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öorf hatte dieser Tage mit seinem nach dreijähriger mlli« -tärischer Dienstzeit eben erst in das Elternhaus zurück« gekehrten Sohne eine Arbeit im Weinkeller zu verrichten, von welcher Beide lange Zeit nicht zurückkehrten. Dies er« regte Besorgniß,- man forschte nach und fand Vater und Sohn als Leichen auf. Die Mostgährung, die im Keller herrschte, hatte fie betäubt, und unfähig geworden, sich selbst zu helfen, fanden fie den Tod.
* Ans der Rheinpfalz wird gemeldet: Die Weinlese ist zum größten Theil vorüber. Seit Jahren ist der „Neue" nicht so sauer gewesen wie dies Jahr. Der BolkSmund hat den 96er Lt«Hung«Tschaug getauft. Der 94er, wie bekannt auch ein miuderwerthtger Wein, hatte den Namen „Wei«hei«Wei" erhalten.
• einen geistreichen Trtnksprnch brachte ein biederer Landbürgermeifter im hintersten Odenwald auf dm Groß- Herzog von Baden aus. Bei einer Festlichkeit war er lange nicht dazu zu bringen, die unumgänglich nöthige Rede zu halten, weil ihm nichts Paffendes einfiel. Endlich hatte einer der Nebensitzenden einen Gedanken. Der Herr Bürgermeister, meinte er, möge daran erinnern, daß die diesjährige Ernte gut ausgefallen, daß Baden überhaupt ein gesegnetes Land fei und das badische Volk diese Zustände dem Groß« Herzog verdanke. Gesagt, gethan. Der Herr Bürgermeister rrbob sich: „Meine Herren, die Gerste ist dieses Jahr gut gerathen. (Bravo!) Jawohl, meine Herren, die Gerste ist sehr gut gerathen. (Erneutes Bravo und Heiterkeit, Ver- legenheitSpause.) Auch die Kartoffeln find sehr gut gerathen. (Stürmisches Bravo!) Und weil die Kartoffeln so gut ge- ratheu sind, so fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: -Ke. Königliche Hoheit der Großherzog lebe hoch!" v
♦ Mehr als vierzig Millionen Mark Cantion wurden am Dienstag vor dem Marlborough Street Polizeirichter in London von dortigen Firmen, darunter auch von Rothschild, für einen californischen Großkaufmann angeboten, der mit seiner Frau wegen verhältnihmäßig geringfügiger Diebstähle, die fie in Londoner Geschäften verübt haben sollten, verhaftet worden war. Beide Angeklagten betheuerten ihre Unschuld. Der Richter, der sie vor die Asfisen verwies, begnügte sich mit dreißigtansend Pfund Sterling als Sicherheit, welche sofort hinterlegt wurden. Der Vorfall hatte ungeheure Sensation in London hervorgeruien, da Mr. und Mrs. Eastle, das californische Ehepaar, sich eines tadellosen Rufes erfreuen.
* DaS Centrnarium der Angstrohre. Heuer feiern wir, die wir mit Jahrhundertfeiern schon mehr als beglückt sind, ein hundertjähriges Jubiläum, daS wenigstens einmal ohne
Denkmal, Festreden und Festessen verläuft. Es ist die Jahr- bundertfeirr der „Ofenröhre-, der „Angströhre", wie die Deutschen den Ch lind er nennen. Nicht gleich von Anfang an hatte der Cylinder, dieses heute so unentbehrliche Haupt« stück bei Besuchen, Prüfungen, überhaupt bet allen Hauptactionen, seine achtunggebietende Länge erhalten, 1796 unter de« Directorium erschien er zuerst auf einzelnen bevorzugten und modekühuen Häuptern. Die Merveilleux, wie man damals die Gigerl nannte, fanden die Sache in der That wundervoll. Und seitdem hat der Cylinder seinen SiegeSzug angetreten. In England, Frankreich, Belgien, Italien, Spanten und sonst, wo das romanische Element herrscht, muß Jeder, der sich für einen „anständigen" Menschen hält, mit Cylinder gehen- In Deutschland ist dieser Unfug glücklicher Weise noch nicht so eingeriffen. Sehr bemerkenSwerth ist bei den Negern die Vorliebe für den Cylinder,- dabei ist noch zu bemerken, daß die Herren Brüder von der schwarzen Seite die graue Farbe vorziehen.
MvchlicheAnzeigen der evnng.Gemeinde.
Donnerstag den 22. October, Nachmittags 4 Uhr, im Confirmandensaal (Neustadt 61): Vorbereitung für die Ktnderktrche.
Donnerstag den 22. October, Abends 8 Uhr: Bibelftunde im Confirmandensaal (Neustadt 61). Eoang. Marcus, Cap. 4, 1 ff. Pfarrer vr. Grein. "
Wö-kutltche lleberstchr der TodesWe tu ©teßen
42. Woche. Vom 11. October 618 17. October 1896. Einwohnerzahl: angenommm zu 23 000 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeUSztffer: 15,82, nach Abzug der Ortsfremden 9,04 o/M.
— _ _ Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom
Summa: 7 (3) 5 (2) 2 (1)
KrebS
1
1
1. Lebensjahr:
2.-15. Iah:
Lungenschwindsucht
2 (!)
2
(1)
_
Gehirnerweichung
1 (1)
1
(1) -
__
Gehirnschlagfluß
1
1
_
Gehirnentzündung
1
1
_
Angeborene Lebens-
schwäche
1 (1)
1 (1)
—
. Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rote viele der Todesfälle m der betreffenden Krankheit auf von auSwäctS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Witterungsbericht vom 20. Oktober.
Mit Ausnahme des äußersten Ostens und Südostens ist ganz Europa von einem hohen Deprefsionsgebtete bedeckt, das innerhalb seiner Grenzen eine sehr unregelmäßige Druckoertheilung zeigt. Thetl-Centren geringen Druckes sind über Ostbayern und dem Salzkammergut, am Südfuße der Alp n und vor der Rheinmündung zu erkennen. Die Witterung ist fast allenthalben trüb und regnerisch.
große Regengüsse find in der Riviera und in der Süd-Schweiz gefallen (in Nizza 93 Mm., in Lugano 138 Mm.).
beute Morgen bereits Schnee. Die Temperaturm find tm Rückgang begriffen.
»orau»»chtliche »itimmtt
Trübes, kühles, zeitweise unruhiges Wetter mit Niederschlägen.
Sin Eapitel vo« der Seife. Wenn man das Paradoxon eines getstretchen ManneS, daß sich die Civilisation eines Volkes nach dessen SetfenverbrauL berechnen lasie, voll gelten lassen wollte, so müßte das deutsche Volk hyperctotltsirl sein. Wenn das reelle deutsche Fabricat nur die ausländische Concurrenz zu fürchten hätte, dann könnte es dem schließlichen Ausgange dieses Wettbewerbes mit Ruhe entgegensehen. Denn mehr und mehr ist man bet uns von der früheren Voreingenommenheit für Seifen und Parfümerien englischen und französischen Ursprungs zurückgekommen, nachdem die deutsche Seifenindustrte höchst erfreulich emporg,blüht ist. Wenn sie aber im eigenen Lande und darüber hinaus sich noch nicht diejenige Achtung errungen hat, die ihr gebührt, so liegt dies hauptsächlich an zwei Umständen. Mit dem Emporblühen dieser Industrie in Deutschland sind auch eine ganze Reihe ebscurer Firmen entstanden, auf deren Fabricate nicht einmal das otelberufene „Billig und schlecht" paßt, da sie nicht einmal den minimalen Betrag werth sind, zu dem sie ausgeboten werden. Die moderne Hygienie hat festgestellt, wie die Hautpflege des Menschen von der Seife, die er benutzt, abhängig ist. Diese Seifen aber, an denen die tönenden Namen, unter welchen sie in den Handel gebracht werden, und die Etiquettirung das Beste sind, während sie das große Publikum durch die Billigkeit des Preises anlocken, wirken durch b:e schlechten Rohstoffe, aus denen sie zusammengesetzt sind, dtrect schädlich und eS ist daher nicht genug vor ihnen zu warnen. Daher hat sich denn auch naturgemäß seit Langem im großen Publikum daS Bedürfniß nach einer Seife geltend gemacht, die einmal in ihrer Qualität allen an eine gute Totletteseife zu stellenden hygienischen Anforderungen genügt, bann aber auch in ihrem Preise so billig und preiswerth ist, raß ihr allein schon daraus eine Massenverbreitung prognostictrt werden darf. Es ist dieS Thieracks hygienische Fettsetse No. 690, eine aus feinsten Rohmaterialien mit aller Sorgfalt hergestellte Seife, vollständig neutral, sehr fpa.sam tm Verbrauch und deshalb — bei einem Preise von 25 Pfg. pro Stück — billiger wie die vielfach verwendeten Cocossetfen, die sich in der Regel schnell verwaschen. Die beste Empfehlung für diese Seife aber ist das Gutachten, welches der bekannte vereidete Gertchtschemiker Dr. C. Bischof in Berlin unter dem 2. September v. I. über dtefelbe abgegeben hat. Dasselbe lautet: „Nach Analyse und physikalischer Beschaffenheit liegt in Thieracks hygienischer Fettsetse Nr. 690 eine vortreffliche, völlig neutrale, reine Kernseife vor, die alle Anforderungen an Toiletten- Seifcn bester Qualität erfüllt." Nach alledem ist es begretfl'ch, daß Thieracks hygienische Fettsetse No. 690 in kurzer Zeit sich die Gunst namentlich auch der Damenwelr erworben hat. Denn in ihr liegt ein Product vor, auf welches mit Fug und Recht das Urtheil angewandt werden darf: Billig und gut! Rud. Stockvts. [9344
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Wir bringen hierdurch zur Kenntniß unserer Mitglieder, daß nach Beschluß der General-Versammlung vom 5. October d. I. mit Genehmigung unserer vorgesetzten Behörde der § 22 des Kaffenstatuts mit Ausnahme der Worte in Zeile 4 „und Arznei" vom 15. October 1896 wieder in Kraft tritt. Es erhalten hiernach die Familienangehörigen unserer Mitglieder wie früher freie ärztliche Behandlung, während die Lieferung der Medicamente rc. auf die Mitglieder allein beschränkt bleibt.
Für ärztliche Behandlung ist derjenige Kassenarzt in Anspruch zu nehmen, in dessen Bezirk die Mitglieder wohnen.
Für Kassenmitglieder, welche in Gießen arbeiten, aber in anderen Bezirken wohnen und während der Arbeitszeit in Gießen erkranken, hat Herr Dr. Zinßer die erste ärztliche Hilfe zu leisten.
Mit nachverzeichneten Aerzten ist Vertrag über die Behandlung erkrankter Mitglieder der Ortskrankenkasse, sowie deren Familienangehörigen abgeschlossen worden und zwar:
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