Ausgabe 
20.12.1896 Erstes Blatt
 
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Nr. 300

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Sonntag den 20 December

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Hießener Anzeiger

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Anrts- und Zlnzeigeblutt für den Tkveis Gieren.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bex folgenben Tag erscheinenden Nummer bp$ Dorm. 10 Uhr.

Hratisöeikage; Gießener Kamikienbtätter.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Amtliche* Theil.

Bekanntmachung.

betreffend: die Maul- und Klauenseuche.

Nachdem die unter den Viehbeständen zu Rodheim »n der Horloff auSgebrochene Maul- und Klauenseuche größere Verbreitung gewonnen hat, wird hiermit die ganze Gemarkung unter Sperre gestellt.

Gießen, den 18. December 1896.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Gießen, den 16. December 1896.

Betr.. Die Zuziehung von Telegraphenarbettern zu den Pfltchtfeuerwehreu.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen Alt die Großh. Bürgermeistereien rrud Feuerwehr- Commaudaute«.

Nachstehendes Ministerialrescript theilen wir Ihnen zur Kenutnißnahme und Nachachtung mit.

v. Gagern.

Darmstadt, 10. December 1896. Betr.: Wie oben.

Das Großh. Ministerium des Innern

au die Grotzherzoglicheu Kreisämter.

Seitens der Telegrapheubaubeamten der Kaiserlichen Oberpostdirection Darmstadt werden innerhalb ihres Amts­bezirks vielfach im Großherzogthum ansässige Arbeiter bet den JnstandsetzungSarbeiten der Telegraphenlinien beschäftigt, wobei diese Arbeiter während der vom Frühjahr bis zum Spätherbst dauernden Bauperioden vielfach nur au Sonn- und Feiertagen, bei größeren Entfernungen überhaupt nicht von ihrem Beschäftigungsart nach ihrem Wohnort zurückzu- kehreu pflegen.

Im Einvernehmen mit der Kaiserlichen Oberpostdirection Darmstadt bestimmen wir auf Grund des Art. 11 Abs. 2 des Gesetzes, die Landeöfeuerlöschordnung betr. vom 29. März 1890, daß solche Telegraphenarbeiter für die Zeit, während welcher sie auswärts beschäftigt sind und nicht Abends nach ihrem Wohnort zurückkehren, als durch öffentliche Berufs« -pflicht verhindert zu erachten sind, den in Abs. 1 des ge­nannten Artikels ausgesprochenen Verpflichtungen hinsichtlich ider Zugehörigkeit zu den Pfltchtfeuerwehren nachzukommen und daß dieselben unter den angegebenen Voraussetzungen eia für alle mal als entschuldigt zu gelten haben.

Indem wir noch ansügen, daß Seitens der Kaiserlichen Oberpostdirection Darmstadt über die Annahme von Tele« grapheuarbeitern den Bürgermeistereien des Wohnortes jeweilig Mittheilung gemacht werden wird, empfehlen wir Jhneu, die Bürgermeistereien bezw. die Commandanten der Pflicht« leuerwehren Ihres Kreises mit entsprechender Weisung zu 'versehen.

I. D.: Emmerling.

Gesunde«: 1 eiserne Thürvorlage, 1 Geldstück, 1 Kinderwagen, 1 goldener Ring.

Gießen, den 19. December 1896.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

v. Bechtold.

Deutscher Reich.

Berlin, 17. December. Wie eine hiesige Correspondenz .zur Militär-Strafprozeßordnung meldet, hat der Vorschlag Preußens, ein gemeinsames Militär-Appellations« gertcht für das ganze Reich, einschließlich Bayerns, zu errichten, die Zustimmung des Ausschuffes deS BundeSrathS erhalten. Da tu dem Ausschuß Bayern selbst vertreten war, so darf angenommen werden, daß gegen diesen Punkt nun «uch im Plenum deS BundcsrathS ein Einspruch nicht er­hoben werden wird. Aber auch sonst glaubt man, daß die Vorlage, wie sie aus dem Ausschuß herauSgekommen ist, die -Genehmigung des Plenums finden wird.

Arrslaird.

Benetzt«, 17. December. In der hier zusammeugetretenen tikarltstenversammlung gab Dou CarloS seine Ab- fstcht kund, die Führerschaft an seinen Sohn Don Jahwe «bzutreteu. Die Versammlung befaßte fich auch mit den Zuständen auf Cuba.

Xteurfte rkscyrtzchesÄi»

Wolff« telegraphisches Lorrespouv«--Bnr«m.

Berlin, 18. December. DerReichSauzetger" bestätigt, daß der Kaiser gestern vor dem Diner mit dem Reichs­kanzler eine Besprechung hatte.

Berlio, 18. December. Wie dieBoff. Ztg." meldet, find im Reichsjustizamte die Arbeiten für das Gesetz, betr. die Reichs« Grundbuchordnung, abgeschloffen. Dem BundeSrathe geht die Vorlage dieser Tage zu.

Berlin, 18. December. Die Anarchisten Onar der und St eben mark wurden gestern verhaftet. Ersterer soll beschuldigt sein, au der Kopenhagener Herstellung falscher Sparmarken belheiligt zu sein.

Hamburg, 18. December. Der Senat beantwortete die eingereichte Resolution der Arbeiter, worin diese die Vermittelung des Senats anriefen, dahin, er fei der An- ficht, der Ausstand wäre vermieden, wenn nicht da« Vorgehen der Arbeitnehmer eine ruhige Erörterung der Forderungen und Beschwerden unmöglich machte. Er erachte es deßhalb für Pflicht der Ausständigen, zunächst die Arbeit, soweit noch ausführbar, unverzüglich wieder aufzunehmeu, so daß der Ausstand beendet sei. Hiernach werde der Senat veran- laffen, daß eine eingehende Prüfung der Lohnverhältuiffe und der ArbeitSbedinguugea der Hafenarbeiter und verwandten Gewerbe stattfinde, um Mißstände in gemeinschaftlichen Ver­handlungen mit den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu beseitigen.

Leipzig, 18. December. Auswärtige Blätter theilen mit, daß die Anklageverhandlung gegen die in der Thorn er LandeSverrathS-Affaire Verhafteten auf unbestimmte Zeit verschoben worden sei, da zur Begründung der Anklage daS Zeugniß des verhafteten CrimtnalcommtffarS Tausch erforderlich sei. Wie daSLeipz. Tagebl." erfährt, hatte allerdings Tausch in der Sache Erhebungen angestellr- daß fich aber deßhalb die Untersuchung und Erhebung der An­klage verschiebe, sei unrichtig. Die Untersuchung gehe fort und der Abschluß sei in nicht ferner Zeit zu erwarten. DaS Reichsgericht werde dann zu entscheiden haben, ob Anklage erhoben werden soll oder nicht.

Leipzig, 18. December. DemLeipz. Tagebl." zufolge ist ReichsgerichtSrath Pape gestorben.

Karlsruhe, 18. December. Heute Mittag 12 Uhr fand die feierliche Enthüllung des Leibgrenadter - Denk­mals zum Andenken an die gefallenen Kameraden von 1870 statt, daS von den früheren Einjährig-Freiwilligen deS Leib- grenadier Regiments gestiftet worden ist.

Petersburg, 18. December. Die auswärts verbreitete Meldung von der Schließung der Univ erfität Char­kow ist unbegründet.

Berlin, 18. December. Wie ein Correspondeut meldet, hat der Kaiser beim gestrigen Reichskanzler-Diner im Gespräch mit einem hervorragenden Politiker anknüpfend an den Hamburger AuSftand seine Freude darüber ausgesprochen, daß die Arbeitgeber in Hamburg so kräftigen Widerstand gegen die unberechtigten Forderungen der Ausständtschcn leisteten. Der Kaiser spann den Gedanken einer Coalition der Arbeitgeber eingehend aus. Durch die Bildung einer solchen Coalition würde allen Verführungen und Verhetzungen mit Erfolg entgegen getreten werden können und auch der Arbeiterwelt müffe diese zum Segen gereichen. Wetter soll sich der Kaiser über die Präsidentenwahl im Herren­hause geäußert und eine bestimmte Direktive gegeben haben, welche Aussicht auf Verwirklichung haben dürfte.

Berlin, 18. December. DerVoss. Ztg." zufolge wurde heute nach Schluß der Productenbörse unter den betheiligten Kaufleuten lebhaft die Frage erörtert, ob die Berliner Pro­ductenbörse angesichts der Erklärung des Handelsministers, daß in den Vorstand derselben außer 12 kaufmännischen Mitgliedern 5 Landwirthe und 2 Müller ge« wählt werden sollen, deren Zahl künftig eventuell noch zu erhöhen wäre, nicht nach dem Vorgehen der Hallenser Productenbörse fich überhaupt auflösen und eine freie Ber­einigung der betheiligten Kaufleute bilden solle. Feste Be- schlüffe seien noch nicht gefaßt worden, doch habe der vor­geschlagene Schritt viel Anklang gefunden und würde ohne erhebliche Schwierigkeiten durchführbar sein.

Berlin, 18. December. Zu der gestrigen Meldung aus Tanger über die Ermordung des deutschen Kauf­manns Eduard Häßner von der Firma Häßner u. Joachimsohn kann dieNordd. Allgem. Ztg." ergänzend mittheilen, daß cs sich dabei vermuthlich um einen Racheaet handelte. Der deutsche Gesandte in Tanger hat von der marokkanischen Regierung sofort die Ermittelung und Ent­hauptung der Schuldige« verlangt «ntz die Geltendmachung

toterer Ansprüche Vorbehalten. ES dürfe erwartet werden, daß die marokkanische Regierung es fich angelegen fein laffen wird, diesen berechtigten Forderungen möglichst schnell und nachdrücklich gerecht zu werden. DerBoff. Ztg." zufolge darf angenommen werden, daß die Reichsregierung ein Kriegs- fahrzeug nach der nordafrtkanifchen Küste entsenden wird, zumal fich zur Zeit die vier Schulschiffe Stein, Stosch, Moltke und Gneisenau im Mittelmeer aufhalten.

Frankfurt a. M., 18. December. DerFrkf. Ztg." wird aus Karlsruhe gemeldet: Der Kaiser scheint daS vom Kriegsgericht gefällte Urtheil gegen den Premierlieutenant v. Brüsewitz nicht bestätigt, vielmehr eine neue Unter« snchnng angeordnit zu haben, da sämmtliche Zeugen in dieser Angelegenheit auf morgen abermals zum Auditeur geladen sind.

Loudon, 18. December.Daily«News" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß die Mächte überetngekom- men find, falls der Sultan das jetzt von den Botschaftern feftzustellende Reformproject nicht annehme, die Botschafter ihre Paffe fordern und Gewaltmaßregeln in Anwendung kommen sollen.

Loudon, 18. December.Da-lh-Telegraph" meldet auS Bristol: Im Canal muß abermals ein Schiff untergegangen sein, denn zahlreich? Schiffstrümmer find an der englischen Küste angetrteben, darunter ein Brett mit der AufschriftAlexander".

Bombay, 18. December. Bis gestern wurden inSgesammt 1511 Pestkranke constatirt, von denen 1091 Personen dieser schrecklichen Krankheit bereits erlegen sind.

Prätoria, 18. December. Das Nationalfest der Buden wurde im Paaoda Kraal bei JohanniSburg festlich begangen. Politische Zwischenfälle find dabei nicht vor« gekommen.

Zaru, 18. December. In dem Dorfe St. Zassiano wurden 18 Bauern wegen öffentlichen Gewaltthätigkeiten und Drohungen verhaftet. Es handelt fich um einen Rationalitätenftreit.

Berlin, 19. December. In einem hiesigen, unter staat­licher Controlle stehenden Institut ist dieser Tage ein Dieb­stahl entdeckt worden. Bet einer Kaffenrevtfion stellte sich heraus, daß ein Beutel, der 10,000 Mk. in Gold ent- halten hatte, geöffnet und der Inhalt geraubt und durch Kupfer ersetzt worden war. Das Siegel, welches ein Datum aus dem Jahre 1894 aufwies, war geschickt abgenommen und dann wieder ordnungsgemäß angebracht worden. Bet den allmonatlichen Stichproben hatte man diesen Geldbeutel nicht hcrauSgegriffen. Ein Kaffendiener soll der That ver­dächtig und verhaftet worden sein.

Berlin, 19. December. Die Commission deS Abgeord- netenhauseS zur Borberathung des Gesetzentwurfs betr. die obligatorische StaatSschuldentilgung hat gestern einen vom Abgeordneten Dallwitz (covs.) auSgearbeiteten Bericht festgeftellt. Dieser Bericht soll demnächst auSgegeben werden.

Berlin, 19. December. DerVorwärts" meldet aus Hamburg: Senator Hach mann, dem daS Polizeiwesen untersteht, hat die Beschwerde wegen der Beschränkung des Freihafen-Verkehrs und wegen Festhaltung von Arbeitern auf dem DampferLothar Bohlen" verworfen.

Hamburg, 19. December. Die Verhaftungen, welche auS Anlaß des HafenarbeiterstrikeS jetzt täglich vorgenommen werden, betreffen meist schon vorbestrafte Leute, die beim Strike Unterschlupf gefunden haben und nun im Trüben filchen wollen. Diese Leute provociren Scandalscenen. Fast nie befinden sich Hamburger Arbeiter darunter.

Paris, 19. December. Der Capitän Servounet, Attachs der franzöfischeu Residentschaft in Tunis, wurde in einem Degenduell mit einem tunesischen RegierungSbeamten getödtet.

Stehen, den 19. December.

* Einsetzung einer Eisenbahn-Direktion in Mainz. DaS Grohherzogiiche Ministerium der Finanzen wacht Folgende- bekannt : Zur Ausführung des Staatsvertrags Zwischen Hessen und Preußen über die gemeinschaftliche Verwaltung deS beiderseitigen EisenbahnbefitzeS vom 23. Juni 1896 haben Seine Königliche' Hoheit der Großherzog im Einverständniß mit Seiner Majestät dem König von Preußen zu bestimmen geruht, daß am 1. Februar 1897 eine dem Königlich Preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten als der Centralstelle der gemeinschaftlichen Eisen- bahnverwaltung unmittelbar unterstehende Eisenbahndirection mit dem Sitze in Mainz und der BezeichnungKöniglich