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" Compagnie deö Infanterie-Regiments Nr. 17 die Kaserne, in «ach Frankreich zu desertiren. Er langte deS Morgens
rite im Dorfe M. des CantouS Delme an, und begab sich cl Pfarrhaus, wo er dem Pfarrer seine Noth klagte und fr um Unterstützung anflehte, da er nach Frankreich flüchten nb sich für die Fremdenlegion melden wolle. Der Pfarrer, Ißt da- Schicksal des Soldaten sichtlich rührte, suchte, da er iir Deutschen nicyt genügend mächtig war, mit Zuhülfe- rityne eine- Dolmetschers den Unglücklichen von seinem bhcitte abzubringen und zur Rückkehr in seine Garnison zu iaoegen. Der Soldat begriff auch den wohlgemeinten Rath iü Pfarrer-, aber die Furcht vor einer empfindlichen Strafe rächte ihn schwankend. Darauf erbot fich der Pfarrer, ihm ra Schreiben an seinen Compagniechef mitzugeben, worin liefe r um nachsichtige Behandlung des reuig Zurückkehrenden jlbtien wurde. Der Soldat nahm das Anerbieten dankend n und trat nach empfangener Stärkung den Rückweg nach llörchingen an. Nunmehr langte ein schmeichelhafte- Dank- IfttHbcn von dem Lompagniechef bet dem Pfarrer an.
• Bozen, 14. October. Der 22jährige Mediciner Robert sikmitz an- Köln, welcher Klettertouren in den Südtyroler Dolomiten beabsichtigte, wird vermißt.
Schiffsnachrichteir.
— Der Postdampfer „ftenfinflion* der „Red Star Einte* tn Introerpen ist laut Telegramm am 13. Ociober wohlbehalten tn Stöieor! angekommen.
Literatur und ttunft.
— Von EpamerS Großem Ha«b Alla- liegen unS weiterhin iirje ung 11—22 vor. Immer mehr erweist sich daS schon wleder- sill won unS empfohlene Werk nicht allein als ein vorzügliches f-echfchlagiwerk, sondern auch als ein Bildungsmittel von dauern- ktn Merih, das man jederzeit mit Interesse zur Hand nehmen wird, kit onst nirgends gebotene Vereinigung der Karten eines großen OtuhatlaB mit einem von einem ausgezeichneten Fachmanne be- niet den Abriß der Geographie mit Hunderten von kleineren Detailmd Uebersichltzkarten ist in ganz besonderem Maße geeignet, an- nzettd und tnstructtv zu wirken, und dürfte für Viele, ja die meisten, itn besitz eines derartigen Werkes erst wirklich fruchtbringend ge- tallen. Die Karten sind wie tn den früher erschienenen Lieferungen
durchaus sauber und deutlich gestochen und befc irckvoll in der Farbengebung. Mit den zahlreichen Texikarten bürften solche wie „die RechtSgebtete deS Deutschen Reichs", „Verhältniß der landwirth. fchaftltchen zur gewerblichen Bevölkerung",,,Deutsch-polnische Sprachgrenze in Schlefim und Posen", „Erdb.bm und Vulkane tn Italien", „Verbeitung deS Weinbaues in Frankreich", „Culiurkarte von Afrika", ,.Culiurgrenzen und MtnerallagerstLiten in Sibirien", „Brunnen und Oasen in der Sahara", „Ausbreitung der Europäer tn Asten" u. a. besonders interesstren. Die kleine Auslese zeigt übrigens schon die ungemeine.Btelsettigkeit der Behandlung. Möge daS prächtige Werk, das sich noch dazu durch einen (ehr billigen Preis auszeichnet (drosch, nur 16 Mk.), die weiteste Verbreitung finden.
— Die «omanwett. Zettschrist für erzählende Literatur aller Völker. 4. Jahrgang. ES liegt uns daS erste und zweite Heft deS neuen Jahrganges der „Romanwelt* vor, dieser vornehmen, unterhaltenden Zeitschrift, die jetzt von Otto Neumann-Hofer und Felix Heinemann berausgegeben wird und ein rechttgeS Wort des Lobes verdient. Da« ungeschickte Hochquart ist einem bequemen und handlichen Lexicon-Octav gewichen. So viel über das Aeußere der tn verschönertem Kleide wieder erscheinenden Zeitschrift. Was das Programm anbclangt, so bleibt es das alte: nämlich nur werth- volle und gediegene Lectüre zu vereinigen und dem wahrhaft gebildeten und btldungsbedürsttgen Thetle des Publikums darzubieten. So wird denn die „Romanwelt" in ihrer reizenden neuen Aus- stattung voraussichtlich mehr als je ein Schmuck des Büchertisches im gebildeten deutschen Bürgerhaus sein.
Gottesdienst in der Synagoge.
SamStag ben 17. October.
Vorabend 5 Uhr, Morgens 9 Uhr, s Nachmittags 3 Uhr, SabbathauSgang jP» llfrr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft, |
Freitag Abend 515 Uhr, Samstag Vormittag 8» Uhr, Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 6“ Ubr.
Nachmittag 2U Uhr Schrifierklürung. Wehsteingasse 8.
Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr.
Verkehr, Canö» und VolkrwLrthschaft^
14 October. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 13,60, weißer Wetzen X 13.30, Korn X 9 65, Gerste X 7.50, Hafer X 5.60.
WttterrmgSbericht vom 14. Oetober.
Ueber dem Norden Europ«S, woselbst der Luftdruck sehr erheblich zugenommen hat, lagert heute ein intensives Müximum, desim Kern nicht mehr als 785 Mm. Barometerstand nördlich von Stockholm zu ernennen ist. Gegen Süden zu nimmt der uck verhältniß- mäßig rasch ab und hat sich, soweit es die ma. vaflen Nachrichten auS Süd-Europa erkennen lassen, über dem Mlttdmeer-Gebtete eine Depression gebildet, lieber Süddeutschland und Böhmen ist ein secundärer Luftwirbel zu erkennen. An den Flachlandsta'.ionen wehen leichte nördliche bis nordwestliche Winde, während an den Hochstationen, die über die Nebeldecke binauüragen, südliche Winde herrschen.
Boieav-KchtliHr Sittennidi
Vorwiegend trübe«, kühles Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
Verfälschte schwarze Seide. StÄ des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort (namentlich glimmen die „Schußfäden* weiter, wenn sehr mtt Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seide«- fabrirm G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zurich versenden gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefern einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei Ins Haus- 8694
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Tafeln. |
14. Auflage. Jubiläums - Ausgabe.
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Soeben erscheint!
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BerannttnachNAg.
In Gemäßheit des Art. 23 des Volksschulgesetzes bringen wir hier- ■iur^ zur allgemeinen Kenntniß, daß die
9V Fortbildungsschule
Mvmtag, den 19. October l. I., im Stadtkuabenschulhaufe Beginnt und von da an wöchentlich zweimal abgehalten wird.
Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während kt ätzten drei Jahre aus der Volksschule entlasten wurden und sich hier iGwlten.
Der Unterricht findet von 3 bis 5 Uhr Nachmittags, bezw. 5 bis ~1 ll|ir Abends statt.
Es haben sich einzufinden:
Momtag, den 19. October, Nachmittags 3 Uhr: Alle schul- : pflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kaufmännische Fort- IbildungSschule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, 'Photographen, Graveure, Lithographen, Friseure, Sattler, Schneider, ! Kellner, Ausläufer, Gärtner, Bäcker.
Romtag, den 19. October, Nachmittags 5 Uhr: Alle schul- spflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Lackirer, Tapezirer, Mechaniker mnb alle sonstigen Bauhandwerker.
Liemstag, den 20. October, Nachmittags 5 Uhr: Alle übrigen Schulpflichtigen.
Unter Hinweis auf Art. 25 des Volksschulgesetzes, wonach Lehr- tynecn, Dienstherren und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und -ltbs:tern die zum Besuche der Fortbildungsschule nöthige Zeit bei Meidung plisi iltcher Strafen einzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten, so- M hie betheiligten Eltern, Vormünder rc., den Schulpflichtigen von vor« Urtder Bekanntmachung rechtzeitig Kenntniß geben zu wollen.
Gießen, den 14. October 1896.
Für den Schulvorstand: 9159
Gnauth, Hahn, /
Oberbürgermeister. Fuhr, i Oberlehrer.
Iloncmsverfahren.
3n. dem Concursverfahren über das Kmögen der Firma A. Bachrach ld Gießen ist zur Abnahme der Sk^lnßrechnung des Verwalters und ||i «Lrhebung von Einwendungen gtjin. das Schlußoerzeichniß der bei tfr Vertheilung zu berücksichtigenden Kirrungen u. f. w. der Schluß- i tentm auf Freitag den 13. No- .1 Weber 1896 , Bormittags : 116 Uhr, vor dem Grobherzoglichen ? »Gerichte Hierselbst bestimmt.
Siießen, den 14. October 1896.
Orth, 9137
• Sr.chtsschreiber des Gr.AmtSgerichtS.
Vttanntmachung.
>. dem Concurs über das Ver« • »':rnr der Wittwe des Revisors ZckmS Schäfer, Katharina, A Bier au, zu Gießen wird das . W'äihren, da eine den Kosten des- : 'i'ükm entsprechende Maste nicht vor- JjicieiLi ist, hiermit eingestellt.
A'ivßen, den 10. October 1896 MoßherzoglicheS Amtsgericht.
gez. Neuenhagen.
Bekannt gemacht: si38
Orth, Gerichtsschreiber.
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