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Itr. 192 Zweites Blatt. Sonntag den 16. August
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Der
»ießener Anzeiger krscheint täglich, mit Ausnahme de« Montags.
Die Gießener
norden dem Anzeiger »ichentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mnzeiger.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.
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Anatliche»« Lheil.
Gießen, den 14. August 1896.
B etr.: Definitorialprüfung der Schulamts- Aspiranten und -Aspirantinnen im Herbst 1896.
Die
«refft. Kreis-Schukcommif-ou Gießen
an die Schnlvorftände des Kreises.
Wir beauftragen Sie, die in Ihren Gemeinden der- tzm^eten Schulamt« Aspiranten und -Aspirantinnen zu be- stuten, daß rubr. Prüfung
Montag den 9. November, Bormittags 8 Uhr, im Gebäude der Mittelschule für Knaben (Friedrichstraße 1) ju Darmstadt stattfinden wird.
Diejenigen, welche fich der Prüfung zu unterziehen gelenken, haben ihr Gesuch an Großh. Ministerium deS Innern, Sbii eilung für Schulangelegenhelten, versehen mit Stempel- «arl'en im Gesammtbetrage von 1 Mk. 10 Pfg., sowie ihr tzewtnarzeugniß, bezw. Zeugntß der ersten Prüfung, Zetch- niuij und Probeschriften bis späteftens IO. Oetober d. I. Sei uns einzureichen. Später einlaufeude Gesuche können «id)l berücksichtigt werden.
Line besondere Aufforderung, zur Prüfung zu erscheinen, Ufolißt nicht.
v. Sagern.
Nr. 27 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 10. d. M., -aihält:
(Nr. 2332.) Gesetz, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung. Vom 6. August 1896.
Gießen, den 14. August 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gageru.
Gesnnden: 1 Opernglas, 1 gold. Anhängsel, 1 Loch- tye„ 1 Brille mit Futteral, 1 Regenschirm, 2 Schleier, 1 Taschentuch, 1 Kinderkragen, 1 Peitsche und 1 Waschzuber.
Zngelanfen: 1 junges Huhn.
Gießen, den 15. August 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold.
Deutsche» Leich.
Berlin, 13. August. Gegenüber den Ausführungen der -Hchfischen Arbeiter Zeitung, betreffend die Seetüchtigkeit des kmwnenbooteS „Iltis", die sich auf den Brief eines Matrosen Men, wird im RetchSanzeiger bemerkt, daß nach dem AuS- chll der terminmäßig eingehenden Untersuchung des Schiffes •lafi Commando am 1. Februar d. Js. wie folgt berichtete: ,t)rr Zustand des Schiffskörpers, der Maschine und deS -keffels läßt vorläufig noch eine wettere zweijährige Judienst- fillung des Schiffes zu."
Austu»-.
Pest, 13. August. Zwischen Kaiser Wilhelm und tr -Herzog Friedrich, zu deffen Besuch bekanntlich der er auf deS Erzherzogs Jagdschloß nach Ungarn kommen (efltie, hat ein herzlicher Briefwechsel stattgefunden. Uf die Entschuldigung des Erzherzogs, daß das Jagdschloß pr Aufnahme des Kaisers noch nicht bereit sei, hat Kaiser ■DiCSjdm erwidert, daß er in diesem Jahre wegen Ermüdung kt Reise so wie so nicht hätte unternehmen können.
Neueste
»olff« telegraphische« 6onefponbcÄi»8utmi.
Holtenau, 14. August. Kurz nach der heute Vormittag IV/', Uhr erfolgten Durchschleusung zweier weiterer Panzer giftete die Schleuse in entgegengesetzter Richtung daS au In Schichauwerft in Elbing neuerbaute österreichische "lsnpedoboot „Natter" auf der Fahrt nach Pola.
Holtenau, 14. August. DaS Panzerschiff „Sachsen" hat m 5 Uhr 30 Mtn., der Aviso „Blitz" und der Panzer iMwtg Wilhelm" als letzter der großen Panzerschiffe um •41111)1 die H olt enauer Schleuse glücklich pasfirt. Die kur:chfahrt der Flotte ist vorzüglich verlaufen.
Leipzig, 14. August. Gegen den verhafteten Getreide- Mhändler Lustig, der unter der Beschuldigung der Mpchung eines Wechsels von 325,000 Mk. steht, ist das -aMverfahren eröffnet worden.
Wie», 14. August. Wie die hiesigen Blätter aus HSirgl melden, beträgt die infolge des Hochwassers
unterbrochene Strecke der Gisela Bahn 44 Km., wobei von dem Bahnkörper 3 Km. zerstört sind. Der französisch- schweizerische SchuellzugSverkehr und der Güterverkehr werden bis auf Weiteres über Salzburg Rosenheim Kufstein geleitet. Die Landstraßen find ebenfalls durch das Hochwaffer stark beschädigt. Fast sämmtliche Brücken find weggeriffen. Im Brixenthale find zwei Menschen ertrunken.
Roseuheim, 14. August. Infolge nunmehr eingetretenen Dammrutsches bet Kilometer 17,5 der Localbahn Bad Reicheuhall-BerchteSgaden kann der Personenverkehr nur mehr auf der Strecke Bad Reichenhall—Bischofswiesen aufrecht erhalten werden.
Triest, 14. August. Der Khedive ist mit Gemahlin heute Nachmittag hier eingetroffen. Beide reiften nach Innsbruck ab.
Rom, 14. August. Zum Nuntius in Brüffel ist Monsignore Rtnaldini, Stellvertreter des Cardinal Staats- secretärS, ernannt worden.
Rom, 14. August. DaS „Giornale Militare Usfictale" veröffentlicht einen Erlaß, nach welchem General Baratieri auf seinen Antrag wegen seines DienftalterS pensionirt und der Reserve zugetheilt worden ist.
Ostende, 14. August. Die Peter-PaulSktrche, die erste hiesige Kirche, steht seit heute Mittag in Flammen. Das Feuer ist durch Bleiarbeiter, welche an dem Dack der Kirche arbeiteten, verursacht worden. Daflelbe hat auch ein HauS in der Nachbarschaft ergriffen.
Paris, 14. August. Präsident Faure ist zur Befich- tigung der Ausstellung in Rouen eingetroffeu.
Loudon, 14. August. Jackson, der Nansen zurückbrachte, telegraphirte an den Organisator der Polar-Ex- pedition, Harmbworth: Nansen war infolge der Ungenauigkeit von PayerS Karte und StehenbletbenS seiner beiden Chronometer unfähig, festzustellcn, wo er war. Er bemühte fich deßhalb, über das Packet« westwärts nach Spitzbergen vorzudringen. Jackson traf Nansen auf einem Eisfeld südöstlich vom Cap Flora. Nansen wußte nichts von der Anwesenheit Jacksons im Franz-Josef-Land und war sehr überrascht, Jackson zu treffen. Jackson beschreibt sodann die eigenen erfolgreichen Forschungen im Franz Josef-Land, die er auf Karten genau feftlegte. Wichtige Neuentdeckungen wurden gemacht.
Stockholm, 14. August. Ein Privattelegramm aus Christiauia an daS hiesige Blatt „Unser Land" meldet: Als Nansen und Lieutenant Johannsen den „gram" verließen, in der Absicht, nicht zurückzukehren, trieb der „Fram", im Eise steckend, nach Westen. Jackson ist nicht weiter nach Norden vorgedrungen als bis zum Ueberwinte- rungSorte Nansens aus Franz-JosefS-Land. Der zur Zett in Vardoe wettende Proseflor Mohn hat die wiffenschastliche Ausbeute der Beobachtungen Nansens als großartig bezeichnet. ES seien mehrere bisher unbekannte Inseln auf der Karte festgelegt worden. Nansen wird am Montag Vardoe verla flen. ______________
Vßpesch« bei Bnrrar. ^Hrreld"
Berlin, 14. August. Nach der „StaatSbürgerztg." beabsichtigt StaarSmintster v. Bötticher bis nach der Rückkehr des Kaisers nach dem Neuen PalaiS in Berlin zu bleiben.
Berlin, 14. August. In der heutigen Vormittags- Ziehung der Berliner Gewerbe - AuSstellungS- Lotterie fiel der erste Hauptgewinn im Werthe von 25000 Mk. auf die Nr. 277815.
Berlin, 14. August. Heute wurden in der AuS- ftellungSlotterie neben dem ersten Hauptgewinn folgende Hauptgewinne gezogen: auf Nr. 273 437 Gewinn 8, Werth 1000 Mk., auf Nr. 28 055 Gewinn 11, Werth 1000 Mk., auf Nr. 5535, 28898, 56380, 170153, 261191, 285 290, 318 359, Werth je 500 Mk.
Berlin, 14. August. Im „RetchSanzeiger" wird heute eine Bekanntmachung deS Reichskanzlers, betreffend das Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Mißbrauch von Sprengstoffen veröffentlicht.
Berlin, 14. August. Der Justizmintster Schönstedt ist von seiner Urlaubsreise hier wieder angekommen.
Frankfurt a. M., 14. August. Dem Komponisten von Hänsel und Grethel, Herrn Engelbert Humperdinck, ist der Profeflortitel verliehen worden.
München, 14. August. Dem Staats- und preußischen Finanzmintster Dr. Miquel wurde das Großkreuz des Verdienstordens der bayrischen Krone verliehen.
Rom, 14. August. Aus Petersburg wird gemeldet, daß der Zar nicht nach Rom kommen würde. Er wird jedoch in einer Hafenstadt des MittelmeereS Halt machen und würde
sehr erfreut sein, König Humbert dort persönlich begrüßen zu können. ___________
Berlin, 15. August. Die „VolkSztg." will von vorzüglich tnformirter Seite erfahren haben, daß der endgültige Rücktritt des Majors v. Wißmann nur noch eine Frage der Zeit sei. Zurückgesührt wird der bevorstehende Rücktritt auf Differenzen der Wißmann'schen Anschauungen über die LandeS-Veräußerung und der Anschauungen der in verschiedenen colonialen Kreisen einflußreichen Persönlichkeiten. Als Gegner der Wißmann'schen Principten betreffs der Länder- srage nennt die Volkszeitung auch den Großherzog Johann Albrecht von Mecklenburg und den Prinzen Albrecht.
Eydkuhneu, 15. August. Bet einem kürzlich nach Jodring, kehmen verzogenen jungen Manne wurden viele Flugblätter in litthauischer, polnischer und deutscher Sprache meist nihi- listtschen Inhalts vorgefunden und beschlagnahmt. Die Flug- schriften waren zum Etnschmuggeln nach Rußland bestimmt.
Wien, 15. pugust. Die Eheschließung der Prinzessin Maria Dorothea mit dem Herzog von Orleans wird nicht in Pest, sondern in Wien wegen der Ktrchengesetze erfolgen.
Rom, 15. August. Die Roma meldet, der Kronprinz verzichte in Folge der cretenfischen Unruhen auf seine Reise nach Griechenland. Er begibt sich nur nach Cattaro, Anttvari und Cettinje, wo seine feierliche Verlobung mit der Prinzessin Helene von Montenegro erfolgt.
Rom, 15. August. Die Meldung der Trtbuna, betreffend eine Ordre an drei Kriegsschiffe in Spezia, sich zur Abreise nach dem Orient vorzubereiten, wird dementtrt.
Paris, 15. August. Hier verlautet, Präsident Faure werde dem Czarenpaare auf einem Kriegsschiffe tu Begleitung des Admirals Gervais, dem Commandant de« Geschwaders v. C h e r b o u r g, zur Begrüßung entgegenfahreu.
Konstantinopel, 15. August. Am 31. dss. Mt«., dem Tage der Thronbesteigung deS Sultan«, wird eine allgemeine Amnestie erwartet.
Koustautinopel, 15. August. Der von türkischen Briganten gefangen genommene französische Eisenbahnbauunternehmer Dal gor Skt ist gegen ein Lösegeld von viertausend türkischen Pfund durch Vermittelung deS französischen Eon- sulS fretgelaflen worden.
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Sießen, den 15. August.
** Sitzung der Großh. Handelskammer vom 7. August 1896. Anwesend die Herren Koch, Heichelheim, Kltngspor, Kraatz, Wortwann. Mit Vorbereitung eines Berichts an Großh. Ministerium, betr. die zu erlassende BundeSrathSverorduung über die vom Verbot desDetailreisenS auszunehmen, den Gewerbebetriebe wird eine Commisfion, bestehend au« den Kammermitgliedern Scheel und Hornberger, betraut. — Eine wegen Höhe der Telephongebühren im Verkehr mit Frankfurt a. M. von maßgebender Stelle erbetene Auskunft hat ergeben, daß im Februar 1892 für den telephonischen Verkehr der Städte Mainz, Bingen, RüdeShetm, Wiesbaden, Frankfurt a. M. eine Gebühr von 50 Pfg. für daS 3« Minutengespräch festgesetzt wurde. Inzwischen ist aber eine Verordnung des StaatSsecretärS im Reichspostamt erschienen, welche grundsätzlich bestimmt, daß bei neuerrichteten Fernsprechanschlüflen die Gebühr für Strecken bis zu 30 Kilometer 50 Pfg., für weitere Strecken 1 Mk. betragen soll. Einen AuSnahmetartf für die Strecke Gießen—Frankfurt zu erlangen, erscheint darnach aussichtslos. — Die Königliche Eisenbahn - D(rection Frankfurt a. M. macht Folgende« bekannt: Bet der andauernd günstigen Conjuuctur de« Groß- gewerbes und der voraussichtlich guten Ernte steht im bevor- stehenden Herbste eine bedeutende Steigerung de« Güterverkehrs und somit eine erhöhte Inanspruchnahme de« Güterwagenbestandes der Eisenbahn. Verwaltungen zu erwarten. Nach den bisherigen Erfahrungen sind es namentlich die MaffentranSporte von Kohlen, CoceS, Getreide, Kartoffeln, Rüben, Zucker rc., welche den Wagenpark der Eisenbahn- Verwaltungen vorzugsweise in Anspruch nehmen. Wenngleich von den Eisenbahn-Verwaltungen durch vermehrte Zug- Verbindungen verbefferte Einrichtungen auf den Stationen sowie durch zweckentsprechende Verfügung über das Wagenmaterial nach Möglichkeit Fürsorge getragen wird, um den Ansprüchen des Verkehrs gerecht zu werden und dem Wagenmangel vorzubeugen, so können diese Bestrebungen doch nur dann von ausreichendem Erfolge begleitet sein, wenn dieselben Unterstützung durch das Publikum selbst finden. Eine solche dankenSwerthe Unterstützung würde besonders dann eintretev, wenn die Verbraucher von Kohlen und CoceS, namentlich


