Ausgabe 
17.11.1896 Erstes Blatt
 
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einem zweiten Kind das Leben, welches der Armenverwal­tung zu Mainz zur Versorgung Übergeben wurde. Mainz beansprucht von Ober-Gleen, woselbst die Morneweg den UaterstützungSwohnfitz hat, Ersatz der entstandenen und noch erwachsenden Pflegekoften für daS zweite Kind, während Herr RechtSauwa t Labroiffe als Vertreter der Gemeinde Oder-Gleen den Anspruch abzuweisen bittet, weil die Mutter ihrer fortgesetzten Kindeßmißhandlung wegen eine Person sei, welcher man auch selbst dann daS Kind nicht in Pflege geben könne, wenn die Gefängnißordnung dies gestatte. ES hätte sonach die Unterbringung auch dieses zweiten Kindes auf Grund des Zwangserziehungsgesetzes erfolgen wüsten, und zwar habe die diesbezüglichen Schritte der OrtSarmenverbaud Mainz zu veranlaflen gehabt, weil die Mutter fich eben in Mainz (im Gefängniß) befinde. Der Vertreter des OrtS- armenverbandeS Mainz ist dagegen der Ansicht, daß der Antrag auf Zwangserziehung des Kindes von derjenigen Gemeinde zu stellen sei, woselbst die Mutter ihren Unter» stützungSwohnsitz habe, und dies sei Ober »Gleen. Der Provinzialausschuß hat dem Klageantrag stattgegeben und den Ott^^.^.nverband Ober-Gleen zur Zahlung deS sämmt- lichen PfleggeldeS verurtheilt. Auch hat der beklagte OrtS- armenverband alle Kosten zu tragen und einen Averfional- betrag von 30 Mk. zur Provinzialkoste zu zahlen.

** Die Local Garleobau-AuSstellnug, bezüglich deren Zu­standekommens voraus bemerkt werden soll, daß Herr Louis Becker fich besonders darum verdient gemacht, war vm gestrigen Sonntag gut besucht. Namentlich war der Andrang groß, als um 4 Uhr das Concert der RegimentS- mufik begann. WaS in den Nebenräumen bei Stein'schen Saalbaues nicht Platz finden konnte, schob fich förmlich in dem Ausstellungsräume. Es ist selbstverständlich, daß an» gkfichts der vorzüglichen Leistungen unserer Gärtner manches Wort der Anerkennung von Seiten der Beschauer auSge- sprachen wurde. Wenn diese Zeilen in die Ocffentlichkeit kommen, wird die Ausstellung bereits geschloffen sein, trotz­dem können wir nicht umhin, noch der vorzüglichen Binderei-Arbeiten zu gedenken, die eine Längsseite deS Saales einnehmen. Die Ausstellung des Herrn Fritz Schmitz besteht aus einem Pflanzenkorb mit Chrysanthemum, die in Separaifarben geschmackvoll zusammengestellt find,- ein weiterer Korb, mit rosafarbenem Band verziert, enthält Rosa Chrysanthemum. Daneben befindet fich ein Blumen- k ffen, mit Veilchen geschmackvoll arrangirt, ein Füllhorn aus weißen Chrysanthemum, sowie einige andere schöne Binde» arbeiten. Herr Chr. Pfeiffer stellt auf staffelartigem Aufbau einen aus Christrosen gewundenen Kranz auS, ferner einen Kronz aus grünen ©lüttem mit verschiedenen weißen Blürhen verziert, in der Mitte ein Bouquet mit Atlas- schleife, einen Kranz aus Palmenwedel mit Bouquet, zwei kleine Kränze aus gefärbten Mahoniablättern mit WachSrosen und Aluminiumblättern zusammengestellt, sowie schließlich eine Anzahl sonstige schöne Bindereien. Der folgende Aus­steller, Herr Carl Becker, hat seine Arbeiten in einem schönen pavillonartigen Ausbau aus Modrola mit Tüll- Verzierung untergebracht. Zuerst seffeln den Beschauer zwei prachtvolle Kränze, einer mit weißen Chrysanthemumblumen unterbunden und mit einem violetten Band durchzogen,- ein schöner Lorbeerkranz mit Veilchen ist mit AtlaSband verziert - zwei geschmackvoll zusammengestellte Chrysanthemumkörbe, jeder nur in einer Farbe der betreffenden Blumen, find mit dazu paffendem Band verziert- bei einem der­selben bildet eine auf dem Henkel befestigte Taube einen wirkungsvollen Abschluß. Weiter ist zu erwähnen ein werthvoller, schön arrangirter Fliederkorb mit Orchideen» Verzierung, ein Brautschmuck und andere schöne Arrangements. Frau Valentin Moser Wtwe. hat eine Sammlung schön zusammengestellter Rindenkörbchen, zwei auS grünen Blättern mit weißen Blumen verzierte Kränze und andere Bindereien ausgestellt. Herr Friedrich Georg stellt verschiedenartige Fantasie - Bindereien auS frischen Blumen aus- besonders effektvoll nehmen fich die beiden auf einer Staffelei ausgestellten Arrangements aus, ebenso ein schöner Kranz aus weißen Chrysanthemum, Rosarosen mit Rosaband verziert- ferner sind noch hervorzuheben PalmcnbouquetS, Brautbouquets und anderes. Herr Louis Becker hat ein über einen Meter großes, aus weißen Chrysanthemum- blumen bestehendes Kreuz, mit Tuffs auS Veilchen und Chrysanthemum verziert, einen Blumenkorb mit zwei Sorten Chrysanthemum und entsprechendem Band, zwei geschmackvoll gewundene Kränze und verschiedene Brautbouquets usw. aus­gestellt, welche lobende Erwähnung verdienen. Herr Carl Volk, der nächste Aussteller, leistet Schönes in trockenem Bindematerial, besonders schön zusammengestellt ist ein aus Aucubablättern und WachSrosen bestehender Kranz, ferner ein Blnmenkifsen, ein Kranz auS Capblumen, ebenfalls mit Wachsrosen verziert, auch die anderen Bindereien verdienen Anerkennung. Herr Wilhelm Gerhard stellt schöne BindearrangementS, u. A. ein Kiffen mit weißen Primeln mit Veilchenverzierung, Kränze aus Lorbeerlaub und Ilex mit entsprechender Verzierung sowie sonstige Bindereien auS. Herr Carl Berger hat Prachtvolles in lebenden und tobten ©inbearbdten ausgestellt. Der auf Staffelei befestigte Palmenkranz ist auf einer Seite verziert mit Aucubablättern, auf ber anderen mit weißen Blumen, das Ganze abgeschloffen mit weißer AklaSschleife. Alle An­erkennung verdient ferner ein geschmackvoll zusammengestellteS Dlumenkiffen aus weißem Chrysanthemum als Untergrund, mit Tuffs aus Rosen und Tuberosen, ein vollständiger Braut- schmuck mit Brautschleier in tadelloser Ausführung- ein auf Staffelei bkfindlicheS Blumenarrangement besteht aus künst­lichen NhwpheaS Blumen und Vergißmeinnicht und hat viel Bewunderer gefunden, die fast durchgängig ber Meinung waren, baß baffelbe auS lebenden Blumen bestehe. Hervor» zuheben ist noch ein schöner Korb auS verschiedenfarbigen Chrysanthemumblumen unb bem entsprechenben Banb. Es hat vieler Mühe unb Arbeit beburft, um in veihälmißmäßig kurzer Zeit eine Ausstellung wie bic hiesige zu Stande zn

bringen. Mögen unsere Gärtner deshalb fich nicht ent» muthigen lassen durch daS ohne Zweifel fich ergebende Deficit, die Aberkennung, daß sie Vorzügliches geleistet, ist ihnen von keiner Seite vorenthalten worden.,

Gartner Versammlung. In großer Anzahl hatten sich gestern in Steins Elabliffement die Handelsgärtner des Groß- herzogthurnS und ber Provinz Hessen-Nassau eingefunben, um an ben beabsichtigten Berathungen ber Gruppe theilzunehrneu. Der Vorsitz?nbe, Gärtnereibesitzer Sinai von Hansen, er­öffnete bie Versammlung, in ber u. A. vertreten waren Frankfurt am Main, WieSbaben, Mainz, Darmstabt, Nau­heim, Butzbach, Marburg, Wetzlar rc. Herr LoutS Becker- G eßen begrüßte bie Versammlung NameuS seiner Gießener Collegen, er freue fich, baß man ber Entlobung ber Gruppe, nach Gießen zu kommen, so zahlreich gefolgt sei, er spreche den Erschienenen, aber besonder- auch der vertretenen Frank» surter HandelSgärtner-Verbindung, seinen Dank auS. Ma­die Ausstellung anbeträfe, bie bie Gießener Handelsgärtner vorgeführt, so bitte er, biefclbe nachsichtig zu beurteilen, aber bei unseren räumlich beengten Verhältnissen unb in ber kurzen Zeit, währenb welcher baS Werk geplant unb gesöibert würbe, habe sich Größeres nicht schaffen lassen- sei bie Ausstellung nur ein becorativeS Werk, welches man gemein­sam geschaffen habe. Hierauf reserirte Herr Rothmüller- Mainz über die letzte Hauptversammlung deS VerdanbeS ber Hanbelsgärtner DeutschlanbS in Stettin. Er müsse anerkennen, baß bie Verhanblungen bort überaus sachlich geführt seien. Der Vorftanb d:S DerbonbeS hatte in Stettin einen Antrag e,ngebracht unb zur Debatte gestellt, betreffenb bieZwangS - Organisation deS Handwerks, ber von der Mehrheit ber dortigen Delegirten einer kräftigen, abfälligen Kritik unter­zogen worben fei. Man vertrat bie Meinung, baß bie frei­willige Organisation erstens einmal viel weniger koste unb außerdem wollte man sich nicht bevormunden lassen, irre mit Einführung beß Zwanges geschehen würde. Der Antrag deS Vorstandes, betreffend die Zwangsorganisation, ist zwar von der Hauptcersammlung vertagt und nicht abgelehnt worden, aber trotzdem war man sich allgemein klar, baß man bie Hand nie unb nimmer bieten dürfe zur Zwangsorganisation. Ein Antrag einer eigenen Krankenkaffcnbildung wurde ebenfalls ab­gelehnt. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung, Besprechung einer Einladung des ReichS-Cornrn ffars zur Betheiligung an der Pariser Welt-AuSstellung 1900, nimmt das Wort Herr Zacharias- Frankfurt am Main. Obwohl man mit großem Erfolg in Amerika ausgestellt gehabt, solle man eine Theil- nähme an einer Ausstellung in Paris nicht so leicht nehmen, die Concurrenz sei dort bedeutend schärfer, als jenseits deS Meeres. Er habe zwar in Paris schon ausgestellt, eS waren dies größere Palmen, mit denen auch in Frankreich ein Er­folg erzielt wurde, so schwer solch' theuere S-Ücke auch sonst verkäuflich seien, in Paris habe sich bie Sache gemacht. Auch mit Cyclamen unb Maiblumen sei bei waggonweiser Ver- senbung in Paris etwas zu machen. Mit hervorragenb schönen Pflanzen, wie sie einzelne Mitglieder ber Gruppe leisten, könne man ji in Paris wohl erfolgreich parabiren. Herr Hohm - Gelnhausen äußerte sich im gleichen Sinne. Er zweifele nicht, daß bie Gruppe in einer Collictiv-AuSstellung bie beutsche Gartenbaukunst in Paris auch würbig unb in einzelnen Artikeln mit Erfolg vertreten würbe. Der Vor­stand ber Gruppe würbe beauftragt, bemgemäß bem Reichs Commiffar resp. bem Vorstand beß Verbandes über diesen Punkt Mittheilung zu geben. AIS Ort für die nächste Gruppen« Versammlung wurde Frankfurt am Main bestimmt. Es wurde dem Vorsitzenden überlassen, bie Einlabungen hierzu für einen Sonntag im Januar ergehen zu lasten. Herr Hohm-Geln­hausen sprach im Namen ber auswärtigen Collegen ben G'eßener HanbelSgärtnern seine Anerkennung aus über daß, was sie in ihrer Außstellung geleistet. Der Vorsitzende Sinai bankte ben Gießener Collegen für ben überaus liebenswürdigen Em- pfang, den sie den Mitgliedern ber Gruppe bereitet haben, welche zur heutigen Versammlung erschienen. Herr LouiS Becker-Gießen dankte Namens seiner Collegen für bie freund­liche Anerkennung, welche die Ausstellung hier gefunden.

** Sladttheater. Wir verfehlen nicht, darauf auf­merksam zn machen, daß morgen, Dienstag Abend, bie aUeroit mit großem Beifall aufgenommene reizenbe Lustspiel- NovitätComtesse Guckerl" zur Aufführung kommt. E« vergnügter Abenb kann verbürgt werden.

** Bulb Concert. Der Kgl. Sachs. Kammer- unb Kgl. Preuß. Hofopernsänger Herr Paul Bulß hat in Stockholm mit größtem Erfolge gesungen. Der Kronprinz von Schweben sowie bie höchsten Herrschaften wohnten bem Concerte bet, und ber ebenfalls anwesende Intendant der Kgl. Theater lud Herrn Paul Bulß zu einem sofortigen Gastspiel an der Stockholmer Oper ein. Anderer Verpflichtungen halber kann der berühmte Künstler dem ehrenvollen Anträge erst im nächsten Jahre entsprechen. Die Arie außHanß Helling": An jenem Tag" müße der Sänger viermal wiederholen, so unbeschreiblich war der Jubel beß Publikum!. Gleich» zeitig geht uns bie Nachricht zu, baß baß Concert am 15. November in Nordhausen total ausverkauft war unb auch hier ber Sänger hoch gefeiert würbe.

Neue Schnellzug Verbindung. Wie dieSieg-Lahn- Zeitung" auß ben Mittheilungen entnimmt, welche bie Kgl. Eisenbahndirection Frankfurt a. M. ben Mitgllebern beß Bezirks-Eisenbahnratheß Frankfurt a. M. für die nächste Satzung macht, wird beabsichtigt, mit dem nächsten Sommer» Fatrplan den schon früher besprochenen Schnellzug Gießen-Betzdorf-Hagen zur Ausführung zu bringen. Der Zug wird alle drei Klaffen haben unb nach vorläufiger Feststellung im Anschluß an ben Vorm. 8" von Frankfurt abgehenben Schnellzug Gießen 10ie verlassen. Ankunft in Betzborf 11", Abfahrt 11", Ankunft Hagen 2W. In um­gekehrter R chiung würbe ber Zug Hagen verlosten Nach­mittags 5M, Ankunft in Betzdorf 7", Abfahrt 7", Ankunft in Gießen 9", Frankfurt 10".

* Die Geschäfte mit Detailreifeude« finb in großer Ver­legenheit. Bekanntlich tritt am 1. Januar baß gesetzliche

Verbot beß Detailreiseuß in Kraft. Die iw Gesetz vor- behaltene Serorbnung beß BondeSrathS mit Außnahme- Beft'mmupzen ist noch immer nicht erlösten. Mitte biefel Monatß aber muß den Detailreisenden, welche keine Ver­wendung mehr finden können, mit der vorgeschriebenen seckß- wöchentlichen Frist gekündigt werden. Derart find Tausende von Personen in Unsicherheit darüber, maß zum 1. Januar ihnen bevorsteht.

* Den Viehbefihern muß immer wieder dringend ge» rathcn werden, fremden Personen, und insbesondere den Handelsleuten, soweit nicht unumgänglich nothwendig ift, daß Betreten der Stalle entweder ganz zu verbieten ober doch erst nach einer gründlichen Reinigung der betref­fenden Personen an Händen und Füßen zu gestatten. Bei vielen in ber letzten Zeit vorgekommenen Fällen von Maul- unb Klauenseuche erfcheint bie Annahme gerechtfertigt, baß die letztere durch Händler ober dergleichen von Stall zu Stall übertragen worden ist. Die Vichdesitzer werden daher zur größten Vorsicht bei ber Zulassung von fremden Personen zum Stalle ermahnt.

Neue Fünfzigpfenuigstücke werden demnächst in den Verkehr kommen. Die Münzen zeigen auf beiden Seite« einen Eichenkranz. Der auf ber einen Seite befindliche Adler ist bedeutend kleiner a!S der auf den bisherigen Geldstücken und hat schräg abfallende Flügelfedern. Die Kette feine! Brustschildes wird durch kleine Adler gebildet.

*' Sonntagsfahrkarten für katholische Festtage. Nach einem Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten könne» Sonntagöfahrkarten, abgesehen von den hiersür bereits früher bezeichneten Feiertagen Ostermontag, Himmelfahrt-tag, Pfingstmontag, erster und zweiter WeihnachtSseiertag unb NeujahrStag an Orten mit überwiegend katholischer Be­völkerung auch am FrohnleichnamStage unb am Tage Peter und Paul außgegeben werben. (Diese Ergänzung ist burchauS zweckmäßig- baß Verzeichniß wäre inbeß voll­ständiger, wenn noch ber Allerheiligentag unb ber Char- sreitag hinzvgefügt würben.)

-t- Großen-Livdeu, 15. November. Der Artikel W vom 14. November über bie Jagd im Großen-Linbener Ge- mcinbewalbe kann unmögltch auß ber Feder eineß Großen- Lindener geflossen fein, denn hier herrscht darüber nur eine Stimme, baß bie Herren Offiziere bie Jagd in hiesiger Ge- markung echt waibmännisch betrieben haben. Diese Jagd- Pächter haben in ben ersten Jahren ber Pachtzeit kein weib- licheß Reh und nur starke Böcke geschossen - wenn dieselben nun jetzt, am Ende ber Pachtzeit, ihre jahrelang gehegtes Wilb abschießen, so gelchieht bieß mit Fug und Recht, unb kann ein Vorwurf durchaus nicht gemacht werben, auch bann nicht, wenn vielleicht eine K tze erlegt würbe, benn Großen- Linden gehört boch nicht zum Königreich Preußen, fonbern biß jetzt noch zum Großherzogihum Heffen.

Mainz, 15. November. Die Wahl schlacht zwischen der Ccntrumtpartei unb ben Socialdemokraten ist geschlagen und geht die erstere als Siegerin auß bem Kampfe hervor. Don 20,398 abgegebenen Stimmen entfielen auf len Candi- baten ber CentrumSpartei 10,296 und auf ben Socialbemo- traten 10,102, sobaß Dr. Schmidt mit einer Majorität von nur 194 Stimmen zum ReichStagßabgeordneten gewählt ist. In ber Stabt Mainz erzielten bie Socialdemokraten eine bedeutende Majorität, indem ihr Candldat 6634 und ber beß Centrums nur 3961 Stimmen erhielt. Diesen großen Stimmenvorsprung ber Socialdemokraten Überholten bie länb» lichen Bezirke unb vorab ber Kreiß Oppenheim, wo In allen Orten baß Zentrum, eine beträchtliche Stimmenzunahme gegen d e Wahl am 5. November zu verzeichnen hat. Offenbar hat man in dem Kre s Oppenheim, in welchem immer eine bedeutende Majorität für bie nationalliberale Partei war, bie von Mainz ausgegebene Parole ber Wahlenthaltung nur sehr wenig beobachtet, inb-m selbst in ganz protestantischen Ortschaften, in welchen früher baß Centrum nicht eine Stimme erhielt, ber CentruwScanbibat bieseßmal zahlreiche Stimmen bekam, welche Erscheinung neben bet Abneigung gegen bie Socialbemokraten wohl mit auf baß Conto ber großen Popu­larität zu fetzen ist, welcher sich ber nunmehrige Abgeordnete Dr. Schmidt in allen Kreisen erfreut. D«e Stimmen ber Antisemiten bürsten sich getheilt haben. Genau zwei Drittel ber Wahlberechtigten haben abgestimmt.

Darmstadt, 14. November. Im Reichshauehalt für 1897/98 sind für Darmstadt wieder zwei Kasernen Neubauten vorgesehen: für Grunderwerb für eine Artilleriekaserne 150,000 Mk., inßgefammt 1,800.000 Mk., Grunderwerb für eine Trainkaserne 400,000 Mark, inßgefammt 600,000 Mk.

WormS, 14. November. Daß Schöffengericht verurthcilte eine 65jährige Milchhändlerin wegen Mtlchfälfchung durch Wafferzusatz zu 3 Wochen Gefängniß und 100 Mk. Geldbuße.

Verkehr, Cattö* und volkswirihschafe.

HirünOcr«, 14. November. Frachtpreise. Weizen 15,92, Korn Ji. 13.00, Gerste JL 12 36, Hafer X 13,10, Erbsen JC 00,00, Linsen X 26,00, Wicken X 00,00, Letn X 00,00, Kartoffeln X 0 00, Samen X 00,00.

UirchNchcAnzeigen der evang.Gemeinde.

Montag, den 16 November, Abends 8 Ubr: Bidelvande im Confirmandensaal der JohanneSkirche. 2. PetruSbrtef Capttel 2: Warnung vor den falschen Propheten und Lehrern.

Pfarrer Dr. Naumann.

Montier sollte, ebe sie eine Seife zum Waschen und Baden der Kinder ankaust die Urthrile der V'0s«stören und Acrzte über die Pa-ent-Myrrholinseife lesen und sich über,engen, welchen wohlthätigen Einfluß blefe Seife auf die zarte Kinderbaut ausübt und wie milde und abfrfut reizlo« He ist. Ueberall auch in den Apotheken zu 60 4 erhältlich Für »re Weihnachtstisch und «etegenheitsg'schente ift V r Carlo» mit 8 Stücke» »<b® einem reizende« Diaph.ni«- (Aenfter) viidchea d» gewiß fltra gesehert.s Geschenk. 87/7

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