Dienstag den 18 August
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Erstes Blatt
Anrts- und 2lnzeigeblutt für den Kreis Gieszen
Hratisöeitage: chießener Jamitienötätter
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Annah mi von Anzeigen zu der Nachmittag- für b« folgenden Lag erscheinenden Nummer dir Borm. 10 Uhr.
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Alexander Ma
Die Gießener
AamittenvtLIter »«den dem Anzeiger »Hcheutlich dreimal beigeleg».
»licklich jede schwach? er, knapper Verpack d Colonialwaarengej!
viertelfShriger <£ßoewe«eet»preU 8 2 Mark 20 Pfg. mit vringerloha.
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Aurluud.
Paris, 15. August. Der Präsident Faure hat sich heute Nachmittag auf seinen Landfitz bei Havre begeben.
Stockholm, 15. August. Mit Bezug auf daS aus Ottawa veröffentlichte Telegramm, nach welchem Indianer in Britisch Columbia einen Ballon beobachtet haben wollten, der für den Andree'S angesehen wurde, hatte daS Ministerium deS Aeuhern an den schwedisch-norwegischen Cousul in Victoria in Britisch Columbia eine Anfrage gerichtet. Auf diese ging folgendes Antwort-Telegramm ein: Gedachter Ballon pasfirte über Winnipeg am 1. Juli. Ein Kaufmann in Hazelton am Skeenafluß auf 55 Grad 16 Mtn. n. B. und 127 Grad 40 Mtn. östl. L. berichtete am 3. Juli, daß die Indianer am genannten Tage um 7f/2 Uhr Abends einen ballon- ähnlichen Gegenstand 4 Meilen westlich Hazelton in einer Höhe von etwa 400 Fuß beobachtet hätten, eS hätte zu der Zeit ein steifer Nordnordwest-Wind geherrscht. Indianer bei Headwater am Skeenafluß hätten berichtet, daß fie an demselben Abend einen ballonähnlichen Gegenstand beobachtet hätten, welcher einen starken Lichtschimmer verbreitet habe und von Nordwesten gekommen sei. Der Kaufmann fieht die Mtttheilungen als glaubwürdig au, kann aber erst nach sechs Wochen nähere Nachricht senden.
Der >k|e*et Anzeiger erscheint täglich, «Ü Ausnahme deS Montags.
Berlin, 16. August. Zu dem Ministerwechsel im Kriegsministerium äußern fich heute sammtltche Blätter und glauben zumeist, daß der Rücktritt deS Ministers Bron- sart v. Schellendorff wegen Differenzen mit dem Chef deS MilitärcabinetS erfolgte. Es werden aber auch als Ursache deS Sturzes Meinungsverschiedenheiten über die Reform der Militärftrafprozeßordnung angegeben. Die „Staatsbürger- Zeitung" glaubt keines von beiden. Dagegen soll Thatsache sein, daß Bronsart v. Schellendorff in letzter Zeit vielfach Grund zur Verstimmung in der Behandlung von Personenfragen hatte, weil seine Intentionen dabei häufig durchkreuzt wurden. Die Gewitterwolken, die in letzter Zett den inner- politischen Horizont verdunkelten, sollen deßhalb mit diesem Ministerwechsel in keiner Weise beseitigt worden sein. — Die „Nationalzeitung" hält für die künftigen Beziehungen zwischen KriegSminiftertum und Militärcabinet den Umstand für bezeichnend, daß der neue KrtegSminister nur General- lieutenant, der Chef deS MilitärcabinetS aber General der Infanterie ist, daß der politisch nicht verantwortliche Be> rather deS Kaiser» über militärische Dinge somit dem ver- anrwortlichen Berather im Range vorgeht. DaS „Berl. Tagebl." erblickt in dem Umstand, daß Herr v. Goßler, der geistige Vater der „vierten Bataillone", mit der Leitung deS Kriegsministeriuws betraut wurde, die Gewähr für den Fortbestand der vielfach angegriffenen zweijährigen Dienstzeit. — Dem „Vorwärts" ist der Wechsel im Ministerium ganz gleich, da Herr v. Goßler daS Gleiche anstreben und daS Gleiche gegen die Socialdemokratie im Schilde führen wird, wie Herr von Bronsart. — Zu dem Schlußsatz in dem kaiserlichen Handschreiben an den verabschiedeten Kriegs- Minister bemerken die „Berl. Neuesten Nachr.", er laffe die Annahme zu, daß „die Heranziehung zum Dienst als Gene- ral-Adjutant" die Nachfolge für General v. Hahuke im Militärcabinet bedeuten könnte, doch sei kaum anzunehmcn, daß eine solche Stellung dem Geschmack des Generals v. Bronsart, der nun als Dreiundsechzigjährtger zum zweiten Male in den Ruhestand tritt, entsprechen würde.
Pari», 16. August. „Libre Parole" spottet über alle Ideen, welche darauf hinauSgehen, dem Czaren ein Geschenk zu widmen. DaS Blatt sagt: ES wäre ein Un- finn, dem russischen Kaiser ein Petschaft oder ein Tintenfaß zu verehren, da er daS franco-russische Bündniß weder besiegeln noch unterzeichnen wolle. Das Geschenk einer Wiege an die Czariu wäre ebenfalls Unsinn, da man daraus schließen könne, daß Frankreich kindisch geworden sei und fich in Illusionen wiege.
Parts, 16. August. „Petit Journal" meldet, daß an- läßlich deS Zarenbesuchs bisher folgende Festlichkeiten festgesetzt worden find: Glänzender Empfang, Truppenschau, Großes Diner im Elisve, Galavorstellung im Opernhaus. Alle Festlichkeiten werden officiellen Character haben, von der Regierung selbst organisirt und vom Präsidenten geleitet werden. ___________
Berlin, 17. August. Der Edisonpavillon auf der 83er- liner Gewerbeausstellung ist gestern Nachmittag fast vollständig ausgebrannt.
Berlin, 17. August. Die Ziehung der AuSstellungS- lotterte ist thatsächlich ungültig, nachdem die Revision daS Fehlen einer Nummer bestätigte. Die neue Ziehung erfolgt sehr bald.
Straßburg, 17. August. Gestern Nachmittag wurde auf der Rennbahn des „Ractng-Club Straßburg" der mit großer Spannung erwartete Tandem-Match über 50 Kilometer zwischen den beiden Parisern Leona und Bauge und den beiden Elsässern Jeannin-Straßburg und Nicot-Mülhausen ausgefochteu. Einsatz 500 Mark. DaS erstgenannte Paar hatte das Unglück, daß der Reifen der Maschine während deS Rennens platzte- als an der hierauf bestiegenen Maschine ein Sattel fich lockerte, gaben die Fahrer, welche ohne die» Mißgeschick voraussichtlich das Rennen gewonnen hätten, auf; ihre Concurrenten Jeanntn und Nicot setzten da» Fahren fort und legten die 50 Kilometer in 1 Stunde 14 Minuten zurück. Sie schlugen dabei den bisherigen deutschen Record für die Stunde, welchen Fischer und Eiseurichter in München mit 41 Kilometer 670 Meter geschaffen hatten, indem fie in der Stunde 41 Kilometer 976 Meter, also 306 Meter mehr zurücklegten.
Rom, 17. August. Die italienische Regierung trifft die nöthigen Vorbereitungen zur Ausrüstung von dreißigtausend Mann, welche nach Abyssinien eingeschifft werden sollen, falls der Friede mit dem NeguS Menelik nicht bis zum 1. October d. I. uvterzeichnet worden ist.
Paris, 17. August. Der UnterrichSminister hielt gestern anläßlich der Enthüllung deS Denkmals für Carnot
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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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Deutsche- Reich.
Berlin, 15. August. Der Reichskanzler Fürst zu -»Heniohe-Schillingsfürst ist mit Gemahlin und lochter heute vormittag nach Schloß Werki in Rußland ib gereift.
Berlin, 15. August. Bei der heutigen Ziehung der rosstellung»lo tterie stellte fich heraus, daß ein Gewinn feh lte, der entweder zu wenig eingezählt worden, oder au irgend eine andere Art abhanden gekommen sein muß. Es barde sofort eine genaue Untersuchung angeordnet und die iriommet amtlich versiegelt. ES ist möglich, daß die ganze Drehung für ungiltig erklärt wird. — Folgende Haupttreffer banden bei der heutigen Schlußztehung der AuSftellungSlotterie «r«gen: auf Rr. 69 905 fiel der zweite Gewinn im Werthe j1Itl 15 000 M!., auf Nr. 298 904 der fünfte Gewinn im «e rthe von 2000 Mk., auf Nr. 169 639 der 21. Gewinn In, Werthe von 500 Mk., auf Nr. 218 298 der 17. Gewinn ihn Werthe von 500 Mk., auf Nr. 277113 der 27. Gewinn
Bekanntmachung.
Großh. Ministerium des Innern hat durch Entschließung iom 7. August dfS. IS. die Abhaltung des für den 25. August dss. IS. geplanten VtehruarkteS zu Gedern unter der Be- Mngung genehmigt, daß nur Thtere au» unverseuchten Orten itt Provinz Oberheffen und des Köntgl. preußischen AmtS- geriichtsbezirks Btrstein aufgetrieben werden dürfen, daß Mere von Händlern aber nur dann zugelaffen werden, wenn st: mindestens fieben Tage in unverseuchten Orten der Pro- hinjj Oberheffen in seuchenfretem Zustande zugebracht haben.
Wir machen dabei darauf aufmerksam, daß beim Auf- irteb von Vieh vorschriftsmäßige UrsPrungSzeugniffe vorzu- jrigen find, welche für Nichthändler von den Großherzogltcheu Bürgermeistereien, für Viehhändler dagegen von einem be- mieten Thierarzte ausgestellt werden müffeu.
Schotten, den 11. August 1896.
Großherzogliches KreiSamt Schotten. Schönfeld.
im Werthe von 500 Mk., auf Nr. 334 387 der 13. Gewinn im Werthe von 500 Mk.
Berlin, 15. August. Die am 13. und 14. d. MtS. erfolgte Durchfahrt der gesammten UebungSflotte durch den Kaiser-Wil Helm-Can al, deren vorzügliches Gelingen dem Kaiser gestern Abend von dem StaatSsecretär v. Bötticher telegraphisch gemeldet werden konnte, bildet, wie die „Nordd. Allg. Ztg." officiöS berichtet, einen glänzenden Beweis für die Leistungsfähigkeit des Canals. Die Durchfahrt, welche zum Theil während der Nachtstunden erfolgte, ist nicht nur wegen der großen Zahl der in kurzen Abständen schnell aufeinander folgenden Schiffe, sondern namentlich auch dadurch bemerkenswerth, daß die größten Panzerschiffe der Marine, die der Brandenburg Klaffe, mit vorzüglichem Erfolge daran Theil genommen haben. Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt ihren officiösen Artikel wie folgt: Die Ablegung einer solchen Probe kann nur dazu dienen, den Ruf und daS Ansehen deS Kaiser-WtlhelmS-Canals im eigenen Lande wie im Auslande zu erhöhen und die letzten Bedenken in Betreff der Sicherheit und Bequemlichkeit dieses Wafferweges zu zerstreuen, die zu dem bisher verhältnißmäßig geringen Verkehr im Canal betgetragen haben mögen.
Kiel, 15. August. In der Kaserne des hiefigen See- bataillon» ist eine ansteckende Augenkrankheit auS- gebrochen. Die erkrankten Mannschaften find in das Garnison- lazareth überführt worden. Um einer Wetterverbrettung der Krankheit energisch entgegenzutreten, find umfaffende VorfichtS- maßregeln getroffen worden. Sämmrliche Mannschaften sind ärztlich untersucht worden, und diejenigen, deren Augen krank erscheinen, find fortgesetzter ärztlicher Controlle unterstellt.
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Gießener Anzeiger
Keneral-Mnzeiger.
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Berlin, 16. August. Der „Reichsanzeiger" berichtet, daß der Kriegsminister Bronsart von Schelleudorf auf seinen Antrag vom Amte entbunden und Geuerallieute- nant von Goßler zum KrtegSminister ernannt worden ist. (Der neu ernannte KrtegSminister v. Goßler war bisher Commaudeur der 25. (Großh. hessischen) Division.) — Der Kaiser hat an General Bronsart von Schellendorf anläßlich seiner Verabschiedung ein Handschreiben gerichtet, worin dem durch den Gesundheitszustand begründeten Gesuche vom 15. Juli um Verabschiedung entsprochen wird und General Bronsart unter Belaffung ä la suite deS mecklenburgischen Greuadier-RegimentS Nr. 89 und unter Ernennung zum General-Adjutanten mit gesetzlicher Pension zur Disposition gestellt wird.
Berlin, 16. August. Wie aus Kassel gemeldet wird, hat daS Kaiserpaar gestern mit dem gesammten Hofstaat von Schloß WilhelmShöhe aus einen Ausflug in 10 Wagen nach BaunSberg gemacht, wo im Walde ein Picknick veranstaltet wurde. Der Kaiser sah sehr gut auS und grüßte lächelnd die spalierbildende Menschenmenge.
Berlin, 16. August. AuS Wien wird telegraphirt, die Meldung des „Wiener Fremdeublattes", daß daS Zaren- paar von Wien zum Besuche der herzoglichen Familie von Cumberland nach Gmunden reise, dürfe fich kaum bestätigen, da nach den bisherigen Dispositionen daS Zarenpaar von Wien dtrect nach Rußland zurückkehrt und erst von dort aus die Weiterreise erfolgt und zwar zunächst nach Breslau.
Bekanntmachung,
betreffend die Ankörung von Zuchtbullen.
Mit dem am 27. August l. Js. zu Grüuberg statt- sini enden Biehmarkte wird die Abhaltung einer öffentlichen Falielschau durch die Körcommtsfion verbunden werden. Bei der Schau, welche Vormittags 9 Uhr beginnt und nur zum ßioKcfe der Ankörung stattfindet, werden seitens der Kör- coamisfion nur sprungfähige Bullen der Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler Rasse berücksichtigt werden.
Die Fasel müssen sicher gefesselt werden, sonst ist Weg- »eisnng zu gewärtigen.
Gießen, den 14. August 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gießen, den 14. August 1896. Be:tr.: Die Erstattung der RauhbaurevifionSberichte.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen litt die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Nach § 101 Absatz 4 der Ausführungsverordnung vom 1. Februar 1882 ist unS durch Sie von der erfolgten Rauh- banrevtfion genehmigungspflichtiger Bauten und der FeuerungS- anRogen Anzeige zu erstatten und dabei zu bemerken, ob die Ausführung vorschriftsmäßig erfolgt ist, oder ob und welche Suftände sich bei der Revision ergeben haben und binnen Heller Frist der Bauherr diese Anstände beseitigen will.
Da bezüglich einer großen Anzahl von Bauwesen, deren M'ifion nach Mittheilung der Bezirksbauaufseher bereits erfolgt ist, Ihre nach Vorstehendem zu erstattenden Berichte noch nicht eingelaufen find, erinnern wir Sie an alsbaldige Vor- lags derselben.
Gleichzeitig machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß in Ihren Berichten auf daS Datum de» Baubescheids Legug zu nehmen und dasjenige der Vornahme der Revision anzmgeben ist.
Bezüglich derjenigen Bauvorhaben aus dem Jahre 18914/1895, unb dem laufenden Jahre, welche nach hierüber an uns erfolgter Vorlage vor Ertheilung einer Genehmigung bei Ihnen zurückgezogen worden sind, ist unS hiervon eben» sollls Anzeige zu erstatten.
v. Gagern.
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