Ausgabe 
20.2.1896 Erstes Blatt
 
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Rom, 18. Februar. Anß Warfcha« wird de« ,Popslo^ gemeldet, daß dort etwa vierzig Nihilisten verhaftet worden find.

Rewyork, 18. Februar. Bei dem großen Brau de in einer Wäschefabrik in Troy find neun Personen nmS Leben gekommen. Fünf Mädchen, die aus dem obersten Stock herab­sprangen, blieben tobt auf dem Platze liegen.

Der Krieg von 1870] 71,

geschildert durch Aufschnitte euß Zeitung» - Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 20. Februar.

Was die Friedens-Aussichten wieder trüben oder wenigstens dem Abschluß drS Friedens neue Schwierigkeiten in den Weg legen kann, das ist die seltsame EinmischungS- lust, welche sich auf Seiten Englands kundgtbt. ES liegt in der Thai sehr nahe, daß diese in Frankreich den Widerstands« gelst neu beleben könnte. Sicherlich wird den franzöfischen Unterhändlern in Versailles kein Zweifel darüber gelasien, daß die deutsche Politik den britischen Meinungsäußerungen keinen Etrifluß auf ihre Entschließungen einräumt und daß die Kriegführung wieder beginnt, wenn bis zum 25. Februar das Zustandekommen deS Friedens nicht gesichert ist. Aber Englands Verhalten erschwert unleugbar die Verständigung. Auch ist dasselbe nahe daran, gerade das Gegentheil seiner Abfichten zu bewirken, indem eS dem deutschen Hauptquartier eine scharfe Behandlung noch offener Fragen fast zur Pflicht macht. Wir erinnern in dieser Beziehung nur au die Pariser E nzugSfrage. Sollte daS britische Cabtnet in dieser An­gelegenheit eine förmliche Einmischung versuchen, so würde eS nur daS Gewicht steigern, welches von deutscher Seite auf den Einzug in die französische Hauptstadt gelegt wird.

CocaUs tmfc prooinjicUes,

Gießen, 19. Februar 1896.

♦♦ Bereite zur Erhaltung oberhesfischer weiblicher Volks­trachten. Ihre Kgl. Hoheit die Frau Großherzogin haben am 15. v. Mts. geruht, das Protcctorat über den Verein, dessen Gründung bekanntlich gelegentlich des Landwirthschaft« lichen Festes angeregt wurde, zu übernehmen. Nach den von einer Versammlung der OrtSgeiftl^chen und Bürger­meister derjenigen Gemeinden de» Kreises Gießen, in welchen die weibliche alte Tracht noch hauptsächlich vertreten ist, fest- gestellten Satzungen ist der Zweck deS Vereins: Erhaltung und Veredelung der alten Volkstrachten in Oberhessen, sowie züchtiger heimischer Sitten und Gebräuche, und damit der Liebe zur Heimath und zum DaNrlande. Erreicht werden soll der Zweck vorzugsweise durch Belehrung und Aufmunte­rung zur Beibehaltung der Volkstrachten, durch jährliche Verleihung von Preisen und AuSstattungSbeihülfen an be­sonders brave und gesittete, ordentliche VereinSmitglieder, durch Unterstützung von Confirmandinnen, sowie durch Förde­rung der den Vereinszwecken dienenden Jnduftrieen. Ordentliches Mitglied kann jede Frau und jedes Mädchen in der Provinz Oberhesseu werden, welches daS 16. Lebensjahr erreicht hat, einen unbescholtenen Lebens­wandel führt und sich verpflichtet, mindestens bei feierlichen Anlässen und Festlichkeiten in Ortstracht zu erscheinen. Ordentliche Mitglieder haben einen Jahresbeiti ag von min­destens 20 Pfg. zu entrichten. Als außeror deut­liche Mitglieder können innerhalb und außerhalb der Veretnsbezirke wohnende Freunde und Freundinnen der Sache ausgenommen werden- dieselben haben einen Jahresbeitrag von mindestens 1 Mk. zu entrichten- durch einmaligen Bet« ttag von 10 Mk. w rd die Mitgliedschaft auf Lebenszeit erworben. Der aus den OrtSgeiftlichen und Bürgermeistern derjenigen Gemeinden, welchen mindestens 25 Mitglieder aogehören, bestehende Vorstand beschließt u. A. über die Preise und AuSstattungSbeihülfen, die jährlich bei einer ge­gebenen Festlichkeit, eoentl. bet einer Hochzeit oder einem Kirchweihfeste in einer der betheiligten Gemeinden zu ver­geben sind. Bei größerer Ausbreitung des Vereins bleibt seine Gliederung in Kreiß- oder Zwetgvereine Vorbehalten.

** Coveert Berein. Der Vorstand deS Concert-VereinS stattet in diesem Jahre seine Concerte in besonders opulenter Weise durch Solisten auS. Nicht allein, daß uns am kom­menden Sonntag das vorzügliche Holländer Damen« terzett geboten wird, sondern wir werden auch gleichzeitig Herrn Dr. Otto Nettz el aus Köln kennen lernen. Dem wiederholten Wunsche Bonner Musikfreunde nachgebend, ver­anstaltete Dr. Neitzel in der Beethovenstadt am 4., 25. No­vember 1895 und 11. Januar 1896 drei Vortragsabende Deethoven'scher Claviersonaten, wobei er jeder Sonate eine gefprochene Erläuterung vorauöschickte.Bet Aufführung der Beethovcn'schen Claviersonaten," so schreibt derBonner Gen.-Anz." vom 23. October 1895,empfindet der moderne Hörer immer mehr das BedÜrfntß nach einer ästhetischen und thematischen Erläuterung. Aber keine Erläuterung verursacht so wenig Mühe und wirkt so eindringlich als die mündliche, und zwar unmittelbar vor der Aufführung am Clavier. Unter den jetzt lebenden hervorragenden Pianisten wüßten wir keinen, der in jeder Beziehung so geeignet und berufen wäre, sich einer solchen Aufgabe zu unterziehen, wie Dr. O. Neitzel. Einerseits ist er ein geistreicher Musik- schriftsteller, der sich das Eindringen in die Musikwerke, die -mal sche und ästhetische Erläuterung zum Beruf gemacht darin die unbedingteste Anerkennung gefunden hat, auoerersriiS ist er nicht allein einer der eisten Clavterspieler als auch ein bedeutender, neben d'Albert vielleicht der be- deuterdste Beethovenspieler, der in den letzten Jahren im In- wie im Au-lande die größten Erfolge erzielt hat."

* Schlierfee'r Bauerntheater. Vielseitig ausgesprochenen Wünschen nachkommcnd, hat sich der Unternehmer bestimmen lassen, zwei der im vorigen Jahre besonders gefallenen Lomvdien zu wiederholen und dazu drei Novitäten auSge- wählt, denn die Zahl der Aufführungen selbst kann leider

I nicht erweitert werden. Zur Darstellung gelangen also am 4. März: DaSLteserl v om Schliersee, a« 5. Jäger- blut, am 6. Der Schlagring, sm 8. Hab er selb- treiben, am 9. Der Herrgottschnitzer. Die vor- m'rkungen auf Plätze werden jetzt schon sehr fleißig vorge- nowmen, wer auf Vorder- oder Eckplätze reflectirt, dürfte gut thun, nicht allzulange zu säumen.

Religiöse Vorträge.Ueber Bebel und Nietzsche hinaus" so lautete daS Thema, über welches Herr Dr. Joh. Müller auS Leipzig am vergangenen Freitag sprach. Auch dieser vierte der angekündtgten Vorträge war gut besucht und hielt die Zuhörer von Anfang bis zu Ende in gespanntester Aufmerk­samkeit. Die Ausführungen deS geschätzten Herrn Redners, welche sich an seinen voihergeheuden Vortrag direct anschlossen, waren in Kürze folgende: DaS DerfassungSideal BedelS und daS VerfaffuvgSideal N'tz'cheS, diese zwei großen Utopien, die sich beide auf die Natur gründen wollen, ihr aber Ge­walt anthun, können nicht daS richtige VerfassungSideal für den Menschen sein. Welches ist deshalb der richtige Zustand für den Menschen, welche Entwicklung wollen wir verlangen, damit der Mensch dahin kommt, wohin er bestimmt ist? ES muß sich rin Ideal für die innere Berfassaug deS einzelnen Menschen und für die Verfassung der Gesammtheit auS der Natur selbst aufstellcn lassen. Wenn wir unS auf den Boden der Natur stellen, so tritt unS eine ungeheure Menge von Verschiedenheiten entgegen. Jeder Mensch ist etwas besonders, nicht zwei Menschen giebt eS, die einander wirklich gleich wären, jeder ist eine Besonderheit für sich. Mit dieser Naturthatsache stimmt der menschliche Instinkt vollständig überein. In neuerer Zeit trägt man dem mensch­lichen Instinkt mehr Rechnung wie früher, indem man be­tont : Hier ist ein natürlicher Zug, und, wenn er gesund ist, muß er recht haben. Der Grundmstinkt, der Selbster­haltungstrieb, geht auf die Erhaltung de» eigenen JchS und hat daS Bewußtsein von seiner Eigenart, von seiner be­sonderen Existenz. Ferner liegt eS im Selbsterhaltungstrieb, daß man das, was m^n ist, mehr sein will, d. h. der Trieb deS WachSthums. Daraus ergiebt sich, daß die ganze Moral des Menschen für sich selbst darin beruht: seine Persöu« lichkeit zu behaupten und auszubilden, sich zu einer bunt) und durch einheitlichen und ganzen Persönlichkeit zu machen. Der innerste und höchste Beruf, den es für einen Menschen giebt, ist, daran zu arbeiten, ein so einheitliches geistiges Wesen zu werde»/, daß jede Aeußerung von unS den Stempel unserer ganz besonderen Persönlichkeit trägt. Gegen fremden Einfluß müssen wir unS vertheidigen, daraus folgt der nothwendige Kampf ums Dasein, um daS geistige Sein. Aber dieser Kampf peht nicht darauf auS, den anderen zu unterdrücken, sondern nur sich selbst zu erhalten, er ist nicht aggressiv, sondern defensiv. Mit dieser Selbstbehauptung muß natürlich die Selbstzucht gegen sich notwendig neben­hergehen. Es ist ganz unmöglich, die Persönlichkeit heraus- zubüden, ohne sich in eiserne Selbstzucht zu nehmen, die rück­sichtslos gegen alles Fremde ist, was auf uns eindringt. Da könnte einer sagen, wir hätten nur einen Instinkt für uns selbst und nicht auch für die Gesammtheit. So steht eS nicht Wir brauchen unsere Mitmenschen ganz nothwendig zur Ent­faltung unserer Persönlichkeit- zunächst schon um zum Selbst­bewußtsein zu kommen, denn das Selbstbewußtsein bildet sich heraus durch die S e l b ft u n t e r s ch e i d u n g von unseren Mit­menschen. Wir brauchen die anderen ferner zur Anregung und zur Klarheit, indem wir unS mit ihnen auSeivaoder- fetzeu, und zu unserem Glück, weil dazu unbedingt gehört, daß man seine eigene Persönlichkeit den Mitmenschen zu Gute auswirken kann. Wir fühlen uns zunächst als Mensch und dann erst als besondere Persönlichkeit, baß will sagen: die Gesammtheit ist nicht eine unterschieds­lose Masse von gleichen Personen, sondern die Verbindung von verschiedenartigen Persönlichkeiten. So ergiebt sich für uns als VerfassungSideal die große Menge von Einzelnen, ein großartiger Organismus, in dem jeder Einzelne feine Persönlichkeit zu Gunsten der Gesammtheit auSwirken kann. Ist aber denn das Leben, in dem man nicht die seiner Eigenart entsprechende Stellung (wegen der Verhältnisse) etnnehmen kann, überhaupt lebenswerth? ES kommt nicht auf den äußeren Beruf an, sondern auf den allen Menschen gleichmäßigen, inneren Beruf, die individuelle Persönlich­keit zu wahren. Ebenso steht eS mit der Bestimmung der Menschheit und mit ihrer Entwicklung- eS geht sonst durch die Welt ein fortwährendes Aufreiben der Menschheit. Wenn ein altes Volk innerlich morsch und hohl geworden ist, zer­fällt eS, und ein neues, junges Volk tritt an seine Stelle. Seit dem Auftreten Jesu von Nazareth ist dieses Kommen und Gehen der Völker nicht mehr nöthig, aber dieser ideale Zustand ist nur möglich, wenn Alle bestrebt find, Persönlich­keiten zu werden. Allein die cultivirten Menschen, bad hoch« gebildete brutsche Volk hat btesen seinen innersten Beruf völlig vergessen- giebt nur wenige Leute, bie dafür noch Sinn haben, die meisten gehen so ganz in ihren äußeren auf, baß sie für ihren inneren keine Zeit finden. Deshalb ist das deutsche Volk auch zurückgegangen. Man braucht sich nur an baß Schreien nach wirklichen Persönlichkeiten zu er­innern, baß man eben überall, selbst in ber Presse hört. Durch ben Mangel an Ausbildung der Persönlichkeit ist schließlich auch die ganze sociale Noth entstanden. Deshalb kann auch die sociale Noth nicht durch äußere Maßregeln beseitigt werden, geradeso wenig, wie wir die persönliche Moral durch SraatSgesetze heben können. Wir können auf socialem Gebiet bestimmte Grenzen ziehen, daß geme'ne Recht erweitern, indem wir das Individuum, namentlich den Arbeiter, vor Ausbeutung schützen. Aber um baß gesunbe Derhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herzustellen, bedarf der persönlichen socialen Reform, die sociale Reform der Maßregeln aber bleibt ohne Erfolg. Wie verschließen unS der Nothwendigkeit von Maßregeln gar nicht, aber wir halten daran fest, daß sie nur helfende Factoren find, die eigentlichen Factoren bleiben die Persönlich­keiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

| Wenn wir da» inS Aage fassen, so sehe» wir

nicht nur, woran unsere ganze Ze t krankt, sandern auch welche gewaltige Aufgabe wir vor unß Haden ES erhebt sich für unß alle die dringende Frage Wie machen wir, um Persönlichkeiten zn werden? Ehe wir überhaupt zum Selbstbewußtsein kommen, sind wir schon einer Unmenge von fremden Einflüssen anl* gesetzt, die nnS bereits mehr oder weniger verdorben haben. Weil wir gar nicht mehr w ssen können, waS echt ist an unß und was unecht, können wir gar nicht mit der Selbstbehauptung und Selbstzucht einsetzen. In dieser Unsicherheit bietet unß, wenn überhaupt eine Lösung gibt, nur daß Christenthum die Lösung. Wenn man sich mit diesem Problem besaräftigt, wird man nothwendig auf baß Ctzrlstenthnm gestoßen - beim Christus hat zuerst offenbart, daß wir Persönlichkeiten sind. Waß Christus wollte, ist nichts anbereS, als die Men­schen zu organtfiren, auß ber chaotischen Masse einen leben­digen Organismus zu gestalten. Daß ist ja baß Wesen bei ChrtstenthumS, baß bett Menschen heroußhebt auß der Masse. Jeder Mensch, ber Christ wirb, steht auf einer höheren Stufe beS Sein», er ist wirklicher Mensch geworden. In diescm Sinne soll unß daß Christenthnm in unseren sozialen Nöthen helfen, zu dieser LebenSqarlle müssen wir zu« rückkehren. Hiervon hängt die Zukunft unfereß Volks ab. Reicher Beifall folgte diesen vortrefflichen Außsührungen. Der Herr Referent bemerkte zum Schluß, daß er im engsten An­schluß an baß eben Gesagte am nächsten Freitag über die Frage sprechen werde:Wer war Jesus von Naza« reth?" Sowohl für Diejenigen, welche bißher den Cor- trägen mit größter Spannung folgten, wie überhaupt für Alle, auch nur im Geringsten religiös angeregten Menschen wird und muß diese Frage im Mittelpunkte aller brennenden religiösen Fragen stehen, denn von ihrer Beantwortung hängt wesentlich unsere ganze Auffassung beß Christenthuws ab. sei darum allen Lesern ber Besuch des Vortrag! warm empfohlen.

** Dasfastuachtliche" Treiben am gestrigen Tage zeichnete sich durch nichts gegen dasjenige früherer Jahre auß, man hatte allgemein den Eindruck, daß nicht viel lol fei und daß die vielen auf« und abmanbelnben Zuschauer enttäuscht waren. Ein richtigeß FastnachtStreiden kam trotz des schönen Wetterß nickt zum Durchbruch, einige mehr ober weniger characteristische Gewalten, sowie eine Art Kappenfahrt war Alleß. Auch in den Wirthschasten ging nicht besonders hoch her, die Räume leerten sich theilS schon vor Mitternacht und in den ersten Morgenstunden herrschte vollkommene Rahe auf den Straßen.

** Zwei hiesige Dienstwiinner hatten sich gestern Rach- mittag trotz ihrer rothen Dienstmützen so schwer benebelt, daß sie auf der Straße umherfielen und in baß Haftlocal gebracht werden mußten.

* Unfug. Gegen einen jungen Mann mußte Anzeige erhoben werden, weil er von einem Wagen herab eine Flasche in baß Publikum schleuberte. Glücklicherweise wurde Niemand getroffen.

* Schlägerei. Gestern Abend entwickelte sich zwischen Kaufleuten und Studenten am Selterßthor eine Kellerei, ber jedoch durch daß baldige Hinzukommen eines Schutzmannes ein Ende bereitet wurde. Die Kampflustigen drückten sich, als die Polizei erschien.

* Verletzung. Bei dem Salamanderreiben der Studenten auf dem Kircheoplatze ereignete sich gestern ein Unfall da­durch, daß ein Glaßsplitter durch ein geöffnetes Fenster in einen Laden flog und die in demselben befindliche Ladnerin an die Stirne traf und nicht unerheblich verletzte. Dieser Vorfall dürfte Veranlaffung geben zum Verbot beß ferneren SalamanderreidenS auf innerhalb ber Stabt gelegenen Plätzen

n. Stockheim, 17. Februar. Der Streit der hiesigen Actien-Zuckerfabrik mit den an der Nidder abwärts gelegenen Orten wegen beß biesem Flüßchen zugeführten Abwassers, bem man baß massenweise Eingehen von Fischen zuschrieb, ist jetzt glücklicherweise burch gütlichen Vergleich auß ber Welt geschafft. Glauberg erhält eine jährliche Entschäbigung von 150 Mk., Linbheim eine solche von 100 Mk. Der Müller in EnSheim wurde mit der gleichen Summe wie Glauberg ab« gesunden. Die biß jetzt entstandenen Kosten, die aber noch nicht hoch sind, trägt die Fabrik. Außerdem wurde bestimmt, daß der Nidder baß Abwasser ber Fabrik nur bann zuge- führt werben bütfte, wenn vorher nach bem Oppermann'scheo Verfahren gereinigt worden sei.

o. Stammheim, 16. Februar. Gestern verunglückte der hiesige Lanbwirth Mei des beim Holzfahren in der Nähe von Ortenberg. Er wollte nämlich baß gelabcnt Holz auf der Chaussee an einer abschüssigen Stelle festbinben und stellte sich habet mit bem einen Fuß in bie Speichen beß HtnterrabeS- bie schon vorher unruhigen Pserbe zogen plötz­lich an unb, wenn Meibeß nicht die Geistesgegenwart gehabt hätte, mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft den Faß schnell heranßzuretßen, so wäre er unrettbar verloren gewesen. So kam er mit einem zerbrochenen Bein davon.

n. Ortenberg, 17. Februar. Den Gemeinden unseres Sparkassenbezirks werden auß ben letztjährigen Ueberschüffeu ber gemeinsamen Sparkasse je 50 Mk. Beitrag zu ben Kosten für bie I nbustrieschulen außbezahlt. In vielen Orten verwendet man löblicher Weise dieses Geld dazu, um armen Schülerinnkn die für die Arbeiten In diesen Schulen noth- wendigen Materialien anzuschaffen.

Witterungsbericht vom 19. Februar.

Unter fortgesetzt langsamer Abnahme feiner Intensität »lebt si<b baß Gebi.t hohen Druckes allmälig fiepen Südv.t.n zurück, lieber Central Europa herrscht allgrmcin ruhigeß, ebceieben von locale» Morgennebeln vielfach beiter Setter. Im Allgemeinen sind die Morgen-Temperaturen in ganz Deutschland gegen gestern et im# gestiegen.

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Zunächst noch wenig Aenderung, dann allmälig wieder etwas wärmer.

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