war im Laufe des gestrigen Nachmittags so kritisch geworden, daß die freiherrltche Familie benachrichtigt wurde, daS Ableben sei jeden Augenblick zu erwarten. Freiherr v. Schrader erwartete seinen Tod mit vollster Fassung und vermeinte noch in seinen letzten lichten Augenblicken, daß er da- baldige Ende einem langen Siechthume vorziehe. Außer der Familie waren beim Ableben v. Schrader- der Eommandeur der Brandenburgischen Kürassiere, Graf Affeburg, und Frau Baronin v. Reischach im Sterbeziwmer anwesend.
Wilhelm-Haben, 12. April. Da- Torpedoboot 8 46 ist mit dem Torpedoboot 8 48 bei einer Probefahrt auf der Jade zusammeugestoßen. Do- Torpedobot 8 48 ist uotergegangen. Fünf Mann find ertrunken. Die Namen der Verunglückten find: Maschinen-Unteriogenieur Gibhardt, Obermatrose Freudenberg, die Hetzer Warnhoff und Stein« berg und der Obermeister Bunschardt. De- Torpedoboot 8 46 ist schwer beschädigt auf Strand gelaufen. Da- Unglück geschah bei ruhiger See. Von 8 48 ist nicht- zu sehen. Die zur Hilfe auSgesandten Schiffe sind unverrichteter Sache heimgekehrt. Dem Vernehmen nach sind die Leichen von Gibhardt und Bnaschard aufgefunden worden. ES heißt, daß infolge einer Keffelexplosion zwei Manu verbrüht find.
Lemberg, 12. April. Die Ortschaft Szczurow in West-Galizien ist gänzlich niedergebrauut. 220 Wohnhäuser sind eiugeäschert worden. Da nur wenige Leute versichert waren, ist daö Elend groß.
Venedig, 12.April. Dem Deutschen Kaiserpaare wurden bet der Fahrt zum Diner, sowie bet der Rückfahrt zur „Hohevzollern" unbeschreibliche stürmische Ovationen dargebracht. Da- Bild, welche- Abends die Lagune mit den tausenden illumiuirteu Gondeln und den an verschiedenen Orten abgebrannten Feuerwerken und bengalischen Lichtern darbot, war unbschreiblich schön. Der Kaiser und die Kaiserin gaben wiederholt ihrer Freude lebhaften Ausdruck. Der HuldigungSact der venetianifchen Senatoren findet heute in Gegenwart des König- statt. ES dürfte eine kurze Adreffe verlesen werden.
Cannes, 12. April. Der ehemalige griechische Ministerpräsident TrikuptS ist im Alter von 64 Jahren gestorben.
CoceUs rrird prwittsitUes,
Gieße«, 13. April 1896.
** Milttärdieustuachricht. Freiherr v. Autenried, Pr.-Lt. vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Groß. Hess.) Nr. 116, bi- Ende März k. I. zur Dienstleistung bet den technischen Instituten eommandirt.
** Welche Vortheile die schleunige Erbauung der projec- tirten Bieberthalbahn schon im Interesse der Staatsstraßen und auch unseres städtischen Straßenpflafters haben würde, mögen folgende Angaben erweisen. Die BuderuS- schen Eisenwerke laffen augenblicklich aus den Bieberbrüchen täglich 40—50,000 Kgr. Kalksteine per Achse über Gießen, vom Neustädter Thor die Nordanlage entlang, bis zum Wall- thor, von dort die Marburgerstraße benutzend nach Lollar tranSportiren. Mindesten- das gleiche Quantum Material wird täglich von der Bieber zur Margarethenhütte gerollt. Diese Lasten werden, wenn die Bieberthalbahn erst fertig, mit dieser fortgeschafft werden, und wird diese Entlastung der Verkehrswege sicher ein Vortheil für diese sein, der nicht zu unterschätzen ist.
** Echützenvereiu. Am Samstag Abend fand in den Räumen des Schützenhauses die General-Versammlung deS SchützenveretnS Gießen statt. Oberfchützenmetster Carl Brück erstattete Bericht über das abgelaufene Winter- Halbjahr. ES wurde befchloffen, das diesmalige FrllhjahrS- anschteßen am 3. und 4. Mat innerhalb des Vereins abzuhalten. Ob im lausenden Jahre ein größere- Festschteßen abgehalten werden soll, darüber soll eine im Mai einzu- berufende Generalversammlung entscheiden.
*♦ Hessischer Feuerwehrverbaud. Bet der gestern in Frankfurt a. M. stattgefundenen Sitzung des LandeSauS- fchuffeS hessischer freiwilliger Feuerwehren wurde Herr Branddirector Prtcken in Mainz zum ersten Vorsitzenden, Herr Oberbrandmeister Keller in Mainz zum zweiten Vorsitzenden und Herr C. Betzberger-Nidda zum Schriftführer gewählt.
•• Der Verein hessischer Lehreriuuen zur Gründung eines Heims hielt am Mittwoch den 8. April feine zwölfte Jahresversammlung in Darmstadt ab. Die Präfi- dentin Fr. Lilli WolfSkehl, gedachte zunächst in warmen Worten Ihrer Durchlaucht der verstorbenen Frau Prinzeffin Battenberg, die dem Vereine, dessen Protectorin sie war, stets ein warmes Interesse zugewandt, und dasselbe auch noch durch ein Dermächtniß von 1000 Mk. bethätigt hat. Frau WolfSkehl berichtete dann, daß Ihre König!. Hoheit die Frau Großherzogin die Gnade gehabt habe, da- Protec- torat über den Verein zu übernehmen, und dankte der hohen Frau im Namen aller Mitglieder. Auch Sr. König!. Hoheit dem Großherzog ist der Verein zu Dank verpflichtet für Ueberlossung einer Wohnung in Auerbach als Sommerheim für Lehrerinnen, da die gräfliche Familie zu Schönberg ge- nöthigt war, das seither den VereiuSangchörigrn zur Benutzung überwiesene Gebäude in Schönberg als Beamtenwohnung einzurichten. Bon großer Bedeutung für den Verein war die zu Pfingsten vorigen Jahres in Darmstadt abgrhal- t ne allgemeine Lehrerinnen-Verfammlung, die schön und ohne Mißton verlief. Ihre König!. Hoheiten der Großherzog uad die Großherzogin, Ihre Durchlaucht die Frau Prin- zessin von Battenberg, sowie Vertreter deS Ministeriums und der Stadt, wohnten derselben bei. Diese Versammlung gab die Anregung zur Gründung einer Mufiksection im Anschluß an den Verein hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims. Die Section umfaßt Clavier- und Gefanglehrerinnen und soll sich allmählich über xanz Heffen auSdehnen, wenn die Verhältniffe e» gestatten. Im letzten Jahre erfreute sich der verein wieder einiger Zuwendungen. Frl. M. Kühne-
Darmstadt hinterließ ihm ein beträchtliche- vermächtniß - der Männergesangverein „HumanitaS" in Darmstadt und Frau Lilli Lehmann überwiesen ihm die Einnahmen von zwei Con- ceiten; Frau Loeper-Housselle, die treue Freundin der Lehrerinnen und Herausgeberin der „Lehrerin" hielt zu Gunsten de- Verein- io Darmstadt einen gut besuchten Vortrag, und Frau Dr. Merk bedachte ihn mit einer Gabe. DaS Vereins- vermögen beläuft sich nun auf 60,000 Mk., die Summe genügt aber nicht, um den Bau eines Feierabendhauses zu beginnen, das jetzt auch höchstens 3—4 Insassen erhalten würde. Die Erfahrungen der Feierabeodhäuser für badische und württembergische Lehrerinnen in Lichtenthal und Friedrichshafen haben gezeigt, daß Bau und Unterhalt eines Hauses für eine so geringe Zahl von ständigen Bewohnerinnen (die Feriengäste bringen zu wenig ein, um hier in Betracht zu kommen) den Vereine» sehr hohe, unter Umständen unerschwingliche Kosten verursachen. Dagegen ist der hessische verein schon jetzt in der Lage, bedürftigen Mitgliedern Beihülfen zu gewähren; für daS kommende Jahr sind zu diesem Zwecke 763 Mk. vorgesehen. Ein Antrag der Offenbacher Verein-Mitglieder: junge Lehrerinnen dadurch zum Eintritt in die Krankenkaffe zu bestimmen, daß der Verein einen Theil der Beiträge zahle, wurde abgelehnt, und hierauf die Versammlung mit DankeSworten für die umsichtige Leitung de- einstimmig wiedergewählten Vorstandes geschloffen.
** Da- Märchen vom Staat als Frühlingsboten wieder» holt sich jede- Frühjahr in allen Zeitungen. Da- ist freilich nicht zu verwundern, wenn selbst die Forscher vom Fach noch immer unfern Staarmatz ganz zu den Zugvögeln rechnen und sich Stein und Bein wundern, wenn sie einmal mitten in Schnee und EiS einen dieser Vögel bei uv- antreffen. Und doch haben Prof. Dr. LandoiS und H. Renker (Münster) seit verschiedenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen, daß in der neueren Zeit unser Staat theilweise zum Standvogel geworden ist und den Winter bei uns verbleibt. Diese Erscheinung, welche übrigen- auch bei anderen Singvögeln, z. B. beim Buchfink, zu Tage tritt, ist wohl zum größten Theil der fich immer mehr auSbreitendeo, segensreichen Einrichtung von Futterplätzen für unsere gefiederten Lieblinge zuzuschreiben. Möge dieser unerwartete Erfolg der Futterplätze zu immer größerer Fürsorge für die nützliche Vogelwelt anfeuern; umso größer wird die Gegenleistung unserer beschwingten Freunde im Kampfe gegen da- Heer schädlicher Jnsecten sein.
Gambach. 11. April. Eine äußerst intereffante Entdeckung, besonder- für AlterthumSforscher, hat Herr Konrad Metzger „Zur schönen Aussicht" gemacht. Genannter Herr hat nämlich beim Abbau seiner Sandgrube in einer Tiefe von ca. V/2 bi- 2 Meter mehrere größere wohlerhaltene Urnen, wahrscheinlich von einer römischen Niederlassung herrührend, aufgefunden und dieselben vorsichtig auögraben und zur Ansicht auSstellen lassen.
E. Echzell, 12. April. Man sollte glauben, daß der diesjährige milde Winter für die Entwickelung der Kräuter, Bäume und Sträucher einen besonderen Vorsprung ge,en den außerordentlich harten, langandauernden 1894/95er Winter bringen würde, denn solche Gegensätze, wie wir sie im vorigen und im diesjährigen Jahre empfingen, kommen in jedem Jahrhundert nur einige wenige Male vor. Der Unterschied ist in vielen Erscheinungen fast Null. Im Frühjahre 1895 sprangen die Roßkastanien am 10. April, dieses Jahr am 9. April auf. Der Unterschied beträgt 24 Stunden. Aehnliche Beobachtungen lassen fich noch viel- machen. Gestern Nachmittag tobte ein heftiger Sturm. Die Aprikosen fangen bei un- an zu blühen. Die Haustraubenstöcke haben prachtvoll auSgereistcs Tragholz und außerordentlich kräftige und gesunde Knospen.
Au8 Oberhefsen, 9. April, wird der „Darmst. Zeitung" geschrieben: Wie in den vorausgegangenen Jahren, so wird auch Heuer wieder den Landwirthen von den Behörden an- lelegeutlichst empfohlen, ihre Felderzeugniffe gegen Hagelch a d en zu versichern, unter dem Hinweis, daß in An- »etracht der bestehenden günstigen Verficherungsgelegenheiten >et vorkommendkn Schäden keine Sammlungen für die Betroffenen mehr gestattet, noch sonstige Unterstützungen deu- elben gewährt werden. Ist doch auch gegenwärtig in Folge >er bedeutenden Coneurrenz auf dem Gebiete des Hagel- iZeisichernngSwesenS jedem, auch dem kleinsten Landwirthe, Gelegenheit geboten, die vom Hagelschlag eventuell am weiften । eimgesuchten Früchte feines Feldes, wie Getreide, Erbsen, Wicken, auch Zuckerrüben, gegen einen verhältnißmäßig sehr geringen Beitrag zu versichern. — So versichert, um nur | in Beispiel anzuführen, die große Norddeutsche Hagel-Ber- icherungS - Gesellschaft, die im verflossenen Jahre eine Ver- icherungSfumme von über öOS1^ Millionen aufzuweisen jatte, in günstigen Gegenden unseres engeren Vaterlandes I chon gegen einen jährlichen Prämienbetrag von 45 Pfg., I age: fünfundvierzig Pfennig, pro hundert Mark Berfiche- | ungSfumme und selbst der Durchschnittsbeitrag im gefammten , iZersicherungSgebiet der genannten Gesellschaft betrug im Jahre 1895 nur 68,99 Pfg. für die angenommene Der- icherungSfumme. Angesichts so minimaler Prämiensätze kann man fich wahrlich wundern, wenn eS heutzutage immer noch Leute gibt, die der Hagelverficherung gleichgiltig gegenüber- tehen und lieber daS oft nicht unbedeutende Risiko selbst i Übernehmen, anstatt eS auf die breiten Schultern einer soliden Gesellschaft zu legen.
A Mainz. 12. April. In der am 27. dS. Mts. statt- indenden General-Bersarnrnlung der Hessischen iudwigSbahu-Gesellschaft wird es, obgleich die ver- taatlichungSfrage noch nicht aus der Tagesordnung steht, voraussichtlich unzweifelhaft zu lebhaften Erörterungen über dieses Thema kommen, und die Zuschriften, welche fortgesetzt von Berlin, Hamburg und Frankfurt bei Mitgliedern der iZerwaltung einlaufen, lassen in Kreisen von Großactionäreu eine äußerst erregte und erbitterte Stimmung erkennen. In
Ausdrücken, welche die parlamentarisch zulässige Grenze übe-» schreiten, wird an den RegieruogSproposittonen Kritik geit und van der Verwaltung verlangt, aus jede Gefahr hin allen Rechtsmitteln die Interessen der Gesellschaft za wahre,' Hauptsächlich ist eine Gruppe Hamburger Aktionäre, die v dem energischsten Widerstand rath und Anträge ankündig durch welche der Bunde-rath zum Schutz der Gesellscha- angerufen werden soll. Ungeachtet dieser nicht mißzuverstehev den Meinungsäußerungen großer AGtienbefitzer hält die Per wallung daran fest, vor der Generalversammlung am 27. das Regierungsangebot unbeantwortet zu lassen. Außer tc* * VerstaatlichungSangelegenheit dürfte in der nächsten General Versammlung auch die Frage über die Höhe der za u theilenden Dividende nicht so glatt wie sonst erledigt Werder, indem Meinungsverschiedenheiten darüber bestehen, ob de- ganze vorigjährige Reingewinn mit dem Uebertrag Qa) 1894 zur Bertheilung kommen oder ob ein größerer Bette, dem Erneuerungsfond- überwiesen werden soll. — Die die. besprochene Angelegenheit mit der Verhängung de- Dürer sch« Gemälde- „Adam und Eva im Paradies" im hüsizrr Museum ist durch Einspruch des Oberbürgermeister- au- der Welt geschafft worden, indem derselbe verfügte, daß der Vorhang unverzüglich von dem Bild entfernt weide» müßte. In Folge der vorhang-geschichte war heute währen der MufeuwSstunden da- Bild fortgesetzt von Personen iw. lagert, während sonst auf da- Gemälde Niemand sondniH geachtet hatte.
Bingen. 9. April. Heute wurde durch die Stabten«!. neten-Verfammlung die Errichtung eine- Progywn,. siurnS in hiesiger Stadt beschlossen, welche-Jaftitut bereit« am 15. April in Wirksamkeit tritt.
* Marburg, 10. April. Heute Morgen wurde Ne Leiche des feit nahezu zwei Monaten vermißten Kaufmaaes Carl Freudenstein am Wehrdaerweg, in unmittelbar« Nähe der Ruhl'schen Badeanstalt, zwischen den auf de» Wasser liegenden Fässern hängend, au» der Lahn gezogen. Die Leiche wurde nach der FriedhofScapelle gebracht.
* Berlin, 7. April. Militärische Ehren ftii jungen Eheleuten in letzter Zeit in Berlin durch die Neue Wache Unter den Linden — beinahe erwiesen worden. Der „Fuhrhalter" berichtet über diesen Vorgang, der eine- gewissen Humor- nicht entbehrt: Am letzten Montag warm die Besitzer von Braut°(HochzeitS.)Wagen zu dem Vorsteher der Gewerbe- und Markt-Angelegenheiten „im Interesse bir Fuhrherrn und Fuhrhalter" geladen. ES wurde ihnen rntt* getheilt, daß seit einiger Zeit die Brautgespanne derart reich auSgestattet und becoriert seien, daß sie von königlichen Gespannen kaum zu unterscheiden; cS sei vorgekommen, daß Ne Wache am Kastanienwald „RauS" intonirte, und al- bei Hochzeitspaar näher kam, die alanrirte Wache abtreta mußte rc. Nach einer Verordnung au- dem Jahre 1843 sei es verboten, an den Wagen Auszeichnungen zu machen, Ne den königlichen Gespannen „ähnlich- wären, namentlich müßten Adler am Laternenknauf, Wappen am Wappenschlaz wie Geschirr ober Bockdecken entfernt werben rc. Die fli« wesenden protestierten gegen berartige Zurückversetzung mb machten gcltenb, daß es besremblich erscheinen müsse, -oß von Polizeiwegen etwa 20 Fuhrbcsitzer von Brautgefponntn an eine Berorbnung von 1843 erinnert werben. Der Vorsteher ber Gewerbe-Angelegenheiten stellt zum Schluß den Erlaß einer daS Hochzeiisfuhrwesen regelnden Polizeioerord- nung in Aussicht und damit war die Conserenz beendet. Die Geschichte klingt wie ein „Aprilscherz".
* In Heidelberg feierte ber Dr. phil. Carl Safe* man nSdorff fein biamantenes Turner - Jubiläum, vor 60 Jahren trat er als Schüler beS Gymnasium- „Za» grauen Kloster" in bie Eisenlen'sche Turnanftalt in Berlin ein.
* Sine angenehme Gegend. In Agram sitzen gegen» wärltg 22 Personen hinter Schloß und Riegel, die sämmtlich au- einer und derselben Gemeinde, Stenjevec, stammen und vieler Mordthaten wegen eingezogen wurden, die seit de» Jahre 1877 die dortige Gegend zu einer förmlichen Mörder- hohle machten, verwunderlich ist, baß bie Mordbuben so lange ihr blutige- Handwerk ungehindert betreiben konnten
* Wer Milch nicht »ertragt, versuche dieselbe mit etroal M ondamin gekocht, eben nur so viel, daß fie ein wenig seimig wird. Die- macht die Milch bedeutend leichter verdaulich. Brown & Po 1 sonS Mondamin hat einen eigenen Wohlgeschmack und bürgt der vierzigjährige Weltruf dieser berühmten schottischen Firma am besten für die gute Qualität. Mondamin ist zu haben in Packeten ä 60, 30 u. 15 Pfg. in besseren Colonial-, Delicateß* und Drogen Geschäften. EngroS bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 1707
• Die Philanthropin Fran Andiffret in Paris hinterlegte bei der dortigen Akademie der Medizin 800,000 Fes. al- Preis für einen französischen ober au-länbischen Gelehrten, der ein wirksames Mittel gegen die Lungentuberkulose entdeckt. Die bi- dahin aufgelaufenen Zinsen fallen ebensallS dem Entdecker zu.
* Zn der Schlacht bei Waterloo schickte Lord Wellington seinen Äbjubanten, den Lord Sommerset, welcher schon in Spanien den rechten Arm verloren hatte, mit Aufträgen za» Fürsten Blücher. DaS preußische Heer war noch »eit von den Engländern getrennt, und Sommerset fand aus seinem Wege eine Adtheilung französischer Cavallerie. Au- dieser sprengte ein Offizier auf ihn zu, um ihn niederzu- hauen. Sommerset suchte mit dem Rest seine- Arme- sich den Kopf zu decken. Der Franzose, jetzt erst bemerßond, daß fein Gegner sich nicht vertheidigen konnte, grüßte mit dem schon geschwungenen Pallasch und rief dem Engländer z>: „Nous te touchons jamais au brave qui n a qu'un bras. (Wir greifen niemals den Tapferen an, welcher nur einen Arm besitzt). Der Lord, die wahrhaft heldenartige Gesinnung anerkennend, grüßte dankend den ruhig za seinen
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