Ausgabe 
21.3.1896 Erstes Blatt
 
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Sieb«, 20. März 1896.

* Höhere und erweiterte Mädchenschule. Heute Dor- mittag fand statt der fortgefallencn öffentlichen Prüfung der Höheren und erweiterten Mädchenschule" im Gießener Fest­saale (Casä Leib) eine Schlußfeier statt, zu der nur die Angehörigen der Kinder Zutritt hatten.

* DaS städtische Gaswerk verzeichnet im Berichtsjahre 1894/95 einen GesammtgaSverbrauch von 836,815 Cbmtr., 60,538 Cbmtr. mehr als im Vorjahre. Diese Zunahme be­ruht lediglich auf dem vermehrten Kraft- und Heizgas Ver­brauch, denn der Leuchtgas Verbrauch blieb infolge der billigeren Glühlichtbeleuchtung um rd. 4000 Cbmtr. hinter den Vor­anschlag zurück. Der Kohlenverbrauch betrug 2,834,100 Kg. zur Gaserzeugung, 5000 Kg. zur Dampfkcffelhetzung, 12,5OOKg. Aur Schmiede, 3200 Kg. zur Dampfkeffelheizung in Queck born. Dank der Betriebsverbesserungen haben sich die Aus­beute Crgebniffe von GaS günstig gestaltet, die Ausbeute aus 100 Kg. Kohlen von 25,43 Cbmtr. GaS im Jahre 1886 ist allmählich gestiegen auf 29,54 Cbmtr. im Jahre 1894/95. Der Gesammt.Gasverbrauch vertheilt sich auf die einzelnen Gruppen wie folgt: Privatbeleuchtung 461,495 Cbmtr., Kraft-, Heiz- und KochgaS 106,865 Cbmtr., Straßenbeleuch­tung 191,467 Cbmtr., GaS« und Wafferwcrk 25,800 Cbmtr., Verdichtung und Verlust 51,182 Cvnnr. ES betrug die Zahl der LeuchtgaS-Abnehmer 646 mit 9225 Flammen, der Heiz- gaSabnehmer 97 mit 658 Einrichtungen, der Gasmesser 787, der Garkraftmaschinen 32 mit 71* */2 Pferdekrästen. Eine Leuchtgasflamme verbrauchte im Jahresdurchschnitt 50 Cbmtr. GaS, eine Pserdekrast der Gasmotoren 70 Cbmtr. im Jahres­durchschnitt. Die Zahl der öffentlichen GaSlaternen betrug am 1. April 1895 533 einschließlich 182 Richtuvgslaternen, die Zahl der Petroleumlaternen ging von 17 auf 9 zurück. DteKosten der Straßenbeleuchtung mit GaS betrugen 24,614Mk. 57 Pfg., 1 Ricktungslaterne brauchte in 3589 Brennstunden 574 Cbmir. GaS a 12,856 Pfg. ---- 73 Mk. . 79 Pfg., 1 Abeudlaterne in 1578 Brennstundcn 252 Cbmtr. GaS 32 Mk. 46 Pfg., die stärkste tägliche GaSabgabe am 15. Dezember 1894 belief sich auf 4514 Cbmtr., die geringste am 14. Mai 1894 auf 882 Cbm., durchschnittlich2293 Cbmtr., die größte stündliche GaSabgabe fand statt am 17. Dezem­ber 1894 mit 529 Cbmtr. Die Lichtstärke deS Leuchtgases betrug nach den regelmäßigen Meffungen durchschnittlich 14,42 Kerzen. Die Gesammtlänge aller Hauptröhren deS GaSrohrnetzeS betrug am 1. April 1895 rd. 30,590 Meter, die Gesammtlänge aller HauS- und Laternen-Zuleitungen 5230 Meter, inSgesammt rd. 35,820 Meter oder 4,776 deutsche Metten, der cubische Inhalt deS Gesammt GaSrohrnetzeS ist rd. 155 Cbmtr.

** Die gestrige Eröffnungsvorstellung im (Streng Lorch war, wenn man die riesigen Dimensionen deS Zeltes in Be­rücksichtigung zieht, verhältnißmäßig gut besucht. DaS reich­haltige Programm wies eine stattliche Reihe hier noch nicht gesehener Nummern auf, die die Zuschauer in Erstaunen setzten und den Künstlern reichen Beifall eintrugen, so tem Handequilibristen Feroni, den musikalischen ClownS und besonders den Geschwistern Lorch in ihren ikarischen Spielen- die Brüder Ben ar öS verstanden ihren gelungenen Leistungen am dreifachen Reck manchen humoristischen Zug abzugewinnen und Herr Arcola leistete auf dem Schwebe- reck Vortreffliches in der Balaucirkunst. DaS vorzügliche und r.'ichhaltigc Pferdematerial kam theilweise zur Geltung in schönen Parforcetouren der Reiterinnen Fräulein Rosa und Fräulein Amalie, wie in der Vorführung der in Freiheit dresfirtet, Pferde durch Herrn Director Lorch, deffen Ge­mahlin alS tüchtige Schulreiterin sich hervorthat. Zur Er­heiterung deS Publikums trugen die Clowns Bimbo, Flum u. A. mit recht ansehnlichen Leistungen bei. Der CircuS Lorch kann nach dem, waS gestern vorgeführt wurde, als auf der Höhe der Zeit stehend bezeichnet werden und wird derselbe während der Dauer seiner Anwesenheit in Gießen noch manche Ueberraschung bieten.

Berlin, 19. März. Die Anarchisten hatten zum gestrigen Abend eine März fei er veranstaltet, die von etwa 300 Pesouen besucht war, unter denen sich auch mehrere junge Mädchen mit knallrothen Schleifen befanden. Die Anarchisten beider Richtungen waren vertreten. In Anbetracht des großen PoltzeiausgebotS nahm die Versammlung einen ruhigen Verlauf. Die Anarchisten Pawlowitsch, Weisheit und Petersdorf sprachen über die Pariser Commune.

Düsseldorf, 19. März. Der deS Betrüge« angeklagte Arzt Dr. Volbedtng wurde gegen eine Caution von 200000 Mk. aus der Haft entlafieu.

Wir«, 19. März. Die Ernennung des österreichi­schen Kaisers zum Chef des ersten englischen Garde- Dragoner-RegimentS bezeichnet das offiziöse Fremdenblatt als Beweis freundschaftlicher Beziehungen zwischen England und Oesterreich.

Rom, 19. März. Die Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem König von Italien wird, wie jetzt ganz be­stimmt verlaatet, in der nächsten Woche in Genua stattfinden und zwar an Bord derHoheozollern".

Rom, 19. März. Die Derwische concentriren fich nach den Nachrichten auS Maffauah um Kaffala und scheinen eine Hauptschlacht wagen zu wollen. Weiter trifft auS Maffauah die Meldung ein, daß das gelammte Heer de» NeguS Vorbereitungen trifft, um auf dem Plateau vor Adua die Regenzeit zuzubringen, waS auf die Absicht der Fort­setzung des Krieges schließen läßt. MenelikS Heer ist vor- züglich verproviantirt.

Paris, 19. März. Infolge der Einführung einer Ma­schine in die Schwefelholz-Fabriken seitens deS Staate-, durch welche 1400 Arbeiter dieser Industrie brotlos würden, ist gestern seitens der Arbeiter der allgemeine A u S st a n d proclamirt worden. Der Finan-minister wird heute eine Deputation der Arbeiter dieserhalb empfangen.

Daß Diplom, welches der hiesige Veteranen - Verein dem Herrn Commerzieurath S. Heichelheim hier an­läßlich feiner Ernennung zum Ehrenmitgliede vor Kurzem überreicht hat, ist in hervorragend künstlerischer Weise von Herrn Kunstmaler Heinz W e tz e l in Frankfurt a. M. au-geführt worden. DaS Diplom, welches im Erker der Firma Wilh. Reiber am SelterSweg ausgestellt ist, hat folgenden Wortlaut:

Durch einstimmigen Beschluß der General-Bersamm- lung vom 25. November 1895 hat der Veteranen-Berein Gießen Herrn Commerzieurath Heichelheim dahier in Anerkennung und Würdigung deS hohen und edlen Zweck- feiner Stiftung vom 1. November 1895, mit welcher er seinen warmen Empfindungen für die Veteranen und deren Angehörigen Ausdruck verleiht, zum Ehrenmitglied ernannt- deffen zur Urkunde wird dieses Diplom hiermit auSgeferttgt.

Gießen, den 25. November 1895.

Der Vorstand deS Veteranen - Vereins."

Ueber die Ausstattung des Diploms theilen wir Folgende» mit: Die Hauptfigur deS Ganzen bildet eine Personification derHasfia"- fie sitzt unter einer mächtigen Eiche, dem Sinn­bild des deutschen Reiche» und hat da» Kriegeschwert, zum Zeichen de» Frieden», mit Palmen umwunden. Zu ihrer Linken ruht der hessische Löwe, zugleich als Verkörperung kriegerischen MutheS und stolzer Treue gedacht. Zu Häupten der Figur, in den Zweigen der Eiche hält der deutsche Reichs­adler, als Schutz und Schirm allen deutschen Lande-, Wacht. Recht- in der Ferne grüßen die Thürme Gießen-, während links eine weite Landschaft die Composition abschlieht. Von Genien getragene reiche Blumenguirlanden umrahmen auf beiden Seiten die Widmungstafel. Um die Blumen windet fich da- deutsche Reichsbanner, acht Namen der Schlachten tragend, die für da« Beteranencorps besonder» bedeutungs­voll waren. DaS BereinSzeichen auf der einen und das Gießener Wappen auf der anderen Seite bringen das Ganze zu einem wirkungsvollen Abschluß.

Reue Kaserne. Morgen SamStag findet durch unsere städtische Behörde die Besichtigung deS durch die Stadt er­bauten neuen Kasernements statt.

♦♦ Eine« Menfchevauflauf verursachten gestern Abend zwei Brüder in der Wallthorstraße dadurch, daß sie sich gegenseitig schlugen. Dieselben waren beide angetrunken und wurden in Polizeigewahrsam genommen.

** Ladendieb. Gestern wurde in einem Laden der Marktstraße ein Schlofferlehrling, der Einkäufe machte, vom Geschäftsinhaber dabei betroffen, als er während des Ein­kaufs einige Kleinigkeiten in feinen Taschen verschwinden ließ. ES sind Verdachtsmomente vorhanden, daß derselbe Bursche auch den vor kurzer Zeit in demselben Geschäft verübten Gelddiebstahl begangen hat. Der Lehrling wurde verhaftet.

* Aufnahme heffifcher Bauernhäuser. Die von der Abtheilung für Architectur an der Technischen Hochschule zu Darmstadt gestellte PreisausgabeAufnahme hessischer Bauernhäuser", welche zugleich den Zweck verfolgte, die von dem Mittelrheinischen Architecten- und Ingenieur-Verein er- strebte allgemeine Aufnahme älterer Bauernhäuser zu fördern, fand bei den Studirenden der Architectur eine rege Be­theiligung. Bon acht eingelieferten Bearbeitungen der Prei»- aufgabe, die nicht geringe Anforderungen stellte, konnten fünf als eines Preises würdig und glelchwerthig bezeichnet werden. ES sind dies die Arbeiten der Studirenden Wilh. Best-Darmstadt, August Buxbaum-Bensheim, Ludwig Haag,. Ludwig Klump und Hugo Land mann-Darm­stadt. Die aufgrnommenen Gebäulichkeiten befinden sich in den Gemeinden Langen - Brombach, Brombach und Ellenbach im Odenwald und Wölfersheim und PohlgönS in Oberheffen. Sie sind zum Theil Prachtstücke einer älteren Architectur, so daß, wenn auch eine Ausstellung der betreffenden Auf­nahmen nicht zu erwarten ist, doch eine genauere Besichtigung derselben für Fachleute in hohem Grobe erwünscht sein dürfte.

n. Von der mittleren Nidda, 19. März. Die Früh- jahrSanSstellnng hat bei unS ihren Anfang genommen. In den letzten Tagen wurde bereit» Hafer auf die im Herbst vorbereiteten Aecker gesät. In Nieber-Mockstadt und Um­gegend, wo bekanntlich die Zwiebelzucht im Großen betrieben wird, ist die Aussaat dcs ZwiebeUamenS fast schon beendet. Sie ist immer sehr zeitraubend, weil hier noch Alles mit der Hand gesät und untergeeggt wird. Auch kann man den bestellten Acker, damit er nicht zu sehr auStrocknet, nicht zuwalzen, sondern muß die Erde festtreten, wozu man sich kleine Brettchen unter die Sohlen schnallt oder bindet. Flächen bis zur Größe eines Morgens werden so behandelt. DaS Pfund Zwiebelsamen kostete in diesem Frühjahr hier 5 Mark. Man kann damit einen Viertelmorgen besäen. Auslagen für die Aussaat haben die Leute nur in den aller- seltensten Fällen, weil fie sich den Samen selbst ziehen. Unter den Zwiebeln zieht man noch den Knoblauch, deffen Zehen in Reihen auf die Aecker gesteckt werden, und ferner sehr frühes Gemüse, das mit den Zwiebeln gesät und deshalb regelmäßig so schön wird, weil eS die Ert flöhe nicht heim suchen. In der Nähe von Staden fingen Knaben in einer Pfütze in den Wiesen einen Hecht von 14 Pfund Gewicht. Beim letzten Hochwaffer ging er au- der Nidda und blieb beim Ablaufen deS WafferS zurück.

n. Friedberg, 19. März. Zu der übermorgen beginnenden Geflügelausstellung sind über Erwarten viele An- melbungcn eingelaufen. Sie verspricht sehr intereffant zu werden. Die au» dem verfloffenen Jahre hierher abge- lieserten Büchs en gelber sür die LandeSwaisenanstalt erreichten die Höhe von 454.04 Mk.

n. Reichelsheim L d W, 19. Marz. DaS abgelausene Geschäftsjahr war sür unfern Vorschuß- und Credit- v er ein sehr günstig- denn eS wurde ein Gewinn von 6689.37 Mk. erzielt. Der Verein hat 621 Mitglieder.

Gernsheim, 17. März. Hier wurden am Freitag flnf Leichen geländet, die durch die Ueberfcywemmung ihr Lebe, verloren. Ihre Identität konnte nicht seftgestellt Werder. Auch zwei tobte Kühe wurden an daS Ufer getrieben.

Groß-Gerau, 17. März. Die Ziege eine» hiesige, Einwohner», Herrn S., gebar heute ein GeiSlein, welche» nicht weniger al» acht Füße hatte. Diese Natarselteahet erregt hier allgemeines Aussehen.

Mainz, 19. März. Laut AuSschreibeu de» Mainzer Polizetamte» find au» einem hiesigen Knabenpenfionat zwei 15jährige Schüler spurlo» verschwunden. Die­selben find in Frankreich geboren, heißen Eugen Boulaoger an» BohainS - AiSnal und Charles Claseur auS Pari» uri sprechen nur ganz wenig deutsch. Die Behörden roerbet nm schonende Anhaltung und Benachrichtigung de» hiesiger Polizeiamts gebeten. Ferner wird fett mehreren Tage» der seit längerer Zeit hier wohnende, geistig gestörte Eisenbahn. Ingenieur Schmidt und der in der KaltwafferanstaltMarita, berg* in Boppard untergebrachte Postmeister Scheer aal Sobemheim vermißt. Es wirb vermuthet, daß fich bette letztgenannte Personen ihrer Bewachung entzogen haben, tu sich ein Leib zuzufügen.

A An» Rheinhessen, 19. März. Dem Beispiele bei lanbwtrthschastlichen Vereins für Rheinpreußen folgend, ho: die Handel-Vereinigung in Oppenheim zum Schutze del Weinbaues und reellen Weinhandels folgerte Zufatznovelle -um Weingesetz vom Jahre 189! in Form einer Petion an den Reich»- und Bundestag aui« gearbeitet, die in allen mcinbautretbenben Orten zur Unter­schrift in Ctrculation gesetzt werden soll: 1.Der nach § 3 gestattete Zusatz von Zucker und Waffer ist nur beim Maßt gestattet und darf diese Mantpulation nur von Beginn der Weinlese biS Ende November de» betreffenden Kalenderjahres erfolgen. 2. Die Herstellung von Rosinen- und Hefenweinn ist gänzlich verboten. 3. Zuwiderhandlungen werden «tu Gefänssnißstrafen, Auferlegung der kosten und Einziehnr, resp. Vernichtung der betreffenden Producte geahndet*. DH Petition ist bereit- mit zahlreichen Unterschriften von Oppe» heim und deffen Umgebung versehen.

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Frankfurt a. M., 19. März. Heute Nachmittag nach 2 Uhr brach in der Färberei von Fuch» (Löhergaffe 18) ti Hinterhause durch eine Benzin-Explosion Feuer au». 6l verursachte keinen sehr großen Sachschaden, da nur einige Kleidungsstücke verbrannten und der Keffei etwas beschädigt wurde. Dagegen hatte sich der ganze Raum im Innern td Hause- mit einem derartigen Dunst angefüllt, daß ein Th eil der Bewohner nur mit knapper Noth über die Stiege tnl Freie gelangen konnte. Die Tochter des Färbereibesitzers, ein 17 Jahre altes Mädchen, sprang nach dem Mnm |i vom ersten Stockwerk auS dem Fenster; die Frau gelangte auf einer Leiter hinab und zwei kleine Kinder der Im dritte» Stockwerk wohnenden Leute wurden durch zwei beherzte Ar­beiter gerettet. Die Löscharbeit nahm nur kurze Zeit n Anspruch- leider erlitt habet der Feuerwehrmann Adam Kirch erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Der Arzt Dr. Bitsch legte einen Verband an.

In einem in Erfurt erscheinenden Blatte war befannt gegeben worden, daß ein Kind weiblichen Geschlecht», 1 Jahr 5 Monate alt, verschenkt werden solle und fcafc Offerten postlagernd niederzulegen seien. Nicht wenig er­staunten im Laufe de» Freitag-Vormittag» die Beamten le Reichs Postgebäude am Anger zu Erfurt, als ein Dienß- rnädchen, mit einem Kindermantel versehen, von Schalter p Schalter ging und allen Ernste» nach dem qu. Kinde frag«, um eS alsbald mitzunehmen. Die Fragende dachte fich ebn das Kind einfach postlagernd.

Leipzig, 19. März. Gestern Nachmittag um 51/« Uht wurde in Zeitz der 60jährige Bankier Wilh. Schneidet in seinem Comproir mit einer Stichwunde im Kehlkopfe ermordet aufgefunden. Zwei ter That verdächtige I» dividuen wurden heute früh hie se bst verhaftet, jedoch späte: wieder fretgelaffen, da sie ihr Alibi nachweisen konnten.

* Planen t. B., 19. März. DerAnzeiger" meldet Gestern Abend wurde in Treuen die Apotheke durch em Explosion zerstört. Da- ganze Gebäude wurde bemolttt Menschen sind nicht umgtfommen.

Die Mau» im Pelz. Dem Pester Lloyd wird über folgenden eigentümlichen Vorfall berichtet: In der nächtz Szerenc» gelegenen Gemeinde Ratka wollte sich dieser Tagt die Frau eine- dortigen wohlhabenden LandwirtheS zu eiset Bekannten im Dorfe begeben und legte deshalb ihren Pelzr^ 1 an. Plötzlich fühlte fie aber am Rücken einen Biß, roorati sie mit einem gellenden Aufschrei den Pelz von sich warf nun nahm sie mit Entsetzen wahr, daß fich in demselben t» MauS eingenistet hatte. Beim Anblick des grauen Thierchens stürzte die zu Tode erschrockene Frau bewußtlos zu Bote» Später sammelte fie fich wohl, sie wurde aber von hock grätigem Fieber befallen und phantasirte unausgesetzt w Mäusen, die an ihrem Körper nagen. Der zu Rathe gezogM Arzt bemühte fich, der Armen die Phantafiebllde zu vertreiben Alle» aber blieb vergeblich. DaS Fieber steigerte fich fer während. Plötzlich rief die Frau entsetzt auS, eine INcil habe thr da» Herz entzwei gebiffen; in diesem Momente W fie hin und blieb tobt.

Venedig, 18. März. In der Theaterhalle p Maniago, Provinz Udine, entstand während ber BorfteD ein Brand, wobei die Halle zerstört und em Zaschauer gf tödtet wurde. I

* RewPork, 10. März. JmLande derFreiheit. Wegen Tödtung e nefl Mewchen wurde nach einer Draht»»g au# Washington M>ß Elisabeth Fiegier zu drei Stuode, Gesängniß und 500 Dollars Geldstrafe verurtheilt. Ftetlis ist fie die Tochter eines BtigadegeneralS, und der Setöd:e» nur ein armer Nigger, der sich in Flegler» Garten eirty Aepfel stahl. Sie schoß den armen Burschen ohne Weiteres

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