme, er hatte in ihr daS Kind seiner Tochter erkannt, welche vor 17 Jahren das Elternhaus verlaffen, um einem jungen Arzte, der Rußland wegen nihilistischer Umtriebe verlaffen mußte, al» Gattin zu folgen. Alle Versuche, die Herzen der Eltern zu versöhnen, waren mißglückt. Jetzt hatte der alte Oberst an der Aehn- lichkeit mit ihrer Mutter sofort seine Enkelin erkannt. Diese erzählte ihm von der Ncth und dem Elend der Mutter, welche Wittwe geworden, und wie sie mit ihrem Blumenhandel dieselbe, und noch drei jüngere Geschwister unterstütze. Sofort händigte der Oberst ihr eine ganz bedeutende Summe für ihre Mutter aus und entließ sie, indem er versprach, in wenigen Stunden von sich hören zu lassen. Der alte Herr mochte seine Weichherzigkeit bereut Haden, denn nicht er, sondern nur ein Abgesandter erschien bei der Wittwe und deponirte einen Check auf die Banca Romana unter der Be- dingung, daß die Summe von 100,000 Fr. ihr gehöre, wenn sie die Tochter dem Großvater folgen liehe. Mutter und Tochter lehnten daS Anerbieten, wie auch das der Tochter bereits gegebene Geld ab. „Sagen Sie meinem Großvater, daß ich stolx auf meine Mutter bin", sprach das Mädchen, „und daß die Mutter, die ich ihm verdanke, schon ein so großes Geschenk ist, daß wir sein Geld nicht brauchen."
• Nansen und die Zahl Dreizehn. Nansen hat sich kürzlich zu einem Besucher darüber ausgesprochen, welch merkwürdige Rolle die „UagiückSzahl 13" auf seiner Polat fahrt gespielt habe. 12 Mann stark waren die Forscher an Bord der „gram" (gram heißt „Vorwärts", der paffenbste Name für daS Schiff deö kühnen gorscher») hinauSgesteuert, da sah Nansen in einem norwegischen Hasen einen ihm bekannten Mann, den er seiner tüchtigen Eigenschaften wegen unbedingt haben mußte. Er gewann ihn auch für seine Polarfahrt und der Angeworbene hatte nur noch Zeit, an seinen Vater zu telegraphiren: „Gehe mit Nansen zum Nordpol." So kam der Dreizehnte an Bord. Aber weder dieser, noch überhaupt einer der Dreizehn büßte auf Nansens gewagter gahrt durch das Polarmeer daS Leben ein- nicht einmal vom Skorbut, dieser bei Polarexpeditionen bisher unvermeidlichen Krankheit, wurde einer befallen. Alle Dreizehn sahen frisch und munter die Heimath wieder. Selbst daS Schiff, das diesen „Club her Dreizehn" durch die verderbenbringenden Eispresiungen getragen hatte, baß bie gefährlichsten Situationen hatte überstehen müsfin, gelangte ohne die geringste Beschä digung in den Heimathshafeu. Und früher'.? Alle früheren Schiffe find beim Verinche, den Eisgürtel zu durchbrechen, regelmäßig z rtrümmerl worden. Am 13. März 1895 faßte Nansen den Entschluß, da» Schiff und deffen Mannfckaft zu verlaffen und mit nur einem Gefährten zu guß einen Vorstoß zum Nordpol zu machen. Ec kam diesem auf 50 Meilen nahe, während der erfolgreichste der früheren gorscher mehr als 100 Meilen davon entfernt geblieben war. Während Nansen auf feiner Fußreife die abenteuerlichsten Erlebniffe hatte, war die „gram" am 13. Januar 1896 in eine südliche Strömung gekommen und am 13. August 1896 war es ihr gelungen, sich von der EiSströmung freizumachen und offenes Waffer zu gewinnen. Am gleichen Tage, am 13. August 1896, betrat Nansen wieder den Boden der Heimath, vom Jubel seines Volkes und der gebildeten Welt begrüßt. War er doch schon verloren gegeben worden, als om 13. gebruar 1896 bie Nachricht, er fei in Sibirien gesehen worben, eintraf, welche sich glücklicherweise später als unrichtig erwiesen hat. Denn wäre er bamalS tatsächlich gesehen worden, so wäre das der Beweis der Unricht gkeit seiner Theorie über die Strömungen, der Beweis des Scheiter,-» feiner Expedition gewesen. Spaßhast ist eß, daß sogar Nausen- Schlittenhunbr dem Einfluffc der Zahl „13" unterworfen gewesen sind. Sonst kommt eS selten vor, daß eine Hündin mehr als 6 Jungen wirft, unter Nansens Thieren hat sich aber der gatt dreimal ereignet, daß je 13 junge Hunde zur Welt gekommen find, dankbarst begrüßt von den mit Zughunden nicht reichlich versehenen gorschern. Von allen Seiten ist der kühne gorscher angegangen worden um Vorträge in den Geographischen Gesellschaften. Ob er bald zu einem Vortrage in Deutschland und Oesterreich erwartet werden darf, hängt von der Beendigung deS ManuscrlptS zu feinem Werke ab, die jetzt fein einziges Ziel ist. Er arbeitet, wie er selbst sagt, „wie ein Pferd", um da» Manuskript so rasch als möglich sertigzustellen und au» seinen Tausenden von Photographien die beste Auswahl zu treffen. Von Nansens Werk, daS den Titel sührt: „In Nacht und E'S", erscheint bei g. A. BrockhauS in Leipzig schon am 24. November bie erste Lieferung, über die wir ausführlich berichten werden. ES hatten sich 13 deutsche Verleger um da» deutsche Verlagsrecht beworben.
Citeratar unb ‘Knnft
— Soeben erschienen: Studie« und Aritltttt. Don Alfred Frhr. v. Berger. Mk. 4.20, Mk. 5. gü’’ Mitglieder der Literarischen Gesellschaft Mk. 3.50. Don diesem Werke kann in Wahrheit gesagt werden: „ES kommt einem ausgesprochenen Wunsche aller fiiteratutfreunbe entgegen". Schon seit Jahren find die Vorträge, welche der berühmte Gelehrte und Aesthetiker, der Univerfiläts-
Droüstor Dr. Alfred Frhr. o. Berger hält, ein Gegenstand des tielften und aügemcinften Interesses; unvergeßlich lleiben fie allen Jenen, d e sie gehört haben, und erwecken zugleich den Wunsch, fie dauernd in Form eines Buches festhallen zu können. — Aber hundrrl Mal g-ößcr ist natürlich dec KretS jener in Wim und Auswärts, welche nicht in der Lage sind, diesen Vorlesungen b-izuwohnen und daher e:n umso tieferes D rlangen Haden, diese herrlichen Essays, welche durch die Gedankenfülle und durch den Glanz der Sprache gleis h.rvorragend sind, kennen zu lernen und zu besitzen. Ganz daSselre gilt von den Essays, welche Frhr. o. Berger in Zeitschriften veröffentlicht hat. — Eine Auswahl seiner besten Studien und Kritiken enthält nun dieser Band. Die „Studien undKritiken" suchen du:ch Analyse und Kritik einzelner poetischer Kunstwerke, sowie durch Characteristik hervorragender dichterischer Persönlichkeiten zu gewissen sllgemeinm ästhetischen Giundlätzm zu gelangen. Diese auS der bunten Mannigfaltigkeit der behandelten Gegenstände herausleuchten zu lasten, war die Absicht des Verfassers. DaS Buch will nicht eine äußerliche Zusammenstellung von Aufsätzen bieten, wie sie zufällige Gelegenheiten angeregt haben, sondern eine ausgebildete einheitliche Kunstanschauung soll dargestellt und mitgeihellt werden. LebenSgang und Entwicklung deS DerfasterS brachte eS mit sich, daß die bramo: tische Kunst in dem Buche breiten Raum einnimmt. Namentlich ü’-er die Schauspielkunst und deren Beziehungen zum poetischen Schaffen sucht der Verfasser Ausschlüsse zu gebm und moderne Bühnenerfahrungen zur Lösung literarischer Probleme anzuroenden. Das Streben des Derfaffers war, in ben vielfachen Muren und Streitfragen, welche das moderne Kunstleben zerreltzm, zunächst für seine Person Klarheit zu erringen und diese durch sein Buch weiteren Kreisen zugänglich zu mach n. Frhr. v. Berger hat daS Buch seiner Frau, der berühmten Tragödin Siella Hohenfels gewidmet. ES ist gewiß, daß dieses Werk in den weitesten Kreisen größtes Jntereste finden wird und außerdem wird dasselbe an einem Festabende der L terarischen Gesellschaft eingesührt werden. — ES ist sonach mit Sicherheit diesem Wer'e ein glänzendes Prognosticon zu stellen. — DaS Buch bildet zugleich den 4. Band der Publikationen des bvitten Jahrganges der Literarischen Gesellschaft.
— Soeben erschienen: HvmoreSke« unb Phantasien von Mar Kalbeck. Preis fl. 2.50 — Mk. 4.20, geb. fl. 3 = Mk. 5. Für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft fl. 2. — Mk. 3.50. Inhalt: Moschus. — Der GypSpapagei. — Meine Vaterstadt. — Heimische Ostern. — Mein erster Verdienst. — Cholera-Trost. — Wie man berühmt wird. — Ein Original. — Alte und neue Geigen. — Die Waschfrau der Literatur. — Im Goethe Hause. — Die Feuer: Bestattung. — Stimmungsbild auS München. — Regen. — Geräusch und Stille. — Lob der Algener Sommerfrische. — Echo. — Der Einsiedler von St. Georgen. — Die Kreugerschlösser. — Natur und Kunstgenüsse. — In der Krankheit. — Die Hosen des Andreas Hofer. — Don der Waldbank. — E. T. A. Hoffmann im Rlngtheater. — Vom Wörthersee. — Hochwaffer. — Die Appaisionata. — Mit diesem Werke erhalten wir Gelegenheit, Kalbeck, ben tiefsinnigen Lyriker, den berühmten Verfasser und Bearbeiter der Textbücher zu den Opern Massenets, Mascagnis und Smetanas, in einer neuen, der deutschen Leserwelt fast noch ganz unbekannten Seite kennen und bewundern zu lernen, nämlich als Humoristen und phantasiereicher, Erzähler. Sein Humor ist jene feine classtsche Heiterkeit, welche die Gemüther erfreut unb zugleich erhebt, ein Humor, welcher bie Schwächen der Menschheit geißelt unb zugleich mit herzlicher Laune die Wunden hellt, welche die scharfe Feder hie und da schlägt. Seine Phantasien find Skizzen voll Feinhery Tiefe des Gemüthes unb zugleich Cabinetsstücke der Erzählung unb Schilderung. ES ist kein Zweifel, daß die Humoresken und Phantasien Kalbecks bald in keiner Bibliothek, in keiner deutchen Familie fehlen werden.
Aufschrift der Postsendungen.
Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der »öfisenduugm müssen auf denselben Empfänger und BestimmrurgL« ort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit »orgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendunaen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung beSEmpfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten recht», unmittelbar unter der Angabe dcs Bestimmungsortes, erfolge
2. Aus den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer bei Wohnung deS Empfängers, der Postbezirk (0., NO. ic), ix welchem die Wohnung sich befindet, hinter der OrtSbe- Zeichnung .Berlin" zu oermerfen.
3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr als maßgebend anzuseben find, ergibt stch aus dem „Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Dost- orte*, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder Reichs-Postanstal! bezogen werden kann.
4. Wenn der im Reichs Postgebtet belegene Bestimmung-ori zwar mit einer PostannaN versehen, dessenungeachtet aber nicht «IB allgemein bekannt anzunehmen ist, fo empfiehlt eS sich, die Lage des Orts in Der Aufschrift der Sendung noch bet Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet stch die Angabe deS Staate? unb bei größeren Staaten bet politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. u>.), in welchem der Bestimmun »O' t belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen ((Oders, (Eibe), (Rhein), (Morn) ,c.j, oder von Gebirgen s(yarz), (Riefenaedirge) k.J Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, rote ((Thüringen), (AltmarkX nic.1 für den Zweck geeignet.
tsenvungen nach Ortschaften ohne Postaustall ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch die jenige Post, anstatt anzugeben, von welcher au8 tte Bestellung der Senduna an den Empfänger bewirkt weiden dcz. die Abholung erfolgen soll.
6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremde» Postgebiete belegen und zu den iveniger bekannten Orten lu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch daS betreffende Land bez. der LandeSthest auf der Sendung amugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur He, birührung einer schleunigen Leberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Jntereste der Abiende*. bie Aufschriften der Smdungeo hiernach genau anzusenigen.
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Kartoniert 1 Mk. 50 Pf.
Zar Ansicht in jeder Buchhandlung. — Prospekte zratis Verlag des bibliographischen |nftttnto tu zripfig. O
Soeben erschien:
Meyers Deutsches Derkehrslerikon.
Ein Nachschlagebuch über Post-, Telegraphen Eisenbahn- und Schiffahrtsstationen.


