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Donnerstag den 20» August
Erstes Blatt
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Amts- unb Anzeigeblcttt für den ‘Kreis Giefzcn
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Rebaction, tpebttie* und Druckerei: ,
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Fernsprecher 51.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den snlgenden Tag erscheinenden Nummer dir Vorm. 10 Uhr.
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Die Gießener
W««ilieaStäller »erden dem Anzeiger »Ochentlich dreimal beigelegt.
Vierteljähriger Aeonnementsprelsn 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Der Wietzener Anzeiger erscheint täglich, Mt Ausnahme deS Montag«.
Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Gießener Anzeiger
Henerat-Anzeiger.
21 mttiefer Thell.
betreffend die Maul» und Klauenseuche zu Heuchelheim.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in mehreren Gehöften zu Heuchelheim auSgebrochen ist, wird hiermit die gaye Gemarkung Heuchelheim unter Sperre gestellt.
Gießen, den 18. August 1896.
GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Annerod.
Die Maul- und Klauenseuche zu Annerod ist erloschen nnl sind die verfügten Sperrmahregeln aufgehoben worden.
Gießen, den 18. August 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Nr. 28 des Reichs - Gesetzblattes, ausgegebeu den 14. dS. MtS., enthält:
(Nr. 2333.) Verordnungsblatt, betreffend die Rechts- vkchältniffe der Landesbeamten in den Schutzgebieten. Vom 9, August 1896.
Gießen, den 18. August 1896.
Großherzogliches KretSamt Gießen.
v. Gagern.
Gießen, den 16. August 1896.
8eU r.: Die Ausführung des Gesetzes über die Gehalte der Volksschullehrer vom 11. April 1896.
Die
Smchh Kreis-Schulcommisfion Gießen
an die Schulvorstände deS Kreises.
Wir fordern Sie auf, uns über die definitiv au- gestellten Lehrer Ihrer Gemeinden Folgendes zu berichten:
1') Vollständiger Name.
23 Jahr, Tag und Ort der Geburt, Religion.
3') Name, Stand und Wohnort des Vaters.
4) Ob der Lehrer ledig oder verhetrathet und mit wessen Tochter.
5*) Jahr und Monat der Seminar- bezw. Definitorial- Prüfung.
6’) Zett der ersten dienstlichen Verwendung nach der Definitorialprüfung.
7J Zahl der Dienstjahre.
83 DermaligeSStelleneinkommenundAlterSzulage(getrennt).
93 Ob der Lehrer Wohnung in Natur oder Mieth-Entschädigung hat. In letzterem Falle, wie hoch dieselbe ist und ob sie den ortsüblichen Miethpreisen entspricht, und zwar mit der Unterscheidung, ob eS sich um eine Wohnung für einen verheiratheten, oder um eine Wohnung für einen unverheiratheten Lehrer handelt.
Wir sehen Ihren Berichten bis spätestens 1. October II. IS. entgegen.
Aenderungen, die in der Zeit vom 1. October bis 15. November ds. Js. stattfinden, wollen Sie uns besonders laichten.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
Iktrrffenb die Abhaltung von Viehmarkten tu der Stadt Alsfeld. Großherzogl. Ministerium deS Innern und der Justiz ft die Abhaltung deS ViehmarkreS zu Alsfeld am 11 lfd. MtS. unter folgenden Bedingungen gestattet:
1)0 Für Auf- und Abtrieb des Viehes ist den Anträgen des Kreisveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf.
2)1 Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Scholten, Lauterbach, Gießen, Friedberg und Büdingen, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in unverseuchteu Orten der fraglichen Kreise in seuchenfreiem Zustande gestanden haben, aufgetrieben werden.
AlSfeld, den 10. August 1896.
GroßherzogltcheS Kreisawt AlSfeld.
I. V.: Hammann.
WolffS telegraphischer Eorrespondenz-Bare«».
verltu, 18. August. Der „Reichsanzeiger" meldet: Dem Klosterprobst Freiherrn von Ltliencron zu Schleswig tst der Character als Wirklicher Geheimerath mit dem Prädicat Excellenz verliehen worden.
Berlin, 18. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Abänderung des Gesetzes Über die Erwerbs- und WirthschaftS-Genossenschaften vom 1. Mai 1889, sowie über den Geschäftsbetrieb der Eon- sumanstalten.
Berlin, 18. August. Den Abendblättern zufolge ging beim Comiiö für den Bau einer Centralbahn in Deutsch-Ostafrika eine Depesche ein, wonach Herr Rtndermann nach der Küste zurückkehrte. Nach seinen Untersuchungen ist zwischen Tabora und Udjtdy für Eisenbahn- zwecke günstiges Gelände vorhanden. Herrn Rtndermann ist aufgegeben, den nächsten Dampfer zur Heimkehr zu benutzen, sodaß seine Ankunft in Berlin Mitte September erwartet wird.
Berlin, 18. August. Die „Berl. Corresp." schreibt: Die Probewtegungen deS zum Angebot gelangenden inländischen Getreides haben bisher zu einem brauchbaren Ergebntß nicht geführt. Um jedoch zu einem Entschluß zu gelangen, wie der Getreidehandel auf der Grundlage deS Börsengesetzes vom 22. Juni 1896 zu gestalten und wie insbesondere die Feststellung des Börsenpreises des Getreides zu regeln sei, erließ der Handelsminister im Einvernehmen mit dem LandwirthschaftSminister eine Anweisung an die Handelskammern und die kaufmännischen Corporattonen über die Art der Verwiegung, wodurch das Gewicht in zuverlässiger Weise zu ermitteln ist.
BreSlau, 18, August. In der heutigen Sitzung deS VerbandStages der deutschen Bäcker-Innungen gab die Neuorganisation des Handwerks Anlaß zu sehr lebhafter Debatte. Geheimer Oberregierungsrath Dr. Sieffert erklärte auf eine Anfrage, die Zwangsorganisation sei für daS gesammte Handwerk vorgesehen. Die Regierung habe nur geglaubt, die außerhalb deS Handwerks stehenden freien Innungen nicht stören zu sollen. Die meisten Redner erklärten sich für die ZwangSorganisation, bezeichneten aber die Vorlage als noch verbefferungSbedürftig. Die Beschlußfassung wurde auf morgen vertagt.
Schwerin i. Meckl, 18. August. In Hagenow wurde gestern Abend ein Omnibus, welcher über das Geleise fuhr, von einem Eisenbahnzuge zertrümmert. Eine Person wurde getödtet, drei verwundet, zwei davon schwer.
Bern, 18. August. Bei der Besteigung deS Berges SavolehreS (Cauton Waadt) ist die 28jährige PenfionatS- lehrertn Weber, während sie Blumen suchte, über eine jähe Felswand gestürzt. Die Leiche war furchtbar zerschmettert.
Rom, 18. August. Die „Agenzia Stefani" macht bekannt: Der König theilte dem Ministerpräsidenten di Rudini mit, daß heute die Verlobung des Prinzen von Neapel mit der Prinzessin Helene von Montenegro in Cettinje proclamirt wurde und beauftragte den Ministerpräsidenten, hiervon dem Ministerrathe Mittheilung zu machen. Der Ministerpräsident theilte heute dem Präfecten die Verlobung, welche glückbringend für die Königliche Familie und für Italien sein werde, mit und setzte denselben zugleich von dem Wunsche deS Königs in Kenntniß, daß die Stadtverwaltung sich aller Festlichkeiten, welche den Stadtsäckel belasten sollten, enthalten solle. Der Termin der Heirath wird später festgesetzt werden. Der Eheschließung werden ausschließlich die Mitglieder der Familie des Brautpaares beiwohnen.
Hammerfest, 18. August. Die Yacht „Otario" ist von Nowaja Semlja eingetroffen, wo fünf englische Astronomen die Sonnenfinstern iß in voller Pracht der Corona beobachteten und ausgezeichnete Photographien ausgenommen haben. Auch die Aufnahme des Sonnen Spectrums gelang vorzüglich. Der russische Astronom Backlurd war dort ebenfalls ftationirt.
Stockholm, 18. August. Die Zeitung „Bart Land" meldet aus Hammerfest: Der Dampfer „Lofoten" ist heute aus Spitzbergen eingetroffen mit der Nachricht, daß Andree bis zum 9. ds. Mts. noch nicht aufgesttegen war. Er wollte höchstens bis zum 14. warten. Falls der Wind bis dahin nicht günstig geworden, wolle er fein Unternehmen für dieses Jahr aufgeben.
Petersburg, 18. August. Heute Mittag fand in Kraßnoje Szelo zu Ehren des Geburtstages des Kaisers von Oesterreich ein Galadiner statt, dem der
Kaiser, die Kaiserin und der österreichische Botschafter beiwohnten. Der Kaffer brachte einen Toast auf den Kaiser von Oesterreich auS.
Petersburg, 18. August. Nach dem Berichte vom 17. dsS. MtS. (neuen Stils) ist das Ergebntß der Ernteerträge folgende-: Alle Getreidearten laffen zu wünschen übrig. Das Stroh ist sehr reichlich. Korn leicht. Ja der Zone des baltischen Meeres und im Becken der Wolga bis zum kaöpischen Meere ist die Ernte gut. In den nordwestlichen Provinzen und im Becken des Dnjepr ist die Ernte verhältnißmäßig gut, im Süden schlecht, in der Krim und im Kaukasus mittelmäßig. Die Ernte ist überall beendet.
Cettinje, 18. August. Die feierliche Proclamirung der Verlobung der Prinzessin Helene mit demKron- prinzen von Italien ist heute Mittag erfolgt. Unter der Bevölkerung herrscht großer Enthusiasmus.
Athen, 18. August. Meldung der „Agence HavaS". Der Generalgouverneur von Kreta, Berowitsch, befahl den Truppen, sich in die Städte zurückzuziehen. Dieser Befehl, dessen Grund unbekannt ist, wird als Vorbedeutung einer friedlichen Lösung angesehen.
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Berlin, 18. August. Der „Berliner Börsenztg." zufolge ist eine neue Marinevorlage im Gange. Admiral Tirpitz habe einen neuen Entwurf ausgearbeitet, wonach die Regierungsforderung 100 bis 150 Millionen Mark beträgt. Bei den Conferenzen in WtlhelmShöhe soll die Martnefrage in ergiebigstem Maße zur Sprache gekommen, und der Wunsch ausgedrückt worden sein, daß der Reichstag mehr Mittel für die Verstärkung der Flotte bewillige. Der Reichskanzler habe dem entgegen gehalten, daß eine Mehrheit für die Marine-Vorlage nur dann zu gewinnen sei, wenn gleichzeitig die Zusagen bezüglich der Reform der Militär'Strafprozeßordnung erfüllt würden.
Berlin, 18. August. Wie nachträglich bekannt wird, ist auch Finanzmtntfter Dr. Miquel in voriger Woche einige Tage in Berlin gewesen. Infolge eines erneut auftretenden rheumatischen Leidens ist er dann nach Wiesbaden gereift.
Berlin, 18. August. Wie aus Friedrichs ruh gemeldet wird, ist Profeffor Schwenninger nach London gereist, woselbst er Gast des Baron Rothschild ist. Mit der von Li-Hung-Tschang gewünschten Consultation dürfte diese erst jetzt auSgesührte Reise in keinem Zusammenhänge stehen.
Berlin, 18. August. Heute Mittag empfing der Kaiser den Grafen Ludwig Apponyi, Hofmarschall in Ungarn und dessen ältesten Sohn Julius Apponyi, welche im Auftrage des Kaisers von Oesterreich dem Kaiser Wilhelm den Säbel RakoczyS zeigten. Bekanntlich wurde der Säbel vom Czaren dem Kaiser Franz Josef behufs Ueber- wetsung an das ungarische Nationalmuscum geschenkt. Kaiser Wilhelm hatte ein lebhaftes Interesse an der historischen Waffe ausgesprochen, was Kaiser Franz Josef erfuhr.
Berlin, 18. August. Der bisherige KriegSmtnister Bronsart v. Schellendorf ist gestern Abend hier eingetroffen und hat sich heute Vormittag von den Offizieren und Beamten deS KriegSministertumS verabschiedet. Er gedenkt Donnerstag Berlin wieder zu verlaffen und sich zu dauerndem Aufenthalt nach seinem Gute Marienhof in Mecklenburg zu begeben. Der neu ernannte Minister von G oßler, der bereits eine Einladung zum heutigen Frühstück im Neuen Palais erhalten hat, ist bis zur Stunde im Kriegs- Ministerium noch nicht eingetroffen. Wie verlautet, wird er bereits morgen die Geschäfte seines Ressorts übernehmen.
Berlin, 18. August. Im nichtamtlichen Theile des „Reichsanzeigers" wird über die Strandung des Kanonenbootes „Iltis" ein Ergebntß aus den bisherigen Nachrichten gemeldet. Danach war das Wetter gegen Abend des 23. Juli unsichtig, der Wind aufkommend stürmisch. Ueber die Richtung deS Windes besteht noch ein Widerspruch in den Meldungen. Kurz nach 10*/, Uhr ist das Kanonenboot auf Grund gestoßen. Der Commandant tst gegen 10 Uhr wahrscheinlich in Folge deS unsichtigen Wetters erheblich langsamer gefahren. Ob der ursprüngliche CourS beibehalten worden, läßt sich nicht feststellen, da keiner der Geretteten etwas über die Navigationen anzugeben weiß. Wenn die gemeldeten Angaben der Geretteten richtig find, so muß der Strom eine ganz ungewöhnliche Richtung gehabt haben und von sehr auffallender Stärke gewesen sein. Bei der Wahl des Courses scheint der in Bezug auf Richtung und Stärke ganz ungewöhnliche Strom nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein. AuS Allem geht aber hervor, daß die gemeldeten Angaben der Geretteten und des LeuchtthurmwächterS auf unbedingte Sicherheit keinen Anspruch wachen können und daß


