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Zweites Blatt
Sonntag den 22. März
1898
vierteffährlger
Kenerat-Wnzeiger.
Rcboction, 6fpebitioW und Druckerei:
Fernsprecher bl.
Die Gießener »««tlienökäller werden btm Anzeiger »bchmttich dreimal brigelegt.
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, Btt Ausnahme bet Montags.
Gießener Anzeig er M
Aints- und Anzeigeblutt fuv den Aveis Giefzen.
Nnnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für de» Alle Annoncen-Bureaux de- In- und AuSlanbe» nehme»
folgenden Tag erschtinenben Nummer bis Bonn. IO Uhr. ^Alttl-lsorilulze. ^UUIUICIIVLUUCU Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen.
Umiiidfw
Großherzogliche Fachschule zu Erbach i. O.
DaS Sommeriemester beginnt
Dienstag den 14. April mit folgenden Lehrfächern: Freihand. und Lioearzeichueu, kunstgewerbliches Zeichnen und Entwerfen, Modelliren nach iTttamtutoltn und figürlichen Motiven, Schnitzen aab Drehen rm» Elfenbein, Horn, Holz nfw., Eifeliren und Montirea in Edelmetall, Bortrage über plastische Anatomie, Stillehre und Materialteoknnbe.
Die Anstalt ist im neuen Schuljahr durch die Werkstätten für Dreherei und Eifeliren erweitert.
Das Schulgeld beträgt pro Halbjahr 10 Mk.
Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schul- xeldes nachgelassen, auch die Stellung der Zetchenmaterialien rud die unentgeltliche Ueberlassung der Werkzeuge für die Dauer des Besuches der Schule bewilligt, sowie auswärtigen der Besuch der Schule durch einen UnterstützungSbeitrag «leichtert werden.
Anmeldungen nimmt der unterzeichnete Hauptlehrer ent» legen und ist auch zur weiteren AuSkunftSertheilung bereit.
Erbach, im März 1896.
Der Vorsitzende des AnfsichtSratheS: Sintpert.
Der Großh. Haupilehrer:
Gärig.
-an-roirthschaftliche Winke und Kathschlage.
△ Au» Oberheffe«,'Mitte März 1896.
Laudwtrthschafttiche Rück», Um» und Borschau.
Fast ein Vierteljahr ist verstrichen, seit wir un8 an dieser Stelle richt mebr gesehen und ausgesprochen haben. FrühlingS-Tag- und Äachtgleiche fteben vor der Thür, eS regt sich in der Natur. Amsel mb Drossel lass-n ihre berrttchen Lieder bereits erschallen, wenn sich llc Sonn; zum W-strande des Horizonts neigt.
MU Ungeduld steht der Landmann der Zeil entgegen, wo die Felder endlich soweit abgetrocknet find, daß ihre Bearbeitung mit (Erfolg begonnen werden kann, denn nichts ist ihm verhaßter als in bet Stube hocken zu müssen, wenn die Zeit erfüllt und die Arbeiten ioi Angriff zu nehmen sind, aber eine schlechte Wilterung hindernd dazwischen tritt, haben die Arbeiten aber einmal begonnen, dann ist eS ungemein schwer, an den Sch estnisch zu kommen. Darum wollen wir uns jetzt noch einmal nmichauen, denn Veranlassung und Ursachen sind mehr als genügend vorhanden.
Feuilleton.
Herr« lltpomuk Mchhubers erste und letzte siebe.
jVon Gottfried König.
(Schluß.)
Malzhuber staunte immer von Neuem. Und wenn Life sein Staunen bemerkte und sah, wie er sich den Schweiß von der Stirn und oen Staub von der Brille wischte, dann lachte sie hell auf, daß die weißen Perlzähnchen blitzten, und Malzhaber lachte mit, er mochte wollen oder nicht.
DaS wäre nun alles ganz gut gewesen, wenn Malzhuber picht an seinem immer mehr sich verwirrenden Denkvermögen mit Schrecken wahrgenommen hätte, daß er anfing, jener uuerforschlichen Zaubermacht anheimzufallen, die man gemeinhin „Liebe" nennt. Noch lag ihm daS entsetzliche Beispiel deS unglücklichen Beudemann mit furchtbarer Deutlichkeit im Sinne und angstvoll beschwor er den Pythagoräischen Lehrsatz oor sein geistiges Auge, beschäftigte sich eingehend mit der iLougruenz der gleichschenkligen Dreiecke und den Gesetzen der griechischen Syntax. Es half alles nichts! Tief melancholisch gestand er es endlich sich selber: Er liebte?
Morgens, wenn er aufstand und noch damit beschäftigt war, seinem Aeußeren den gesellschaftlichen Schliff zu verleihen, blinzelte er verstohlen durch die weißen Vorhänge auf ütn Hof hinaus, wo das geliebte Wesen mit nackten Füßchen fftanb und dem Geflügel daS Futter streute. Dabei seufzte *r elegisch „Elise" und eS kam dann vor, daß er Weste oder »Kragen anzulegen vergaß oder ungewaschen in daS Frühstücks- •(immer trat, um Lisen mit einem schüchternen „Guten Morgen" zu begrüßen. Einst geschah eS sogar, als er der itzeimlich Geliebten durch den Blumengarten nacheilen wollte, ibafc ihm ein tückischer Rosenstock seinen besten StaatSrock auf ibtm Rücken fein säuberlich in zwei gleiche Theile zertrennte $anb ein andermal fiel er auf der Bleichwiese über einen «NraSpflock, verlor die Brille und verwickelte sich im Fallen !immer mehr in die naffe Leinwand, aus der ihn Life endlich iiU rettender Engel erlöste.
DaS alles aber war nur geeignet, die heißen Flammen
Ein ungemein milder Winter ist auf das heiße Jahr 1895 gefolgt. Derartige Erscheinungen find nicht feiten. Unsere Auszeichnungen sagen uns, daß auf den äußerst warmen Sommer 1834 ein milder Winter folgte; ähnlich war eS nach dem heißen Jabre 1857 auf 1858, von 1865 auf 1866 und von 1868 auf 1869. Ds wir gerade an der Witterung sind, möchten wir darüber noch einige Worte folgen lasten.
Der Monat Marz gibt uns in vielen Jahrgängen einen kleinen Vorgeschmack davon, wie sich die Witterung zwischen Frühlings- und Herbst-Tag- und Nachtgleiche abspielen wird. „Soviel Thau im März, soviel Reis um Pfingsten, soviel Ucbel im August" beißt eS in der Bauernregel. Sie Hai manches Wahre für sich. Jahrhundert lange Beobachtungen haben bcm'eien, daß daS letzte Drittel des Monats März ein deutliches -bbild von der Witterung zu geben pflegt, wie sie bis Mitte Juni bleiben wird. Die zweite Juniwoche bestimmt bann die Witterung für bte beiden folgenden Monate Juli und August. Seit 600 Jahren weiß man dieS, aber die Landleute lasten es am Besten fehlen, nämlich an der richtigen Beobachtung der Witterung in den Wendetasten. Da diese unmittelbar vor der Thüre stehen, wünscht Schreiber dieser Zeilen sehr, daß seine Berufsgenosten beobachten möchten; hiezu geben wir folgende Anhaltspunkte: Haben wir in ben Wenbetagen vom 19. März bis zum Monatsschlusse milbes, feuchtes Wetter mit Wesiwinb, so erhalten wir ein mitbcs, heiteres, gewächsi^s Frühjahr. Etwa? Sturm unb Regen kann habet vorkommrn. Herrscht naßkalter Ostwind unb Frost, so gibt es. ein kaltes, rauhes Frühjahr; kalte Nächte unb Fröste, welche bem Gewächsreiche nachtheilig stnb, werben zu erwarten sein. Herrscht klarer, ruhiger, wolkenloser Himmel, wie .r in den Jahren 1892, 1893 unb 1895 vorhanden war, so gibt eS ein trockenes Frühjahr und das Futter wird gut aber nicht sehr reichlich. Man beobachte also ein wenig, eS wird sich lohnen.
In Bezug auf AuiterverhLttutffe hat das zu Ende gehende Quartal die Wirkung gebracht, daß die Futterstoffe im Preise stiegen, was zur Folge hatte, daß bte Viehpreise nachgaben. Wir ratben, mit Stroh unb Futter vorsichtig unb sparsam umzugehen. Nach unserer langjährigen Erfahrung |inb wir fett 1892 in eine Trocken- heilsperiobe eingetreten. ES ist möglich, sogar wahrscheinlich, daß diese noch einige Jahre anhLll.
Der Nachsommer 1894 war zwar nah, aber das erste Semester 1894 war sehr trocken, wie 1893 der Vorgänger unb 1895 ber Nachfolger. Darum Vorsicht! Spar Futter in der Zeit, so hast Du'S in der Noth I ist ein gar wahres, wenn auch altes Sprichwort. Im Frühjahre 1895 war das köstlichste Wiesenheu bis 70 Psg. pro Ctr. auf der Wiese herabgesunken. Man fragte kaum noch darnach und wollte eS fast nicht mehr um bte Erntekosten. Da strengte sich Mancher an, schaffte Raum und Arbeitskräfte unb scheuerte ein, was bte Räume zu fassen vermochten.
Seit Anfang März zeigt sich der Lohn für bk gehabte Mühe unb die geübte Voraussicht, denn der (Zentner des trefflichen Wiesen- heue« <st über 2 Mk. gestiegen unb wird, nach Frankfurt geliefert, mit 2.30 dis 2.50 Mk. bezahlt. Alltäglich fahren hochbeladene Heuwagen an ben Fenstern des Einsenders vorüber. Es sind meistens Vogelsberger Fuhrwerke; bte Wagenlenker machen freundliche Gesichter. Der gute Heuprets ist ihnen zu gönnen, es ist ein Lichtblick in die W'rrn'.ß der fchlechien Productenp.eise unb der Verbienstlofig- keit des Winters.
feiner jungen Liebe zu immer heftigerem Lodern zu entfachen, und als Bröflcke unverhofft eine kleine Reise unternahm, faßte Malzhuber den heroischen Entschluß, sich der Geliebten zu erklären. DaS war nun durchaus nicht leicht, unb bänglich klopfte sein Herz vor dem entscheidenden Moment, den er weiter hinauSschod.
O, armer Nepomuk, hättest Du geahnt, daß allabendlich im Dämmern hinten in ber Laube des Obstgartens LisenS weicher Arm sich zärtlich dem jungen Verwalter um die breiten Schultern legte unb ihr kleiner Munb so schwer den Weg zurückfanb von seinen schnurrbärtigen Lippen!
Längst hatte Life die Wandlung von MalzhuberS Onkel-Gefühlen mit stillem Lachen erkannt. Heute aber schwante ihr Unheil unb sie vertrante ihrem Franz bte schlimmen Ahnungen ihre» sorgenschweren Herzens. Eine Weile flüsterten sie zusammen, dann nickte sie befriedigt und flog heiter singend inS Haus zurück.
Der Tag verstrich. Beim Mittageffen würgte Malz- Huber krampfhaft an jedem Bissen, sah wehr in LisenS braune Augen, als auf seinen Teller, unb goß richtig die Bratensauce über daS schneeweiße Tischtuch. Aber er schwieg. Bis zum Abend trug er stumm die Last seiner Liebe. Da hielt eS ihn nicht länger. Der Mond war aufgegangen unb vom Feaster aus sah der Liebende die schlanke Gestalt ElisenS in der Laube verschwinden. „Jetzt oder nie!" dachte er unb eilte spornstreichs in Hemdärmeln unb Pantoffeln bem theuren Mädchen nach.
Schon war er im Gemüsegarten angelangt und fühlte sein Herz stürmisch zum Halse hinaufschlagen, da hielt ihn die verschloffene Thüre in seinem siegreichen Vordringen auf. Verzweifelt blickte er umher unb entdeckte endlich mit dem Scharfblick der Liebe eine Lücke im Zaun. Ein kurzer Augenblick der Ueberlegung, bann sah man ben Herrn Oberlehrer Nepomuk Malzhuber auf allen Vieren dem Ziele seiner Sehnsucht entgegenkriechen.
Er guckte gerade halben Leibes unter dem Zaun hervor, wahrend sich die hinteren Extremitäten noch auf der jenseitigen Grenze befanden, da fühlte er sich auf einmal sehr energisch an dem Theile seines Körpers gepackt, auf dem
Ein anderer Punkt verdient hervorgehoben zu werden, daS ist der Kampf gegen alles Geschmeiß und Ungeziefer. Der zu Ende gegangene Winter war ungemein milde. Eigentliche Frofitage über 6 Grad Kälte hatten wir ganz wenige. Eine solche Temperatur schadet den Eiern, Puppen unb Larven der Jniecten nicht im Mindesten. Wir müssen uns deshalb daraus gefaßt machen, daß wir für das kommende Frühjahr und den Sommer mit Milliarden von Jnsecten zu kämpfen haben, wenn nicht die gütige Mutter Natur unaufgefordert uns zur Seite tritt und ihre Schuldigkeit ihut. Naßkalte FrÜhjahrSnächte sind aber gar nicht einmal wünfchentzwerth, well sie zu großen Schaden an G.pflänze allerlei Art, Baumdlüthen und jungen Saaten zu schweren Schaden anrichten.
Von verschiedenen Seiten wird nun berichtet, daß die Obst- baumfeinde, in erster Linie der Goldaster mit seinen Eiern, völlig unberührt durch ben Winter gekommen sei. Da heißt eß: Bauer gib Acht unb sei auf Deiner Hut, damit Du nicht zu Schadm kommst.
Soll aber wirklich etwas Erkleckliches gegen Geschmeiß und Ungeziefer auSgeridjtet werden, bann wird dies nur dann erreichbar sein, wenn gemeinschaftlich gegen ben tückischen, verborgenen Feind vorgegangen roirh. Einigkeit macht stark r viribus unitis! DaS ist der Hebel, mit bem ber Bauer das Mißgeschick bekämpfen kann unb Ausdauer und Standhaftigkeit: quidquid erit, snperanda omnis fortuna ferendo eat, stnb bie Eigenschaften, die das Ungemach schließlich bewältigen, wie es der tapfere fromme Aeneas that, nachdem er aus Troja flüchten mußte, um zuletzt — nach jahrelanger Irrfahrt unb Mühsal — glücklich ein schönes Heim zu finden.
Der gemeinschaftliche Kampf gegen die Obstbaumschäblinge wird nun am besten und erfolgreichsten doch durch die Verwaltung»- behördeu zu organistren fein, denn dadurch kommt Plan und Ziel in die Sache. Ziel- unb zwecklose Arbeiten stnb Gift für jedes Unternehmen, besonders für den landwirthschaftlichen Betrieb, der mit seinem langsamen Wirken unb Walten kein irrlichteliren verträgt, lieber den Kampf gegen das Ungeziefer werden wir uns im nächsten Aufsätzchen noch etwas aussprechen.
(Fortsetzung folgt.)
Dir Admiuistraiious-Cüffr I. W. Güuihtt
(Bankgeschäft)
Frankfurt a. M., Göthestrasse 32, empfiehlt sich Privaten und Handelsfirmen zu An- und verkauf, sowie Beleihung von Werthpapiere«, 1969 Conto-Corr ent-Verkehr und einschlägl. Bankgeschäften.
Kunst-AussteUnng,
nähme deS SamStagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. «OUUtckG» während des »i«tre» ««unterbräche« »•« 11 di» 8 Uhr. — Eintrittspreis fit Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntage» 20 Wg
er gewöhnlich saß. „Hebben tot Di endlich, Du iusamigter Appeldieb!" tönte es hinter ihm unb zugleich hagelten dichte Hiebe aus die Kehrseite deS unglücklichen Liebhabers hernieder.
„Räuber, Mörder!" schrie er mit schreckerstickter Stimme, doch immer schneller fielen die Schläge. „Laßt mich los," ächzte er dann, „ich bin der Oberlehrer Heinrich Nepomuk Malzhuber aus Grüneberg!"
Aber auch diese gütliche und mit dem Seufzer „Gltse" die Augen.
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AlS er erwachte, lag er in einem bequemen Lehnstuhl und sah Elisen mit naffen Tüchern und Binden um sich beschäftigt. Lachend und weinend gestand sie ihm, daß sie mit ihrem Franz in der Laube geseffen, als sie seinen Hilferuf gehört, und wie Franzen» starker Arm ihn gerade noch zu rechter Zeit von seinen Peinigern gerettet. DaS gute Mädchen ahnte Franzens Tücke nicht und bat den „lieben Onkel" mit heißen Thränen, ein gutes Wort beim Vater einzulegen für feinen hilfreichen Retter. Er sei so brav, so seelensgut, und sie liebten sich heimlich schon lange, aber Bröficke wollte nicht, daß sie den armen Verwalter nähme.
ElisenS Thränen schmolzen langsam die EtSriude der verschmähten Liebe von MalzhuberS Herzen hinweg, und als er nach einigen Seufzern die Bitte deS Mädchens zu erfüllen versprach, da fiel sie ihm schnurstracks um ben Hals und küßte ihn so stürmisch, daß ihm der Athem zu ver- gehen drohte.
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Unb er hielt Wort. Am Abend seiner Abreise feierten die beiden Glücklichen ihre Verlobung und Henrik sowohl wie der überseltge Franz befeuerten ihm unter LisenS tiefem Erröthen, daß der erste Junge heißen sollte, wie sein liebenswürdiger Großonkel: Nepomuk.
Malzhuber aber kehrte zurück zum Schopenhauer und urtheilte fortan milder über die Liebesbriefe der Secunda.
Vorstellung fruchtete nichts, schloß er endlich todeSmatt
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