Leute daran nicht unklug thuv, beweist der Umstand, daß man hier trotz der billigen Einkaufspreise noch 80 Pfennig für ein Pfund Leber- oder Blutwurst bezahlen mutz. — Die ersten weißen Bachstelzen und Singdrosseln in diesem Frühjahr find in dieser Woche znrückgekehrr, während die Lerchen schon seit Mitte Februar im Feld ihr Lied ertönen lassen. Zurückkehrende Kraniche wurden bis jetzt noch nicht bemerkt.
Selters (bei Ortenberg), 10. März. In der Nähe der Großh. Domäne „Conrad-borf", Gemarkung W'ppenbach, befindet fich ein Salzbrunen. Bor 60 Jahren wurde der Brunnen, gleichzeitig mit demjenigen zu Bad Salzhausen bei Nidda, eingeschachtet, gerieth aber nach und nach in Vergessenheit. In diesen Tagen wurde die Quelle, welche ca. 10 Mtr. tief, mit eichenen Bohlen eingefaßt ist, auf- geräumt. Das Waffer ist sehr stark salzhaltig, enthält ziemlich Kohlensäure und wird von der umliegenden Bevölkerung krugweise geholt. Nach einer in Marburg vorgenommenen Untersuchung weist daS Waffer außer starkem Salzgehalt ähnliche Bestandtheile wie daS „Mlburrger" Waffer auf. ES dürfte fich empfehlen, wenn die Quelle noch weiter untersucht und das Waffer zinsbar gemacht ivürde.
Offenbach, 9. März. Seit einiger Zeit machte fich hier und in der Umgegend ein Schwindler bemerkbar, der sein Handwerk in einer neuen eigentümlichen Weise betrieb. ES wurde ein Packet zu Wirthen, die ihr Local an einen Gesangverein vermiethet hatten, gebracht mit dem Bemerken, daß dasselbe vom Verein bestellte Noten enthalte und wurde zugleich der hiersür schuldige Betrag von den betreffenden Wirthen zu erheben versucht und auch säst ohne Ausnahme an den Ueberbringer anstandslos bezahlt. Die Packrte enthielten natürlich nur werthloseS Zeug, Holzstücke rc., und sahen die Betroffenen hiernach, aber immer zu spät ein, daß sie geprellt worden waren. Den Bemühungen unserer Polizei ist eS nunmehr gelungen, den Schwindler in der Person eine- hier wohnbasten stellenlosen SchlofferS und Ausläufers, NamenS Jacob Wagner zu ermitteln und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Der Verhaftete hat schon wegen ahn lieber Vergehen, welche er fich als Ausläufer einer hiesigen Buchhandlung schuldig machte, Strafe erlitten.
* Dem bekannten Berliner Gerichtschemiker vr. Jeserich ist e« gelungen, mit Hilfe der Photographie einen Mord ju entdecken. Unter den Trümmern eines niedergebrannten Hauses war die gänzlich verkohlte Leiche des Besitzers heraus- geholt worden. Der Sohn stand unter dem Verdacht, den Barer ermordet und dann das HauS angezündet zu haben. ES kam nun darauf an, festzustellen, ob der Vater bei Ausbruch des Brandes noch gelebt habe ober ob er schon tobt, schon ermorbet gewesen sei. In Lunge unb Herz ber verkohlten Leiche fanden sich noch zehn Blutstropfen. Da man nun aus bem Spectrum beS Blute« ganz genau erkennen kann, ob nur Sauerstoff ober Kohlenoxyd im Blute gewesen, gelang eS dem Dr. Jeserich ohne Mühe, die Abwesenheit von Kohlenoxyd im Blut festzustellen, und eS war somit der untrügliche Beweis erbracht, baß ber Tobte nicht mehr geathmet haben konnte, als ber Branb auskam, also vorher ermordet worden war.
• Grandenz, 12. März. Obwohl er angel.ttet war, hat fich der zum Tode verurtheilte Giftmörber Schiemann erhängt.
■ Würzburg, 8. März. Ein teuflischerMorbplan, ber ber Phantasie eines SchauerromanschrifistellerS entsprungen fein könnte, beschäftigte gestern da» unterfränkische Schwurgericht. Der 51jährige Kutscher Pe ch beS Profeffor Prhm, ber seit 20 Jahren in Diensten dieses vielfachen Millionärs steht unb seit bieser Zeit mit seiner Frau in bestem Einvernehmen lebte, verliebte sich vor zwei Jahren in ein ba- mals 22 jähriges Dienstmädchen NamenS Glück, die Braut eines HäfnerS, beS Vaters ihrer brei Kinder. Um die Glück helraihen zu können, trachtete Pech seine Frau zu beseitigen. Er engagtrte zu diesem Zweck zunächst einen schon viel vorbestraften Schmied, Joh. Zimmermann, dem er Geld gab unb 100 Mk. versprach. Zimmermann warf auch am 7. August, nachdem ihn Pech vorher In einer Futterkiste versteckt gehalten unb bort mit Wein regalirt hatte, Frau Pech die steile Kellertreppe hinunter unb würgte sie, bis sie bewußtlos war. Die Frau tarn mit geringen Verletzungen davon unb Zimmermann verließ Würzburg. Nun würbe zur Ausführung des verbrecherischen Plane» ber Fuhrknecht Michael Wolf gebungen. Am 8. November überfiel er bie Frau, als sie im Abort ben Wohnungsschlüssel holen wollte. Wolf, ber ihrer geharrt unb an einem starken Nagel eine feste Schnur mit Schlinge befestigt hatte, stürzte auf bie Ahnungslose zu unb versuchte sie, indem er ihr den Mund zuhielt, beizuziehen. Al» bie Ueberfallene Lärm schlug, ent* floh Wolf. In ber Verhanblung erklärte Pech, in bie Glück ganz verrückt gewesen zu sein- so sei er auf ben unseligen Plan gekommen. DaS Urtheil lautete; Pech 12 Jahre, Zimmermann 8 unb Wolf 6 Jahre 1 Monat Zuchthaus unb je 10jährigen Ehrverlust.
* Speier, 11. Marz. Flüchtige Einjährige. Die Einjahrig-Freiwilligen Pfeifer aus Kaiserslautern unb Preuch aus Pforzheim vom hiesigen Pionierbataillon finb geflüchtet, um einer kleinen Strafe au« bem Wege zu gehen. Wahr- fcheinltch Haden sie ihren Weg in bie Schweiz genommen.
* Ludwigshafen, 11. März. Eine Bierreife aus dem Gcfängniß. Drei Untersuchungsgefangene stiegen gestern Abend aus bem hiesigen AmtSgerichtSgefängniß au«. Nachdem zwei davon sich In einer Wirthschafl gestärkt hatten, kebrten sie wieder in« Gefängniß zurück- Der Dritte, ein gewisser Köhler, ist entflohen. DaS schadhafte Gitter beS Gefängnisse« begünstigte die Flucht.
• Die Gefahren der Photographie haben kürzlich die studentischen Zuhörer eines Tübinger Professors in böser Weise kennen gelernt; bie .Neckar-Zeitung" berichtet darüber: Ein
luftiger Vorfall ereignete sich unlängst im physikalischen Jn- titut der Universität. Es war am Tage nach der Reichsfeier. Ein großer Theil ber anwesenben Studenten stand noch unter ihrem Einflüsse. Der dozirenbe Proseffor sühne bei verhängten Fenstern in behaglichem Dunkel bie Eigenschaften bes Magnesiumlichtes vor unb zeigte beffen Einwirkung auf bie photographische Platte. Nach längerem Doziren folgte enb- lich ber praktische Versuch, ein grelles Licht durchleuchttt für einen Augenblick ben bunklen Raum und bald darauf ist auch die Lehrstunde zu Ende. Mit sarkastischem Lächeln zeigte in der nächsten Stunde der Professor bie entwickelte Photographie vor, bie eine» Theil ber Herren Srubenten darftellt, wie sie auf ihren Plätzen in friedlichen Schlummer versunken find, mit geschloffenen Augen unb theilweise sogar mit geöffnetem Mund. Sie hatten bie angenehme Dunkelheit bazu benutzt, um das Versäumte der letzten Nächte wieder einzuholen, bie moberne Wissenschaft aber war zur Verrätherin an ihnen geworben.
♦ „ein leuchtendes Beispiel." AuS Wien wird vom 10. März berichtet: In der Budgetdebatte be« österreichischen Abgeordnetenhauses, in der es sehr viele und sehr lange Reden gegeben hat, hat ber Abgeordnete Morre, der Btr- affer bes VolkSstückeS „'S Nullerl" folgenbe Rede gehalten: Abg. Morre: Als leuchtendes Beispiel für Dauerredner werde ich ben Telegrammstyl zur Anwerbung bringen. Hohes HauS! Niebergang des Bauernstandes schreitet unaufhaltsam vor. Zustand unhaltbar. Hilfe dringend noth> wendig. Warum nichts geschehen? Bitte Drahtantwort. Lebhafte Heiterkeit.)
** Wenn ein Franzose über deutsche Studenten schreibt, kommt natürlich wa« Erbauliches zum Vorschein. Neuerdings hat fich, so schreibt die „T. R.", in dem Pariser Blatt „L'Etudiant" („Echo du Quartier Latin") ein Monsieur G. G. über seine Eindrücke vom Leben auf deutschen Hochschulen vernehmen kiffen. WaS er zusammenfaselt, ist amüsant genug. „Die deutschen Studenten" — so schreibt er u. A. — „find bedeckt mit einer rotyen, weißen, violetten, gelben ober anberSfarbtgen Mütze, je nach dem Studium (!), welchem sie sich widmen. Sie tragen ihre breite, buntscheckige Schärpe unb bei Festlichkeiten weiße Beinkleider, Stiefel unb Degen. Brrhältnißmäßig wenig besuchen sie die Bierlocale (!) unb selten rühren sie bie Karten an. Dagegen gehen sie viel spazieren, weil sie sich gerne sehen lassen. Sie verbringen fast ben ganzen Tag im Zimmer, wo sie arbeiten, lesen, trinken unb ans mächtigen Pfeifen rauchen, in benen unsere Packetchen Tabak von 40 Gramm ohne Schwierigkeit ver> schwinben würden, unb deren Rohr manchmal länger als ein Meter ist. Die Meisten besuchen eifrig ben Gottesdienst. Um fich zu zerstreuen, gehen sie in's Theater ober in'S Con- ctrt; sie leisten sich für 25 Pfg. bie letzten Plätze unb scheinen bort bie ölaque zu bilden. Sie besuchen häufig bie Bälle und geben sich mit Raserei bem Eislauf hin. Einige von ihnen treiben auch Reit- unb Fahrrabsport. Eine Geliebte besitzen sie nie. (?) Sie genügen sich bamit, irgenb einem fetten (!) Gretchen bie Cour zu schneiben. Allerdings würde es ihnen schwer fallen, Prachtstücke zu finden Ich kenne wenige Länder, die so arm an hübschen Gesichtern find, wie daS badische, hessische und pfälzische Deutschland. (!) M tunter trifft man wohl eine Schönheit, hehr und rein wie ein Marmorbild, aber auch ebenso kalt- die Anderen find nicht werth, daß man fie ansähe, selbst nicht wegen ihres Putzes, beffen fich daS geringste unserer Nähmädchen schämen würde. Die Theater und Concerte beginnen um halb fieben unb enden um zehn. Der Abend verläuft immer ruhig unter bem wachsamen Auge ber Schutzmänner, unti lärmenb die Straßen zu durchziehen, ist für die deutschen Studenten ein unbekanntes Ding. Ihre eigentliche Leidenschaft, auf bie fie so stolz und eifersüchtig sind, ist der Zweikampf. Aus dem nichtssagendsten Grunde, den sie stets zu suchen begierig finb, forbern fie fich. Am anbern Tage begeben sich die Gegner, umringt von ihren Secunbanteo, in bie hierzu bestimmte Kneipe, die sich im Weichbilde jeder Universitätsstadt befindet. Man befestigt ihnen ein Metallgitter vor den Augen unb Eisenplatten an Hals und Brust- bann bewaffnen sie fich mit langen Rtppieren, bie oft rostig find unb niemals geschnitten haben. Nun führen fie schnelle Rundbewegungen au« unb suchen sich gegenseitig bie Nase zu zerschneiden, waS ben Höhepunkt der Kunst bebrütet, aber fie kommen nur dazu, sich eine un- bebeutenbe Wunde auf ber Backe beizubringen. Dann — welche Tollheit eines Besiegten! — ist dieser Stolz auf seine Wunde, hundertmal glücklicher, als der Sieger. Er klebt sich ein Stück schwarzes Pflaster auf die Backe und macht während mehrerer Tage ganze Stunden lang das Trottoir unsicher, bis alle Welt ihn gehörig gesehen hat. Gestern traf Ich so Einen, der sein Pflaster herumführte. „Warum haben Sie sich geschlagen?" fragte ich ihn. — „Ich hatte erst sieben Schmarren", erwiderte er, „unb ein Weib hat mir gesagt, ich wäre noch zu schön!" Wahrlich, ein kurioser Kauz!
• «in Lebensretter en gros. Den „Record" in der Rettung von Menschenleben qat Capitän Weiß vom englischen Dampfer „B-lgian King" aufzuweisen, dem unlängst für bie glückliche Bergung zweier im Boot vertriebenen französischen Fischer ein Ehrengeschenk überreicht würbe. Dabei würbe festgestellt, daß ber Gefeierte im Ganzen bereit» 979 Menschen auS Seenoth gerettet hatte. An Bergelohn für Schiffe, die er eingebracht, finb im Ganzen 361000 Mk. ausbezahlt worben, wovon 29300 Mk. Capitän Weiß erhielt.
* Zu Newyork sollen, nach ber Behauptung eine« bortigen Statistiker«, täglich mehr Menschen in senkrechter wie in horizontaler Richtung beförbert werden, b. h. die Stadt besitzt in ben öffentlichen unb Privatgebäuden so viele Auszüge, welche bei ben meist thurmhohen Bauten ganz allgemein bie Treppen vertreten, baß bie sonderbare Behauptung badurch ziemlich gerechtsertigt erscheint - n'cht weniger wie 5000 ber« artiger Hebelmaschinen durch Wasserdruck, Dampf- unb Ga«> kraft ober Electricität betrieben, sollen nach einer Mittheilnng
vom Internationalen Patent-Vureau Karl Fr. Reich eit,. Berlin N. W. 6, diesem vertikalen Verkehr dienen, unb übersteigt deren Zahl nach den Ermittlungen be« betr. Gr» währ«manne«, jene ber Straßenbahnwagen beträchtlich.
• «ine Itegobie unter der Erde. Al« man einen v er- lassenen Schacht in einem Kohlenbergwerk bei Weehiinq in West Birginien untersuchte, fanb man bie Leichen von vier Bergleuten. Einer saß fast aufrecht gegen die Felsen gelehnt. Am Boden fand man eine Flaiche unb in derselben einen Zettel mit ben solgenben Aufzeichnungra. 2. November 1863. Sollte bieser Zettel jemals da« Licht der Welt erblicken, so wöge diese wiffen, daß wir hier ge« angen fitzen, weil der Schacht eingestürzt ist. Wir haben nicht« zu effen und zu trinken. Seit acht Tagen sitzen wir hier. — 4. November. Swing unb Ackelsohn haben Ayrr« getöbtet und effen ihn. Ich habe schon einen Stieselschaft gegessen. Das Oel in unserer Lampe wirb immer weniger und die Luft ist schlecht. — 6 November. Swing bat Ackelsohn getöbtet unb hat seine Füße abgeschnitten, die er jetzt ißt. Er tanzt wie ein Irrsinniger mit gezücktem Messer herum. — 7. November. Ich bin jetzt allein mit bem Todrrn. Ich mußte Swing töbten au« Nothwehr. Ich habe gerade bep anberen Stieselschast gegessen. Ich stecke diese Aus. zeichnungen in bie Flasche, bamit mein Schicksal, wenn möglich, bekannt wirb. — Joseph Olny — Alte Bewohner haben ba« räthselhaste Verschwinden der vier Bergleute noch n.ch» vergeffen. Zwei von ihnen waren Engländer. Der britische Eonsul stellte damals alle möglichen Untersuchungen an, aber vergeben-.
♦ Zu devot. Fürst (zum Bibliothekar, besten Bidliot k er besichtigt): „Ader, lieber Prosestor, warum haben Sie benn bie Bücher alle umgekehrt?" — Prosestor: „Ader, Durchlaucht, ich konnte doch nicht zulasten, daß die Bücher Ihnen ben Rücken zudrehen?"
Citeratur rrnd Kttnft.
— Reue epedaltarte der Südafrikanischen (Ira«« Vaal) Republik, de» Oranje = frretfUaM und der an grenzende« Gebiete tm Dlaßfiabc 1:3000 000, nach afrikanische englischen, deutschen, holländischen, portugusischen unb französischer. Quellen bearbeitet von A. Herrsch (Verlag von Earl Flemming in Glogau) PreiS 50 Ps. Bei dem lebbasten Interest«, bet Jamesons Freibeuterzug, bie Schlacht bei Rrügereborp, ba« Glückwunschtelegramm des deutschen Kaiser« unb neuerNng* * ba Streit um die Delagoa-Bai überall gesunden haben, ift das 6r scheinen vorliegender Karte, die dem Wunsche nach einem auhn schnell ortentirenden und dabei billigen topographischen Führ, durch Süd-Ostafrika in bester Weise entgegenkomml, mit Freuden zu begrüßen.
— Koenig« Ltädte Lexieo« be« deutschen Reichs mit b<. Einwohnerzahl nach der Volkrzählung von 1895 ist soeben in oi.Tttr Auflage Im Verlage von Albert Koenig in Guben e schienen Preis 50 Pfg. Da« Büchlein enthält ein alvbabettsche« Verzeichniß sämnu licher Städte be« deutschen Reiches mit Angabe ber Vage nach Kreisen (Bezirksämtern, AmtSbauptmannschaften ?c.), Regierungsbezirk n (l?be>amt«bezirken, KreiShauptmannschaften), Provinzen und bet Einwobnerzabl nach ber Volkszählung vom 2. Decembcr 1HV5 Auch die größeren ländlichen Orte, in denen fid) der S'tz eine« Amtsgerichts oder der Kreisverwaltung befindet, sowie auch größere Marktflecken und bedeutende ländliche Ortschaften haben darin A,,-- nahme gesunden. In einem Anbang find die Städte übet 10,000 Ein: wohnet ber Größe nach aufgesührt. 'Rach bem Buche, welche« fich auf amtliche Angaben stützt, nimmt Gießen unter ben Städten b 6 Deutschen Reiches die 142. Stelle ein.
Technische Fortschritte.
— Ei« Kitt, der i* Wasser und Feuer an«l>*lt, un> deshalb für Metall, Porzellan unb irdenes Geschirr anwendbar in, wird folgendermaßen bereitet. Man läßt 2 Pfund süße Milch durch Weinessig dünn gerinnen. Sobald die Milch abgekühlt ist, nimn-t man die Molke davon unb quirlt ba« Weiße von 4 Siern btnetr; hieraus mischt man fein vuloerifirten, ungelöschten Kalk binjujir.1» arbeitet die Mischung mit einem Spatel recht innig durch, total des Eiweißes kann auch frische» Rinderblut dienen- An bet Lu t und bann in starker Wärme getrocknet, hält dieser Kitt Feuer urb Wasser au«.
— Reinigung von Druckftempelu. Messingdruckstewv l (nicht etwa Gummistempel), die unklar geworden finb, deren Echrifi- odet Wappentheile fich nach und nach durch fet'flaubipen Filz verfett haben, reintat man schnell unb aründlich durch Abdruck in beißen Siegellack. Man läßt den Sten pel einen Augenblick in dem Vacf» siegel stehen, bis diese« bart geworden ist und wird ibn dann gar» rein fortnehmen können. Röthigenfall« wied rholt man dle e Procedur noch einmal. Hat sich Siegellack in die Schrift bei Stempels gefetzt, so springt diese« leicht ab, wenn e« mit einem scharfen Holzstäbchen hei ausgedrückt wird. Metallspitzen, _3iabde ober bergt, verwenbe man nicht, ba man bamit leicht den SlemPck verletzen kann.
Vringe in diese« «ou,t aeeiguete RtsttLKchen fftr Ltoore, Meisen und Rothschwänzchem an l Schone <H Hecken an Rainen, «Sschungen und Zäunen für die nützlichen Heckeuvrüier!
Auszug aus den StandesaintBveglsteim bet Stadt Gieße«,
Safgetou.
März: 9. Ludwig Zutt, Friseur dahier, mit Katharine Roberti« Langsdorf Hierselbst. 9. Ludwig Kimmel, Schutzmann dahier, rr.il Margaretha Becker dahier. 10 Heinrich Gilbert Schmidt. Bin« feldwebel dahier, mit Anna Elisabeth Och» hierseldst. 13. Heinrich Männche, Schreiner dahier, mit Marie Jammer hierselbst.
Mär»: 1. Dem Bierbrauer Karl Zimmer ein Sohn, Kack 2. Dem Güter-Expedienten (Sari Bode eine Tochter, Mathilde Henrich Auguste Marie. 5. Dem Schuhmacher Karl Amend eine Io*tx Marie Käthchen. 5. Dem Taglöhner Konrad W>ll e'ne locht-r Helene Elisabeth. 6 Dem laglBbner Wilhelm Schneller ein foM geborene« Kind weiblichen Geschlecht«. 7. Dem Bäcker Ludwig Bebe eine Tochter, Margarethe Hedwig Mariha Elisabeth Iodanra 8. Dem Hllfsbrernser Georg Wilhelm Habicht eine Toebter. 9. Dem Profeffor Dr. Arthur Benno Schmidt ein Sohn. 10 Dem Kohle" Händler Alov« Spengler ein Sohn. 11. Dem Straßenkehrer Wllbe « (,'esch ein Sohn, Heinrich Peter.
Mir»: 7. Martha Luise Braun, 6 Monate alt, Tochter v?n Locomotivsührer Karl Braun dahier. 7. Karl Selten, 13 Jahre oll, von Burgfolm«. 8. Anna Schütz 3 Monate alt. Tochter o* Schneider Georg Schütz dahier. 9. Anna Ehristine Wcher, 81 IaM
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