weise schien unS der Vortrag etwa- matt zu sein. In der Choralmotette von Joh. Michael Bach, der übrigen« nicht über hundert Jahre alt geworden ist, wie daö Programm wollte, klangen die Soprane zuweilen flach und herb, statt voll und rund, und die Männerstimmen zeigten nicht durchweg die Glockenreiuheit, die nun einmal zur Erzielung ungetrübten GenufleS beim Hören unentbehrlich ist. UebrigenS ist diese Motette sehr schwer, und ihre Wiedergabe im Allgemeinen war durchaus achtungSwerrh. Ergreifend klang: „Liebster Herr Jesu, wo bleibst Du so lange", und man mochte wirklich an daS sehnsuchtsvolle: „Romm doch, mir wird hier auf Erden so bange", glauben. Bon besonderem Interesse werden für die Hörer die Laffen'schen Composttionen von Geroks Biblischen Bildern gewesen sein. GerokS Dich- tungen stnd wie Auslegungen des Evangeliums in wundervollen Versen. Ein Pfarrer, der über „Den Berg des Gebetes" oder „Bethanien" zu predigen hat, brauchte nur Geroks Gedankenfolgen seinen Ausführungen zu Grunde legen. Ob Lassens Musik überall an die Poesie dieser Verse heranreicht? Eine- hat er sicher getroffen, den lieblichen Ton, der durch daS zweite Gedicht sich htndurchzieht. Auch war eS ein glücklicher Gedanke, die Mittelstrophen auf verschiedene Solostimmen zu vertheilen und dadurch AbwechS- lung zu erzielen, während die Compofition der ersten Dichtung, die Frl. Tasche mit zarter und gutgeschulter Stimme vortrug, von einer gewissen Einförmigkeit nicht freizusprechen ist. Der einschmeichelnde Wohllaut der Lassen'schen Com- pofitionSwesse, die den Meister der Kunst zeigt, fehlt beiden Stücken nicht, ja er drängt sich gegen den Schluß von „Bethanien" fast zu sehr vor- und man kann sich deö Eindrucks nicht ganz erwehren, es möchte bet öfterem Hören die weltlich opernhafte Art dieser Musik den Zauber verlieren, den sie zunächst auf unser Ohr auszuüben vermag. Den Damen und Herren, die sich um den Vortrag deS Quintetts verdient machten, gebührt voller Dank für die geschmackvolle Behandlung der Solo- wie der Ensemblesätze.
** Concert. In SteinS Garten haben wir am kommenden Donnerstag, den 23. Juli, Gelegenheit, ein reich«- ländische- Muftkcorps sowie eine Pi st onvirtuosin zu hören. Da» Musikcorps des Infanterie Regiments Markgraf Karl (7. Brandenburg.) Nr. 60, welches kurz nach dem Kriege 1870/71 nach dem durch das Treffen vom 4. August berühmt gewordenen Weißenburg i. Elsaß in Garnison kam, befindet sich seit einigen Tagen auf einer großen ConcertTournLe. Leider ist eS der Capelle infolge eingegavgener Verpflichtungen in zahlreichen Städten der Rhetnlande, deS Königreichs Sachsen usw. nicht möglich, noch ein zweites Concert hier zu geben. Die 60er Capelle — Direktion: Kgl. Mufikdirigent I. P. Ehmig — genießt in ganz Südwestdeutschland eines vorzüglichen Rufes- sie gilt allgemein als Mustercapelle. Am 18. October 1895 Einweihung deS Kaiser Friedrich-DenkmalS in Wörth — sprach Se. Maj. der Kaiser dem Kgl. Mustkdirigenten Ehmig seine allerhöchste Anerkennung über die vorzüglichen Leistungen au«. Im ConcerthauS (Gebr. Ludwig) in Hamburg waren d,e „Secbziger" seit 1887 nicht weniger als sechsmal engagirt. Die 60er Cavelle hat bedeutende Solisten- sie besitzt eine Abtheilung lür R. Wagner-Mufik und eine Abteilung für altdeutsche Feldtrompeten. Die Pistonvirtuofin Fräulein Sophie Branden hat in der Künstlerwelt gleichfalls einen guten Klang. Musikfreunden steht somit ein ohne Zweifel hoher Kunstgenuß in Aussicht. DaS Programm ist reichhaltig und enthält nur wirklich gediegene Compositionen.
** Rudersport. Zu den am kommenden Sonntag Nachmittag- 4 Uhr auf der Lahn ftattfindenden Ruderwettkämpfen haben sich 27 Boote mit 140 Rudermannschaften gemeldet, daS ist gegen vergangenes Jahr ein erfreuliches Mehr. Auch „qualitativ" find die Meldungen besser ausgefallen und werden wir Kämpfe zu sehen bekommen, wie sie schärfer und heißer wohl kaum je hier umstritten werden. Außer den regelmäßigen Gästen unserer Regatta, den Vereinen von Offenbach a. M., Oberrad, Sachsenhausen, Frankfurt a. M., Mainz, Wetzlar find diesmal als neue Besucher die bewährte Mannschaft des Creuznacher Rudervereins und des Würzburger Rudervereins htnzugekommen. Um den Preis Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS werden drei Achter auf der Rennbahn erscheinen und dürfte dieses Rennen wohl daS interessanteste der Regatta werden- die hiesige Ruder-Gesellschaft kann leider sich nicht um die Palme deS Tage« bewerben, indem sie immer noch kein achtruderigeS Rennboot besitzt und in einem geliehenem Boot die Aussichten auf Erfolg, durch die kurze dadurch mangelhafte Ausbildung der Ruderer nur geringe sind. — Um den StadtpreiS werden Mainz und Frankfurt a. M. mit ihren hervorragenden Mannschaften in den Kampf treten, während um den „Lahn- pocal" nur Gießen fahren wird, indem sich keine Concurrenz gefunden hat. Die Bierer-Rennen weisen Meldungen von sieben, fünf und vier Vereinen auf- eS müssen deshalb, da unsere Strecke nur zweite Boote zuläßt, am Sonntag früh Borrennen abgehalten werden, die mindestens ebenso interessant zu werden versprechen als die Haupt- und Entscheidungsrennen am Nachmittag, worauf wir Freunde und Gönner des Rudersports schon heute aufmerksam machen wollen. Der Regatta - Ausschuß ist mit den Borarbeiten bereit- in voller Thätigkeit und haben die bekannten und bewährten Herren in gewohnter Weise die Leitung übernommen. DaS Ehrenpräsidium haben auch diesmal wieder die Herren: Provinzialdirector Freiherr von Gagern, Oberbürgermeister Gnauth, LandgerichtSpräfident Freiherr von Rtcou und Jean Kirch bereitwilligst übernommen. Zum Schlüsse bleibt noch ein« zu wünschen übrig: günstiges Wetter, möge es eintreten, damit einerseits die Mühen belohnt werden, die der Regatta - Ausschuß aufwendet, andererseits dem Publikum ein glatter und schöner Sport geboten werden kann.
•• Die Beterane» bei Krieges von 1866 beabsichtigen, nächsten Sonntag den 26. l. MtS. eine Reise nach Laufach zu unternehmen, um daS Schlachtfeld daselbst zu besuchen und die Gräber der vor 30 Jahren gefallenen
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mehr könne er nicht thun. Er sei ein Freund deS Frieden«, vor» dem alle Bethelltgten DortheU hätten und die« beweise er am besten dadurch, daß Streitigkeiten zwischen Meister und Gesellen während 'einer siebenjährigen Thätigkeit al« Obermeister, auf schtedSgericht- ltchem Wege nicht zum Austrage kamen, sondern stets auf friedlichem Wege durch ihn erledigt wurden: auch heute noch sei er gern bereit, trotz aller Vorkommnisse, versöhnend zu wirken, wenn sich ihm nur hier»» Gelegenheit biete. Mitglied C. S. Sack vertritt die Ansicht bet Obermeister«, indem er betont, daß man es demselben nicht verdenken könne, wenn er eine Derttetung nicht Übernehme und kommt nochmals auf da« beleidigende Schreiben zurück, hinter welchem er eine höher gebildete Feder erblicke, was nur noch bedauernSwerther sei. Mitglied K. S. II. ist der Ansicht, daß wenn ihm der Vorsitzende der Gesellschaft ein derartiges Schreiben gesandt, er die Sache an einem anderen Platze zum AuStrag gebracht habt; der Obermeister sei nur zu gut und wolle keinen Streit. Es de- theiligten sich noch an der Debatte außer den genannten Herren W. Vogt und der mit der Schriftführung betraute Trichinenbeschauer Früher. Ersterer begrüßt mit Freuden die Aussage des Mitgltedtz Schneider in Bezug auf Herbeiführung collegtoltscher Verhältnisse, Letzterer bringt den Anwesenden zur Kenntnih, daß er, bevor die Kasse ihre Thätigkeit begann, den Vorsitzenden darauf hingewiesen^ daß da« Vorgehen der Rindermetzger nicht gerecht sei und nur eine Kasse für das gesammte Handwerk das Richtigere wäre Nachdem ein anderes Mitglied sich nicht fand, die Vertretung zu übernehmen, wurde durch Abstimmung von einer Entsendung Abstand genommen, und schloß der Obermeister mit einem Mahnwort an die der Verftcherungskasse angehörenden Mitglieder Schneider und Schreiner, ihrerseits alles aufzubieten, um den Frieden wieder herzustellen, von welchem nicht allein die gefammten (Söttegen, sondern auch die Beamten nur Dortbeil baden könnten Gerne sei er bereit, hierbei mitzuwirken und alles Geschehene zu vergessen; dagegen scheue er sich auch nicht, den Kampf aufs Äußerste sortzusetzen und hierzu habe er nicht allein daS nöthige Material, sondern auch den Muth. WaS daraus werde, werde die Zukunft lehren. Zu de- merken ist noch, daß die Verhandlungen streng sachlich und ohne- jeden persönlichen Zwischenfall auSgesührt wurden.
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Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 20. J"lt, Mittag« zwischen ll und l2Uhel Wasser 17«/,, Luft 20».
Rübsamen'sche Badeanstalt.
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D. R. P. 82424 L«h« * Barmen.
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Schlachtviehverstcheruug und Innung.
Die „Deutsche Fletscher-Ztg." schreibt aus Gießen: Wohl eine der ernstesten General - Versammlungen seit Bestehen der Innung war eS, welche am 8. d. Mts. abgehalten wurde; bildete doch das I Thema — „Schlachtotehoersicherung und Innung" — den Haupt- I gegenständ der Berathung. Vor Eintritt in die TageS - Ordnung gedachte der Obermeister in ehrenden Worten der verstorbenen Mitglieder Sack und Klein, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde; aus der Mitte der Versammlung zollte ein Mitglied dem Obermeister den Dank der JnnungSmitglieder, für den ehrenden Nachruf, welchen er am offenen Grabe den verstorbenen Mitgliedern widmete. Nachdem der Obermeister in eingehendre Weise über die I Sitzung hessischer JnnungsvorstSnde in Worms berichtet hatte, schritt man zu dem Punkt „Entsendung eines Vertreter« nach Mannheim." Von Mitglied K. Schneider wurde der Obermeister in Vorschlag gebracht und allseitig unterstützt; jedoch erklärte Letzterer, daß er eine Vertretung unter den gegenwärtigen, in der Innung herrschenden, sehr traurigen Verhältnissen nicht annehmen könne. Mitglied Schneider richtete die erneute Bitte an den Obermeister, die Vertretung anzunehmen und nicht so schnell die Flinte ins Korn zu werfen; gern gebe er zu, daß eine Vertretung gegenwärtig keine Freude mache, er hoffe aber, daß auch wieder andere Zustande in der Innung eintreten würden, glaube auch,, daß durch allzu schroffes Vorgehen auf beiden Seiten gesündigt worden sei. Auch Mitglied Schreiner schloß sich dem an und bedauerte, daß fein Vorschlag — vorerst mit Vertretern einer Stimme im ViehversicherungSvorstand und etwa zwei Stimmen in der General Versammlung der Versicherung, keinen Anklang gefunden habe, - eS hätte sich wohl eher damit ein Ausgleich herbeiführen lassen. Seitens des Obermeisters wird betont, daß er der Letzte sei, der die Flinte ins Korn werfe, obgleich । das Vorgehen der Rindermetzger ihm hierzu genügend Gelegenheit geboten hätte, nur die Liebe zur Sache habe ihn gehalten; was die Ausführungen des Collegen Schneider bezüglich deS schroffen Vorgehens beiderseits anbelangt, könne er dem nicht zusammen, seinerseits sei Alles geschehen waS nur geschehen konnte, um einen Ausgleich herbeizuführen, jedoch ohne jedweden Erfolg. Gleich nachdem die Kasse ins Leden gerufen war und den Rahmen der THStiAkeit außer der Mitgliedschaft überschritten, habe er sich in einem fachlich gehaltenen Schreiben an den Vorstand der Gesellschaft gewandt und vorgeschlagen, einen Ausgleich durch den JnnungSvorsiand herbeizu- führen, statt dessen habe ihm Der Vorsitzende der Gesellschaft ein voller persönlicher Beleidigungen seiner Person strotzendes Schreiben mttgetbeilt; trotzalledem habe er um Erhalten deS Friedens willen, einer an ihn ergangenen Einladung der Gesellschaft zu einer Versammlung, in welcher Herr Schlachthofthierarzt Dr. Liebe einen Vortrag über Tuberkulin - Impfung hielt, und als weiterer Punkt „Herabsetzung der DerstcherungS - Prämie für Schweine" zur Verhandlung gestellt wurde, Folge geleistet und Alles auf geboten, um einen Ausgleich berbeizufuhren, aber auch diesmal ohn e Resultat. Endlich have er sich lm Herbst 1895 an die Beamten des Schlacht- hofeS gewandt, zwecks Ausgleichung ganz besonders an Herrn Dr. ■ Liebe, in dem Vertrauen zu demselben, daß sie alS Beamte übet den I Parteien und nicht in den Parteien stehen müßten — aber vergebens,
Kameraden zu schmücken. Abfahrt erfolgt von Gießen Morgens | 5 Uhr 19 Min. bet voraussichtlich ermäßigtem Fahrpreise. ES werden Alle, welche die Reise mitmacheu wollen, insbesondere die in den Orten umGteßen wohnenden Kameraden, eingeladen, sich sofort bei Kamerad Messer- schmied Georg Schwan in Gießen — Marktstraße 19 — zu melden, damit die nöthige Dorbereitung wegen Lösung der BilletS usw. getroffen werden kann.
Leichenfnnd. Am vorigen SamStag Abend fanden städtische Arbeiter in dem Schoorgrabeu in der Westanlage die Leiche eines unbekannten Manne«. Während dieselben der Polizei die Anzeige machten, war ein starker Gewitterregen eingetreten und hatte daS anströmende Wasser die Leiche in den Canal fortgeführt. Die Leiche wurde erst heute Bormittag an der Ausgangsschleuse des Stadtbachs gefunden und als diejenige eines Studenten erkannt.
»• Schlägerei. Gestern Abend fand in der KaplanSgaffe eine Schlägerei zwischen Arbeitern und in der Nacht eine I solche zwischen Studenten und jungen Kaufleuten in der 1 Schulstraße statt. In beiden Fällen wurden Strafanzeigen erhoben.
♦♦ Das Sommertheater im Saale de« L e n z' s ch e u Felsenkellers unter der Direktion Priebe gab gestern zur Eröffnung „Die Lieder deö Musikanten." DaS zahlreich erschienene Publikum fand Gefallen an dem Stück und applaudirte herzlich nach jedem Actschluh. Montag Abend geht „Der alte Deffauer", historische« Lustspiel von Hersch, über die Bretter. Während der Vorstellungen findet Restauration statt.
-j- Nidda, 18. Juli. Der vor einigen Tagen infolge HinstürzenS mit einem Rinde durch dessen Horn an dem linken Auge verletzte Knecht JohS. Kaiser hier muhte nach der Klinik in Gießen Übersiedeln, da die Beschädigung einen bedenklichen Character angenommen hat.
Darmstadt, 17. Juli. Anfang« nächster Woche findet im „Schützenhof" hier eine große Prot estv ersamm- lung gegen den zwischen Hessen und Preußen geplanten Gemeinschaft-Vertrag betr. des Eisenbahnwesens statt- auch eine Massenpetition gegen diesen Vertrag seitens der hiesigen Einwohnerschaft steht bevor. In der Zweiten Kammer dürften in nächster Woche lebhafte Debatten in der belegten Angelegenheit bevorstehen.
Darmstadt, 18. Juli. AlS Nachfolger Otto Roqnettes an der Technischen Hochschule ist nunmehr der frühere Realschuldirector vr. Otto Harnack in Weimar, ein geborener Erlanger und noch in den besten Jahren (Ende der 30 er) stehend, berufen worden. Von einem früher beabsichtigten Eingehen der Professur für Literatur und Ge- schichte mit RoquetteS Tode ist mit dem großen Empor- blühen der Hochschule (jetzt nahezu 950 Hörer) abgesehen worden- ein gleiches gilt für die Professur für neuere Sprachen, die jetzt Pros. Dr. Hangen inne hat. — Harnack hat sich als Goetheforscher hervorgethan, auch einige Dichtungen verfaßt, ästhetische Schriften herauSgegeben usw.
Darmstadt, 20. Juli. Wie zuverlässig verlautet, werden die Landtagsabgeordneten der zweiten Kammer, Bergsträßer und WolfSkehl (Vertreter der Stadt Darmstadt) sowie Dr. Schröder (6. rheinheff. Wahlbezirk) aus GesuncheitSrückfichren ein Mandat zum neuen Landtag nicht mehr annehmen. — Don der Massenversammlung gegen den preußisch-hessischen Eisenbahn- vertrag hat man mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit abgesehen und ist in die Nothwendigkett versetzt, fich mit einer bezüglichen Massenpetttton an den Landtag zu begnügen
Perfebr, Canb» nnb volk-wirthschaft.
Gründer«, 18. Juli. Fruchtpreise Weizen X 15,14b Korn X 14,28, Gerste X 14.00, Hafer X 14,76, Erbsm X 17,02. Linsen X OO.OO, Wicken X 00,00, Lein X OO.OO, Kartoffeln X 5,58. Samen X 18,06. „
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W. Bad Nauheim, 18. Juli. DaS 50jährige Jubiläum des großen Sprudels. Am 22. December d. I. werden er 50 Jahre, daß Bad-Nauheim sein größtes und herrlichstes Geschenk empfing; an diesem Tage, Morgens 7 Uhr, trat durch ein leichtes Erdbeben unser berühmter „großer Sprudel", die Quelle VII zu Tage, eine unerwartete Ueberraschung, ein ungeahntes Weihnachtsgeschenk. Die 50jährige Wiederkehr dieser größten Stunde in der Geschichte Bad-Nauheims sott von den städtischm und staatlichen Behörden, von Kurgästen und den Einwohnern NauheimS mit einem großen, dem Tage würdigen Feste gefeiert werden, ist doch durch die wunderbaren Heilwirkungen dieses „großen Sprudel«" unsere Stadt ein Weltbad ersten Ranges geworden! Die Geschichte diese« „großen Sprudels" ist so seltsam und erhebend, daß eS von hohem Werthe ist, jede Einzelheit deS 22. December 1846 zu sammeln, um den- späteren Geschlechtern den großen Tag lebendig in Wort und Bild zu erhalten. In einer Festzeitung soll deshalb Alle«, waS Bezug auf diesen 22. December hat, veröffentlicht werden. Zur Ausgabe gelangt diese Festzeitung am Jubiläurnstage, am 22. December d. I., sowie in der ganzen Saison 1897. Die Festzeitung wird gemein- schasilich HerauSgegeben von Herrn Wilhelm Wagner hier, Herausgeber der Zeitschrift „Modernes Badeleben", der das Sprudelereign ß bereits in seiner Erzählung „In NauheimS größter Stunde" und in dem Drama „In entscheidender Stunde" geschildert hat unb von Hnrn Peter Muth hier, Herausgeber des „Bad-Nauheimer Anzeiger . Das Unternehmen ist groß gedacht, die Festzeitung soll — im Formal beS Bad-Nauheimer Anzeiger — etwa 8 bi« 12 Seiten stark werden, einen werthvollen und interessanten Text, sowie Bilder enthalten. Das größte Bild wird den Hervorbruch de« „großen Sprudels am 22. December 1846 dar stellen, gezeichnet nach Schilderungen von Augenzeugen. Die Herausgeber find bereits mit tüchtigen Bekbnerff. in Verbindung getreten. Auch zu Beiträgen für den T.xt sind schon einige berühmte Schriftsteller, die hier in Nauheim ®cnefung fanben, gewonnen worden, außerdem wird in nächster Zeit ein Rundschreiben erlassen, um bedeutende Männer zur Mitarbeiterschaft einzuladen. Die Beiträge sotten bestehen aus Gedichten, Nachrichten und Schildrungen aller Art, welche den „großen Sprudel", sowie — damit in Verbindung — Nauheim al« Badeort behandeln. Werihvotte Beiträge erwarten wir auch von Nauheim und bitten deshalb Alle, welche Näheres über das Ereigniß, sowie den „großen Sprudel überhaupt wissen, Mittheilungen darüber zu machen. Ebenso erwünscht sind Bilder, Pläne, Bücher, Gedichte, Zeitungsausschnitte rc. rc., dtt sich mit der Angelegenheit befassen. Alle Beiträge, die auf Wunsch nach Gebrauch zurückgegeben werden, nimmt Herr Wilh. Wagner, Schriftsteller hier gerne entgegen, mündliche Schilderungen der Vraoen, die mit dabei waren, werden von dem ^Genannten stenographisch aufgenommen. Wir hoffen, daß unsere Festzei ung freundliche Unterstützung und Aufnahme findet! — Zur Feier detz Tage« sott ferner ein Festspiel von Wilhelm Wagner hier, welche« das Emporblühen 'Nauheims vom 13. Jahrhundert bi« zur Gegenwart in fünf Bildern behandelt, durch daS Hanauer Stadttheater-Ensemble am 22. December hier zur Aufführung gelangen. Ein Theil des Ertrage« von Festzeitung und Theateraufführung wird dem hiesigen städttschen Kranten- haus übermiefen werden.
Unterhaltungen in Bad-Nauheim
vom 21. Juli bi« 28. Juli.
Die Kurcapelle spielt täglich Morgen« von 7 bis 8 Uhr an dem Kurbrunnen, Nachmittags und Abends stehe unten, bei weniger als 10° R. Wärme im großen Speisesaale des Kurhauses.
Dienstag den 21. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von v I bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Don 8 bi« in Ubr Walzer-Concert. ES kann auf dem nordwestlichen Theite der Terrasse getanzt werden. Mittwoch den 22. Juli, Nachmittag« von 5 biS 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Madame Bonivard. Donnerstag den 23. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Ubr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Von 8 bis 10 Uhr Solisten. Freitag den 24. Juli, Nachmittag« von 5 bis 7 Uhr: Concert her Kurcapelle auf der Terrasse. Abend« 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Der Obersteiger. Samstag den 25. Juli, Nachmittag» von 47. bis 7 unb von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle des Magdeburgischen Dragoner Regiments Nr. 6 au« Diedenhofen. Abends 8 Ubr im Saale: Tanz. Sonntag den 26. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 |unb von 8 bi« 10 Uhr auf Der Terrasse: Concert der Capelle des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regi- mente Kaiser Wilhelm Nr. 116 au« Gießen. DienStag den 28. Juli, Nachmittags 4 Uhr im Saale: Theatervorstellung für Kinder und I Erwachsene. Aschenbrödel.
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