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hängnißvolle Zustand vor Augen der kommende Vortrag den Weg handelt flch dabei ebensowenig Darlegungen, sondern um sehr
das letzte Mal dieser ver- geführt worden ist, wird zur Gesundung zeigen. 68 wie damals um theoretische
Au« der C ist um Weihnach 8erotibun{ entgezengenomme Tießen, <
Die AuSloos U« Lchüssengench
Mittwoch bi in öffentlicher Cis
Gießen, t
*• Die Local-Gartenball-Ausstellung wurde besucht am ersten Tage bet einem Eintrittspreise von 75 Pfg. mit Eoncert von 146 Personen, am zweiten Tage (SamStag) von 263 Personen, sowie von 427 Schulkindern- am Sonntag war der stärkste Besuch zu verzeichnen, nämlich: Vormittags 393 Personen, Nachmittags 718Personen- am Montag, de« letzten Tage der Ausstellung, wurde dieselbe von 618 Personen und 27 Alice-Schülern besucht. Die Aussteller haben nach oberflächlicher Zusammenstellung ein Deficit von 500 Mk. Bei der AuSstellungS-Lotrerie gewann Herr Karl Rett den Haupttreffer, einen gesüllteu Blumentisch mit Vogelkäfig, sowie zwei Blumenständer mit Palmen, zusammen im Werthe von 100 Mk. Den zweiten Hauptgewinn erhielt Herr Jäger, Beamter am Gericht, während der glückliche Gewinner des dritten Haupttreffers ein Arbeiter ist.
Auf dem gestrigen Zwiebelmarkt war die Anfuhr nur eine mittlere. Der Handel entwickelte fich TagS über sehr lebhaft, doch wurden nur kleinere Quanten verkauft- der Bedarf der größeren Abnehmer war schon gedeckt. Mau berechnete beste Wetterauer Zwiebeln mit 4 bis 4.50 Mk., geringere Waare mit 3.50 Mk. pro Centner. Die Meste wurde durchschnittlich mit 50 Pfg. abgegeben. Knoblauch kostete das Viertelhundert 30 bis 40 Pfg. Die Vorräthe des Marktes wurden nur theilweife geräumt.
•• Bestiwmuogeu über die Hebungen bet Offiziere und Offizierafptrauleu des veurlaubteustaudeS. Der preußtfche K rt egsmtn tster hat angeordnet, daß behufs einhetiltcher Regelung der Vorbereitungen für die längeren Hebungen der Offiziere und Offizteraspiranten des BeurlaubteustandeS und >ehufs Wahrnehmung der Jntereffen betheiligrer Ctvilbehörden küuflig, soweit als thunlich, nach nachstehenden Grundsätzen verfahren wird: 1. Die allgemeinen Anordnungen und Vorbereitungen für die nach den Bestimmungen der Wehrordnung und Heerordnung feststehenden und daher von den jährlichen Bestimmungen für die Hebungen des Beurlaubtenstandes nn* abhängigen längeren (vier- bis achtwöchigen) Hebungen find Seitens der zuständigen Behörden und Truppentheile so früh zu treffen, daß die Vorfragen für die betreffende Hebung, von besonderen Ausnahmefällen abgesehen, einheitlich zum 1. December j. J-. an jeden in Frage kommenden Offizier u. s. w. Seitens der BeztrkkcommandoS gerichtet werde» können. Diese Vorfragen werden auch dann terminmähig z» erledigen sein, wenn sich die genaue HebergangSzeit mit Rücksicht auf das Hnbekanntfein der Zeiteinthetlung für die Herbstübungen und Schießübungen noch nicht festlegen läßt und deshalb nur im Allgemeinen mitgetheilt werden kann. Durch die BezirkScommandoS ist der 1. December als Termin inne- zuhalten und allen in einem Beamtenverhaltniß befindlicher» Officiereu rc. die Pflicht aufzuerlegen, ihre vorgesetzte Civil- behörde alsbald entsprechend zu benachrichtigen. Bei de« einheitlichen Eingang aller Anfragen wird den Etvilbebörden die Möglichkeit gegeben, die Zahl der ihnen auSfallendl» Beamten übersehen, sowie ihrerseits gewichtige Bedenken gegen die Hebung und etwaige besondere Wünsche sofort durch den Offizier rc. bei der zuständigen Stelle zur Sprache bringe» zu können. 2. Bezügliche Befreiungs-Gesuche der Cioil- behörden find, sofern auf Grund derselben nicht von de« Hebungsantrag bet Offizieren überhaupt abgesehen wird, -der eine entsprechende Berücksichtigung erfolgt, grundsätzlich zur Kenntniß der zur Entscheidung berufenen obersten Waffen- behörde zu bringen. Betreffs der Osfizieraspiranten iß Bezügliches bereit» in der Anmerkung zu § 46,2 erster
fallenden Herrn, waren durchweg ganz vorzügliche. Dir Gesangsvorträge, Sopran, Tenor und Bariton mit Herr- lichen Stimmmitteln, im Solo-Vortrag wie im Duett, waren ebenfalls sehr gute, obgleich Manchem die Eigenart der italienischen Vortragsweise Anfangs nicht recht zusagon wollte. Alles in Allem war auch das gestrige zweite Eoncert ein seltener musikalischer Genuß.
♦* WohlthatigkeitScoueert. DaS Eoncert der hiesigen Gesangvereine „Säuer’fit er Gesangverein" und „Männer gesangverein" zum Besten der beiden hiesigen Schwesternverbände findet, wie bereit- mitgetheilt, am Sonntag den 29. d. MtS. in Steins Saalbau statt. Herr Mr:sik- director Krauße, der mit der gelammten RegimentSmufik den orchestralen Theil übernommen hat, wird dabei eine hier noch nicht aufgesührte Novität vorführen, die überall, wo sie bisher zur Aufführung gebracht wurde, den ungeteilten Beifall des Publikums und der Presse gefunden hat: Hl t ava, symphonische Dichtung für großes Orchester, eine der bedeutendsten Tonschöpfungen des böhmischen Componisten Smetana. Eine eingehende Besprechung diese- hoch- intereffanten, dem Gebiet der Programmmufik angehörenden Werkes behalten wir und für später vor und bemerken heute nur kurz, daß dasselbe eine musikalische Schilderung bei Moldaulaufes enthält und eine reiche Fülle melodischer Schönheiten und wirkungsvoller instrumentaler Klangeffccte enthält. Den Billetverkauf hat Herr Ernst Challier freundlichst übernommen und werden Vormerke für Eintrittskarten schon jetzt entgegengenommen.
* Vortrag. Herr Dr. Johanne- Müller wird in
fpecifisch-- Gewicht 1,0275 und der Fettgehalt 3,01 pCt. Diese Milch wurde für gewässert erklärt, weil eine 24 Stunden später im Stalle de- betreffenden Oeconomen entnommene Milchprobe ein bessere- Resultat ergab. ES wurde hierauf, nachdem Großh. Staatsanwaltschaft die Einleitung einer Hntersuchung mangel- BeweifeS einer vorsätzlichen Wässerung abgelehnt, von der Amtsanwaltschaft die Milch. Verkäuferin mit 5 Mk. bestraft wegen fahrlässigen Verkauf- gewässerter Milch. Der betr. Oeconom erhob Einspruch gegen hen Strafbefehl, indem er erklärte, daß in feinem Hause ein Milchwässern nicht vorkomme, er habe eine Zeit lang infolge Futtermangels gefrorene Dickwurzeln gefüttert, zwei Tage vor Entnahme der Probe der VerkaufSmilch, da drei Kühe erkrankt waren und die Milch geringwerthiger geworden, gute Dickwurzeln mit Oelkuchen gefüttert. Darin liege der Grund, warum die Verkaufsmilch schlechter geworden sei als die St all milch. Auf dieserhalb erhobenen Einspruch wurde gegen den Oeconomen ein Strafbefehl von 20 Mk. erlassen. Auf weiteren Einwand des Angeschuldigten fragte da- Gericht bei dem chemischen HntersuchungSamt an, ob der Hnterschied in der Güte der Milch zwischen der Probe der VerkaufS- wilch und der Stallmilch nicht von der Fütterung der Thtere herrühren könne. DaS HntersuchungSamt theilte darauf mit, daß diese Möglichkeit ausgeschlossen sei, selbst wenn erwiesen war, daß drei Tage vor der Stallprobe- Entnahme zu einer anderen Fütterung übergegangen worden wäre. DaS weiter erhobene Obergutachten des chemischen HntersuchungSamts Darmstadt erklärte: „Nach der heffischen MilchverkaufSordnung wird von einer normal zusammengesetzten Vollmilch wenigstens ein specifischeS Gewicht bei 15* C. von 1,0290 bis 1,0330, nach 24stünbigem Stehen und darauf erfolgtem Abrahmen ein solche- von wenigstenS 1,0330 bei 15* C. und ein Fettgehalt von 2,8 pCt. vorausgesetzt, eß sei sonach die fragliche Milch nach der hessischen MilchverkaufSordnung (deren Vorhandensein während der Debatte Übrigen- von Herrn Provinzialdirector Freiherrn v. Gagern in Abrede gestellt wurde) al- gewässert zu beanstanden, ob die Milch auch entrahmt sei, lasse sich nach dem Inhalt der Acten nicht mit Sicherheit angeben. ES ergebe sich aus dieser Erklärung, daß die chemischen Unter» suchungsämter die Instruction besitzen, eine Vollmilch für gewässert zu erklären, deren specifischeS Gewicht unter 1,027 finkt, während die Milch des Angeschuldigten 1,275 wog. Jeder Landwirth wisse aber, daß auf .die Güte der Milch die Fütterung der Thiere, die Erkrankung derselben einen , wesentlichen Einfluß cin-üben, ja daß sogar einzelne Viehrassen eine Milch von verschiedener Güte liefern. So liefere das Höhenvieh (Vogelsberger und Simmenthaler) eine viel bessere und fettere Milch als das Niederungsvieh. ES sei längst von der W ffenschast anerkannt, daß das Gewicht der Milch unter 1,029 sinken könne, ohne daß die Milch gewässert ist. Da nun ein Oeconom, bessen VerkaufSmilch über 1,027 wog, die außerdem einenFettgehaltvon 3,01 pCt. besaß,trotzder für Gießen erlassenen MilchverkaufSordnung in 100 Mk. Geldstrafe, und dessen Mtlchverkäuferin tu 25 Mk. Geldstrafe und in I die sehr bedeutenden Kosten verurtheilt wurden, so dürfte eS I fich empfehlen, bei Großh. Ministerium zu beantragen, daß I die chemischen Untersuchung-ämter angewiesen werden, in Gemäßheit deS § 11 der MilchverkaufSordnung für die Stadt I Gießen, eine Milch nur dann zu beanstanden, wenn deren I spezifisches Gewicht unter 1,027 beträgt. Der Vorsitzende führte auf Grund der Umstände, unter welchen fich die I Bildung der Milch unter dem Einfluß der Fütterung im Thierkörper vollzieht, eingehend au«, daß die Gutachten der chemischen Untersuchung-ämter unzweifelhaft nicht zu bean» standen wären, wenn beide Milchproben an einem Tage und "icht die Sta ll milchproben 24 Stunden später entnommen I worden seien. ES könne, blieben diese Umstände unberück- I sichtigt, dann jedem Milchverkäufer Pasfiren, daß er, obschon I er die Milch nicht gewässert, bestraft wird, weshalb zur Ver- I Hütung der Bestrafung unschuldiger Personen eß erforderlich sei, daß Großh. Ministerium die Instruction der chemischen Untersuchung-ämter einer Revision unterziehe, und mit den I Erfahrungen der Wissenschaft in Einklang bringe, denn Prof. Backhaus-Göttingen habe die hessische Instruction I für ant-quirt erklärt, und weiter, daß die VerkaufSmilch I dann als gewässert zu betrachten sei, wenn bei deren Ent« nähme in gleicher Weise verfahren werde, wie bei Entnahme der Stallmilch. In vorliegendem Falle sei dies nicht ge- ichehcn, denn bei der Siallm'lch fei die Milch sämmtlicher Kühe in ein Gesäß geschüttet worden, während bei der Ver. I kaussmilch nur der Inhalt einer Kanne, die für Bäcker bestimmte Milch enthalten, gewogen worden sei. — In der I folgenden Debatte erklärte Herr Polizeiamtmann v Bech. told, daß eine Aenderung der Gießener MilchverkaufSord» nung beabsichtigt sei. — Herr Dr. Günther Dom chemischen HntersuchungSamt hier bemerkte, daß eine Beurtheilung der Milch lediglich nach ihrem spezifischen Gewicht unzuver- lässig sei, eß könne Milch mit 25 pCt. Wasser versetzt werden, und doch den Anforderungen an ungewässerte Milch I entsprechen- er empfehle, die Milch durch baß chemische HntersuchungSamt untersuchen zu lassen, bevor solche al- gefälscht bezeichnet werde. — Herr LandwirthschaftS- lehrer Leit Higer von Alsfeld betont, daß der Werth der Milch auf den Fettgehalt gelegt werden müsse, der Einfluß des Futter- auf die Milch vollziehe sich weit rascher al- an» genommen werde. — Herr Provinzialdirector Frhr. v. Gagern stellt in Aussicht, baß seitens beß KreiSamtS ber Sache ebenfalls näher getreten würbe. — Auch bie Herren Bichler, Jost und Sch lenke sprechen sich dahin au-, daß aus Aenderung der MilchverkaufSordnung hingewirkt I werden möge. Die Versammlung erklärte sich damit ein- I verstanden und wählte eine au- den Herren Erb, Schlenke I und Bichler bestehende Commission alß lanbwirthschaftlichen I Deirath bei Ausarbeitung einer neuen MilchverkaufSordnung. I — Die Berathung über den zweiten Punkt der TageSord- I nung: „Aufzucht der Schweine und Fütterung I derselben" leitete Herr Oberamtmann Hoffmann ein. ' ।
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weil ln besten brlkate sPitzen Wtt.Tnt Hei<iene
feinem vierten Vortrage, der morgen Freitag Abend 8 Hhr im großen Saale von Steins Garten stattfindet, über „die Befreiung von der Sünde" sprechen. Es ist da-recht eigentlich die Schicksalsfrage, die e- für den Menschen gibt: Besteht für uns bie Möglichkeit, von der Qual unseres zerrissenen inneren Leben- erlöst, von der krankhaften Zer- rüttung und dem Siechthum unserer Persönlichkeit geheilt zu werden ober nicht? Nachbem '
I Als bie wichtigste Schweineraffe bezeichnete er die sogenannte I Aorkshire Raffe, da- weiße englische Schwein. Da- deutsche | Landschwrin komme in Hessen nur noch vereinzelt vor, er I würde indeß dessen Verschwinden bedauern, da diese-Schwein I die Grundlage sei für ein gute- Gebrauch-schwein. Die I Hauptsache in der Schweinezucht sei die Fütterung, b. h. e- I bätfe nicht überfüttert werben. Vielfach werbe auch zu I junge- Vieh zur Zucht verwanbt, eS sollten Sauen nicht vor I dem neunten, Eber nicht vor dem achten Monat zur Zucht I verwendet werden. Bei der Zucht sei der Hauptwerih au I Vanrthiere zu legen, er habe in dieser Beziehung günstige I Erfolge zu verzeichnen dadurch, daß er Eder auS England I bezog. Als zweckmäßige Futtermittel seien zu bezeichnen
Gerste, Mai-, Kartoffeln, Kleie, Grünfutter. Trächtige I Sauen sind drei Wochen vor dem Ferkeln in eine besondere I Stallung zu bringen- nach dem Ferkeln sei Trennung ter I Sau von den Ferkeln während der Fütterung zu empfehlen, I da die jungen Ferkel verdorbene Futterreste freffen und von I Durchfall befallen würden. Der Sau fei Gelegenheit zur I Ausnahme von Kohlenasche zu geben, wodurch die Knochen- | bilbung begünstigt werbe. Wa- bie Fütterung zur Mast bt* I treffe, so seien Roggen, Schrot, Hülsenfrüchte zu empfehlen.
BesonbereS Augenmerk sei auf bie Einrichtung be- Stalle- I zu richten unb für trockene- warme- Lager zu sorgen - I Cementsußböden feien zu verwerfen, am besten fei gerollter I Ziegelboben ober Holzdritsche, ebenso seien Cementtröge zu verwerfen, Tröge auS glasirtem Thon seien vorzüglich. Rebner I besprach beß Weiteren bie Schweinekrankheiten, bie meiftenß durch Ansteckungen entstehen, weßhalb öftereß Deßinficiren der Ställe avzurathen sei, und schließlich die Behänd» I lung der von Seuche, Rothlauf, Knochenseuche rc. befallenen
Thiere. — An der Besprechung betheiligten fich die Herren I Schlenke und Le ithig er. Ersterer hob den Werth der Magermilchfütterung, die Bewegung der Thiere im Freien, I ebenso den Mangel an Vorsicht beim Einkauf von jungen
Schweinen zur Zucht wie die Mißstände hervor, deren Folge I eine Heberproduction und somit ein Sinken der Schweine- I Preise sei, während Herr Leithiger bie Fehler kennzeichnete, I welche bei ber Zucht begangen würden- die Gemeinden wüßten I vor allen Dingen Gewicht auf die Eberhaltung legen.
*• Stadttheater. „Fräulein Doctor" gelangte u. A. vor Kurzem im Hoftheater zu Darmstadt mit größtem Erfolge zur Aufführung. Morgen, Freitag den 20. d. MtS., wird diese Novität hier zum ersten Male in Scene gehen. Die Direction Kruse-Helm bietet in der Thai Alleß auf, um die I billigen Wünsche der Theaterbesucher in jeder Hinsicht vollauf I zu befriedigen. Zwei Novitäten Aufführungen in einer Woche, I daß ist für einen Platz wie Gießen eine bedeutende Leistung, wenn man die Arbeit und Mühe, welche die Jnfcenirung derartiger Novitäten verursacht, in Betracht zieht und ferner I bedenkt, welche Kosten solche Novltäten-Aufführungen ver- I Ursachen. Da ist der eifrigen Direction schon ein besserer pecuniärer Erfolg zu wünschen, wie sie ihn bet ber bekannten Reserve unfeteß Publikumß biß jetzt erzielt hat.
•* BnlßCoucert. Einen berühmten Sänger zu hören, war ben Besuchern ber hiesigen Concerte seit langer Zeit nicht vergönnt, unb mit großer Freube hat wohl Jeber die Kunde vernommen, daß Paul Bulß, einer der bedeutendsten, wenn nicht gar der erste Baritonist der Gegen- wart, nach Gießen kommen würde, um fich in einem Liederabend den hiesigen Musikfreunden vorzustellen. ES ist natürlich, daß Jeder, der den gottbegnadeten Gänger noch nicht kannte, ncch Allem, was er über ihn vernommen, mit hochgespannten Erwartungen in daß Eoncert gegangen ist, aber eß ist auch begreiflich, daß dieselben noch weit übertroffen | wurden, alß er ihn endlich selbst hörte. Paul Bulß ist in I der That ein Sänger und Künstler, der seineß Gleichen sucht, in ihm sind höchste technische Außbildung der Stimmmittel und ein seelenvoller Vortrag in seltener Weise vereinigt. Für einen Sänger, wie er ist, gtebt eß keine Schwierigkeiten, und seine tiefinnige Auffassung deß Stoffe«, die ihn gewisser- maßen selbst erleben läßt, toaß er öortragt, reißt ben Zu- Hörer unwiberstehlich mit fort unb entfesselt Beifallsstürme, wie sie nur Wenige erleben. So gestaltete sich auch sein gestriges Auftreten zu einer Kette von Triumphen, und es ist schwer zu sagen, welches Genre ber Kunst seiner Jnbi- vibualität am nächsten liegt. Ob er Schubert, ob Löwe ober Marschner sich zum Vortrag außerwählt hatte, wußte er allen Gefühlsstimmungen ber verfchiebenen Eompofitionen in Vollenbeter Weife Rechnung zu tragen, unb jebe feiner Darbietungen gestaltete fich für ben Zuhörer zu einem reinen ungetrübten Genuß. Daß bei berartigen Leistungen beß Beifalls schließlich kein Enbe war unb fich ber gefeierte Künstler zu einer Zugabe bequemen mußte, erscheint fast als selbstverstänblich. Ein würbiger Partner unb schon seit einer Reihe von Jahren sein treuer Begleiter auf seinen Eoncert- reifen ist Herr Fritz Maßbach, ein Pianist von hervor- ragenben Fähigkeiten unb von großer Meisterschaft in ber Technik, bie fich nicht nur in ber leichten Bewältigung schwieriger Passagen, fonbern auch in einem feinen, mobu- lationßfähigen Anschlag auf baß Schönste bekundete unb ihm nicht minder ehrenvollen Beifall eintrug. Seine gestrige Glanzleistung war nach unserer Auffassung die Wiedergabe de- Feuerzaubers aus Wagners „Walküre" von Brassin. Seine Begleitung ber verschiedenen Gesänge war in jeder Beziehung einwandfrei und nur geeignet, die Wirkung ber» selben zu erhöhen. Auch bei Herrn Maßbach gab fich baß Publikum nicht eher zufrieben, alß biß er noch eine Zugabe fpenbete. Wie unß Herr Challier, der Veranstalter beß gestrigen Concerteß mittheilte, hat Herr Bulß für nächsten Winter eine Wieberholung feines BefucheS in AuSficht gestellt. So rufen wir ihm zum Schluß ein herzliches: „Auf Wieberfehen" zu.
•• Daß zweite Concert des Scala Ensembles in Stein- Garten fanb gestern Abend leider auch bet nur sehr schwach i besetztem Saale statt. Die Orchesterleistungen, darunter ein ! Biolin • Solo von vieuxtemp-, vorgetragen von Herrn I ®. Fusella, einem durch feine kleine zierliche Figur auf» 1
praktische, instruktive Aufklärungen, die die Aufmerksamkeil aller derer verdienen, die wissen, daß fie außer ihrem Leib auch einen Geist haben, ber ebenso wie jener ber Pflege und Fürsorge bebarf. Darum lasse fich Niemanb ben nächsten Vortrag entgehen, ber wieder in Stein- Garten stattfinbet.
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n Aeichellh ber hiesigen bei den Tenosse, va-ermilch sie U tervehmen üb gn offen, sobald »dich zur Ver ISvgst den Won »ertheo, weil si Mu-ea hatten Slrthschast. 5 Lieastadt veröu, rtntfrert.
4- Schz-ll, bat küizlich öen fein Local social! stelle, keine Z «ehr abzuhalten.
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