Ausgabe 
14.10.1896 Erstes Blatt
 
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dem Angeklagten ertheilte General«

dm der Witiwe Bäc

(Forts, folgt.)

Vernehmung beiwohnen können.

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Heinrich Weisel IV., Landwirts von

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tcllmad)t verlesen, in der allerdings eine Beschränkung nach hin« Richtung enthalten ist.

Auf Antrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Jung wird (in zwischen dem Landwirth Kraft und Sommer auf dem Orbögericht Altenschlirf errichtete- Protokoll über den Pferde- jütteel verlesen - in demselben ist vom Alter de-ThtereS kein Bort enthalten. Ferner wird verlesen eine Bekanntmachung, Ur zufolge in einem EoncurSverfahren das betreffende Pferd, brlches damals zur Maffe gehörte, als 9- bis 12jährig aus- |tbt ten ist.

ES wird darauf zur Zeugenvernehmung geschritten. h:inrtch Kraft von Altenschlirf schildert den Fall deS PserrdehandelS wie in der Anklage angegeben und er hat für bm Gaul zwei Stiere im Werthe von 300 Mk. und 100 Mk. baa; an Sommer gegeben. Der Zeuge erklärt, für das Geld (In !22 bis 24 Jahre alte- Pferd nie und nimmer gekauft ]D staben. Der Zeuge hat außer dem GaulShandel früher b|tc: Geschäfte mit Feist Sommer gemacht, er kann nicht ligetn, daß ihn dieser hierbei übervortheilt habe. Die Sdufrau deS Zeugen Kraft war beim Handel zugegen. Iakeb und Sommer haben übereinstimmend gesagt, daö Pferd |d S Jahre alt, daß Sommer hierfür ausdrücklich die Gewähr Sbcnaommen, kann die Frau nicht sagen. Später sei sie und Ihr Mann dahinter gekommen, daß das Pferd viel älter sei. 81$ ihr Mann in Storndorf erfahren, wie sehr er mit dem Psetde betrogen, da habe derselbe Anzeige erstatten wollen hl Ver Staatsanwaltschaft, sie, die Zeugin, hat aber ihren Vimn davon abgebracht, weil dieser dem Sommer damals nod 400 Mark schuldig war, die er nicht gleich begleichen lonrtc. Der Zeuge Heinrich Wiegant von Schlechten- Degen bekundet, daß Kraft von Altenschlirf einmal bei ihm Dax,, um sich das Pferd, welche- er 1892 zu verkaufen hatte, «zrlsehen. Ob er damals diesem 375 Mark dafür abverlangt, fani Zeuge nicht mehr sagen. Der Zeuge hat öfter mit dem Angeklagten Geschäfte gemacht, daß er ihn übervortheilt hat, lern Zeuge nicht sagen. Ec ist aber der Meinung, daß Sammer eine gewisse Schuld beizumeffen sei, daß sein Schwager, der zwei Güter hatte, in den 80er Jahren in lttrniögenS verfall geraten. Der Zeuge Löffler VIII. »an Ilbeshausen erklärt, daß er an einem Sonntag, den 14. .Februar 1892, nach Crainfeld gegangen sei und in der Snüe deS Angeklagten die Abrechnung stattgefunden hat, auf tzcund deren er 320.40 Mark herauszubekommen hatte. Die llbri'chnung erfolgte auf einem Zettel unter Zugrundelegung in Bücher des Sommer. Der Zeuge Isaak Blumen- ihalil von Frischborn (bedeckt bet Leistung des Eides mit nne« Tuch sein Haupt) kann nicht sagen, ob er am fraglichen tags vor Löffler in die Sommer'sche Wohnung gekommen «6er ob dieser schon da war. Er erinnert sich, daß Sommer mb Löffler gestritten wegen eines Ochsenhandels, ob ge« stritrben oder ein Geschäftsbuch geöffnet, weiß Zeuge nicht rdp:, er erinnert sich wenigstens nicht mehr, daß dieses der

vromberg. 12. October. Die

der seitens ty Ne, war surigsstatstll mi. ganze Tazu°§ s

Die Bedeutung der Salze al» srahruugsmittel Ein Vortrag von Dr. med. Hans Köppe, piactlscher Arzt tn Gtrßen. Gehalten zur 68. Versammlung deutscher Natu-forscher und Aerzte in Frenkfurk a. M In erweiterter Form herausgegeoen, mit zwei Tabellen. Gießen, Verlag der I. Ricker'schen Buchhandlung. PrciS 50 Plg.

Sommer abgerechnet und noch 320.40 Mk. von diesem zu zahlen seien. Amtsrichter Baike von Herbstein deponirt, daß Feist Sommer sowohl als Kläger wie als Verklagter unverhältnißmäßtg oft am Gericht zu thun hatte. Er hat die Ansicht, daß Sommer gern procesfirt und dabei stricte an der einmal gefaßten Meinung festhält. Zeuge schätzt, daß Sommer jeden AmtStag einen Termin hatte. Zeuge hält den Sommer nicht für ehrlos, wohl aber sei er rücksichtslos in feinem proceflualen Vorgehen. Dem Amtsrichter sind nur zwei Fälle bekannt, wo Sommer größere Forderungen, ca. 34000 Mk., hatte, ob er diese aber auf unredliche Weise erworben, kann Zeuge nicht sagen.

Hierauf wird der Sohn deS Angeklagten, der Nathan Sommer, in Ströflingskleidern in den Saal geführt. Derselbe erzählt, daß Löffler an dem Sonntag gekommen sei, um abzurechnen, daß sein Vater mit ihm wegen der einzelnen Posten tn Differenzen gekommen sei und daß zum Schluß der Vater erklärt hat, er rechne heute mit Löffler nicht ab. Nathan Sommer erklärt das von Löffler als Abrechnung bezeichnete Schriftstück als nicht von seiner Hand herrührend.

Der Vertreter der Staatsbehörde erklärt, auf den Zeugen Jakob, der ordnungsmäßig geladen, wegen Rheumatismus aber seinen Wohnort nicht verlaffrn könne, nicht verzichten zu können und bittet um commiffarische eid­liche Vernehmung dieses Zeugen. Der Gerichtshof beschließt, diese Vernehmung morgen Nachmittag durch den beifitzenden Richter, LandgerichtSrath Müller, vornehmen zu laffen. Die Verhandlung soll morgen Mittag ausgesetzt werden, damit Vertheidiger und Staatsanwalt eventuell der Zeugen-

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glbiiShausen, war auf dem Schottener Markt bei der Unter» nburag des Löffler mit Blumenthal zugegen, da habe der itztttre zugestanden, er sei dabei gewesen, als Löffler mit Jtf abgerechnet hat. B. hat htnzugefügt, er freue sich, daß In Sache so hübsch glatt gegangen, Löffler hat den Zeugen u|g«fordert, fich Blumenthals Rede zu merken. Der Zeuge liniiert sich, daß er nach der Rede deS Blumenthal in Bezug ms!den Proceß Löffler-Sommer gesagt hat:Da ist ja hr Sommer meineidig." Die Mutter des Zeugen

meldet: Gestern ist gegen den Arzt Or. Augstein ein Attentat von der Arbeiterfrau Walotka, sciner Patientin, verübt worden. Sie goß dem Arzte in ihrer Wohnung einen Topf heißen ChlorkalkwafferS ins Gesicht. Die Verletzungen find schwer. TaS Geficht ist geschwollen/ es steht noch nicht fest, ob die Augen gerettet find. Die Attentäterin wollte fich dafür rächen, daß Dr. Augstein sie nicht geheilt hatte. Die Walotka, lowie ihre ganze Familie ist verhaftet worden.

*Opal". Unter Berufung auf daS Preßgesetz sendet uns die Firma A. Wasmuth u. Co. folgende Berichti­gung. Die über unser FleckenwafferOpal" verbreitete Behauptung, daß es Flecken nicht reinige, ist unwahr. ES stehen uns unzähliche Zeugnisse zur Verfügung über die vor« zügliche Wirkung desOpal". WaS den Fall anlangt, daß eine Dame in Crefeld durch unserOpal" ihr Kleid verdorben haben will, so liegt dieser folgendermaßen. Unß wurde von unserem Abnehmer mitgetheilt, daß eine Dame ihr Kleid durchOpal" verdorben habe. Wir schrieben, daß wir daS Kleid, bevor wir den angeblich entstandenen Schaden zahlen würden, doch sehen müßten, um constatiren zu können, ob durchOpal" das Kleid verdorben sei. Das ist doch kein unbilliges Verlangen! Man weigerte sich aber, das Kleid zu zeigen, wie unser Abnehmer unß mittheilte. Statt dessen bekamen wir einen anonymen Drohbrief beß In­haltes, daß, wenn wir nicht zahlen würden, der Schreltnr veranlaffen würde, daß in der Preffe unserOpal" vervn gi-mpft werde. Daß wir nach einem solchen Briefe nicht zahlten, ist doch selbstverständlich. Wenn wirklich durch das Opal" ein Kleid verdorben ist, so zweifeln wir nicht daran, daß dieses durch einen unrichtigen Gebrauch geschehen ist. Es ist vielleicht nach dem Gebrauch desOpal" die be­treffende Stelle nicht trocken abgerieben worden und dem­gemäß der durch dasOpal" aufgelöste Schmutz mit dem Opal" im Kleide nachgeblieben. Wir bemerken Übrigens,

Bei der Redaction eingegangeue Bücher re.:

Der Gotthard", von Carl Spitteler. Wenn wir unß für diese literarische Erscheinung interesstren, so geschieht dies nicht allein um deS Gegenstandes willen, sondern mehr noch mit Rücksicht auf desfen B'Handlung durch den als Schriftsteller auch außerhalb der Schweiz hochgeschätzten Autor, der die schon ost beschriebenen Landschaften mit dem Blicke des naturkundi en Dichters durchwandert und darin noch charactertstlsche Züge und intime Reize entdeckt, die dem Auge des flüchtigen Reisenden zu entgehen pflegen, vom Ver­fasser aber in einer Form dargestellt werden, die sein Buch unseres Erachtens weit über das Niveau der gewöhnlichen Reiselitenatur er­bebt. Verlag von I. Huber in Frauenfeld. Ladenpreis 2,40 Mk. Zu beziehen durch jede Buchhandlung.

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er sie unterschrieben. Eine Abschrift der Vereinbarung bt der Angeklagte nicht in Händen gehabt. Der Angeklagte eintz er habe ja der Wittwe Bär dadurch einen vortheil Mftet, daß er beß Capital von der Vorschußkaffe erhoben, littn diese habe nur 3*/, pCt. Zinsen gewährt, während er hn Betrag mit 4pEt. verzinst habe. Die Verwendung der lsii'scheu Spareinlage im eigenen Interesse gibt der An- (lUngte zu.

Auf Antrag beß Herrn Rechtsanwalts Katz wird die

daß wir die Ereselder Angelegenheit der dortigen Staats­anwaltschaft unterbreitet haben. A. Wa-muth u. Co.

* Vereinsmeierei. Bis in die neuere Zeit galt unser engere- Vaterland als daß vereinSlustigste von allen. In einem alten Lied steht zu lesen:In dem schönen Lande Hessen Bin ich einstmalß auch gewesien, Wo der Darmstrom rinnt enorm, Wo daß Eden beß Bereinß ist, Wo die Bnndesfestung Mainz ist Und der Mensch in Uniform." Manches ist seitdem ander- geworden, ins­besondere was die Luft am BereinSwesen anlangt, scheint an Hessen- Stelle heute Barmen gerückt zu sein. In den letzten Wochen fand fich in einerBarmer Zeitung" folgende Danksagung":Hiermit statten wir allen Verwandten, Freunden, Bekannten und Nachbarn, der 3. Abth. der freiw. Feuerwehr, dem Waidkck Pyrmontrr U.-V, dem Oberbarmer Landwehr-Verein II, dem Wupperth. Landwehr-Verein, dem Gesangverein Germania, dem Wupp. Männer Gesangverein, dem Oberbarmer Männerchor, dem Gesangverein Liederkranz, der Firma Barthel-Feldhoff, dem Athleten Club, dem Barmer WirtheVerein, der Kutscher-Vereinigung, dem Ho­möopathen Verein, den Vereinigten Sterbe-Auflagen Nr. 1 und Liebe für die zahlreiche Betheiligung und Kranzspenden unseren tiefgefühltesten Dank ab. Frau .... und Kinder." BemerkenSwerth ist bei dieser Veröffentlichung auch die Ge­nauigkeit, mit welcher die vielen Vereine und Theilnehm-r an der Feier auf geführt sind, während andererseits die Hauptperson vergessen ist, nämlich Derjenige, zu dessen Be- grädnißfeier die Leute erschienen find und der sicherlich Nie­mand anders war als der Ehemann der Danksagerin.

* Folgende Zahresgehalter beziehen die Directoren der nachstehenden Banken: Deutsche Bank 60,000 Mark, Bank für Handel und Industrie 40,000 Mk., Naticmalbank für Deutschland 160,000 Mk., Jnternationalbank 175,000 Mk., Dresdener Bank 193,000 Mk, Berliner Handelsgesellschaft 230,000 Mk. und Discontodank 55,000 Mk.

* Die Dummen werden nicht alle. Der vielgenannte Wunderdoctor und Schafhirt Ast in Radbruch ist der Höchstbesteuerte deS Kreises Winsen a. L. geworden. Sen zu zahlender Steuerbetrag ist 5700 Mk, darunter 4000 Mk. Einkommensteuer, was einem Einkommen von 100,000 Mk. entspricht. Die neuerdings wieder zunehmende Zahl seiner Patienten ist etwa 100 Personen täglich.

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Prospekte durch die Vorsteherin 9079

Frau Hermine Schneider.

Verehr, Land- nnd

Niest m, 13 October. Mark toertcb t. Aul bem beultgcv Wocdriiii tohete: Butter pr. Psd 1,001,10, Hüynerete' pr.C . 0 ä, 2 St. 13-15 H, Enteneier l H, 2 St i H, Gänse eier rr.S' 000 Käfe pr. St. 57 Käsematte pr. St. 3 ®rbUrt tn. Liter 16 H, Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Peer vtt 0,50 bis 0 60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück JL f ,50 -0,80, Enten pr. Stück v* 1,60-2.0 >, Gänse pr. Pfund 0,45-0.55, Ochsenfletsch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Psd 6468 H, Schweinefleisch pr. Psd. 56 bis 66 5i, Schweine fleisch, gesalzen, pr. Psd. 70 Ä, Kalbfleisch pr. Pfd. 50-54 4. Hammelfleisch pr. Pfd. 6070 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 bi* 6,00 X, Weißkraut pr. Stück ß- 00 H, Zwiebeln pr. Eentner «X 4,005,00, Milch pr. Liter 16 H, Zwetschm pr. Eentner JL 810.

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Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische llnedhof in der Zeit vom 16. October 1896 bis 15. März 1897 von fecjjenfl 8 bis Abends 5 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem sinedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen Uich ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden.

Gießen, den 12. October 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Rodheim a. d. Bieber, 8. October. Große- Leben unb Treiben herrscht in unserem schönen Bieberthal durch die Aussicht, daß die Bahn gebaut wird. Mehrere Bergwerke find jetzt schon wieder in Betrieb gesetzt worden und neue

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