Sonntag den -6. August
Erstes Blatt
1S96
vierteljährig« >>
Kenerat-Wnzeiger
Amts- unb Anzeigrblatt für den "Kreis Gieren.
Hratiskeitage: Gießener Aamitienötätter
Amtlicher Theil
Bemerkungen.
Bezeichnung der Kasse.
n
Namen der Gemeinden,
6.
nnt vorzügBches
’uBBböden, Gl**
einem Orte in Beschäftigung, an welchem daS der Mttgliederklasse, der es bisher angehörte, von der Gemeinde-Krankenversicherung zu Krankengelde zurückbleibt, so gilt die Befreiung Dauer von zwei Wochen. Die Meldepflicht deS
Srretv hat die Anregung jiaommen, ein Mitglied, |at sich auch gleich bereit jttchniffes zu übernehmen.
dankbar begrüßt und gern auf* Herr Gymnasiallehrer Ritsert, erklärt, die Anfertigung eines Ver-
Inzwischen ist nun auch schon ein
Krankengeld hinter dem gewährenden noch für die Arbeitgebers
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» fslgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
Ordn.
Mr.
O Schotten, 14. August. Die drei ersten Tage gehörten hier dem Hafer- oder Sommermarkt. Auf
Di« Gießener
W««irien d kälter ««den dem Anzeiger »Schmtlich dreimal brigelegt.
Der ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeit« beträgt für:
Mitglieder der auf Grund des Gesetzes über die einge- IchiSebenen HilfSkasien vom 7. April 1876 (Reichs-Gesetzbl., S. 125) und vom 1. Juni 1884 (Reichs-Gesetzbl. S. 45) errt chteten Kassen sind von der Verpflichtung, der Ge- welinde-Krankenverficherung oder einer nach Maßgabe dieses Gesetzes errichteten Krankenkasse anzugehören, besreit, wenn LtechilfSkafle, welcher sie angehören, allen ihren Versicherungs- Pflichtigen Mitgliedern oder doch derjenigen Mitgliederklaffe, zu welcher der BerficheruugSpflichtige gehört, im Krankheitsfall mindestens diejenigen Leistungen gewährt, welche nach Maßgabe der §§ 6 und 7 von der Gemeinde, in deren Be-
Besitzen die Bescheinigung nicht.
Zusammenstellung
der eingeschriebenen Hilsskafseu der KreiseS Gießen.
itn AuWruM, Irrigen und SIfc SeutrwerK mit k
tnbem Tanz. wirb von bet & kgmeM unter \
.. eit.
' russischem Ladina Slaviam ; Challler (Rudolphs:-
(§ 49 Absatz 1) beginnt in diesen Fällen erst mit dem Ablauf dieser zwei Wochen. . . .
§ 75 a.
Den eingeschriebenen H'.lsskassen, sowie den im § 75 Absatz 4 bezeichneten, auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Htlfskafsen ist auf ihren Antrag eine amtliche Bescheinigung darüber auszuftellen, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 genügen.
Die Bescheinigung wird ausgestellt:
1. für Kasten, deren Bezirk über die Grenzen eines Bundesstaates nicht hittauSreicht, von der Centralhörde,
2. für Kasten, deren Bezirk über die Grenzen eines Bundes hinausreicht, von dem Reichskanzler.....
Der
*Me*er Anzeiger erscheint täglich, Ml Ausnahme deS
Montag».
.egend in *
zirk der Verstcherungspfüchtige beschäftigt ist, zu gewähren sind. Die durch Kastcnftatut begründeten Beschränkungen der Uuterstützungsansprüche schließen die Befreiung nicht auS, wenn sie sich innerhalb der Grenzen der den Gemeinden nach § 6a gestatteten Beschränkungen halten.
Tritt ein Mitglied einer eingeschriebenen Hilfskasse an
MA ansehnliches Material zusammengebracht worden, daS fherlich viele der Vergeffenheit anhetmgefallene Nachrichten tieftet inS Gedachtniß zurückrufen wird, und so darf man -llf die Veröffentlichung der projectirten Schrift mit Recht itlpannt sein.
Noch immer ist die Platzfrage wegen deS zu errichtenden LrmdeSdenkmals für den verstorbenen Groß- stvzog Ludwig IV. nicht entschieden, und erst neuerdings ß »rin neues Project aufgetaucht, das eine Lösung auf neue ikeSse anstrebt. Ein höherer Beamter, der im Bauwesen !hat:ig ist, hat zur Zeit eine Studie ausgestellt, nach der daS Lchirper'sche Reiterstandbild unseres verewigten Laudesherrn lor daS Refidenzschloß, auf die Parforccbrücke, die auf die liheinstraße mündet, kommen soll. ES müßte dann an daS Schloß eine Säulenhalle angebaut werden, und auf deren Tuch würde daS Denkmal zu stehen kommen. Mit vollem lirtzt — nach unserer Ansicht — begegnet dieser Vorschlag ia boer Stadt einer bestimmten Opposition, die behauptet, daß
Gießener Anzeiger
Dieselbe besitzt Bescheinigung im Sinne des $ 75a.
Desgleichen.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Kranken- und Sterbekasse zu Watzenborn-Steinberg.
Kranken- und Sterbekasse zu Garbentetch.
Kranken- u. Sterbekasse zu Rödgen.
Kranken- u. Sterbekasse zu Wieseck.
Allgemeine Arbeiter Kranken- und Sterbekasse in Großen-Linden.
Kaufmännische Kranken- und Be- gräbntßkasse in Gießen.
§ 75.
rem.
I >M 8 H Kems Garten
dem Pferdemarkt, der am ersten Markttage stattfand, war der Auftrieb ein guter, auch der Handel ging lebhaft, namentlich in Fohlen. Während der Pferdemarkt ein Mehr in der Auffahrt gegen den vorjährigen Markt zu verzeichnen hatte, zeigte der Rtndviehmarkt in diesem Vergleich ein bemerkens- werthes Weniger. Auch der Handel ging hierbei recht flau, jedenfalls verursacht durch den auffallend niedrigen Stand der Rtndviehpreise. Viel besteren Fluß zeigte der Handel auf dem Schweinemarkt, der recht gut befabren war. Die Preise hielten sich auf der seither bekannten Höhe. Bezeichnend für den An- und Verkauf ist die Thatsache, daß neunzehn Waggons Vieh per Bahn eintrasen, während 80 Waggons abgingen.
-ö- Södel, 14. August. Es ist mit Freuden zu begrüßen, wenn in neuerer Zett einzelne Orte sich die Pflege des Turnwesens zur Aufgabe machen. Auch hier ist es gelungen, einen Turnverein zu gründen, nachdem in unserem Nachbarorte Wölfersheim ein solcher schon seit einer längeren Reihe von Jahren besteht, und auf den verschiedensten Turnfesten recht schöne Resultate errungen hat. Der hiesige Verein zählt bereits einige 70 Mitglieder. Die Turngeräthe, im Gesammtwerthe von beinahe 200 Mk., find von modernster Construction und tadelloser Ausführung. Bis zur Beschaffung eines geeigneten Turnplatzes werden die Uebungen vorläufig in dem Garten der Mühl'schen Gastwirthschaft abgehalten.
□ Darmstadt, 14. August. Ein großer Theil unserer StratzengaSlateruen ist bereits mit den viele Ersparniß bietenden und sich bewährenden Auer-Brennern versehen und sollen nach und nach alle damit versehen werden. Nunmehr wurden von einer Reihe dieser Laternen kürzlich die Strümpfchen entwendet, ob auS Sucht an Bereicherung oder Schabernack, ist noch nicht festgestellt. — Der kameradschaftliche Kriegerverein hielt letzthin im Erfrischungsräume der technischen Hochschule eine Vereinigung ab, die mit Thät- lichketten zwischen verschiedenen Theilnehmern endigte- die Sache dürfte untersucht werden. — Gelegentlich des Naturforscher- und AerztetageS Ende September in Frankfurt a. M. ist auch ein Ausflug nach Darmstadt (am 25. n. MtS.) mit Befichttgung der neuen technischen Hochschulgebäude geplant.
diesem Mißstande nun das neu erstehende Etabliffement in der Grafenstraße ab. Dort ist inzwischen ein großer Saalbau mit ansehnlichen Nebenräumen entstanden, und von vornherein hat man dabet die Bestimmung des Locals als Eon- cert- und Vergnügungsraum im Auge behalten. Im December werden die einzelnen Bauten freilich erst soweit vorgeschritten sein, daß sie benutzt werden können. Ein großes neues Restaurant ist in den letzten Tagen in der Neckarstraße eröffnet worden, es führt den verheißungsvollen Titel „Zum Münchener Kindl", und endlich wird zur Zeit an der Herrichtung eines Wiener CafvS in der Rheinstraße gearbeitet, ein Institut, das namentlich die Studentenschaft seither schmerzlich vermißte und das bet wirklich guter Ausstattung und Leitung gewiß eine gute Zukunft erwarten kann.
An der Hochschule find zur Zeit Ferien, doch haben mehrere Profefforen größere Excnrfionen nach technischen Anstalten des In- und Auslandes unternommen. Aus der Schweiz laufen an die hiesige Preffe fast täglich Berichte Über die Burschenfahrt ein, die Herr Profeffor Ltncke mit seinen Schülern unternommen hat und bei der neben dem wissenschaftlichen Theil auch die studentische Fröhlichkeit zu ihrem vollen Rechte zu kommen scheint. An der Vollendung der durch den maffenhaften Zudrang nothwendig gewordenen Neubauten arbeitet eine zahlreiche Arbeiterschaar unausgesetzt, damit noch vor Beginn des Wintersemesters die wichtigsten Bauten vollendet find.
Im September soll nun auch die erste Gemälde- Ausstellung des Vereins „Kunstfreund" eröffnet werden, mit der eine große Verloosung von Originalgemälden verbunden ist. Für das Unternehmen hat fich bereits lebhaftes Jntereffe kundgegeben. In der Gemäldegallerie zog in den letzten Wochen eine Sonderausstellung von Originalarbetten dcs Darmstädter MalerS Seekatz, der im vorigen Jahrhundert hier lebte und durch seine Beziehungen zur Familie deS RatheS Goethe bekannt geworden ist, die Kunstliebhaber an, und jetzt ist im Museum außerdem eine kleine Sammlung von Abbildungen der Werke Anselm Feuerbachs zur Schau gestellt, die großes Jntereffe verdient und auch zahlreich besucht wird.
fich die Architectur des Schlaffes mit dem Anbau einer Säulenhalle gar nicht vertrage und daß vor Allem die künstlerische Wirkung des Denkmals selbst durch den ganzen Unterbau in der denkbar schwersten Weise geschädigt würde. Will man daS Denkmal unbedingt vor dem Schloß ans der Rheinftraße aufstellen, so muß dort unbedingt ein freier Platz mit freundlichen Anlagen geschaffen werden, aber auf die ParforcebrÜcke, d. h. in unmittelbarste Nähe deS Schlosses wird man daS Monument nicht stellen dürfen, ohne eS in feiner Wirkung zu benachtheiligen. Ein ganz ausgezeichneter Standpunkt, der, wenn rein künstlerische Erwägungen allein in Betracht kämen, so spricht ein beachtenSwerther Artikel in der Tagespreise aus, gewählt werden müßte, ist und bleibt der Platz vor dem Neuen Palais und der katholischen Kirche. Die ganze Angelegenheit hat nun schon genug Staub aufgewirbelt, und man darf hoffen, daß fie bald endgültig entschieden wird.
An Vergnügungen ist die abgelaufene Woche nicht arm gewesen. Das schon in der letzten Nummer erwähnte Sommerfest konnte am vorletzten Donnerstag endlich einmal abgehalten werden, ohne daß der Regen es vereitelte, Con- cert und Theatervorstellung, zum Schluß Feuerwerk bildeten das unterhaltende Programm. Die letzten Operettenvorftel- langen fanden dankbares Publikum, nun aber ist das Operettenpersonal abgereist und verschiedene Gastspiele sollen das Jntereffe des Publikums bis zum Schluffe der Saison am 1. September wachhalten. Lustig und angeregt in jeder Hinsicht verlief auch das Stiftungsfest deS Zitherclubs, dem auch diesmal Herr Kammersänger Weber seine werthvolle Mitwirkung geliehen hatte. Die Vorbereitungen zu den Festaufführungen von Dr. Devrients „Luther" schreiten rasch vorwärts. Bereits find zahlreiche Mitwirkende gewonnen und der Leiter des Spiels, Herr Hofschauspieler Edward, ist mit der Einübung eifrig beschäftigt, schon etwa 100 Rollen konnten bei der ersten Versammlung ausgegeben werden. ES ist bei dieser wie bei allen ähnlichen Veranstaltungen nur immer wieder der Mangel eines geeigneten Bühnenraumes zu beklagen, denn der Saalbau bietet für Maffenaufführungen doch nur sehr primitive Räumlichkeiten. Hoffentlich hilft
Bringcrlohn.
Durch di« Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Nedaction, <kxpediti«O und Druckerei:
Schmlstraße Kr.A«
Fernsprech« 51.
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iit die ergebene Michi- |6, im ßauje Marbm
Rr. 192
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Br treffend: Die eingeschriebenen Hilfskaffen.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die nachstehend abgedruckten Bestimmungen des KrankenversicherungSgesetzes wird anbei eine Zusammenstellung der im Kreise Gießen domicilirten und da- sklßst zugelaffenen eingeschriebenen HilfSkasien veröffentlicht. Die Namen derjenigen Kaffen, welchen eine Bescheinigung in Sinne deS § 75 a des Gesetzes durch Großh. Ministerium bU Innern und der Justiz ertheilt worden ist, sind auS der letziten Spalte zu entnehmen. Gleichzeitig sind die im Kreise dermalen geltenden ortsüblichen Taglohnsätze nachstehend ab gedruckt.
Gießen, den 12. August 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
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mich beehrenden A tränke, sowie aust hochachtungsvoll Nvlior.
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3. «.
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«nds 8 Uhr:
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MVotSS als »tt«!
tion d. Bi.
Feuilleton.
Wochendriese ans btt Residenz.
(Originalbericht des .Gießener Anzeigers*).
Z. Darmstadt, 14. August, historische Hauser. — Die Denkmalssrage. — Vergnügungen. Verschiedene».
Vor einiger Zeit regte beim Historischen Verein Herr Üie^ierungSrath Fey die Frage an, ob es nicht emPfehlenS- «enth sei, die sämmtlichen noch stehenden Häuser von sisnorischem Werthe in einem Verzeichniß aufzuführen nnii dieses dann dem Adreßbuch anzufügen. ES sollen °llimentlich alle die Häuser verzeichnet werden, die durch den Sassenthalt von einheimischen oder auswärtigen berühmten belehrten und Künstlern bemerkenSwerth geworden find. Der
für welche der Tagelohn festgesetzt ist.
erwachsene Arbeiter
jugendliche Arbeiter
männliche
weibliche
männliche
weibliche
a) Gießen, Garbenteich, Gr.-Linden,Grüningen Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang- Göns,Leihgestern,Lollar
X
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Watzenborn-Steinberg b) für die übrigen Gemeinden des Kreises
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Gießen.....
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