Ausgabe 
14.1.1896 Drittes Blatt
 
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Berlin. 11. Januar. Fürst BtSmar ' hatte durch ein sehr gnädiges Handschreiben deS Kaiser« eine Einladung zu den Feierlichkeiten am 18. Januar erhalten. Wie auS gut informirter Quelle mitgetheilt wird, hat der Fürst fich beim Kaiser entschuldigt, da nach ärztlichem Unheil sein Ge- saodheitSzuftand die Reise und Theilvahwe au der Feier

uicht gestatte.

Loblenz, 11. Januar. Heute Morgen 3 Uhr 40 Minuten wurde hierselbft ein Erdstoß verspürt.

Metz, 11. Januar. Das Resultat der Reichstag»' wähl, welches jetzt bi« auf zwei ONe bekannt ist, ist fol- gevde» Pierson 8832 Stimmen, Martin 386S Stimmen.

Wie», 11. Januar. Der türkische Botschafter Galtf Pascha ist nach Con stantinopel abgeretst, und wird nur zur Ueberreichuv^ seine« Abberufungsschreibens zurück- kehren.

Triest, 11. Januar. Seit gestern herrscht hier eine furchtbare Bora. Die Stadt ist verödet. Zahlreiche UuglückSfälle sind vorgekommen. Der Schiffrverkehr ist rheilweise gestört. Der Statthalter Riualdini, welcher au« Pareuzo mittelst Schiff* bier reisen wollte, mußte die Fahrt unterbrechen und die Reift per Bahn fortsetzen.

Ra», 11. Januar.Cnpitale" behauptet zu wiffeu, die Regierung habe beschloffeo, weitere 10,000 Mann nach Afrika zu senden, um nach Beendigung de« Feldzüge« Abessinien zu auuectiren.

Venedig. 11. Januar. Der Lloyddampfer konnte heute wegen de« Orkan« die Reise nach Trieft uicht antreten.

»euedig, 11. Januar. Gestern erhielt ein Theil der hiefigen Garnison seilen« der Regierung den Befehl, so­fort nach Afrika abzugehen. Die Beurlaubten wurden telegraphisch zum octiven Dienst zurückberufen. Der Oberst Asraghi, der die Berhältniffe in der erythräischen Eolonie genau kennt, ist heute nach Maffauah abgereist.

Pari«, 11. Januar. DerRappel" will nichts von einer Gemeinschaft zwischen Rußland und Frankreich und Deutschland wissen. DieAutorttv" glaubt nicht, daß Frank­reich jemals ein Bündniß mit Deutschland abschließen werde. DerGauloiS" führt aus, Frankreich könne au« der gegen­wärtigen Lage keinen Bortheil ziehen, da eS keine stabile Regierung besitze.

Pari», 11. Januar. Anläßlich der Centeuarfeier de« Jistitut« de France erhielt Professor Birchow daS Com- mandeur-Kreuz der Ehrenlegion.

Pari», 11. Januar. DerMoniteur" veröffentlicht ein Interview mildem Herzog von Orleans, worin der­selbe erklärt, daß sich seine Freunde bereit halten, und fich durch nicht« überrumpeln lassen werden. Das Jahr 1896 werde Ueberraschuugen bringen. Unter der Republik gebe e« kein Heilmittel gegen Krisen- das sei nur unter der Monarchie zu finden. Ich werde, so sagte der Herzog, mich auf den Posten begeben, den Frankreich mir anweist.

Loudon, 11. Januar. Heute wird ein Ministerrath stattfiuden, dem man große Wichtigkeit beilegt. Gerüchtweise verlautet, die Regierung habe die Bewilligung zur Bildung eine« zweiten Geschwader« ertheilt.

Kopeuhage», 11. Januar. DaS russische Kaiser- paar hat seinen Besuch im September hier angemeldet.

Petersbnrg, 11. Januar. Für den Kaukasus ftc.z h wichtige Aenderungen bevor. Die dortige gegenwärtig schwierige Lage erheischt e«, daß eine besonders energische, mit höherer Autorität ausgerüstete Persönlichkeit au die Spitze der Verwaltung gestellt wird. Der Ezar gedenkt hiezu den Prinzen ton Oldenburg zu ernennen.

Kew York. 11. Januar. Durch den Einsturz einer Brücke über den Ohio stürzte ein vollbesetzter, rlectrischer Tramway-Wagen auS einer Höhe von 150 Fuß in den Fluß. Bon den Jnsaffen deS Wagens konnte nur ein einziger ge­rettet werden. t ____

New-York, 11. Januar. Während fich der Millionär Isaak Bürden m'.r seiner Gemahlin in der Oper befand, brachen Diebe bei ihm ein und raubten Brillanten im Werthe von 60,000 Dollar«.

Johannesburg, 11. Januar. Die Ruhe ist wieder her- gestellt. 22 Rädelsführer wurden verhaftet, darunter Oberst RhodeS, ein Bruder Cecile RhodeS._____________

Der Krieg von 1870(71,

»«schildert durch Ausschnitte <u8 Zeitung« -Nummern jener Zeil

(Nachdruck verboten.)

14. Januar.

Die französisch? Gestarmee unter Chanzy wurde bei Le Mau« geschlagen und zersprengt. Paris wird bom- bardirt und die Ostarmee (Bourbaki) hat einen zweifelhaften Erfolg errungen. DaS ist das Ergebniß der letzten Woche. DaS Land ist einmal militärisch niedergeworfen und selbst die großartigsten Anstrengungen der republikanischen Führer und des Volkes reichen nicht mehr auS, um den Verlauf des Krieges zu ändern. Alle die Versuche, das KriegSglück zu wenden, find vergeblich und dienen nur dazu, um den Jammer und daS Elend zu verwehren. Wa« nützt den Parisern und Frankreich der Widerstand, den die Hauptstadt eistet? Heute schon steht beinahe der ganze am linken Setueufer gelegene Stadttheil unter dem verheerenden Feuer oer preußischen Geschütze. In einer der letzten Nächte brannten wieder 40 Häuser. Die Betroffenen flüchten in andere Stadttheile und die Regierung denkt daran, den Flüchtigen die Katakomben zu öffnen, die fich unter der Stadt hinziehen. Trocku ist gezwungen, täglich Ausfälle zu machen, nur dem allgemeinen Verlangen nach einer großen entscheidenden Schlacht, die ein ungeheures Blutbad werden mühte, widersteht er noch.

Versailles, 14 Januar. In der Nacht vom Id. zum 14. erfolgten heftige Ausfälle aus Pari« gegen die Stellung der Garde bei Lr Bourget und Drancy, des 11. TorpS bei Meudon und des 2. bayerischen CorpS bet Elamart, weiche überall fiegreich zurückgeichlagen wurden. Rückzug deS Feinde« an einzelnen Stellen fluchtartig.

9 H v. PodbielSkt.

OmI«« **»

KvV. Lang-Son», 11. Januar. Gestern Abend legte der erste Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr hier, Herr Drücke!, sein Amt freiwillig nieder.

R. Reichelsheim i. d W., 12. Januar. Gestern Bor- mittag '/,10 Uhr trafen die Herren Geh. Oberschulrath Soldau von Darmstadt, Geh. RegierungSrath Braden

und Schnlivspeetor Süß unerwartet von Friedberg hier ei» und nahmen eine Prüfung der höhere« Bürgerschule >ei. Diese Prüfung fiel recht befriedigend au«. Die SchMerzatzi ist hn letzten Jahre etwas zurückgegaugen, wird sich aber sicher heben, wenn unsere Eisenbahn, welche noch ha laufen­den Jahre fertig gestellt werden soll, fahrbar sein wirt. Besonders erfreulich ist, daß außer dem Zuschüsse zu dem Gehalte des Dirigenten der Schule auch ein weiterer nam­hafter Beitrag zu den allgemeinen Schultosteu in Aussicht gestellt wurde, wodurch das Fortbestehen der Anstalt für eine Reihe von Jahren gesichert ist. Hiermit ist wieder ein Beweis dafür gegeben, wie sehr unsere Regierung sich be­strebt, daS Schulwesen zu fördern.

r. Herbstein, 10. Januar. Mir welchem Leichtfinn manche Radfahrer zu Werke gehen, zeigt nachfolgender Vorfall. Im vorigen Herbste während der Manöver spielte die Capelle deS Kaiser-Wilhelm Regiment« aus Gießen aus der Staat», straße vor der Restauration Ganß und hatte fich infolgedessen eine große Menge Zuhörer eiugefundeu, so daß die Passage auf der Straße sehr beeinträchtigt wurde. Plötzlich kam tu Radfahrer und fuhr auf der sehr abschüssigen Straße i» raschen Tempo gerade in den Menschenknäuel. Der Leme bemächtigte sich eine Panik und Jeder suchte so rasch wie möglich au»zuweichen, was auch so ziemlich gelang. Eru siebenjährige« Bübchen jedoch wurde vom Rad erfaßt und zu Boden geschleudert, wobei ihm einige Zähne eingedrückt wurden. Außerdem trug e« einige Hautabschürfungen davon, währen» daS Kind im übris'n wesentlich nicht verletzt wurde. Heute nun war vor dem hiesigen Schöfiengerichte Hauptverhandluvg. Der Radfahrer wurde wegen Körperverletzung in eine Gelt- strafe von 50 Mark und in eine, au den Verletzten zu zahlende Geldbuße von 25 Mark verunheilt.

§ Hungen, 11. Januar. Dahier verstarb plötzlich nach kurzem Kranksein der Kaufmann Louis Bach, Inhaber des bekannten Maschinengeschäfts in Firma A. Buch dahier.

K. Ulfa, 11. Januar. Die Errichtung einer Molkerei- Genossenschaft dahier ist beschlossene Sache- e« soll nut dem Bau in diesem Frühjahr begonnen werden.

An» de« BogelSberg, 10. Januar. In unterer Gegend findet man es häufig, daß die Landwirthe ihre Miftstätten vor dem Wohnhause angelegt haben, ohne daß durch einen Zaun ober Mauer den häufigen Unglücks- fällen, die durch derartige Zustände entstehen, gesteuert wirt. Oft find diese manchmal merertiefen, sogenannte Mistkaute, im Herbst mir Wasser angefüllt und gleichen einem Heine, Teich. Daß dies dann für den Verkehr, vamer tlich bn Kindern, lebensgefährlich ist, ist klar und nicht eher wir» eine ordnungsmäßige Vorkehrung getroffen, bis daß die Leu« durch ihren eigenen Schaden gezwungen werden. Kürzlich fehlte einem Landwirth in ReichloS schon ewige Tage ein zwei Jahre alttS Bübchen. Nach längerem Suchen fand man es ertrunken in der Mistkaute. Neben diesem Unglück h-k nunmehr der Betroffene auch noch ein Strafmandat erhalte" ES sollte jeder Landwirth im eigenen Interesse hier Adhülie schaffen, wa« mit Leichtigkeit geschehen kann.

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Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Schmied August Zammert aus Steinberg (Oderheffen), geboren am 19. October 1860 zu Driedorf im Dillkreise, evangelisch, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfall verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu ver­haften und in das Amtsgerichts- Gefängniß zu Wetzlar abzuliefern.

Limburg, den 3. Januar 1896.

König!. Staatsanwaltschaft.

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Inhalt.

Der Anfang ist um 10 Uhr. Die Zusammenkunft ist im Walde au dem Wege zwischen Groß - Karben und Kaichen.

Burg-Gräfenrode, 11. Januar 1896.

Der Bürgermeister.

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Gießen, den 11. Januar 1896. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

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Die Eröffnung der geschlossenen, ge­bührenfrei, mit der entsprechenden Au - schritt an unS einzureichenden Angevole erfolgt am 22. Januar 1896, Vormittags 11 Uhr Auschlagsfrift "Tage.

Frankfurt a. M-, den 6. tznuar 1896 König!. Eisenbahn-Bett'ebS-Inspektion 2.

I Das Jagdrecht im Lützelliude- «erMarkwald,Vemakkung Großen- Linden, Oberförsterei Schiffenberg, wird Donnerstag den 23. ds. Mts.. Vormittags 11 Uhr anschließend an die Verpachtung der Domanial- Jagden in der Brauerei Röhrle zu Gießen öffentlich verpachtet werden.

Groß-Rechtenbach, 11. Jan. 1896. 482 Das Bürgermeister-Amt.

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Dienstag, 21. Januar l. I., Bormittags 10 Uhr, wird die Jagd der Gemarkung Allen- dorf a. d. Lumda, auf die Dauer von 6 Jahren, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht wer­denden Bedingungen, in zwei Ab- theilungen, auf hiesigem RathhaU'e öffentlich verpachtet.

Mendorf a. d. Lda., 11. Jan. 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Men­dorf a. d. Lumda.

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