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Donnerstag ben 20. August
Amts- und Anzeigeblatt für den Krete Gieren.
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Gratisbeilage: Gießener Jamitienötatter
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dann in seine Wohnung, ganz so könnten sie den Handel so-
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Er habe aber im Hause hier und wenn der Verkäufer ihn in der Nähe begleiten wolle, fort abschließen.
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dann entfernen, alS dieser ihn noch
zweifellos erschien, daß dies nur in fo wurde er in dem Bewußtsein, mitfühlende Seele vor sich zu haben,
Die Gasanstalten im Deutschen Reiche.
Bon betheiligter Seite gehen uns nachstehende Mittheilungen zu:
Nach beinahe elfjähriger Pause erschien soeben wieder eine neue — die fünfte — Auflage von Dr. N. H. Schillings „Statistischen Mittheilungen über die Gasanstalten Deutsch. landS, Oesterretch-UngarnS und der Schweiz" (München, R. Oldenburg). Dies ist ein nicht bloS für Gasfachmänner und Mitglieder städtischer Verwaltungsbehörden interesiantes Buch; auch für Gasverbraucher und solche, die es noch nicht find, enthält es viel BeachtenswertheS und UeberraschendeS. Denn in den feit Erscheinen der vierten Auflage vergangenen Zeitraum fällt die Entwickelung der elektrisch en Centralen und der electrischen Beleuchtung überhaupt, die so oft als der Anfang vom Ende der Gasanstalten auS-
aufzustellenden Thtere find bis Morgens dem Viehmarktplatze zu Grünberg aufzu- von den Besitzern auf den ihnen von der angewiesenen Ständen aufzustellen. Nur
wMe befand, dienerte tnttiiue und wollte sich zi^hielt.
Da eS SchnurpS bdfitt Absicht geschehe,
Inncihm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für de, JfgTiben Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
preiswürdige Thiere werden prämiirt und zwar: a. Bullen im Alter von 1 bis 2</a Jahren, b. Rinder, welche sichtbar trächtig und c. Kühe, die sichtbar trächtig find oder frisch gekalbt haben.
3. Diese Thiere müssen selbst gezüchtet oder zum Zweck Zucht mindestens 2 Monate vor der PretSvertheilung erworben worden fein und
4. folgenden Raffen angehören:
a. Bullen dürfen nur der reinen Vogelsberger oder der reinen Simmeuthaler Raffe angehöreu.
b. Mutterthiere ebenfalls nur der reinen Vogelsberger Raffe. Mutterthiere, welche eine weiße Färbung am Euter zeigen, werden erst in zweiter Linie Prämiirt.
c. Mutterthiere der reinen Simmeuthaler Raffe; sowie auch dann, wenn solche wenigstens aus- gesprochen des Simmenthaler Typus find.
8, Unter sonst gleichen Verhältutffen erhalten selbst- gezüchtete Thiere bet der Prämiirung den Vorzug.
S. Hinfichtlich der Bullen Simmenthaler Raffe ist urkundlich aachzuweisen, daß solche entweder direct aus dem Simmenthal eingeführt worden find oder daß dieselben aus einer Reinzucht stammen.
f. An Preisen werden aus Vereinsmitteln gewährt:
Umständen auf ihn zu warten.
(Fortsetzung folgt.)
nLiddem.
Bei diesen Worten spitzte der Mann mit dem Galgen- MW die Ohren, waS aber die beiden anderen nicht merkten, weil sße zu sehr in ihrer Unterhaltung vertieft waren. Dann ■6 trau ante er etwas vor sich hin über die Pferdebahn, die btmti ^entsetzlich bummle" (sie war hinter seinem Rücken btwitS längst vorbeigefahren) und «verzog" fich, d. h. er um die Ecke des Bahnhofsgebäudes, wo er auf zwei
Zusammen 15 Preise in dem Betrage von 300 Mk.
II. Bezüglich der von der Stadt Grünberg zur AuS- führung der ViehpreiSvertheilung zur Verfügung gestellten Mittel in dem Betrage von 200 Mk. gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch sollen aus diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen wohnende Züchter bei Vorführung von preiswürdigem Vieh mit Prämien bedacht werden.
III. Es bleibt dem Ermeffen der PrämiirungScommifsiou überlaflen, die bestimmten Preise innerhalb deS Gesammt- betrageS je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder Gattung auch zu übertragen.
Gießen, den 17. Juli 1896.
Der Vorstand des landwirthschaftlichen BezirksvereinS Gießen. Carl Jost, RegierungSrath i. P.
vierlsliShrtger
2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Nedaction, Expeditio» und Druckerei:
Zchulstraße Vr.7.
Fernsprecher 51.
gegeben wurde. Deshalb dürfen die Ergebniffe der vorliegenden neuen Statistik besondere Beachtung beanspruchen. Dr. E. Schilling, Director des Gaswerks München, hat fie in einem für die jüngst stattgehabte Versammlung deS Deutschen Vereins von GaS- und Wafferfachmännern de- stimmten Vortrag zusammengeftellt und darin zunächst con- statirt, daß keines der früher vorhandenen Gaswerke entbehrlich geworden, sondern vielmehr ein Bedarf nach neuen Gasanstalten vorhanden ist. Die Statistik führt nämlich für Deutschland 1113 Gaswerke auf, darunter 724 sogen. GaScentralen, die zur Versorgung von Stadtgebieten dienen. Im Jahre 1885 gab eS nur 668 solcher Centralen - die neu hinzugekommenen 53, welche zusammen schon eine Jahres- production von übet 10 Millionen Cubtkmetern erreichten, find vorwiegend in den letzten fünf Jahren gebaut worden. Die Statistik nennt noch fünf Städte, in denen das GaS im laufenden Jahre seinen Einzug halten wird,- inzwischen find elf wettere Gemeinden über die Einführung von GaS- beleuchtung schlüssig geworden. Die Entwickelung der Gasanstalten ist also der Zahl nach eine stetige und sehr günstige. r _ . _ ,
WaS die Höhe deS GaSabsatzes angeht, so finden sich unter sämmtlichen in der Statistik aufgeführten Gascentralen nur 15, deren Abgabe 1895 kleiner war als 1885; es handelt fich dabei meist um kleine Städte, von denen übrigens nur zwei elektrische Centralen haben. Dagegen sind sehr viele Anstalten genannt, deren Abgabe fich im Laufe deS letzten Jahrzehnts verdoppelt, verdreifacht, ja vervierfacht hat. (In Gießen hat sich der gelammte Gasverbrauch in den letzten 13 Jahren verdoppelt.) Als Ge- sammtergebniß ist festgestellt, daß die GaSabgabe Seitens der deutschen Gascentralen im letzten Jahrzehnt eine Steigerung erfahren hat, wie sie in solcher Höhe in keinem früheren Zeitabschnitt stattgef uuden. Ein GaSconsum von 733 Millionen Kubikmetern ist in der Statistik für daS Jahr 1895 im Deutschen Reich nach- gewiesen; da aber für viele Orte die entsprechenden Zahlen fehlen, ist derselbe in Wirklichkeit wesentlich höher. Einige andere Zahlen find vielleicht auch von Jntereffe: Die 724 GaS- centralen Deutschlands verarbeiteten im Jahre 1895 beinahe 55 Millionen Centner Kohlen, also über 6000 Centner in der Stunde; ihr Hauptrohrnetz ist 12 650 Kilometer lang, d. h. länger als die Strecke von Lissabon bis Peking; sie stellen einen Capitalwerth von über 500 Millionen dar; die nachgewtesene Gasflammenzahl beträgt 5 734 762. Dazu sei noch bemerkt, daß nach der letzten Statistik die Zahl der ElectricitätSwerke in Deutschland 180 betrug, mit einem Anschlußwerth von rund 950 000 Normalflammen.
M. 195 Zweites Blatt.
Simmenthaler Raffe Vogelsberger Raffe
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seist redselig, und so erzählte er denn, daß er bei dem ein- gtszei Colonialwaareahändler seines Geburtsortes die Lehrzeit ieeabet habe, dort noch zwei Jahre als Gehilfe thätig ge- tctoiin sei und nun hier in Berlin sein Glück suchen wolle, .$dtlj)tolc auf welche Art. Er habe Empfehlungen von seiner Miller an eine Freundin derselben, die noch vor zwanzig Achen gelebt haben solle, und hoffe dort vorläufig Unter- kkich zu finden. Außerdem habe er fich etwa vierzig Wen gespart, die ihm über die erste Zeit htnweghelfen
(1. Fortsetzung.)
SchnurpS hatte mehr alS einmal in dem Kreisblättchen rntchim von den berüchtigten Berliner Bauernfängern gelesen, dtießch an die neu angekommenen Provinzialen sofort heran- -Mmttev, um fie alS Fremdenführer in die „Katakomben" zu gMlen, d. h. in irgend eine unterirdische Schankbudike, wo
„Stupfen" dann begann. Er griff daher sofort nach feiert Köfferchen, in dem fich weiter nichts als feine Leib- aus Dank mehrmals vor dem Schutz-
verstehe das."
Er hatte schon in die Tasche gefaßt, um Geld hervor- zulangen, alt er plötzlich bedauerte, nicht so viel bet sich zu haben, um den Preis auf der Stelle erlegen zu können. ’ ' nur ein Geschäft zu erledigen
anständig gekleidete Männer zutrat, die im Gegensatz zu ihm vertrauenerweckend aussahen. AuS den Armbewegungen, die sein heftiges Dreinreden begleiteten, war zu entnehmen, daß eS sich um eine wichtige Angelegenheit handele, die er vorzutragen habe.
Auch SchnurpS, der als beweiskräftigen Dank für die Rathschläge des Schutzmannes gewagt hatte, diesem eine Cigarre in die Hand zu drücken, von der er mit Stolz behauptete, daß der Tabak in „seiner Gegend" gewachsen sei, faßte nunmehr den Muth, fich in den Weltstadttrubel zu stürzen.
Kaum war er aber, der Weisung deS Schutzmannes folgend, einige hundert Schritte die Straße entlang gegangen, die aus dieser Vorstadt nach dem Mittelpunkt der Stadt führte, als ein Mann ihm in den Weg trat, der ganz außer Athem zu fein schien und dem man die Aufregung vom Gesicht ablesen konnte.
„Ach, hören Sie doch, junger Herr, ich hätte eine Bitte an Sie," sagte er in gebrochenem Deutsch, waS SchnurpS sofort zu der Ansicht brachte, eS mit einem Menschen zu thun zu haben, der hier noch zu fremd sei, um die Kniffe eines gewiegten Berliners zu zeigen. „Ich habe soeben eine Depesche bekommen, daß meine „arrme gutte Mutter heute früh gestorben ist," stammelte der Unbekannte weiter, „und nun muß ich schnell mit dem nächsten Zuge fort, aber mein Reisegeld langt nicht . . . Wollen Sie mir nicht auf diesen schönen Siegelring zehn Mark leihen, b s ich zurückkomme? Das Leihamt ist zu weit und ich weiß mir in meiner Herzensangst gar keinen weiteren Rath. Sie sehen so anständig aus und deßhalb wage ich eS
Er hatte ihn unwillkürlich bei Seite gezogen, in e wen offenstehenden Thorweg hinein, und hielt ihm- nunZeinen großen, blitzenden Siegelring unter die begehrlichen Augen, der unstreitig von echtem, schwerem Golde sein wußte. Auch der Opal leuchtete so durchsichtig klar, daß SchnurpS an seinem Anblick sich zu weiden begann.
Feaittrton.
Debüt in der Weltstadt.
Berliner Skizze von Max Ketzer.
Er stieg auch wirklich
er noch die eine dringliche Bitte geäußert hatte, unter allen
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Der dienet Anzeiger scheint täglich, cii Ausnahme de» Montag».
Die Gießener ff,°ritte«ötL1ter intm dem Anzeiger .»Ah'nttich dreimal beigelegt.
Trotzdem faßte er sofort feen Entschluß, fich nicht auf Dinge einzulaffen, die er nicht verstand. Er zuckte bedauernd die Achseln, woraus aber der Fremde seine eindringliche Bitte sortsetzte, diesmal in so herzbewegenden Worten, daß SchnurpS wirklich gerührt dadurch wurde.
„ES ist das einzige Andenken von meinem „gutlen Vatter" und daS Herz blutet mir, daß ich mich von dem Ringe trennen soll. Aber die Noth, die Noch! ... Er hat vier Mal so viel gekostet," jammerte der Unbekannte ansS Neue, indem er mit der Außenfläche der rechten Hand in die Augenhöhlen fuhr, als hätte er dort große Thräneu zu zerdrücken.
SchnurpS war nahe daran, zum zweiten Male mit Den Achseln zu zucken, als ein würdig aussehender, etwas be- leibter Mann, den man beinahe „Herr" hätte tituÜrm können, den Thorweg pasfiren wollte und so von ungesähr vor beiden stehen blieb, und zwar mit einer Miene, die deut- lich verrieth, daß ihn die Unterhaltung interesfire.
Sofort mischte er fich in das Gespräch, bat sich den Ring auS, betrachtete ihn mit Kennermiene, wog ihn in der hohlen Hand und sagte lebhaft:
„Den nehm ich sofort dafür. Er ist unter Brüdern mindestens daS Doppelte werth. Ich bin Goldarbeiter, ich
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Gießener Anzeig er
Gemral-Unzeiger.
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Bekanntmachung.
Der landwirthschaftltche Bezirksverein des Kreises Gießen tDohrb
Donnerstag den 27. August 1896
dem Viehmarktplatze zu Grünberg gelegentlich des MehmarkteS eine ViehpreiSvertheilung veranstalten, jill, welche die nachstehenden Bestimmungen getroffen find:
I. Bezüglich der von dem landwirthschaftlichen BezirkS- teitln zur Ausführung der ViehpreiSvertheilung zur Verfügung qsfikllten Mittel in dem Betrage von 500 Mk.
1. Kn der Ausstellung können fich alle im Kreife Gießen wohnenden Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, be-
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“ Für Kühe und Rinder: z 70 60 50 40 30 50
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