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1 Mk. zu hllben be iarktplatz, Conrad \t unh SebrmuA t Becker. W
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sowie mein Wasch •Her Ä-ssührunj n an der MeschuK daflt 45»—
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Der Eletzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Dir Gießener W«»ikten ö kälter werden dem Anzeiger »öchmtlich dreimal Keigelrgt.
Zweites Blatt. Mittwoch den IS. Januar
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
_1896
VierteltLbriger Avonuemcnl-r'reiFr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg.
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Amtlichem Tbeil.
vekamitmachung.
betreffend: Rothlaufseuche.
In dem Gehöfte des Karl Himmelreich zu Braunfels, Kreis Wetzlar, sowie in Büdingen, Kreis Büdingen, ist die Rothlaufseuche ausgebrochen und diejenige zu Alten» fiadt und Gettenau, Kreis Büdingen, erloschen.
Gießen, den 13. Januar 1896.
Großherzogliches KreiSamt Gießen. __________________v. Gagern.__________________ «ekamttmachtmg betreffend: Maul- und Klauenseuche.
Die Maul- und Klauenseuche in Ermenrod und Kestrich, Kreis Alsfeld, ist erloschen und die angeordnete Sperre dieser Gemarkungen und der betr. Gehöfte aufgehoben worden.
Gießen, den 13. Januar 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen, o. Gagern.
Die deutschen Ehrentage an der Lisaine.
(Zur Erinnerung an den 15., 16. und 17. Januar 1871.){
Die lange Reihe jener glänzenden deutschen SiegeStage im nationalen Kriege gegen Frankreich, deren 25 jähriges Gedenken wir fett dem August vorigen Jahre« gefeiert haben, ist nun fast abgeschlossen. Aber gerade in ihrem AuSgange weist diese JubtläumSkette noch einmal bedeutsame Daten auf, denn in den Tagen deS 15. bis 17. Januar vollendet fich jetzt ein Vierteljahrhundert seit dem siegreichen Heldenkampfe de« Werderschen Corps gegen eine mehr als dreimal so starke feindliche Macht an den Ufern der Lisaine. 43000 Deutsche — die badische Division, die 1. preußische Reserve- divtfion Schmeling und daS Detachement von der Goltz — ftritteu damals in heißem dreitägigen Ringen gegen die 150000 Mann starke Bourbakische Armee, welche bestimmt war, nicht nur die Festung Belfort zu entsetzen, sondern auch einen kühnen Borstoß nach den von Streitkräften fast ganz ent- bläßten süddeutschen Landen zu unternehmen und somit einen für Deutschland sehr gefährlichen Plan deS DictatorS Gam- bettaS auszuführen. Wohl hatten die Werderscheu Truppen stark befestigte Stellungen inne, gegen welche die Franzosen inmitten grimmer winterlicher Kälte anstürmen mußten, aber dafür dehnte fich auch die deutsche BertheidigungSlinie in einer Länge von etwa drei Meilen hin und wies zahlreiche exponirte Punkte auf, die nur mit verhältnißmäßtg sehr schwachen Kräften gegen die überall auftretenden starken Massen deS Angreifer» besetzt werden konnten. Wenn trotzdem die »üthenden Angriffe des Übermächtigen Franzosenheeres am 16. und 17. Januar auf die ausgedehnte deutsche Stellung immer wieder zurückgewiesen wurden, wenn er den Franzosen ungeachtet aller ihrer verzweifelten Tapferkeit nicht gelang, die BertheidigungSlinie der Deutschen an irgend einem Punkte gänzlich zu durchbrechen, so wirkten zu diesem großen deutschen Erfolge die besonnenen und weitsichtigen Dispositionen de» commandirendeu Generals v. Werder und da« verständntßvolle Eingreifen seiner Unterbefehlshaber mit dem wahrhaft antiken Heldenmuthe jedes einzelnen der braven badenfischen Streiter
und ihrer preußischen Kameraden in seltener Weise harmonisch zusammen. Dank dieser ausgezeichneten Führung wie dieser hingehendsten Tapferkeit auf deutscher Seite sah General Bourbaki schon am Abend des 16. Januar ein, daß die Schlacht für ihn verloren war, wenn er gleichwohl den Kampf am nächsten Tag noch fortsrtzen ließ, so geschah die- nur, um den inzwischen angeordneten Rückzug seines Heeres zu verschleiern. Die Franzosen hatten in der dreitägigen Schlacht außer zahlreichen Gefangenen über 8000 Mann an Tobten und Verwundeten verloren, der deutsche Verlust bezifferte fich auf circa 1600 Todte und Verwundete.
Die Kunde von diesem abermaligen herrlichen Stege der vaterländischen Waffen rief in ganz Deutschland unermeßlichen Jubel hervor, besonders aber in Süddeutschland, wo nunmehr General von Werder plötzlich zum populärsten Heerführer des Krieges wurde. Und um so größer rauschte der Sieges» jubel anläßlich der Belforter Schlacht einher, als erst nach deren AuSgange in der Heimath die ernste Gefahr voll bekannt wurde, mit welcher Deutschland inmitten seiner bisherige« Siegesbahn durch den Zug des Bourbaktschen Heeres bedroht worden war, dessen Gelingen in der That noch im letzten Momente des deutsch - französischen Krieges eine verhängniß- volle Wendung für die deutschen Operationen hätte herbeiführen können. Hatte man doch anfänglich selbst im Hauptquartier zu Versailles nicht recht an diesen tollkühnen Plan GambettaS glauben wollen, so daß General von Werder fich mit seinem tapferen Corps zunächst ganz auf eigene Verantwortung hin dem herannahenden Bourbakischen Heere entgegen werfen mußte, wodurch aber der von ihnen erzielte Erfolg nur um so bedeutsamer erscheint.
An die Niederlage der Bourbakischen Armee an der Lisaine knüpfte sich jedoch dann die weitere schwere Folge für Frankreich an, daß General von Manteuffel, welcher inzwischen mit der neugebtldeten deutschen Südarmee (2. und 7. EorpS) zur Unterstützung Werders herbeigeeilt war, dem geschlagenen feindlichen Heere den ferneren Rückzug noch rechtzeitig verlegte und dasselbe schließlich zum Uebertritte in die Schweiz zwang (1. Februar 1871). Hiermit war die letzte große Feldarmee Frankreich» unschädlich gemacht und der republikanischen Regierung nunmehr die vollständige militärische Hilflosigkeit ihres Landes in klarster Weise vor Augen geführt worden. Den tapferen deutschen Kämpfern von der Lisaine aber gebührt daS unauslöschliche Verdienst, durch ihr todeSmuthiges AuSharren jene politisch wie militärisch gleich hervorragende Action am Ausgange des ganzen Kriege», den Uebertritt de» Bourbakischen Heeres, vorbereitet zu haben, hell strahle darum heute nochmals da» Gedenken an die ruhmvolle Lisaine-Schlacht.
Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte <u8 Zeitung»-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 15. Januar.
Wie stehen die Dinge vor Pari»? Die Erfolge der bisherigen Beschießung haben die unerhörte Thatsache ergeben, daß die Preußen im Besitze von Geschützen find, welche 10,000 Schritt oder eine deutsche Meile weit tragen. ES find dies wahrscheinlich die neuen gezogenen Mörser des Capitäu Sollet, die nun die Probe vor Pari» ablegen. Da» Zielen und Treffen mit derartigen Geschützen ist oft auf so
ungeheure Entfernung natürlich ntcht leicht möglich, ft? werden daher nur zum Bombardement von Städten verwend r werden können, wo man leicht in» Blaue hineinschießen hnn und doch jedesmal einen Treffer erzielen muß. DeSweg-n kann die preußische Artillerie für daS zufällige Eirffchlc^en von Granaten in irgend ein Spital nicht verantwortlich gemacht werden.
tut*
n. Nieder. Florstadt, 11. Januar. Nur rund 32 Mk. betrugen die sämmtlichen Verwaltungskosten der hiesigen Pfennigsparkasse im Jahr 1895, welche au» der etwa 75 Mk. betragende.' Differenz der Haben- und Sollzmseu genommen werden. Der Rest dieser Differenz wurde dem Gesammtguthaben der 313 Einleger zugeschrteben, wodurch daS Kaffenvermögen auf 12 069 Mk. 13 Pfg. gebracht wurde.
n. Friedberg, 11. Januar. Die im Oetober in Kassel stattfiudende allgem eine deutsche ObftauSstellung wird auch aus Hessen stark beschickt werden. Besondere Sorgfalt wird ihr der Oberhessische Obstbauoerein widmen, gilt eS doch für ihn, die auf den analogen Ausstellungen in Breslau und Berlin errungenen Lorbeeren zu behaupten und ihnen womöglich neue hinzuzufügen. Der Ausschuß des genannten Vereins wird darum 500 Mk. in den nächsten Etat zur Deckung der Ausstellungskosten einftellen. Der Verein wird als solcher concurriren. Den einzelnen Ortsgruppen oder Mitgliedern ist es aber unbenommen, daneben noch selbstständig auSzuftellen. Die Herren, welche die Angelegenheit in Hessen in die Bahnen leiten wollen, bieten die Bürgschaft dafür, daß da» in einer Art und Weise geschehen wird, die für unseren Obstbau und unsere Odstverwerthung nur förderlich sein kann. ES find dies die Herren: v Bechtold, Ministerialrath in Darmstadt- vr. Braden, Geh. RegiernngSrath, Präsident des Oberhesfischeu Obstbau» Vereins- Freiherr v. G ag er n, Provinzialdirector in Gießen- HaaS, Kreisrath in Offenbach- Freiherr Heyl zu HernS» heim, Geh. Commerzienrath, Mitglied des Reichstages und der ersten Hessischen Kammer, WormS- Hirsch, Präsident, Alöheim, Kreis Oppenheim- Graf v. Oriola, Mitglied des Reichstages, Dicepräsident des Oberhesfischeu Obftbau- vereinS- Reinhard, Fabrikant, LandtagSabgeordneter, WormS- Graf Solms-Laubach, Laubach- Graf Solms-Rödelheim, Assenheim- Fürst SolmS-Lich, Lich. Dem GefchäftSauSschusse gehören an: Dr. v. Peter und K. Reichekt in Friedberg.
An» demRodga«, 8. Januar. Hausirer mit „Reststoffen", die nach neueren Zeitungsberichten in Rheinhessen hausiren, überfluthen feit einiger Zeit auch daS Mainthal und den Rodgau. Da bekanntlich eine gewisse Menschensorte trotz aller Verwarnungen in Wort und Schrift „nicht alle" wird, so fallen immer wieder vertrauensselige Menschenkinder auf den Schwindel herein. Die Haufirer bieten nämlich meist Schundwaare zum Verkaufe an. Bietet Jemand auch nur die Hälfte des verlangten Preise», so erfolgt sofort der Zuschlag, und der Verkäufer macht fich schleunigst aus dem Staube. Zu spät merkt der Abnehmer, daß daS erstandene Zeug fast werthloS ist und obendrein die angegebene Meterzahl bei Weitem nicht erreicht. Leuten, die man nicht kennt, sollte man kein Vertrauen entgegenbringen, vielmehr eine ablehnende Stellung ihnen gegenüber einnehmen. Dadurch hält man fie und den Spott der Mitmenschen fich vom Halse.
Fcrrilletsir.
Erlebnisse eine« hessischen Csvslteristrn
am 14. Januar vor 25 Jahren.
In einem Artikel in Nr. 2 dieser Zeitung wird da» Detachement Rantzau bet Briare und speciell die Spitze, bei deren Einrücken vier Dragoner der 4. (auch 3. Feldschwadron genannt) fielen, erwähnt. Da ich nun auch zu dieser sSpitze gehörte, die von dem Reservelieutenant Renz geführt wurde, fühle ich mich veranlaßt, auch meine Erlebnisse in diesem Detachement hier theilweise zu erzählen.
Bevor ich damit beginne, muß ich vorausschicken, daß ich vermöge meines sehr guten Pferde» und Kenutniß der französischen Sprache während des ganzen Feldzüge» und namentlich bei Briare sehr stark im Ordonanz- und Patrouillen- ö lenst, engagirt war- ich hatte beispielsweise am 31. December 1 870! eine RecognoScirungSpatrouille in der Richtung nach vkontiargi», mit der ich, als ich wieder zurück nach Briare «olltp, im Wald von Franktireur» und dem dort hausenden Btflnjbel abgeschnitten wurde - ich mußte trotz aller Versuche,
wieder zu «einem Truppentheil zu kommen, unter Zurücklassung eine» verwundeten den sehr weiten Weg nach MontargiS, welche» zu der Zeit von einem preußischen Landwehrbataillon besetzt war, machen, denn an den näher gelegenen Orten waren die Bauern so fanatisch, daß fie, wenn fie uns sahen, fich zusammenrotteten, um uns aufzuhalten oder womöglich abzuschlachten, wir schossen deshalb regelmäßig erst einige Male in die Menge.
In MontargiS angekommen, meldete ich mich mit meiner Patrouille bei dem Commaudeur gen. Landwehrbataillons, welcher mir, da ihm Cavallerte fehlte, befahl, einige Tage da zu bleiben, um die Umgebung von diesem schönen^Städtchen abzureiten und mir sagte, er würde an meinen Truppentheil berichten. Wir mußten eben, wohl oder übel, gleich wieder reiten, obgleich schon einige unserer Pferde bei dem vorherigen scharfen Ritt je zwei und drei Hufeisen verloren hatten und sehr matt geworden waren. Bei dem ersten dieser Dienste, die ich für diese Landwehr that, hatte ich da« Glück, zwei vollständig bewaffnete französische Infanteristen, die wahrscheinlich als Marodeure zurückgeblieben waren, mitten auf dem Felde zu fangen, zwischen un» an die Steigbügel zu binden und so in einem Triumphzuge in MontargiS einzu
rücken. Nach weiteren zwei Tagen, in denen wir auch nicht geschont wurden, bekam ich den Befehl, mich wieder in meiner Schwadron zu stellen. Ich fand dieselbe in GienS wieder, wo ich bei dem ersten Aufmarsch de» Regiment» vor die Front gerufen wurde, um von dem Commaudeur desselben, Herrn o. Buseck, welcher durch den damals in MontargiS krank liegenden Rittmeister Otto schon Kunde von meinen Thateu erhalten hatte, mit einigen Worten der Anerkennung erfreut zu werden.
Nach dieser Zeit hatte ich noch verschiedene andere, ebenfalls sehr gefährliche Patrouillen in dieser Gegend zu reiten und wurde dann bi» zum 12. Januar nach Gien» zum Ordonauzdienst bei dem Feldtelegraphenamt commandirt, wobei ich die Aufgabe hatte, auf der Straße nach Orlean» die sehr lange und gänzlich von Deutschen unbesetzte Strecke zwischen Sien» und Chateauneuf einige Mal abzureiten. Nun zum 14. Januar.
Nach all diesen Schilderungen wird e» auch der weniger mit den Militärverhältnisseu im Kriege vertraute berechtigt finden, daß am Vorabend diese» für alle Theilnehmer so denkwürdigen Tages, al» unsere Schwadron Feldwache beziehen sollte, mein Rittmeister befahl, „daß ich zur Erholung


