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Donnerstag, den 28. Januar d. I., 1) im Hirschroth r -430"^ Buchen-Schei.er, 150 rm -Prügel, 73 rm -Stöcke, 440 rm -Ast- und Stammreiser; 2) im Steinknorr r 85 rm Buchen - Stammprügel, 114 rm -Stamm- und -Zopf- reifer in Schichten; 5 Ftchtenftämme von 19 — 23 cm Durchmesser = 2,74 cbm, 118 Fichtenstangen von 7—14 cm Durchmesser — 8,94 cbm 1 Aspe mit 0,25 cbm; Ö crU8Itber ^^bach (unoorgezeigt): 50 rm Buchen - Stöcke, 40 rm -Reiserprügel, feer-7 abt^Jlun0§roeJfe; 4) aus DSrnberg (unvorgezeigt: 69 rm Buchen- Mheil'ungsw^s^R^ ^^el, 90 rm Stammreiser in Schichten, sowie Kohlreiser
Das Holz unter Nr. 3 und 4 kommt Nachmittags beim Feuer zum Ausgebot. Ä1,r, ^.^"^Enk^nft Bormittags 10 . Uhr im Wendergrun,d zwischen Htrschroth und Steinknorr.
h. Muschenheim, 14. Januar. Am 12. d. M. feierten Bürgermeister Roth und seine Ehefrau zu Muschenheim im Kreise ihrer nächsten Angehörigen die silberne Hochzeit.
nn. Darmstadt, 16. Januar. Seit einigen Tagen ist an dem Hauptportal des Neubaues der Großh. Centralstelle für die Gewerbe das große durch zwei Stockwerke gehende reich mit Glasmalerei geschmückte Fenster des Treppenhauses eingesetzt und zeigt fich daflelbe inS-> besondere am Abend bei elektrischer Beleuchtung tn seinen herrlichen Farbeuzusammeustellungen besonders prächtig. Im oberen Theil des Fensters, dem Rundbogen, fieht man das hessische Landeswappen, gehalten von zwei Amoretten und umrankt von Lorbeerzweigen; während im Mittelfenster eine herrliche Frauengestalt, das Kunstgewerbe versinnbildlichend, uns entgegentritt. Rechts und links sind die Embleme des Handwerks, sowie eine reiche Ornamentirung in Glasmalerei angebracht. Die ganze Arbeit ist aus der Werk- stätte für GlaS- und Kunftmaleret des Herrn Friedrich Endner hier bervorgegangen und legt Zeugniß ab, wie auch das hessische Kunstgewerbe auf der Höhe der Zeit steht und die Concurrenz überall aufnehmeu kann. Gelegentlich des engeren Wettbewerbs um die Herstellung einer Farbenskizze für das betreffende Fenster erhielt Herr Endner den ersten Preis zuerkannt.
Ein Reit- irnd Wagenpferd (gute Beine, ohne Untugenden) käuflich. Besichtigung und Auskunft im Kreishaufe zu Weilburg. 552
*h. Kinzenbach, 15. Januar. Der starke Schneefall am gestrigen Tage ist ein wahrer Segen für unsere Land- wirthe. Die Wintersaaten find nun so warm unter der Schneedecke eingehüllt, daß für das Erfrieren der jMigce Saat keine Gefahr mehr vorliegt. „Der Schnee wärmt", denn er ist wie daS Federbett ein schlechter Wärmeleiter und hält als solcher das Eindringen der Kälte zurück. Er verhindert aber auch, was sehr wichtig ist, das Eindringen der Sonnenstrahlen und somit vermag die warme Lust nicht durch die Schneedecke zu dringen. Diese abkühlende Eigenschaft der Schneedecke ist ebenso wichtig als die wärmende. In einem Boden, der bald kalt, bald warm wird, haben die Pflanzen einen unruhigen Schlaf. Unter der Schneedecke aber schlummern sie ruhig biß der Frühling kommt und der wahre Morgen des Pflauzenlebens anbricht.
• DaS Rad der Zeit.
Ach, das edle Weib von heute, DaS bekanntlich Röfen flicht, Spricht vom Zweirad und vom Dreirad, Doch vom Spinnrad spricht es nicht.
Und der Jungaefell von heute Folgt erröthcnd ihrer Spur, Spricht vom Zweirad und vom Dreirad, Doch von Hetrath? — schweigt er nur!
NotteSdimst in der Synagoge.
SamStag den 18. Januar:
Vorabend 4«> Uhr, Morgens v Uhr, «edeukfetsr der Wiederaufrichtung deS Deutsche« Reiches. RMbmittagS 3 Uhr, Sabbathausgang 5“ Uhr. w
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Freitag Abend 4<o Uhr, Samstag Vormittag 9 Ubr, ftzeier zur Srin«eru«g an die Wtederanfeichtung deS Deutsedea Reiches, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgarig 545 Uhr. Wochen« gottesdtenst Morgens 7 Uhr, Abends 8 Uhr.
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wickeln und gestalten. Die Jugend war nicht ohne höhere I deS Lass Lei stattfindenden Aufführungen deS Theattr-Ber-
( in
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Aufforderung in den Kampf gegangen, der Krieg war ein gemeinschaftlicher aller Deutschen." Wo ist nun, fragt man, daS Deutschland, dem der gemeinschaftliche Kampf galt? Dasjenige, wofür man sein Leben wagt, erfüllt unS eben durch eine positive Realität- wenn es auch früher mehr als ein ersehntes denn als ein wirkliches da war, so tritt eß doch und ganz nothwendig nach dem Kampfe als eine Macht hervor und zwar als eine politische, die fich nicht abweisen läßt. Alle jungen Krieger, darunter die vorzüglichsten, durch Geist und Kraft am meisten ausgezeichneten, wurden Politiker. „Wo ist daß Deutschland," fragten sie, „für welches zu kämpfen wir aufgefordert wurden? ES lebt in unserem Inneren, zeigt uns, wo wir eS finden, oder wir find ge° nöthigt, es uns selbst zu suchen."
Wir Nachfahren vermögen den Schmerz der helden- müthigen Streiter nachzufühlen, die auf der Wablstatt für ein hohes Ideal, für Deutschlands Größe und Einheit, ihr Leben eingesetzt hatten und in ein zerriffencS, von Particular- tntereffen beherrschtes Vaterland zurückkebrten. Allein wir wiffen auch, daß daß Deutschland von 1813 noch nicht die politische Reife besaß, alS einheitliches Ganzes in der europäischen Staateugruppe eine achtunggebietende, geschweige dominirende Stellung etnzunehmen. Die Kriegs- und Revo- lntionSstürme, die seit der Schlacht bei Waterloo über unser Vaterland gebraust find, waren eine historische Nothwendig-. kett, dem Föhn vergleichbar, der, die Lust klärend, den Frühling verkündigt
Erst 1870 war die Zeit erfüllt, die der Dichtermund vor langer Frist geweiffagt hatte. Erft auf den Schlachtfeldern von Frankreich im aufgezwungenen Kampfe sollte daß Blut, daß Germaniens Söhne verspritzten, die deutschen Stämme zu unauflöslichem Bunde zusammenschwetb-n. So stehen wir heute groß und stark am Vorabend deß denkwürdigen Tageß, da vor fünfundzwanzig Jahren dem König von Preußen zu Versailles die deurscde Kaiserkrone aufß Haupt gesetzt wurde. Wir find groß und stark und vielleicht gerade darum gibt unß die erhebende Feier eine ernste Mahnung mit aus den Weg. Ueberspannteß Nationalitätsgefühl treibt allzu leicht in daß Fahrwasser deß Chauvinismus und verleitet, in Selbstherrlichkeit alles Fremdländische zu verachten. Wir denken dabei unwillkürlich an unsere westlichen Nachbarn. Wir aber wollen beherzigen, daß wir, an der Schwelle eines neuen Jahrhunderts stehend, mitten im Getriebe einer vielbewegten, merkwürdigen Zeit, unsere Hegemonie am würdigsten behaupten, wenn wir den tausend und abertausend Kanälen, die ringSher in den fortschreitenden Strom unserer Entwickelung münden, freie Bahn laffen. Dafern wir von dieser höheren Warte unsere Culturmisflon erfassen, dürfen wir erhobenen Hauptes tn die Zukunft blicken, unter diesem Zeichen werden wir siegen!
Bei der an den Vortrag sich knüpfenden Besprechung . gedachte Herr Geheim-Rath Dr. Oncken der Privatgesellschaft in Gießen (nach anderer Lesart ist es ein Studenten- commerS gewesen), bei der Blüchcr mit dem General Nagel anstoßend, den Toast außbrachte: ^Gut deutsch oder an den Galgen." — Zum Schluß legte Herr Prof. Buchner noch einevollständige Sammlung aller Kriegstelegramme von 1870/71 aus Berlin, sowie Sammlungen von deutschen und französischen Caricaturen aus dem Kriege zur Ansicht auf.
** Gefaugsprobe. Am Freitag Abend 9 Uhr findet tn Steins Garten eine Probe der vereinigten Männer- gefan g v er e i n e für die am nächsten Sonntag beim Festact und Festcommers zum Vortrage gelangenden Chöre statt.
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R. eiefttit, 16. Januar 1896.
Sollte ein hochwohllöblicher Stadtvorstand sich nicht entschlöße», auf dem Gelände zwischen der Nordanlage und der Steinstraße, in gleicher Linie mit der Stadtknabenschule, zwei größere Gebäude aufführen zu lassen, z. B. eine Gewerbeschule und eine kaufmännische Fachschule, um einen geeigneten Abschluß gegen die Klingspor'sche Besitzung herbeizufübren und dann das übrige Dreieck als freier Platz liegen zu lassen, damit die Kirchstraße und dadurch der Mittelpunkt der Stadt mit dec Steinstraße verbunden werden könnte.
Daß freibleibende Dreieck wäre als Platz für ein Kriegerdenkmal sehr geeignet, indem man der Jugend |bie großen Thatm ihrer Vorfahren in diesem Denkmale stetß vor Augen führen und damit gleichzeitig die Vaterlandsliebe, sowie die Liebe zu Kaiser und Reich frühzeitig wecken und pflegen könnte.
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eins wird der Vorstand der OmnibuS-Gesellschast drei seiner großen Wagen nach den verschiedenen Stadtteilen: Ludwigs- platz, Ludwigsstraße, Bleichstraße, Selter» erg, Bahnhofstraße 2C. fahren laffen, worauf wir unsere Lrser aufmerksam machen.
** Ein Walfisch ist, wie im heutigen Jnseratentheil ersichtlich, in wohlpräparirtem Zustand im Garten der „Restall- ration Busch", SelterSweg, auf einige Tage zu sehen. Derselbe hat eine Länge von 31 Fuß und wurde an der norwegischen Meeresküste gefangen.
•* Unfall. Ein Bureaudiener einer hiesigen Bahn stürzte gestern Morgen, als er fich in daS Bureaugebäude begeoen wollte, von einem Schlaganfall betroffen plötzlich hin und blieb besinnungslos liegen. Derselbe wurde tn das Gebäude getragen und kam bald wieder zu fich. Wie wir hören, wird derselbe seine Arbeit bald wieder aufnehmen können.
Blutige Schlägerei. Gestern Abend 5»/3 Uhr ent- spann sich eine Schlägerei auf der Straße vor der Wirth- schäft „Zum Schiffenbergerthal", wobei es blutige Köpfe gab. In dieser Wirtschaft hatten Eisfuhrleute aus Watzenborn und EiSarbeiter auS Wißmar deS Guten zu viel ge- than. Die Arbeiter auS Wißmar brachten den Fuhrleuten Gebrüder Burck aus Watzenborn schwere Verletzungen bei.
•• Zur Erleichterung des Besuches der Berliner Gewerbe, anilstellung werden in der Zett vom 1. Mai bis 15. October auf den preußischen Staatsbahnen an noch bekannt zu machenden Tagen wöchentlich einmal, auf verkehrsreichen Linien wöchentlich zweimal, Sonder-Rückfahrkarten 1. bis 3 Klaffe mit zehntägiger Giltigkeitsdauer zum Preise einfacher Fahrkarten (für Schnellzvgsstrecken Schnellzugssatz, für PersonenzugSstrecken PersonenzugSsatz) und mit Anspruch auf 25 Kg. Freigepäck auSgegeben werden. Zur Benutzung werden alle fahrplanmäßigen Züge zugelaffen, mit der Maßgabe, daß bei v Zügen die tarifmäßige Platzgebühr zuzuzahlen ist. Bei Bedarf werden AuSstellungS-Sonderzüge abgelaffen.
ZU
L a u b a ch, den 13. Januar 1896. bo»
Samstag den 18. Januar 1896 bleibt das Ortsgericht geschloffen.
Gießen, 16. Januar 1896.
Gr. Ortsgericht Gießen. Gros.
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