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17.10.1896 Erstes Blatt
 
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Mieth-Gesuche

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Logis-Gesuch.

In der Nähe des Theaters wird Wohnung mit Pension gesucht. Solche mit Familienanschluß sind be- vorzugt. Offerten erbeten an Hotel Prinz Carl", hier. 9169

Witternngsbertcht vom 15. Oktober.

Hoher Druck bedeckt noch ganz Nord- und Ost-Europa und sein Kern, welcher an Intensität noch weiter gewonnen hat und nahezu 790 Mm. erreicht, lagert östlich von Petersburg, Central- und Südwest Europa. Die Verthetluna der Barometerstände ist sehr unregelmähtg und ungewöhnlich. Ein flaches Theilminimum lagert über dem Nordwestm Deu schlands, die Depresston im Süden besteht fort, ihr Centrum liegt über Ober- und Mittel-Italien. Gleichzeitig drängt vom Biscaya-See ein neues Minimum gegen den Conttnent herein, das auch unser Gebiet bald beeinfluffen wird.

Boratt8*«?Ui»s «itteruas,

Meist trübes und unbeständiges, zeitweise unruhiges Wetter.

ML Weiner,

Diezstraße 6, II,

Licht hiermit seine

liassanfertiaung von Herrengarderobe

t he bi Higer Preisberechnung in em-

H Mulde Erinnerung. 9164

Pfarrer Dr. Grein.

Zu bei Johan rreSkirch«.

Vormittags 9>/a Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemetnde:

Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 15. October. (Per transallanttschen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capt. A. Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten io Newyork angekommen.

Bremen, 15. October. (Per transallanttschen Telegraph.] Der Postdampfer Aachen, Capt. H. HaShagen, vom Norddmttchen Lloyd tn Bremen, ist gestern 12 Uhr NachtS wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bei dem unterzeichneten Commando ist zum 1. November 1896 und ' 11. April 1897 die Stelle je eines zweijährig-freiwilligen Schreibers zu ßlchem. Geeignete Bewerber mit sehr schöner Handschrift, guten Schul- IlMimssen und tadelloser Führung wollen sich unter Vorlage eines selbst. ! ^ci:ebenen Gesuchs nebst Lebenslauf alsbald bei den Bezirksfeldwebeln \ iEsßen melden. Junge Leute, welche später capituliren wollen, erhalten 1 bi« Vorzug.

Gießen, den 13. October 1896.

Großherzogliches Bezirks. Commando: Detring,

Oberstlieutenant und Commandeur des Landwehrbezirks Gießrn.

durch daS energische Eingreifen des WirtheS und des Kell­ners wurde ein Unglück tm Local verhütet. Als Siebmaon bald darauf in den Hof ging, sprang v. Brüsewitz ans und rief:Ich bin in meiner Ehre tödtlich verletzt und muß mich rächen, sonst muß ich den Dienst quütlren.* Der Wirth vertrat ihm jedoch den W?g und verhinderte ihn, in den Hof zu gehen. Hierauf nahm v. Brüsewitz seinen Mantel und seine Mütze und entfernte sich durch den AuSgang zu der Karlstraße hin, um gleich darauf von der Seitenstraße her wieder durch daS Cafü in den Hof zu gehen. Dort traf er den Siebmann, der unter dem wiederholten Rufe, v. Brüsewitz möge ihm doch verzeihen, sich zu der hinteren Thür deS HofeS flüchtete, wo ihm der Offizier ohne Weiteres den Säbel durch den Leib rannte. Der schwer Verletzte wurde darauf in ein Zimmer verbracht, wo er einige Stunden später seinen Geist aufgab. Dies der Thatbestand. Von einer Ohrfeige, die der Offizier bekommen haben soll, wiffen die Augenzeugen absolut nichts."

* Marburg, 15. October. Wie auS Groß-Almerode gilbet wird, ist der Arbeiter Brack auS Wickenrode, Heine Ehefrau ermordete, aus dem Gefängniß, nachdem n«neu Wärter erschlagen, entflohen.

Marburg, 15. October. DaS Schwurgericht ver­edelte gegen den 26jährigen Malergehülfen Klein, der li hiesigen Gefängniß untergebracht war, und von da inS KichthauS übergeführt werden sollte, wo er eine zehnjährige kuck thauSstrafe wegen mannigfacher Einbruchdiebftähle abzu> Ititn hat. Wenige Tage vor der Ueberführung, am 1. August i. I., überfiel er den Gefangenenaufseher Sauer, schlug ihn rtbmr und verletzte den zu Hülfe eilenden Obergefangenen- »!fi:her Lautenschläger nicht unerheblich. Wegen Mordoer- kd)4, Körperverletzung und Widerstandes erhielt Klein weitere fünf Jahre Zuchthaus.

* Frankfurt a. M, 15. October. Die Fahrradfabrik i«t August Lehr, welche etwas länger als ein Jahr be- sitzt,, ist in ZahlungSschwierigkeitesn gerathen, Haupt- Mich dadurch, daß die ProductionSkosten zu groß waren. Bei einer Production von 1000 Rädern im ersten Jahre |nb 145,000 Mk. für Arbeitslöhne auSgegeben worden. Die lliieabilanz beträgt nun ca. 50,000 Mk. An der Fabrik Itt dar Mitinhaber einer Berliner Bankfirmo, Dr. R., mit 3ÖO/DOO Mk. betheiligt, welche Summe durch Hypotheken- tuiragungen auf die Fabrik und auf Maschinen fichergestellt siiu «oll. Die hauptsächlichsten Gläubiger sind zwei Fabriken ton Pneumattcreifen. In der gestrigen Gläubigerversamm- liing zeigte der Berliner Commanditist wenig Lust, weitere Rüttel herzugeben- der Verkauf der Fabrik wurde befür- Hr»t. Die Gläubiger find zu einem Moratorium geneigt.

Srefelb, 14. October. In Wesel erschlug ein Ar- feiler seinen Genoffen nach kurzem Wortwechsel mit einem trinlkgefäße. Der Mann ist verhaftet.

* Süstrow, 14. October. DaS Schwurgericht fällte sim das Urtheil über den Director der Mecklenburger indtbank zu Parchim, EhlerS und Genoffen, welche des bih£|gettfd)en Bankerott- der Bank und anderer von ihnen jifüftten Firmen, der Unterschlagung und der Beihülfe zu illtent Verbrechen angeklagt waren. Director EhlerS wurde julrel Jahren Zuchthaus, TriebsceS zu 7 Monat tztsöngniß, EhlerS jun. zu 1 Monat Gefängniß und der Wnrtagebuchhändler Leetsch au» Berlin wegen Beihülfe zu < Vwnat Gefängniß verurtheilt.

'* Karlsruhe, 13. October. Hebet die bereits gemeldete iijfaillce wird weiter berichtet: Premierlieutenant v. Brüsewitz iom Leibgrenadierregiment erstach heute Nacht kurz nach !2whr den etwa 25 jährigen Techniker Siebmann aus Alten- lorf Ibel Essen. Lieutenant v. Brüsewitz wurde nach Aus­sige «von Augenzeugen von Siebmann gestoßen. Da dieser fi reicht entschuldigte, kam es zu einem Wortwechsel. In tmem schmalen Gange, der von der Restauration auf den

| ährte, hat der Mechaniker dem Offizier eine Ohrfeige ((getan, (?) worauf der tödtliche Stich mit dem Säbel er- -hlgti.. Der Stich ging durch die Leber und führte nach lntjtnr Zeit den Tod herbei. Der Offizier machte der sofort 'VrbdigeeHten Polizei noch Angaben und meldete sich dann Illi tarn Obersten des Regiments. Brüsewitz ist einer der Wenswürdigsten Offiziere deS Regiments und wird ebenso Mauert wie daS unglückliche Opfer der sogenannten StandeS- «tzn. DieBad. LaudeSztg." meldct:Siebmann kam mit gitl Damen in daS Local und stieß auS Versehen an den Wich! des Lieutenants von Brüsewitz,^ohne sich zu ent» sstMgen. AlS Brüsewitz verlangte, Siebmann solle ihn iin Entschuldigung bitten, antwortete S., er solle ihn in Satze lassen. In größter Aufregung sprang nun v. Brüsewitz ms uinb ging mit gezücktem Säbel auf Siebmann los. Nur

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Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst-

Sonntag, den 18. October. 20. Sonntag nach Trinitatis.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Dr. Grein-

Vormittag? 11 Uhr: Ktnderkirche. Pfarrer Dr. Gretn.

Nachmittags 5 Uhr: siehe Johanneskirche-

Literatur nnd Manft

Wir entnehmen aus derDeutschen Musikalienhändler- Zeitung", einem Fachblatt, welches als Organ des deutschen Must- kaltenhandels dient, nachstehende ehrende Beurlhetlung unseres rührigen und kunstsinnigen Mitbürgers Ernst Challter:

Herr Ernst Challter in Gießen, der Wohlthäter des Must- kaliensorttmenterS, der Schöpfer der besten und pracltschsten Hilfs­mittel, des TransscripiionS-CatalogeS, des Specialhandbuches über Potpourris, Melodramen rc., deS Verzeichnisses der komischen Duette, Terzette rc., des großen Lleder Cataloges (von dem übrigens soebm der sechste Nachtrag fichtenen ist), hat soeben ein neues, für den Sortimenter ungemein practtsches Werk vollendet, ein Verzetchniß der sogenannten Gclegenheitsmustk. Es ist unglaublich, welche Un­masse von Material derartiger Gelegenheitültteratur in den Catalogen der Verleger vergraben ruht, dessen Aufftnden mit den bisherigen Hilfsmitteln einfach unmöglich ist. Dazu kommen noch häufig ganz fpecificirte Wünsche des p. t. Publikums, die es dem Sortimenter unmöglich machen, selbst mit guten Erfahrungen den Ansprüchen zu genügen. Der erfahrene und practische Autor des neuen Nach- fchlagewerkes hat denn auch, theiltz durch rationelle Gcupptrung, thetls durch erschöpfende Sachregister seine Aufgabe so ausgesührt, daß man die prekärsten Wünsche wird befriedigen und die zartesten Unterschiede innerhalb des vorgeführten Inhalts wird treffen können. Um ein Bild von der Retchdatttgkett des Vorhandenen zu geben, fei erwähnt, daß genanntes Werk ca. 14 Druckbogen umfassen wird. Das Material ist in sieben Gruppen eingethetli: I. Familienfeste, II. Jahresfeste, III. Patriotisch (national), IV. Nährstand, V. Wehr­stand, VI. Lehrstand, VII. Vereinsmustk. Jede Gruppe zerfällt wieder in zahlreiche Abthetlungen. Als Beispiel möge z. B. die Ein- theilung der I. Klasse dienen. Familienfeste: Abtheilung I: 1. Ge­burtstag, 2. Taufe, 3. Einsegnung. Abthellung II: Hochzeitsmusik: 1. Diverse Instrumente, 2. Alte Jungfer, 3. Backfisch, 4. Braut, 5. Ehe, 6. Eifersucht, 7. Emancipirt, 8. Flitterwochen, 9. Gardinen­predigt, 10. Häubchenlied, 11. Hagestolz. 12. Hausfreund, 13. Haus­schlüssel, 14. Heirath, 15. Hochzeit (grün), 16. Hochzeit (golden), 17. Hochzeit (silbern), 18. Hochzeitsreise, 19 Junggesellen, 20.Kranz- lieder, 21. Pantoffel, 22. Polterabend, 23. Schleierlied, 24. Schwieger­mutter, 25. Strodwittwer, 26. Trauung. Jede Nummer ist nun wieder in besondere Unterablheilungen eingethetli, z.B. a) theatralisch, b) Gemischter Chor, c. MLnnerchor, d) Frauenstimmen, e) Terzette, f) Duette: 1. Zwei Frauenstimmen, 2. Frauen- und Männerstimmen, 3. zwei Männerstimmen, g) einstimmig.

Aus dieser Elntheilung kann sich der Lrser ein Bild machen von der Ausführlichkeit des Werkes und von der Summe Fleiß, die der Autor daraus verwandt hat. Schließlich sei hier noch e.ne Reihe

Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

(Zugleich Gottesdienst zur Feier des JahreSfesteS deS evangel. JünglingSoereinS.)

vibelstande am Montag, den 19. October, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaal der Johanneskirche. 2. PetruSbrtef Kap. 1. Die von Gott reich Gesegneten sollen sich nach GotteS Willen halten. Pfarrer Dr. Naumann.

Kathalische Gemeinde.

(Nachdruck ohne Genehmigung untersagt )

SamStag den 17. October.

Nachmittags um 6 llhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit |ut hl. Beichte-

Sonntag den 18. October. 21. Sonntag nach Pfingsten, vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;

um 6V1 Uhr erste hl. Messe;

, um 7Vi Uhr AuSthellung der hl. Communion;

um 8 Uhr zweite hl. Messe; MMtärgotteSdienst mit Predigt;

um 9«/t Ubr Hochamt mit Predigt;

Nachmittags um 5V2 Uhr Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen-

An den Wochentagen ist täglich des AbendS um 6Vs Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.

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