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daher mit aller Wärme den Wunsch aussprechen, unsere Bekanntschaft mit ihm immer mehr zu befestigen. Zu Anfang, in Chopin'S E-moll-Goncett, beherrschte den Künstler eine ihn gewaltsam packende Aufregung, doch berührte er die graziösen Stellen mit viel Zartheit und Liebreiz, und nach und nach vertiefte er sich ganz in sein Werk und zeigte die volle Größe seine- Können-. Ein kleine- Meisterwerk Bach's spielte er mit entzückender Klarheit und Präciston. Die ruhigen Schönheiten von Rubinstein'- „le Reve“ wurden «it höchstem Empfinden und Feinheit wiedergegeben, während St.-Saen- schönes G-moll-Sonceit den Künstler wohl ge« wappnet fand gegen alle seine Schwierigkeiten. Mit einem Wort: Herr Ma-bach bewies klar, daß seinem Namen ein hoher Rang gebührt unter denjenigen Pianisten, deren Spiel die Anerkennung und Bewunderung der Musikliebhaber verlangen darf.
• • Panorama. „Von der Donau bis Abbazia" ist für diese Woche die Parole im Panorama in den Neuen Bauen. Uebrr den Sömmerring und durch die Bergriesen der steyermarktschen Alpen, an freundlichen Villen Colonien, saftigen Triften und tiefgründigen Bergseen vorbei, führt die Reife nach Triest, nach dem österreichischen KriegShasen Pola, noch Fiume und Abbazia. Malerisch sind diese Städte an den Gestaden der Adria gruppirt,- den Hintergrund bilden die Jstrtaner Berge. Wa- aber unsere ganze Aufmerksamkeit beanspruchte, ist die Abtheilung Schloß Miramar', der einstige Aufenthaltsort de- unglücklichen Kaiser- Maximilian von Mexiko und seiner noch beklagen-werthrren Gemahlin Charlotte. Weit hinaus in das Meer ragt das Schloß mit seinem un« vergleichlich herrlichen Parke, dessen Parthieen uns in para» diestscher Schönheit sich darbieten; die Pracht des ParkeS rc. ist mit unübertroffener Kunst naturgetreu auf die Glasplatten gebracht. Von prachtvoller Wirkung find die Bilder im Siroco in Abbazia, die Villen Amalie, Angelika, Kronprinzeffin Stefanie rc. Wir verweisen gerade auf diese Serie und die besonders erwähnte Abtheilung Mtramare und können den Besuch des Panoramas nur angelegentlichst empfehlen.
* • Gedenkfeier an Grotzherzog Ludwig IV. Am Donner-« tag den 12. November d. I., Nachmittag- 3 Uhr, fand die feierliche Einweihung der von der Kriegerkameradschaft „Hasfia" dem höchstseligrn Großherzog Ludwig IV. zum ehrenden Andenken gewidmeten Gedenktafel, welche an dem Hause in Rezonville, in welchem A: mit seinem Bruder Prinz Wilhelm im Feldzuge 1870 mehrere Tage Quartier genommen hatte, angebracht ist, in Gegenwart höherer Offiziere und Deputationen statt.
* • Prüfung. Gestern begannen im Juftizpalaste zu Darmstadt die Prüfungen für Gerichtsschreiber«, Gericht-« Vollzieher« und Polize'commiffariats»Aspiranten, der sich 28 Candidaten unterziehen.
* * Die Weihnachts-Packetsenduogen nach den Bereinigten Staaten von Amerika, welche mit der deutschen Packelpost den Adressaten rechtzeitig zum Fest zugehen sollen, find zweck mäßig vor Ablauf de- Monats November zur Post zu liefern- bei späterer Absendung kann wegen der in Nerryork
mit der Verzollung verknüpften Umständlichkeiten und Stauungen auf eine rechtzeitige Zustellung der Packete nicht mit Sicher« heit gerechnet werden.
*• Zu Amerika verstorbene heffen. Freeburg, Jll., John Htld, 75 Jahre alt, aus Hissen«Darmstadt. Fair« field Township, O-, Fritz Berk, 69 Jahre alt, aus Lauterbach. Clahton, Mo., Frau Henriette Volz, 77 Jahre alt, au- Oberhessen. Kurtzville, Out., Frau Ww. Anna Elisabeths Orth geb. Ftzki, 76 Jahre alt au- Dorf Crbach. Trenton, N. I., Frau Elisabetha Walter. 64 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. New-Aork, Frau Elisabetha Mah geb. Neudörfer. Covington, Jnd., Frau Margaretha Volz geb. Müller, 67 Jahre alt, au- Rödgen. Warsaw, Jll., John Daniel Hammel, 74 Jahre alt, aus Nieder«Ohmen. St. Louis, Mo., Charles Gebhard, 66 Jahre alt, auS Hessen-Darmstadt. Ebenda. Frau Elisabetha Schaffner geb. Fruth, 43 Jahre alt, auS Rheinhessen. Hamilton, O-, S. Schäffer, 81 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Milwaukee, WlS., Matthias Stein, 94 Jahre alt, aus Lindenfels. Sheboygan, Wis., Frau Henriette Kempf, 64 Jahre alt, aus Rheinhessen. Milwaukee, WiS., Christian Hambach, 70 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Chillicothe, O., Jacob Rupp, 58.Jahre alt, aus Lamperthcim. Portsmouth, O., Frau Wwe. Therese Hamm geb. Weber, 76 Jahre alt, aus Nieder-Jngelhrim. Baltimore, Md., Frau Leinbach geb. Jäger, 40 Jahre alt, aus Dudenhofen (Starkenburg). Chadwick, Jll., Frau Wwe. Daniel Müller, 79 Jahre alt, auS Sellnrod.
? Zlkdorf (Kr. Alsfeld), 16. November. Gestern wurde hier ein 25 jähriger Bursche, der Knecht eine« hiesigen Land wirtheS, beerdigt, der einem tragischen Geschick zum Opfer gefallen. Derselbe war von seiner Herrschaft frühmorgens zu einer Wäscherin in dem unmittelbar angrenzenden Solms- Ilsdorf geschickt worden, um diese zur Arbeit zu rufen. Da es noch dunkelte, nahm er eine Laterne mit und begab sich auf den Weg, kehrte aber nicht nach Hause zurück. Die Laterne fand man im Dorfe Solms-JlSdorf liegen und den Knecht nach eifrigem Suchen in der hier tiefen Ilsbach als Leiche. Der Unglückliche litt an epileptischen Krämpfen und ist gewiß in einem derartigen Anfall in das Wasser ge- rathen. Er stammt von Lindenstruth und hinterläßt weder Eltern noch Geschwister.
Darmstadt, 15. November. Die Aburteilungdc- Lustmörders Weygandt wird in nächster Zeit durch das zuständige Militärgericht erfolgen. Da da- Verbrechen des Wihgandt mit Todesstrafe bedroht ist, treten nach § 116 der Militärstrafproceßordnung vom 3. April 1845 in Friedens- -eiten wegen Zuziehung de- BertheidigerS die allgemeinen gesetzlichen Vorschriften ein. Auf Ersuchen des Militärgerichts hat nun das hiesige Landgericht gemäß § 144 der ReichS- strafproceßordnung einen Gerichlsasftssor zum Vertheidiger deS Weygandt bestellt.
Literat«- «ad
— Li Huug-Lhaugs Reise ist überall mit der größten Aufmerksamkeit dcifolgt worden. In allen Landein stnd an den Besuch des chinesischen V'cekönigß Erwartungen geknüpft worden, die er nicht erfüllt hat. nicht erfüllen konnte. Interessante Aufschlüsse über diese Reife wie über die chinesische Diplomatie überhaupt bringt ein sehr bemerkenSwerther Aufsatz des früheren deutschen Gesandten in Edina, M v. Brandt, der unter dem Titel „Li Hung Changs Weltreise und die chinesische Diplomat e" im Novemberhest der „Deutsche« Hera Sgegeben von Richard Fleischer, eischetnt.
Itniocrfttäte - Nachrichten.
Jena, 16. November. Der bekannte Historiker Wirklicher StaatSrath Professor Alexander Brückner, früher in Dorpat, ist gestorben.
— Die eirropLischen UniverfiiLISbibliothere«. In einem Bericht, den eine Unterrichtscommtstion an die Regierung der Vereinigten Staaten erstattet hat, findet sich eine Reihe interessanter Angaben über die Anzahl der Bücher und Manuscrtpte in den europäischen Universitätsbibliotheken. Danach steht Deutschland in erster Reibe; seine 20 Unioersilä;sbibliotheken enthalten 5,850,000 Bände, 300,000 mehr als die italienischen, die in zweiter Reihe kommen. Giohbrttannien, Oesterreich und Rußland haben jedes über 1,800,000 Bände, Schweden und Norwegen haben 790,000 Bände, Spanien 726.000, erst nach diesem kommt dem amerikanischen Bericht zufolge Frankreich mit 692,000 Bänden. England, das nicht mehr al- 9 Bibliotheken besitzt, hat 1,849,800 Bände, von denen über eine Million auf Oxford und Cambridge vertbeilt sind. Die vier größten Universitätsbibliotheken stnd die in Marburg mit 704 076 Bänden und einem Budget von 10 000 Mk., in Leipzig mit 504,683 Bänden und einem Budget von 40,000 Mk, in Oxford mit 504,000 Bänden und einem Budget von 170,000 Mk. und in Cambridge mit 506,600 Bänden und einem Budget von 32,000 Mk. Die Universitätsbibliotheken in Göttingen, Heidelberg, München, Wien und Petersburg baden jede über 400,000 Bände. Die Bibliotheken in Paris, die zusammen die Universitätsbibliothek bilden, sollen ins- gesarnmt 142,300 Bände umfassen.
Verkehr, Cant* rrnd PolksrvLrLhsehaft.
Stetzrrr, 17. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,12, Hühnereier pr.St. 0 2 St. 13-15 Enteneier b 2 St lv H, Gänse-
eier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 3, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,60 bis 0,75, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,60-1,CO, Enten pr. Stück X 1,50-1,70, Gänse pr. Pfund X 0,42-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 Schweinefleisch pr. Pfd. 66 bis 66 Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-54 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 00 bi« 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- -00 4, Zwiebeln pr. Centner 4,00—0,00, Milch pr. Liter 16 Zwetschen pr. (Zentner X 8—10.
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Bekanntmachung, die Reichstagswahl betreffend.
Bei der am 5. l. Mts stattgefundenen Ersatzwahl in dem 1. Wahlkreis des Großherzogthums Heffen haben von 12,105 giltig abgegebenen Stimmen erhalten:
1. Herr Philipp Köhler VI., Landwirth in Langsdorf 4177,
2. „ Philipp Scheidemann in Gießen 3351,
3. „ Karl Meinert, Gutspächter in Hammerhof 2442,
4. „ Professor Dr. Stengel in Greifswald 2129,
5. andere Personen 6.
Da hiernach eine absolute Stimmenmehrheit auf keinen der Candidaten gefallen ist, ist die Vornahme einer engeren Wahl zwischen den Höchstbestimmten, Philipp Köhler VI. in Langsdorf und Philipp Scheide mann in Gießen, auf
Donnerstag den 19. November 1896 festgesetzt worden. Alle auf andere Candidaten fallende Stimmen find ungiltig.
Die Abstimmung beginnt um 10 Uhr Vormittags und wird um 6 Uhr Nachmittags geschlossen.
Die Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vor- -schriften statt, wie die erste Wahl. Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, die Wahllocale und die Wahlvorsteher unverändert.
Bei der engeren Wahl werden dieselben Wählerlisten angewendet, «ie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung derselben findet nicht statt.
Gießen, den 12. November 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
10085___________________Gnanth.______________________
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß an Stelle der zum provisorischen Octroierheber ernannten Wiegers Albert Haas der Schaffner i. P. Karl Andreas Müller dahier zum Wieger an der in städtischer Verwaltung stehenden Güngerich'schen Waage in der Frank furterstraße ernannt, verpflichtet und am Heutigen in seinen Dienst eingewiesen worden ist.
Gießen, den 16. November 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__G nauth.___________________10219
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß an Stelle der zurückgetretenen Marie Rühl, verehelichte Wilke, der Wieger Albert Haas dahier zum provisorischen Octroierheber am Selter-thor ernannt , verpflichtet und am 16. 1. Mts. in seinen Dienst eingewiesen worben ist. 10218
Gießen, den 16. November 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.
Versteigerung. |
Versteigerung in „Steins Garten" Mittwoch den 17. November, Mittags V-2 Uhr, der bei der Gartenbau-Ausstellung verwendet gewesenen Gegenstände, als: 10 Ctr. spanische Ko'k Rinde, in kleinen Partieen, geeignet zur Begleitung von Wänden, Blumentischen, Ständern rc., ebenso die Korksiämme, Block-Bassin, fertige Biücke, aus Birkenholz gefertigt, Grottcnsteine, sonstige Decorotionsgegknstände, Makart- Material, Guirlanden, Bretter, Latten und Pfosten, 50 Clr. Torfmull und Moos, Gewinne von den in Händen der Unternehmer gebliebenen Loose.
Sämmtliche Forderungen für Lieferungen rc. an die Ausstellungsunternehmer, bittet man längstens dieser Woche an Handelsgärtner Louis Becker, Grünbergerstraße, unter „Gartenbau-Ausstellung" einzureichen. Eier8 Geschäfts-Eröffnung. Eier*
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Concursverfahren.
BehördlicheAnzeigen
lieber den Nachlaß der am 7. April l. I. dahier verstorbenen Frau Lina Sahlfeld, geb. Mannhardt, wird heute am 16. November 1896, Vor- mittags 12 Uhr, das Concursoer- fahrcn eröffnet.
Der Kaufmann Ferdinand Hoffmann dahier wird zum Concurs- verwalter ernannt.
Concursforderungen sind bis zum 16. December 1896 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
Donnerstag den24.December 1896, Bormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Concursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Conmrsmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter bis zum 16. December 1896 Anzeige zu machen. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen, gez. Neuenhagen.
Bekannt gemacht:
Orth, Gerichtsschreiber. 10217
Eine Luftpumpe mit Kessel für eine Bicrleitung z« verkaufe«. 10194
Wo? sagt die Exped. ds. Blattes.


