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Iernahrung stets zuverlissig. e Iernahrung
•-verhütet Erbrechen und rt das Entwöhnen.
iernahrung i genommen, ist schnell i zu bereitem ien Jahreszeit, in der jede nittel für kleine Kinder. -HANDLUNGEN.
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Erstes Blatt
Sonntag den 18. October
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Der Hleßener -nzciger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags.
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Berlin, 16. October. In der fortgesetzten Berathung deS deutschen HandelStageS refertrte Justizrath RteSler über die Beschiüffe des Ausschusses, betr. Actien- Gesellschaften und Commandit-Gesellschaften. Der Antrag auf Streichung des einschlägigen § 250 wurde angenommen mit der Resolution: „Der HandelStog sieht in dem Principe, wonach die Staatsbehörde die eingetragenen Beschlüsse der Generalversammlung auf dem Klagewrge anfechten kann, ein Moment der Unsicherheit und Bevormundung der Actien- wesenS, welches für daS Interesse des gelammten Handels als bedenklich erachtet werden muß." Der Referent fügt hinzu, daß für den Paragraphen kein Bedürfniß vorhanden fei, da schon jetzt der Register-Richter verpflichtet sei, die Eintragung der Beschlüsse zu verweigern, welche den Vorschriften und Gesetzen zuwiderlaufen; auch der Handel habe das dringendste Interesse, keine gesetzwidrigen Beschlüsse zur Eintragung zu bringen. Im Verlauf der weiteren Berathung wurden die Paragraphen 374, 375, 376 und 378, betr. CommisfiouSgeschäfte, in der Fassung deS Ausschusses fast einstimmig angenommen. Hiernach darf der Commtsfionär nicht auf die Richtigkeit deS Geschäfts, sondern höchstens auf materielle Differenzen innerhalb des Geschäfts angegriffen werden. Der Commissionär darf die Commission dadurch auSsühren, daß er selbst die betreffenden Objecte kauft oder verkauft, er hat dabei den Börsen- oder Marktpreis inne- zuhalten und darf die gewöhnliche Provision anrechnen. Lebhafte Debatte erregte der Spediteur-Paragraph 382. Die Versammlung beschloß einen Zusatz, welcher die Fracht-Ansprüche des Spediteurs unter gewissen Bedingungen einschränkt. Bet § 404, Ersatzleistung des Frachtführers bei Verlust des Gutes, wurde beschlossen, baß der Ersatz nicht nach dem Werthe deS Gutes am AbsendungS-, sondern am Ablieferungsorte erfolgt. Der Paragraph wird im Sinne der Ausschußanträge erledigt. Hierauf wurde der Handelstag geschlossen.
Berlin, 16. October. Wte die „Post" meldet, ist der Druck deS „Armee-VerordnungSblatteS", das bisher in der Hofbuchdruckerei von Mittler u. Sohn hergeftellt wurde, nunmehr der Reichsdruckerei übertragen worden.
Wiesbaden, 16. October. Dem Vernehmen nach wird das russische Kaiserpaar am nächsten Sonntag Vormittag 11 Uhr hier eintreffen, dem Gottesdienste tu der griechisch-katholischen Capelle beiwohnen und nach Beendigung desselben der Großfürstin Constantin einen Besuch abstatten, sowie das Diner bet ihr einnehmen. Abends wird sich das russische Kaiserpaar nach Darmstadt zurückbegeben.
Kattswitz, 16. Octobrr. In der CarlSsegen Grube bei Brzeztnea striken seit heute Morgen sämmtltche Schlosser und eine Anzahl Häuer. Die Strikenden verlangen Erhöhung des Lohnes und des FeuerungSdeputais; die Haltung der Strikenden ist ruhig.
Rom, 16, October. Heute früh 71/* Uhr wurde hier ein pur wenige Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt. Auch tu Maurizio, Savona und auf hoher See wurde daS Erdbeben bemerkt.
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Berlin, 16. October. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, wurde der Reichskanzler Fürst Hohenlohe heute Nachmittag vom Kaiser im hiesigen königlichen Schlosse zu einem längeren Vortrag empfangen. Wte dasselbe Blatt er- fährt, hat der Reichskanzler mit Ermächtigung des Kaisers dem BundeSrath den Entwurf einer Militär-Strafgerichts-Ordnung für das Deutsche Reich nebst umfangreicher Begründung zur Beschlußnahme vorgelegt.
Berlin, 16. October. Heute Vormittag trat der Aus- schuß des Colonialraths zusammen, um über die Auf- Hebung der HauS-Sclaverei und der Schuldknechtschaft tu den Schutzgebieten zu berathen.
Berlin, 16. October. Bet der heutigen Nachmittags- Ziehung der preußischen Klassenlotterie fiel der Hauptgewinn von 500,000 Mk. auf Nr. 218,004.
Gotha, 16. October. Social d em o kratt sch e r Parteitag. BormittagSfitzuug. Auf der Tagesordnung steht die Frauen EmavclpattouSfrage. Die Referentin, Frau Zetkin, führt aus, daß die Frauen der oberen Zehntausend für Gleichberechtigung im Besitze, die Frauen der mittleren und kleineren Bourgeoisie für die politische Gleichstellung kämpfen, um mit den Männern in die Concurrenz treten zu likmen, dagegen die Frauen der Proletarier nicht gegen, sondern vereint mit den Männern gegen die Capitalistenklaffe »»kämpfen. Bon großer Wichtigkeit sei daher die Organisation der Arbeiterinnen, da der Eintritt in die Gewerk
schaften der Männer den Frauen in Deutschland unmöglich sei. Fräulein Löwenberg weist die bürgerlichen Frauen- Rechtlerinnen eatschieden zurück. Verschiedene andere Rednerinnen treten ihr entgegen.
Frankfurt a. M., 16. October. Der „Frank. Ztg." wird aus Altenburg gemeldet, daß der frühere StaatS- minister von Leipziger gestern auf seinem Gnte gestorben ist. _______________
Berlin, 17. October. Wte die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, ist der Geheime LegationSrath z. D. Freiherr von Richthofeu, bisher Mitglied der ägyptischen Schulden- Commission, als Nachfolger deS Colonial-DtrectorS Kayser in Aussicht genommen.
Oedenburg, 17. October. Die Wahlbewegung forderte mehrere Menschenleben. In Nebersdorf wurde ein Landmanu von den Anhängern der Volkspartei erschlagen und der Gemetnderichter durch Stiche tödtlich verletzt.
Graz, 17. October. Der Nord- und Südabhang bei Hofgolltng wurde durch einen Wolkenbruch verheert. Die Bahnstrecken sind zerstört.
Rom, 17. October. Der Commandeur Martinez, Schatzmeister der Stadt Palermo, welcher nach einer Unterschlagung von über einer Million flüchtig ging, wurde auf dem Landgut des Fürsten Pandolfina verhaftet.
Paris, 17. October. Die Regierung ist bemüht, den speciellen Antheil der Präsidentschaft an den sieben Millionen betragenden Staatskosten für die Zarenfeste herabzumindern. Der Präsidentenzug soll deshalb waggonweise veräußert werden.
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Gießen, den 17. October.
** ReichstagLwahlliste. In der nunmehr für die Stadt Gießen abgeschlossenen Liste der Wähler für den Reichstag find 448 5 Personen als wahlberechtigt eingetragen, darunter 37 Wähler, welche auf Rcclamation nachträglich eingetragen wurden.
•• Concert. Zum Besten des UnterstützungSsondS hilfsbedürftiger Musiker des deutschen Heeres und der Marine wird unsere RegimentSmufik im Verein von hier zu militärischer Uebung eingezogenen Lehrern nächsten Mittwoch Abend in Steins Saalbau ein Vocal- und Instrumental- Co ncert veranstalten. Ein vortrrfflich zusammengeftellteS Programm, auf das wir noch zurückkommen werden, bürgt für einen genußreichen Abend, dem zu Gunsten des wohl- thätigen Zwecks ein recht guter Besuch bescheert sein möge.
** Etadttheater. Am Sonntag geht unter Mitwirkung der hiesigen Milttärcapelle die große Gesangsposse „Schützen- liS'l" in Scene. Freunden eines gesunden Humors ist dieses Treptow'SteffenS'sche Stück, welches beispielsweise in Berlin mehrere Hundert Aufführungen erlebte, sehr zu empfehlen. — Montag bringt die Directiou, vielfachen Wünschen entsprechend, die Phtlippi'sche Novität „Der Dornenweg" zur nochmaligen letzten Aufführung, auf welche wir ganz besonders aufmerksam machen, zumal der Bedeutung dieses hochinteressanten Stückes bet der kurzen Bekanntgabe der letzten Aufführung nicht die nöthige Beachtung geschenkt werden konnte.
•* Die letzte Veteranin in unserer Stadt aus der großen Zeit von 1870/71 ist gestern nach langem, schweren Leiden aus unserer Mitte abberufeu worden: Frau Elise Prell geb. Henkelmann. Sie hat sich als freiwillige Krankenpflegerin im Felde verwundeter Krieger um das Vaterland verdient gemacht,- in Anerkennung dessen wurde ihr das SanttätSkreuz und die Kriegsdenkmünze für Nichtcombattanten verliehen. Au ihrer Bahre stehen trauernd nicht nur der Gatte und ihre Kinder, sondern außer den Veteranen aus jener Zeit auch zahllose unserer Mitbürger, welche die liebenswürdige Frau gekannt haben. Der Verblichenen wird ein ehrendes Andenken für alle Zeit gewahrt bleiben.
•• Jagd. Seit gestern ist die Jagd auf weibliches Rehwild offen. Ebenso find die Schnepfen jetzt auf dem Durchzuge in das wärmere Klima.
** DaS ZahreSfest des Oberheffischen Verein» für innere Mission wird am 27. und 28. Octobrr in gewohnter Weise dahier stattfindeu. Der FestgotteSdienft wird am DienStag den 27. October, Abends 6Vi Uhr in der JohanneSkirche gehalten werden. Zum Festprediger ist unser wohlbekannter hessischer Landsmann, Pastor Otto Palmer aus Hamburg berufen. Besonders interessante Verhandlungen stehen für die am Mittwoch, den 28. Oc- tober, Vormittags 10 Uhr, in dem Confirmandeusaal der JohanneSkirche tagende Jahresversammlung in Aussicht. Dabei wird auf Grund eines Referates des Stadtpfarrers
Dr. Wurster aus Heilbronn das Thema: „Die innere Mission und die Frauen" besprochen werden, worauf schon jetzt die Frauen und Jungfrauen unserer Gemeinde aufmerksam gemacht werden. Auch die übliche Abeudversammlung in SteinS Garten mit Vorträgen und Ansprachen ist wieder vorgesehen.
** Verstaatlichung der LndwigSbahn. Der formelle Ueber- gang der Hessischen LudwtgSeisenbahn in Staatsbesitz findet nach den neuesten Vereinbarungen am 1. April 1897 statt, an welchem Termin alle Rechnungsabschlüsse ihre Erledigung gefunden haben müssen. Bezüglich der Personalien der zukünftigen Direction Mainz ist, wie verlautet, jetzt fest bestimmt, daß neben dem zum Präsidenten vorgesehenen Ober- regierungSrath Breidenbach Commerzienrath Masch- mann, das älteste Mitglied der bisherigen Specialdtrection der Hessischen Ludwigsbahn, in die Direction eintritt. Derselbe wird den Titel „RegierungSrath" erhalten. Weiter verlautet noch, daß der seither im Finanzministerium in Darmstadt beschäftigte Oberfinanzassessor Clemm in der Direction Mainz Stellung erhalten wird.
•* Zum HaudelSkammerbericht. Entgegnung. In Nr. 212 des Gießener Anzeigers erschien der Jahresbericht der Großh. Handelskammer in Gießen, die Nr. 214 vom 11. September brachte eine Kritik jenes Berichtes, soweit er landwirthschaft- liche Verhältnisse betraf,- nun am 16. October nach reichlich 4 Wochen folgt eine Entgegnung in Nr. 244 des Anzeigers, mit der ich mich jetzt beschäftigen muß. Hätte der Gewährsmann der Handelskammer die Absicht, meine Kritik zurückzuweisen, so hätte das wohl alsbald geschehen sollen. Es ist eine starke Zumuthung für die Leser deS Blattes, sich heute nochmals mit Fragen zu beschäftigen, die anscheinend vor vier Wochen ihre Erledigung bereits gefunden hatten. Der angegriffene Thetl des Handelskammerberichtes lautet: Getreide, LandeSproducte, Düngemittel. Das Geschäft in Getreide hat sich nicht wesentlich gegen daS Vorjahr verändert, in keinem Falle ist eS als schlechter zu bezeichnen. Die Ursache erblickt man darin, daß die Getretdepretse an Stabilität gewonnen und ohngesähr 2 Mk. p. 100 Kg. für Weizen und Roggen gegenüber dem Durchschnittspreis deS vorigen Jahres höher gegangen find rc. Ich bitte den geneigten Leser, sich nur einmal den Widerspruch in diesen beiden Sätzen anzuschen. Im Vordersätze hat sich daS Geschäft in Getreide gegen daS Vorjahr nicht wesentlich geändert, in keinem Falle ist eS schlechter geworden. Im Nachsatze wird behauptet, die Getreidepreise hätten an Stabilität gewonnen und seien um 2 Mk. durchschnittlich gegen daS Vorjahr höher geworden. Das wäre also keine wesentliche Veränderung des Getreidegeschäftes gegen daS Vorjahr! Nun muß ich aber wiederholt bestreiten, daß die Preise für Wetzen und Roggen im Jahr 1895 durchschnittlich um 2 Mk. höher gewesen seien. Ich will mich nicht auf meine eigenen Verkaufe berufen und diese als maßgebend htnstellen und will nur beiläufig bemerken, daß ich im Herbst 1894 meinen Weizen zu 15,50 Mk., im Frühjahr 1895 zu 12 Mk-, im Herbst 1895 zu 14 Mk. verkauft habe und daß der Weizenpreis in demselben Herbst unter 14 Mark herabsank. Der Berichterstatter der Handelskammer behauptet nach seinen Aufzeichnungen, der Weizen- preiS sei durchschnittlich um 2 Mk. im Jahre 1895 höher gewesen, als im Jahre 1894. Nach den Aufzeichnungen anderer Getreidefirmen in Gießen ist es nicht so, wen's tnte- ressirt, erhält leicht Einsicht in die Ein- und Verkaufsverzeich- ntsse unserer Getreidehändler. — Mein Gegner läßt, um mich in dieser Frage ganz tobt zu machen, deu Handelsbericht von Mannheim für das Jahr 1895 folgen. Da soll eS auf Seite 11 heißen: „Die Wetzenpreise stiegen von Anfang Januar bis Ende Juni, find von da ab bis Ende September wieder gefallen und verfolgten dann wieder eine steigende Richtung, sie waren am Schluß des Jahres ungefähr 2 Mk. höher, als am Anfang." Was will denn mein Gegner damit beweisen? Wir streiten doch darüber, ob der Weizenpreis im Jahr 1895 um ohngesähr 2 Mk. höher war, als im Jahre 1894, während der Mannheimer Bericht nur die Preise zu Anfang und zn Ende deS Jahres 1895 vergleicht und nicht die Durchschnittspreise der Jahre 1894 und 1895. Wie kann man sich so irren? Ist das außerdem die im Gießener HaudelSkammerbericht gerühmte Stabilität derGetreidepreise, wenn nach dem Mannheimer Bericht die Wetzenpretse vom 1. Januar bis Ende Juni steigen, bis Ende September wieder fallen und bis zum Schluffe des Jahres um 2 Mk. gegen die Anfangspreise des Jahres 1895 steigen? Den Berichterstatter der Handelskammer führt sein Beruf täglich in geschäftlichen Verkehr mit großen und kleinen Laudwirthen und die Er- fahrung, die er hierdurch gewinnt, befähigt ihn nach seiner Ansicht zu einem besseren Unheil über landwirthschaftliche Verhältnisse, als den einzelnen Landwirth, der nur seine eigene


