Samstag den 17 October
Nr. 245
Erstes Blatt.
1896
Gießener Anzeiger
Kenerak-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Akveis Gietzen
Amtlicher Theil
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Auslandes gefunden und von Kraft und Begabung
deS Lorvetten- Dienst gestellt
gezeigt habe, daß Bayern ein Volk sei. Sodann wurde die noch rück«
rasche Entwickelung in halten wüste und zwar Staat könne nur nach» wüste die Richtung an-
Nachdem der Minister
Vermählung Oldenburg und
Die Gießener !-.«itien0tLlter laötn dem Anzeiger ,Heimlich dreimal brigelegl.
Der wiener Anzeiger r lcheint täglich, irit Ausnahme des Montags.
Hratisöeikage: Gießener Kamitienökätter. *,
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen । Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen, t
rSAp»wj* und OrojJ*
mit Flaggenparade unter dem Eommando capitäoS Wall mann zur Probefahrt in worden.
Schwerin i. M., 15. October. Der deS ErbgrohherzogS Friedrich August von
Beiff» telegraphische» Korrespondenz-Bareau.
Merlin, 15. October. Der „Post" zufolge haben auS
l A-hz deS heutigen Schluffes der Berliner Gewerbe AuS«
11flibpg OrdeoSauSzeichnongen erhalten: Commerzieu-
allgemeinen Betrachtungen über die unserer Zeit, mit der man Schritt vor allem aus eigener Kraft. Der helfen- die Vertretung des Handel» geben, in der geholfen werden solle.
der Herzogin Elisabeth von Mecklenburg gedenkt auch Seine Majestät der Kaiser beizuwohven.
Nürnberg, 15. October. Die bayerische Landesausstellung wurde heute nach einem Festconcert im Rathhaussaale, da» eine respectable Aufführung der neunten Symphonie brachte, durch einen feierlichen Act in der Vorhalle deS JndustriegebäudeS geschloffen. Der Director der bayerischen Gewerbemuseums, v. Kramer, gab einen Rückblick über daS Unternehmen, das den Beifall des Inlandes und
Leprfchs» bei Bert« Herold*.
Berlin, 15. October. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen ersten SecretärS bei der Botschaft in Washington, LegationSrath Freiherr v. Reittier, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei den Vereinigten Staaten von Mexiko, sowie deS bisherigen ConsulS Dr. Kriege zum wirklichen LegationSrath und Vortragenden Rath im Auswärtigen Amt.
Berlin, 15. October. Laut einer Meldung der „Poft" ist das Abschiedsgesuch deS Colonial-DirrctorS Dr. Kayser genehmigt worden. Die Nachricht, daß Herr Kayser zu einem anderen hohen Amte im ReichSdienft ausersehen sei, bestätigt fich nicht.
Berlin, 15. October. Die Beratungen der Etat» der einzelnen Reichsämter ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge schon ziemlich zum Abschluß gediehen, sodaß die EtatS in allernächster Zeit dem BundeSrath zugehen werden.
Berlin, 15. October. AuS Deutsch - Süd - Westafrika wird dem „Localanzeiger" berichtet, daß zwischen Warmbad, Rietfontein und Nolloth infolge furchtbarer Dürre eine HungerSnoth droht. Schonjetztziehen die Eingeborenen, von Hunger getrieben, von Ort zu Ort, können aber nirgends ein Unterkommen finden. Erhöht wird diese traurige Lage noch durch die im Osten ausgebrochene Rinderpest.
Berlin, 15. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." ergreift zu den kürzlich von der „Deutschen Tageszeitung" gebrachten Erörterungen über die für das Reich geplanten Aufbesserungen der Beamtengehälter daS Wort und ist in der Lage, auf Grund ihrer Informationen zu verficheru, daß die gegebenen Ausführungen durchweg von falschen Voraussetzungen auSgehen. Die GehaltSaufbefferung wird
ständige PreiSvertheilung der Gruppe „Gartenbau" erledigt. Hierauf sprach Minister v. Feilitzsch über die Ausstellung, bte alle Erwartungen übertroffen habe und ein bleibendes Andenken in der bayerischen Geschichte finden werde. Die Beschickung sei ausgezeichnet, die Vorführung deS Ausgestellten mustergiltig, der Besuch enorm gewesen. Redner schloß mit
Allen gedankt hatte, die an dem Gelingen deS Unternehmen» Theil hatten, erklärte er die Ausstellung im Namen des Prinzregenten für geschloffen.
Ostende, 15.October. Die Zahl der bet dem Sturme in den letzten Tagen umS Leben gekommenen Fischer betrügt 16. Biele Fischerboote find noch auf dem Meere. Man befürchtet, daß noch weitere Verluste vorgekommen find.
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Nachdem die Maul« und Klauenseuche zu He u chelh wliltien ist, wird die GemarkungSsperre aufgehoben.
iSießen, den 15. October 1896.
Großherzogliches KretSamt Gießen.
v. (Sagern.
rath Kühnemann den rothen Adlerorden 4. Klaffe und die Herren Goldberger und Feh lisch den Kronenorden 3. Klaffe. Außerdem wurden vertheilt: 28 goldene Medaillen, wie bereits heute im „Staatsanzeiger" veröffentlicht wurde, sowie 80 silberne und 300 Bronce Medaillen.
Frankfurt a. M., 15. October. Die Strafkammer verhandelte heute nochmals über die Fahrkarten-Unter- schleife auf der Hessischen LudwigSbahn, nachdem das Unheil vom 16. Mai dS. I». vom Reichsgericht theil- weise aufgehoben worden war. Bon den damals angeklagten zwölf Schaffnern und Zugführern befinden fich heute wieder sechs auf der Anklagebank, von denen drei freigesprochen wurden. Die Straskammer verurtheilte Etc anderen drei zu je 9 Monaten Gefängniß, erhöhte die übrigen Strafen und erkannte gegen den Schaffner, der fich am schwersten vergangen hat, Christian Müller, auf 3 Jahre Zuchthaus.
Bonn, 15. October. Heute fand die feierliche Grundsteinlegung der Bonner Rheinbrücke statt.
Kiel, 15. October. Der Panzer „Aegir" ist heute
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Wilh. Sri
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Karten
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Gießen, den 15. Oktober 1896.
MGend: Reichstagswahlen.
W Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
<i He Orotzh. Bürgermetsterete« des KreiseS.
Nachdem mit dem heutigen Tage die Frist für die Wlüegung der Wählerlisten abgelaufen ist, sehen wir der dich unsere Verfügung vom 1. ds. Mts. (Gießener An- Ml Nr. 231) geforderten Berichterstattung umgehend । Reuten.
Gießen, den 14. Oktober 1896.
'le» reffend: Die in den Fortbildungsschulen verwendeten Lehrmittel.
Die
Swßh. Kreis-Schuleommistion Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erinnern Sie wiederholt au die umgehende Er- lliiiflnng unserer Auflage in rubr. Betreff vom 3. September HI. (Gießener Anzeiger Nr. 210).
v. Gag er«.
Deutsches Reich.
Karutstabt, 15. Oktober. Die Kaiserin von Ruß- Ilanb empfing heute im Lause des Bormittags Frau Staats- ■iilfiier Finger und deren Tochter- hierauf begab sie fich W in Begleitung des Großfürsten Sergiu» in das alte ftibiM, wo sie dem Profeffor v. Angeli die erste Sitzung surrte. — Die für heute Nachmittag geplante Spazier- Wt unterblieb des Regens wegen. — Abends besuchte das Dtr paar und die übrigen fürstlichen Herrschaften daS Hof- ukoinr, wo Humperdincks „Hänsel und Grethel" zur Auf- * liiimng gelangt.
Berlin, 14. Oktober. Durch Urtheil des Reichs- zznichts ist entschieden, daß die durch Auswanderung nach ioa Bereinigten Staaten von Amerika begangene Hinter- i 1'Bmg der Militärpflicht strafrechtlich in Deutschland nicht : «sr verfolgt werden kann, wenn der Ausgewanderte in der " Mion naturaUfht worden ist, auch fünf Jahre dort un- Erbrochen sich aufgehalten hat, und zwar auch dann, wenn ist v'interziehung der Wehrpflicht schon vor erfolgter Na- vmiissation vollendet war.
Berlin, 14. Oktober. Generaloberst von ßoe, deffen 1 8rn3en ein befriedigendes ist, trifft erst gegen Weihnachten I tyti voieder ein.
Berlin, 14. Oktober. Der BundeSrath hat heute > n8. beschloffen, der Resolution de» Reichstags wegen Ein- 1 titncng eines wirksamen Schutzzolles auf Quebracho- I tnl| keine Folge zu geben.
— Zur polnischen Frage berichten die „Berl. fAMachr.": „Zwischen dem 5. und 6. Armeekorps, Posen i w! Schlesien, einerseits und dem 9. Armeecorps, welches S Mamburg und Schleswig-Holstein umfaßt, andererseits, 1 fkut ein R ecrutenauStau sch statt, und zwar in der *- Me„ daß in Schlesien und Posen ausgehobene Recruten, ' iÜrwSschließlich ober vorwiegend polnisch sprechen, an Regi- : «er jener rein deutschen LandeStheile überwiesen werden, ’ ”"!<mb umgekehrt die gleiche Zahl Mecklenburger und 1 NcUwig.Holsteioer nach Posen und Oberschlefien über- ' werden. Der Austausch erfolgt auf Grund der • ttiinietflorbre vom Februar 1896, die gleichzeitig einen um- 1 Mliüen Austausch polnisch sprechender Recruten aus dem
UL örmeecorpß (Westpreußen) Vorsicht."
sich im Großen und Ganzen auf mittlere und höhere Beamte in gleichem Maße erstrecken. Unrichtig sei eß auch, daß die jüngeren Beamten in der Hauptsache leer auSgehen würden. Die AnfangSgehälter werden namentlich bei den mittleren Beamten eine Erhöhung erfahren. Weiterhin liege keineswegs die Absicht vor, die GratificationS-FondS fortfallen zu lassen. ES werde hierin eine fachgemäße, auch von der Volksvertretung wiederholt gewünschte Verkeilung angestrebt werden.
Berlin, 15. October. Der deutsche Handelstag trat heute im Börsengebäude zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand der Entwurf eine» Handelsgesetzbuchs. Geh. Commerzienrath Frentzel begrüßte die Versammlung und brachte das Hoch auf den Kaiser miß. Alsdann nahm der StaatSsecretär Nieberding da» Wort. Derselbe führte aus, daß die in dem Entwurf gehaltenen gesetzgeberischen Vorschläge bei allen Meinungsverschiedenheiten doch im Großen und Ganzen freudige Aufnahme finden werden. Zum Vorsitzenden wurde der Geheime Commerzienrath Frentzel gewählt. Die Versammlung nahm sodann eine Resolution an, in welcher dankbar anerkannt wird, daß dem HandelSstatide rechtzeitig Gelegenheit gegeben wurde, fich über den Entwurf zu äußern. Die Anträge und Gutachten der wirtschaftlichen Körperschaften usw. sollen der RcichS-Regierung zur Berückfichtigung überwiese» werden.
Berlin, 15. October. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung der Medaille für gewerbliche Leist- ungen in Gold an eine größere Anzahl Berliner Gewerbetreibende.
Berlin, 15. October. Schon von 4 Uhr Nachmittag» an war die Kuppelhalle der Gewerbe-Ausstellung derart von Theilnehmern an der Schlußfeier angefüllt, daß man weder vorwärts noch rückwärts konnte. Nur mit Mühe gelang es, in der Menge einen schmalen Raum für die Ehrengäste freizuhalten. Kurz nach 4 Uhr erschien der Handelsminister Brefeld und der Ehrenpräsident, Staat»- Minister Freiherr von Berlepsch, welche von den Mitgliedern des ArbeitsauSschuffeS der Ausstellung geleitet wurden. Alsdann wurden die Schlußfeierlichkeiten durch Mufikvorträge eingeleitet. Zunächst sprach der erste Vorsitzende des ArbeitS- AuSfchuffeS, Commerzienrath Kühnemann, dem Protector der Ausstellung, dem Prinzen Friedrich Leopold, Dank au». AlSdann brachte der zweite stellvertretende Vorsitzende, Baumeister Felifch, dem Ehrenpräsidenten, Staatsminister v. Berlepsch, und der Stadt Berlin Dank bar. Der zweite stellvertretende Vorsitzende, Geheimrath Goldberger, dankte den ehrenamtlichen Organen und den Ausstellern. Nachdem dann der HandelSminister Brefeld im Namen der Staatsregierung gesprochen und die Auszeichnungen hatte verlesen laffen, ergriff der Ehrenpräsident Berlepsch da» Wort, um den Bericht über die Ergebnisse der Ausstellung zu erstatten und der Staats- regierung Dank zu sagen. Er schloß mit einem lauten Widerhall findenden Hoch auf den Kaiser die Ausstellung.
Berlin, 15 October. Nach Unterschlagung von 70000 Mk. ist der in Schöneberg wohnhafte Buchhalter der Berliner DiScontogesellschaft, Albert Nehre, flüchtig geworden. Er wurde bereits heute in Neu-Strehlitz verhaftet.
Köln, 15. October. Auf eine telegraphische Anfrage bei der Eisenbahndirection St. Johann-Saarbrücken wurde uns der Bescheid, daß dort ein Eisenbahnunglück nicht vorgekommen sei. Wie eS heißt, find gestern in der Nähe von St. Johann zwei Locomotiven aufeinandergestoße». ES ist anzunehmen, daß hierdurch die Nachricht von einem Eisenbahnunglück entstanden ist.
Saarbrücken, 15. October. Hier ist nicht» von dem Eisenbahnunglück (fiehe Köln) bekannt.
hombnrg v. d. H., 15. Oktober. Die' Ankunft de» russischen Kaiserpaares zur Einweihung der russische» Kirche erfolgt morgen früh 11 Uhr 25 Minuten. Außer der Kaiserin Friedrich und dem Großfürsten SergiuS sind noch angemeldet Graf von der Osten-Sacken, ferner der Oberbürgermeister von Petersburg, welcher von Paris direkt hierher reist und der Propst van der ruffifchen Gesandtschaft in Berlin, von Malzeff.
Oldenburg, 15. Oktober. Im Großherzogthum Oldenburg siegten bei den Landtagswahlen die liberalen Candtdatev. Die in Jever aufgestellten soctalistischen Äm- bibaten erreichten nur eine geringe Anzahl von Stimmen. Damit ist das Bestreben der Socialisten, in den olden- burgischen Landtag zu gelangen, abgewiesen.
Gotha, 15. Oktober. Socialdemokratischer Parteitag. BormittagSfitzung. Abg. Singer eröffnet die Sitzung. Auf der Tagesordnung steht der Arbeiterschutz. Referent Wurm befürwortet eine Resolution dahingehend: Der Arbeiterschutz sei eine der wichtigsten Forderungen der
Lekanntmachung,
littnfjenb: die Maul- und Klauenseuche zu Heuchelheim.
Vierteljähriger Aßonncmnttsprels: 2 Mark 90 Psg. mit vringerlohu.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
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