Ausgabe 
18.9.1896 Erstes Blatt
 
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Kiel, 16. September. Die SchulschiffeMoltke", St eia", .St o sch" uodGneis en au" werden von Lade bei Monat! au während del Wtuterl im Mittelmeere kreuzen. Die Schiffe sahreu uichr im Verbände, sondern jede! hat seine eigene Route.

Bremerhaven, 16. September. Der englische Arbeiter­führer Tom Mann und der Engländer Wilson, die morgen und am Sonntag hier öffentlich reden wollten, wurden Seiten! de! bremischen Senate! aulgewiesev.

Dessau, 16. September. Bon dem Herzog von Anhalt ist an den Vorsitzenden der Versammlung de! Gustav- Adolf-Verein! folgende Antwort auf da! an denselben gerichtete Huldiguugltelegramm eingegangen:Empfangen Sie herzlichen Dank, meiner freundlichst in der Ferne gedacht zu haben. Ich freue mich, daß die Hauptversammlung dielmal tu Anhalt tagt. Gotte! Segen sei fernerhin mit dem Liebel­werk. Friedrich."

Wien, 16. September.Wiener Corr. Bur. Au! Konstantinopel liegen folgende Mittheiluugeu vor: Der Offizier, der mit General Tschichatschew die Befestigungen der Dardanellen besichtigte, war der russische Militärattachs In Athen, Oberst Kaluta. General Tschichatschew erstattete dem Sultan über den Zustand, sowie Über die Mängel der Befestigungen Bericht. Die von der Pforte den ©ob schaftern angebotene directe Bewachung ihrer Residenzen durch türkische Truppen ist von den Botschaftern abgelehnt worden. Auf da! schriftliche Ersuchen der Pforte wegen Jutervenirung der Consularbeamten bei Haulsuchungen erfolgte Seiten! der Botschafter die Erklärung, daß die Consularbeamten stet! bereit seien, au! diesem Anlaß der Pforte zur Verfügung zu stehen. _______________

Vepesch« del »«rmt

Berlin, 16. September. Der Kaiser empfing heute früh um 9 Uhr im Neuen Palat! den Chef de! Livilcabinetl, von Lucauu!, und vormittag! 11 Uhr den Finauzminister Miquel.

Berlin, 16. September. Reichskanzler Fürst Hohen­lohe hatte heute eine längere Confereoz mit dem Staats- secretär de! ReichsschatzamtS, Grafen Poladowlky..

Berlin, 16. September. DieNordd. Allgem. Ztg. weist darauf hin, daß sicherem vernehmen nach die Be- rathungen im Bundesrath über den im Jahre 1894 vor­gelegten Entwurf einer Novelle zu dem Unfall-Der- ficheru nglgesetz inzwischen soweit gefördert worden find, daß ihr Abschluß schon in nächster Zeit zu erwarten sein dürfte.

Berlin, 16. September. Die Besprechung des Chef! de! rusfischeu Postwesen!, General Petrow, mit dem Staatssecretär v. Stephan erstreckte sich hauptsächlich auf die verbefferungen im Postpack Verkehr und im Telegraphen- wesen, sowie auf die wichtigen der für den nächsten Welt- Post Congreß in Washington im Jahre 1897 in Vorbereitung begriffenen Anträge. General v. Petrow ist nach Peterlburg zurückgereist.

Berlin, 16. September. Bezüglich der neuerdings wieder angeschnittenen Frage eine! eventuellen Rücktritt! de! Reichskanzler! betont dieKreuzzritung", daß für den Fürsten Hohenlohe weder eine Beranlaffung vorltege, noch überhaupt die Neigung vorhanden sei, von seinem Posten zurückzutreten. Da aber die Person de! Fürsten Hatzfeld erneut mit der zukünftigen Kanzlerschaft in Verbindung ge­bracht wird, so gibt dieKreuzzeitung" zu erwägen, daß der Fürst während seiner langjährigen Thätigkeit als Reichstags- abgeordneter und ebenso als Oberpräfident von Schlesien gewiß reichliche Gelegenheit gehabt hat, mit unseren inneren politischen Verhältniffen sich vertraut zu machen, daß er auf dem Gebiete der auswärtigen Politik aber ein Homo novus gewesen sei.

Berlin, 16. September. Der 3. deutsche See- Fischertag trat heute Vormittag 10 Uhr im Hörsaale des Chemiegebäudes zu seinen Berathungen zusammen. An- wesend sind Vertreter der Seefischereien aus Dänemark, Eng- land, Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Umer- staatlseeretär Rothe vom Reichsamt des Innern hieß Namens der deutschen Regierung den See-Fischertag willkommen und verficherte, daß die RetchSregierung den Bestrebungen de! Vereins die größte Sympathie entgegenbringe. Landwirth- fchaftSminister v. Hammerftetn verficherte gleichfalls den deutschen See-Fischertag seiner Sympathie.

Breslau, 18. September. Zu der Meldung, daß die Kaiserin Augusta Victoria den ihr augebotenen Ehrentrunk der Stadt Breslau abgelehnt habe, erfährt derBreil. Gen.-Anz." auf Grund bester Information, daß der Sachverhalt folgender war: Der Magistrat reichte an da! Hofmarschallamt die Liste der zu Ehren der Majestäten geplanten Festlichkeiten ein. Da! Hofmarschallamt strich den Ehrentrunk für die Kaiserin und derselbe unterblieb infolgrdeffen.

Frankfurt a. Dl., 16. September. DieFranks. Ztg." meldet aul München: Da! Deutsche Theater wird am 26. September eröffnet.

Dresden, 16. September. Auf dem Polizeihaul-Neubau in der kleinen Schteßgaffe ereignete fich heute Vormittag ein schwerer Unglück!fall. Durch ein herabstürzende! Gefiml- stück wurde ein Arbeiter auf der Stelle erschlagen und ein anderer schwer verwundet.

Rom, 16. September. Ministerpräsident Rubint reist heute nach Monza zum König Humbert, um mit ihm da! Programm sür die Hochzeitlfeierlichkeiteu del Kronprinzen festzusetzen. Außerdem soll bet dieser Unterredung der Wort­laut einer Amnestie verfaßt werden.

Paris, 16. September. Nachdem fich die hiesigen Blätter alle Mühe gegeben haben, um zu beweisen, daß dal anar­chistische Complott nicht gegen den Zaren, sondern gegen die Königin von England und die englischen Behörden ge­richtet war, erscheinen die heutigen Blätter mit fettgedruckten Artikeln, tu welchen sie dal geplante Attentat gegen den

Zaren und die Königin Victoria melden. Die in Rotterdam, Antwerpen, Glasgow und Newyork gemachten Entdeckungen laffeo hierüber keinen Zweifel bestehen.

Paris, 16. September. In der Redaction beiJa- transigeaut" suchte die Polizei nach einem Briefe de! Anar- chisteu Rabardy an den Redacteur Dabot!, welcher ihn auch aulhändigte.

Paris, 16. September. Hier ist eine Reihe von strengen Maßregeln gegen die Anarchisten aul­gearbeitet worden, ähnlich wie nach der Ermordung Carnotl. E! soll eine Art Treibjagd gegen alle, welche al! Anarchisten verdächtig find, organifirt werden li-

Marseille, 16. September. Die Regierung verhandelt mit hiefigen Aulwanderuug! - Agenten behuf! Trani- portirung der Armenier nach Amerika.

Loudon, 16. September. Die von Brüssel au! ver­breitere Nachricht, der von Tyuan beabfichtigte Anschlag sei im Einvernehmen mit den Nihilisten vorbereitet gewesen uod habe dem Zaren gegolten, bestätigt fich nicht. Bon hier lebenden russischen Emigrauteusühreru wird diese Meldung auf da! Bestimmteste al! absurd bezeichnet und erklärt, daß e! fich um einen Anschlag der Anarchisten behufs Beraubung von Geldinstituten handle.

London, 16. September. Die Agitation gegen den Sultan dauert fort. Lord Salisbury soll gestern circa tausend Depeschen erhalten haben. Die radicalen Zeitungen predigen fortwährend zum Kreuzzuge gegen die Türkei und erklären, England könne und müsse auch allein den Sultan beseitigen.

Konstantinopel, 16. September. Nach den Behauptungen der Polizei hätten die Armenier ein Attentat gegen die Sophien-Moschee geplant gehabt. Au! diesem Grunde wird die Moschee schars bewacht. Die Absetzung der Besatzung vom Yildtz-Ktosk soll deßbalb erfolgt sein, weil die englische Botschaft mit mehreren Offizieren einen geheimen Verkehr unterhalten hatte.

Berlin, 17. September. Wie dieBerl. Neuest. Nachr." von gut informirter Seite erfahren, hat der commandirende General des 5. Armeecorps, General von Seeckt, den Kats er bet Gelegenheit der Manöver um Genehmigung seines be­reits im Mai d. I. ausgesprochenen Abschiedsgesuche! gebeten, und zwar mit Rückficht auf sein körperliche! Be- finden. Das Gesuch wurde vom Kaiser genehmigt, sein Beröffentltchungstermin steht jedoch noch aus.

Berlin, 17. September. Die Ankunft de! Kaiser! in Rominteu wird vorauSfichtlich am 21. ds. Mt!. Mittags erfolgen.

Berlin, 17. September. DaS preußische HandelSmint- stertum hat, den Blättern zufolge, neuerdings wieder die wirthschaftlichen Vereinigungen aufgefordert, ihm Mitthei- lungen über die weitere Wirkung der Handelsver- träge zugehen zu lassen.

Thorn, 17. September. Von der durch die Pilz- Vergiftung in Slafin bei Nackel betroffenen Arbeiter­familie find weitere zwei Personen gestorben, inlgesammt also fünf Personen.

Loudon, 17. September. Dreihundert Polizisten sind nach Leith zur Bewachung bet Ankunft de! Zaren be- ordert worden. Wie gerüchtweise verlautet, will man den Prinzen von Wales bestimmen, bet der beabsichtigten nationalen Protest-Kundgebung in Sachen der Armenier die Führerschaft zu übernehmen.

Koustautinopel, 17. September. In Kuhkoyu, einer Vorstadt Stambul!, versuchten 150 bewaffnete Armenier einen Crawall herbeizuführen, sie wurden aber vom Militär schnell entwaffnet und verhaftet. Bet dem österreichischen Botschafter fand gestern Vormittag eine Bot- schaftsconfereuz statt. Gestern Mittag ist daS dritte russische Stattonsschiff etngelaufeu.

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Sietzen, den 17. September.

* * Wechfelstempelsteuer. Im Monat August d. I. kamen im Bereiche de! OberpostdirectionSbezirkS Darmstadt an Wechselstempelsteuer 11 139 Mk. 90 Pf. ein, mit der Einnahme tu den Vormonaten des Rechnungsjahres 1896/97 (April bis April) zusammen 62,326 Mk. (877 Mk. 80 Pfg. weniger als im entsprechenden Zeitraum des vorhergegangeneu Berichtsjahre!).

Verhaftet wurde gestern ein dem Arbeiterstande an­gehöriger Mann, welcher sich eine! verbrechen! im Sinne des § 176 pos. 3 de! Reichl-Strafgesetze! schuldig ge­macht hat.

Für Sammler von Postwerthzeicheu ist eine Mit- theilung der belgischen Postverwaltung beachteniwerth. Die belgische Post hat aul Anlaß der Brüsseler Weltaus­stellung von 1897 eigene Postwerthzeicheu anfertigen lassen. Diese neuen Briefmarken und zwar im Werthe von 10 Centime! kommen schon Anfang kommenden Monat! zor Ausgabe. Die belgische Post, die Jahr für Jahr neue Post- werthzeichen ersinnt, hofft jetzt, auf diese bequeme Weise der Staatskasse ein hübsche! Sümmchen zuzuführev. Die Post­werthzeichen mit höheren Beträgen folgen nach.

Die Sterbekaffe des Bundes Deutscher Gastwirthe (Juristische Person) hat fich in den 3>/, Jahren ihre! Be­stehens al! ein großer Segen sür den Gastwirthestand er- wiesen, indem dieselbe in der Zeit mehr al! 500,000 Mk. für ihren edlen Zweck Noth beim Hiuscheiden de! Er- nährer! oder der sorgenden Mutter zu verbannen ver- anlgabt und so manche Existenz vor dem Zusammenbruch bewahrt hat. Die Angehörigen der Mitglieder dieser Kasse stehen geschützt da, wenn, waS auch im Wirthlgewerbe sehr oft vorkommt, da! Haupt der Familie den Seinen plötzlich entrissen wird. Der Rcservefoud! beträgt ca. 220,000 Mk., während die Mitgliederzahl von 900 in 1893, auf circa 8000 gestiegen ist. Die Staatlregierung hat der Kaffe die

Rechte einer juristischen Person zuerkauut, ficherlich i, Anerkennung ihre! wohlthätigeu und segensreichen Wirkens und der guten Verwaltung. Die Sterbegelder betragen je nach Wahl 500 Mk. und 1000 Mk. und werden ein paar Stunden nach erfolgter Anzeige ausbezahlt, «aS in vielen Fällen sehr nützlich sein dürfte- wer rasch gibt, gibt doppelt, sagt schon ein alte! deutsche! »ort. Ein »eiteret Vorzug der Kaffe besteht darin, daß ihre Sterbegelder selbst bet größter Ueberschulduug der Beschlagnahme oder Pfändung nicht unterworfen find, während die! bekanntlich bei Lebens- verfichernug!-Policen der Fall ist. Die monatlich, viertel-, halb- und ganzjährig zur Erhebung gelangenden Beiträge find mäßig und so gestellt, daß selbst der Minderbemittelte seinen Angehörigen den Segen dieser Kaffe sichern taue. Alle mehr zum Bedarf nothwendig erhobenen Beiträge werde, in Gestalt einer Dividende an die Mitglieder zurückoergütet, die Beitragspflicht erlischt mit dem 65. Lebensjahre. Si bildet diese! Institut ein unumgängliche! Bedürfniß für jeden Gastwirth- selbst für den allerwohlhabendsten ist ei eine, bei den heutigen Zeiten sehr uothweudige Ergänzung der Lebenlverficherung. Niemand kann sagen, wie e! ihm und den Seinen noch geht auf dieser Welt- wie geschützt stehen aber die Angehörigen da, wenn der Vater durch recht- zeitigen Beitritt zu einem so fürsorgenden Institute befiel Wohlthaten den Seinen gesichert hat. Wie wir vernehmeu, besteht bei den, zum Bund deutscher Gastwirthe zählende, Gastwirthe-Vereinen die Abficht, für den Beitritt zu dieser Kaffe htnzuwirken. Im Interesse der Angehörigen dürfte ei liegen, daß dem allgemein entsprochen würde, damit in Zu­kunft beim Ableben eine! Gastwirthe! ober Gastwirthi. Gattin (auch bte Ehefrauen unb Wittwen finb beltrittl« berechtigt) überall baö so ansehnliche Sterbegelb zur Sofor­tigen Aulzahlung gelangen würbe. Mögen alle Gastwirthe unsere! Leserkreise! und beren Frauen ben hohen Segen bieser Einrichtung erkennen unb nicht zögern, sich berfelben anzuschlteßen, wie e! in vielen Städten unb Orten Deut'ch- land! ber Fall ist, wo saft sämmtliche Gastwirthe mit ihre, Frauen der Kasse augehören.

-|- Nidda, 16. September. Unter Oberleitung bei Großh. Kreilrath! Herrn Geh. RegierungSrathS Klietsch- Büdingen fand heute auf der sogen. Gänlwtese dahier eine trotz wenig günstiger Witterung gut besuchte Aulstelluug von Zuchtvieh der zum Genossenschaftsbezirk Nidda ge­hörigen Mitglieder statt, welcher eine Diplomverthetlung folgte. Zum Auftrieb gelangten etwa 40 Stück Rindvieh, deren Besitzer für den Hierhertranlport über 100 Mk. Weg­geld zusammen erhielten. An neun gelangten Prämien- diplome zur Dertheilung und zwar in folgender Rangordnung 1. Karl Strauch, Borldorf. 2. Joh!. Weil In Salzhausen, Gustav Schmidt 1. zu Wallernhaujen und Heinrich Werner 4. in Dauenheim. 3. Heinrich Scharmann von Ober-Mockstadt, Loui! Reuning zu Wallernhausen unb Karl Strauch zu Bors- borf. 4. Friedr. Hebbel in Ortenberg unb Heinr. Werner 4. zu Dauernheim. Eine gleiche Ausstellung veranstalttt morgen bie Zuchtvieh Genossenschaft Büdingen an der Saline zu Büdingen.

-ö- Rudingshain bei Schotten, 16. September. Bor einigen Tagen schwebte der fast allen Vogelsberg-Touristen bekannte Gastwirth und Schweinehändler Georg Deubel in Lebensgefahr. Er wollte von Götzen, einem von hier eine Halde Stunde entfernt liegenden, durch ein ziemlich tiefe! Thal getrennten Orte, wo er fich auf einer Geschäfts- tour befand, all eS bereits sehr dunkel war und ein öe- toitter aufstieg, mit seinem Fuhrwerk nach Hause zurückkehren. DaS Pferd wurde infolge eines Blitze! scheu und ging durch, wobei der Wagen umfiel- e! raste im sausenden Galopp ben steilen Berg hinunter. Deubel war glücklicherweise beim Umfallen deS Wagens au! demselben heraulgeschleubert wor- den unb ist unbeschädigt davongekommen. Da! Pferd aber fand man später unten im Thale, wo e! von einer Brücke hcrabgestürzt war unb baS Genick gebrochen hatte. Dos Pferb war mit 450 Mk. versichert. Für bi! jetzt der be* * treffenben Versicherung noch sernstehenbe Pferbebesitzer bürste bieser Vorfall eine ernste Mahnung bebeuten.

Worms, 16. September. Wegen Wässern! der Milch wurden von dem hiefigen Schöffengericht In feiner gestrigen Sitzung drei Frauen aul unseren Nachbarorten |n 100, 150 und 300 Mark Geldbuße verurthellt.

Koblenz, 15. September. Der in Pfaffendorf ver­storbene General-Lieutenant a. D. v. Merten! hat fein ganze!, weit mehr al! eine halbe Million betragende! Ver­mögen durch letztwillige Bestimmung seiner Dienerschaft ver­macht. Aus Grund de! Testament! find bereit! mehrere Versteigerungen und Verkäufe feiten! der Dienerschaft verort« laßt worden. Neuerding! Hot fich nun noch ein zweites Testament vorgefunden, durch da! General v. Merten! ge­meinsam mit seiner verstorbenen Ehefrau bestimmt hat, daß da! gesammle vermögen der Stadt Coblenz zufallen solle. Da an der Rechtlgültigkelt dieser gemeinsamen letztwilliger, Bestimmung der Eheleute v. Merten! trotz bei vorhandene, zweiten Testament! nicht zu zweifeln ist, fo hat bte Stadl Coblenz beschlossen, ihre Ansprüche, wenn nöthig aus gericht- lichem Wege zu verfolgen. Um inbeffen auch ber letzwilligen Bestimmung bei General! Rechnung zu tragen, will sie fit mit ber Hälfte bei vermögen!, bas auf annähernb 800,000 Mk. geschätzt wirb, zufrieben stellen lassen.

Welver im Kreise Soest, 15. September. In ber Nähe de! hiefigen Bahnhöfe! stand ein Ulan auf Vorposten. Er hakte anscheinend da! Nahen ber Patrouillen bei marfirtw Feinbe! nicht rechtzeitig bemerkt unb auch mehrere feind­liche Schwabronen übersehen, bte im Anrücken waren. Um ber Gefangennahme zu entgehen, warf er fich auf sein Pferd, hierbei schlug ber darabtner gegen ben Sattel, die Daye entlud fich unb ber Holzpfropfen ber Patrone brang dem Soldaten in den Rücken und kam en der Brust heran!-

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