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Dienstag den 21. Mi
Erstes Blatt
Kr. 169
2hnts» unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren
Hratisbeifage.chießener Aamitienbfätter.
AuMichev LHM.
Derstsches Reich.
Kanal)in« von Anzeigen ju der Nachmittag- für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr.
vierteljähriger Xlonnc*exispt<U * 2 Marl 20 Pfg. mir vringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Marl 50 Pfg-
«edaction, tnxbWer- - und Druckerei:
ZchncstrnteMr.r-
Fcrnsprecher 6L
Etsmach, 17. Juli. Delegirre der mcbtct.ntfdien Äacultäten Deutschlands sind heute hier zusammengetreten, um über den Entwurf einer medtcinischeu Prüfungsordnung zu berathen. Den Vorsitz führt Professor v. Hippel-Halle.
Augsburg, 18. Juli. Wie die „AugSb. Abendztg? hört, sagte der Kaiser sein Erscheinen zur Schlußparade zu, welche Prinzregeut Luitpold über daS zweite bayerische Armeecorps abhalten wird.
Att-Urvd.
vozeu, 18. Juli. Wegen eines umfangreichen FrlS- stürz es ist der Verkehr auf der Bahnstrecke Mort—Arco-
Alle Annoncen-Bureaux deS An- und Lu-lande- nehm« Anzeigen für den „(Sießener Anzeiger" entgegen.
Gießen, den 18. Juli 1896.
Betr.: Die standesamtlichen Auszüge tu Angelegenheiten der Kranken-, Unfall-, JnvaltditätS- und Altersversicherung.
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«n die Großh. Standesbeamten des Kreises.
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 17. v. M. (Gießener Anzeiger Nr. 142) empfehlen wir den rückständigen von Ihnen, unS ihren etwaigen Bedarf an Formularteu zu bett abgekürzten Registerauszügen binnen acht Tagen an- »uzeigen. Nach Ablauf der Frist eingehende Anmeldungen können vorerst nicht mehr berücksichtigt werden.
v. Gagern.
Der Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme de- MontagS.
Die Gießmer Ich«tttenvlLtter »«den dem Anzeiger »Hchmtlich dreimal beigelegt.
rathung treten. ., a
Berlin, 18. Juli. Für die Erhöhung der Beamten- und O ffizierSgeh älter im Reiche wird n°L 4er „M. P. L." ungefähr eine Summe von 12 Millionen Mark erforderlich sein. -, ..
Berlin, 18. Juli. Im nächsten ReichShauShalt «erden die Mittel für den Neubau des Reichsmarineamts gefordert werden. L
Hamburg, 18. Juli. Bei der heutigen Ruder-Regatta 4uf der Alster gewann der Kieler Ruderclub mit 7 Min. 11 Sec. den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis. Favorite- hammonia kam eine halbe Secunde später an. Dritter wurde SpiudlerSfeld mit 7 Min. 21 Sec. und Vierter der Mainzer Ruderveretu mit 7 Min. 22 Sec.
Wolff, telegraphisches Lorrefpondenz-Bure«.
Madrid, 19. Juli. Die Stadt Yecla in der Provinz Murcia wurde gestern durch ein Erdbeben heimge^ucht. Eine Panik bemächtigte sich der Einwohner, welche die Stadt verließen und auf freiem Felde lagerten. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. — Eine Depesche aus Cuba meldet, daß daS gelbe Fieber daselbst in der Zunahme begriffen ist.
Devesch« des Baten
Berlin, 19.Juli. Die Königin von England hat, wie der hiesigen chilenischen Gesandtschaft gemeldet wurde, daS SchiedSrichteramt in der Grenzfrage zwischen Argentinien und Chile angenommen. , _.
Hamburg, 19.Juli. Ruder-Regatta. Beim Vierer ohne Steuermann wurde der Mainzer Ruderverein Erster. Der Berliner Ruderclub und der erste Kieler Ruderclub collidirten. Der Berliner Ruderclub legte Protest ein, wetz- halb das Rennen um 8i/8 Uhr nochmals gefahren wurde. Der Mainzer Rudervereiu gewann mit 7 Minuten 24 Sec. Der Kieler Ruderclub wurde auSgeschloffen. Der Berliner Club brauchte 7 Min. 36 Sec.
i -tzsckl 19. Juli. Der Minister deS Aeußeren, Golu- chowsky, trifft heute hier ein, um dem Kaiser Franz Joseph über den Stand der kreteufischen Frage, sowie über den vollzogenen Ausgleich mit Ungarn Dortrag zu halten.
Rom, 19. Juli. Nach einer Blattermeldung wird Kaiser Wilhelm gelegentlich seines Besuches bei der Königin von England auch mit dem Präsidenten Faure zusammentreffen. DaS sei der Vorläufer des Besuchs Kaiser | Wilhelms zur Weltausstellung in Paris.
Berlin, 18. Juli. Seine Majestät der Kaiser und KSntg nimmt während der Nordlandretse einen ettoa bteb iLiiaen Aufenthalt in Drontheim, wo die „Hoheuzollern und der Kreuzer „Gefion" Kohlen etnnehmen werden. Nach dec Wtederabfahrt von Drontheim dürfte nacheinander vor I Molde, Noeste, Cleve, Naes und Sylte geankert werden, wahrend Se. Majestät von Bord aus noch Eckerdalrand und RomSdal zu besuchen und von Sylte aus eine Cartolfahrt »u unternehmen gedenkt. Nach den bisherigen Bestimmungen Hm eS in der Absicht Sr. Majestät, auf der Rückfahrt zwei Tage in Aalesunot zu verweilen und von dort am 27.d.M. Abends in Oie von Norany Fjord einzutreffen.
Berlin, 18. Juli. Auf der heute hier zusammengetretenen I Versammlung von Verlegern von etwa drei- I Kundert Zeitungen wurde einstimmig eine Resolution »genommen, in welcher die Einsetzung einer Commission bk schloffen wird, welche mit aller Macht gegen die beabfich- tigte Erhöhung des PostzeitungStarifS vorgehen und einer später abzuhaltenden Versammlung berichten soll. Insbesondere soll in Eingaben an alle maßgebenden Factoren und Behörden die Unmöglichkeit der beabsichtigten Tarif- I „Höhung in politischer, wirthschaftlicher und socialer Beziehung klar gelegt und mit allen deutschen Zeitungen über I diese Angelegenheit in Berathung getreten werden. I
Köln, 18. Juli. Eine telegraphische Meldung der Köln. Ztg." aus Sofia versichert auf Grund macedonischer Berichte, daß zwischen starken Banden, die auf einen bestimmten Sammelpunkt im Gebirge ziehen und türkischen Truppen blutige Kämpfe ftattgefunden hätten. Zwei Dörfer seien niedergebrannt und die Einwohner des Dorfes Macht | uiedergemetzelt worden. Eine Bestätigung dieser Meldung Seitens der türkischen Regierung liege noch nicht vor. Die Haltung der bulgarischen Behörden sei eine der Bewegung feindliche. Die Grenzwachen wiesen jeden Zugang m« Waffengewalt zurück. . .
Berlin, 18. Juli. Ju der Frage der Herstellung eines zweckentsprechenden Unterbaues der Handwerker- Organisation stehen auf Seite der preußischen Vor- schläge, betr. die Einführung einer Zwangsorganisation, wie vie „Post" hört, noch das Königreich Sachsen, die thürtn- Mischen Staaten und die beiden Mecklenburg. Bon den süd- deutschen Staaten widerstrebt am meisten Württemberg. Bayern schwankt. ES ist nicht möglich, daß dadurch, daß die bayerischen Handwerkervertretuugen mit ihren Wünschen Aber daS Ziel der preußischen Vorschläge hinausgehen, die Ueberführung dieser Vorschläge in die praktische Wirklichkeit oefährdet wird. Im nächsten Monat dürfte die Berliner tzandwerkerconferenz und im September der große Gewerbe- lammcrtag über die Einzelheiten eine, Entwurf«, deffen Veröffentlichung nunmehr unmittelbar bevorsteht, in Be-
9,100»Dien,0 18. Juli. Der 76jährige Gutsbesitzer Antonio Maffli ist vom Mouta Baldtno bei Ptngola abgestürzt und war sofort tobt.
Rom, 18. Juli. AuS Mass au ah wird gemeldet, daß Menelik sich bereit erklärt hat, auf die Intervention de- PapfteS einen größeren Theil der noch zurückgebliebenen Gefangenen in Freiheit zu fetzen.
Rom, 18. Juli. Der Papst ist wieder hergestellt. Er empfängt morgen den französischen Botschafter Po »belle. PT Paris, 18. Juli. Anläßlich bet heutigen 35. GeburtS- tage» beS Prinzen Victor Napoleon sinder unter dem Vorsitz Legaux eine Versammlung des plebtScitarischen.ComiwS der Seine statt. Der Prinz erhielt bereits zahlreiche Glück-
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mzeiger.
Gießen, den 20. Juli.
•• Auszeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 28. Juni Allergvädtgst geruht, dem OrtSetnnehmer Philipp Jacob Zimmer II. zu Lich in Anerkennung seiner treu fleleifteten Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" zu verleihen.
Ernennung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 11. Juli den Dr. Otto Harnack, zur Zeit in Weimar, zum mdeutlichen Profeffor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, insbesondere für die Lehrfächer der Geschichte und Literat tt, mit Wirkung vom 1. October l. I. an, zu ernennen.
**Kr. Unser Kirchengefangverein hatte am vergangenen Freitag Gelegenheit zu zeigen, daß er seit den Aufführungen der WeihnachtSmufik von Herzogenberg und der Schütztschen Passion nicht müßig gewesen ist. DaS Programm setzte sich diesmal aus kleineren Sachen, zur Hälfte alter, zur Halste neuerer Kirchenmusik, zusammen. Eingang und Schluß bildeten Vorträge auf der Orgel (Präludium von Bach und Sonatensatz von Mendelssohn), die Herr Organist Traut-
I mann trefflich ausführte. Der Gesang deS Chores wurde durch I zwei Adagios für Geige von Bach und Leclaire (Prof. Krüger) und durch zwei Lieder der Chorschule unterbrochen, die sich i« zweiten Lied (Herr, bleib bet uns) auf ihrer W ^gte, während im ersten (Leih aus Deines Htmme S Höh n) die Stimmen etwas heiser klangen. Für die Aufmerksamkeit, mit der sie dem Stabe ihres Dirigenten folgten, zollen wir den kleinen Sängern wie immer volle Anerkennung. Herr Görlach hatte es fick diesmal leider versagen müffen, die Leitung des ganzen ConcerteS zu übernehmen. Herr Geh. Kirchenrath Köstlin hatte die Güte gehabt, für ihn ein- zutreten. Ihn zu loben wagen wir nicht - doch möchten wir der Leitung deS MevdelSsohn'schen ChorS (Wie lieblich sind die Boten) gedenken, weil sie unS über Lob erhaben schien. Der Dortrag dieser Nummer dürfte auch die Glanzleistung deS Chores gewesen sein. Zwar wollen wir weder leugnen, daß er sich durchweg große Mühe gab, noch daß er vieles Schöne brachte. Doch waren die Einsätze nicht immer t^eßofl, wenn auch nur einmal (Eingang von „Komm heiliger Geist >
I die Stimmung ernsthaft beeinträchttgt wurde, und stellen-
Berlin, 20. Juli. Gellern Abend 91/» Uhr gerieth evr mtt 250 Passagieren besetzter Dampfer auf der Dbersprtt zwischen Köpenick und Sadowa infolge Überheizung> durch fortgeschleuderte Dampfrohrverpackung in Brand, welchn eine große Panik hervorrief. Der Dampfer wurde durch einen anderen Dampfer nach Sadowa geschleppt, wo Paffagiere landeten. Etwa 100 Personen hatten sich bereits ttt .m. J°urn.« »UW =on.
bSn Wn und den regierung-sreundlichen Truden»« gewisser Agrarier entgegenarbeiten will. Dem Club find bereits 350 aristokratische Mitglieder beigetreten.
Lari«, 20. Juli. Bet dem gestrigen Begräbntß Morös, welches unter zahlreicher Betheiligung hielt Drumont die Grabrede, worin er den Juden Arbtb der i Ermordung MoröS beschuldigte. SS entstand hierauf ein Tumult und man hörte die Ruse: "Wieder mit den Weiter beschuldigte Drumont England der Perfidie. In oer Notredamekirche ließen fich Faure und Billot durch Hanotaux tiertr$ati8, 20. Juli. Der Minister des Aeußeren, Hano- taur, läßt die Blättermeldung dementiren, wonach er beabsichtig!, den europäischen Ministerien eine internationale Con- ferenz vorzuschlagen behusS Lösung der Kreta-Frage. Ob- gleich Frankreich den Eretgniffev aus Kreta die größte Aufmerksamkeit schenkt, so erachte er eß nicht für nothwendig, I die bisherige Haltung zu ändern.
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toUn^,ari8,C918”3utl. Der in Algier in Gefangenschaft! zurückgehaltene frühere Premier-Ministn von Madagaskar hat eine Audienz beim Präsidenten der Republik nachg sucht, um demselben seine Jntervrntion zur Herste^ung dcS Friedens und der Ordnung auf Madagaskar anzubteten. Er beabsichtigt ein Manifest an die Eingeborenen zu erlaffen und in demselben diese aufzufordern, seinem Beispiel nachzufolgen | und sich der französischen Herrschaft zu unterwerfen.
Pari8, 18. Juli. Die Regierung wird ein Decret erlaffen, wodurch der Zoll aus ausländischen Zucker vom 1. August d. I. ab erhöht wird.
London, 18. Juli. Der „Standard" meldet auS Madrid: Betreffs der noch schwebenden Streitfragen zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten werde vor dem Ende der Session kein Entschluß gefaßt werden. Die air.erikantsche Regierung werde daS von dem i General Weyler eingeführte Reglement, betreffend die ausländischen Residenten auf Cuba, anerkennen.
Konstantinopel, 18. Juli. Der Commandant des tür- kischen Kriegsschiffes Iskender wollte einige Barken, welche Munition und Waffen nach KalyoS transportirten, kapern, wurde jedoch zurückgeschlagen, wobei ein Boot deS Kriegs- schiffeS mit dem Capitän und 9 türkischen Matrosen von den Aufständischen gefangen genommen wurde. Die Mann- I schäft wurde er sch o s s e n.
■{'nlitten | Pari«, IS. Mi. D>° Meldung be« die Regierung von dem demnächstigen B-iuchd-sZ°re paareS osfiziell benachrichtigt worden sei, wird vom Ministe- rium des, Aeußeren als verfrüht bezeichnet.
Petetsburg, 19. Juli. Wie nunmehr festgestellt ist, tritt da« 3°reup°°r feine Reise in« Ausland mit ®‘‘
folge am 23. August au und trifft in Wien am 26 August ein, wo ein dreitägiger Aufenthalt bo.gefehen IM«» geht e« zuerst nach Darmstadt. Daselbst werden d e ferneren DiSpafitionen getroffen, welche fich nach dem Befinden Zarin richten werden.
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