Ausgabe 
13.10.1896 Zweites Blatt
 
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Auf Verfügung Großh. Kreisamts bringen wirZNachsteheudes zur allgemeinen Kenntmß:

Der sogenannte Frostnachtspanner richtet an den Obstbaumen (tns besondere an den Aepfel-, Kirschen- und Mirabellenbäumen) den größten Schaden an. In der Zeit von Mitte October bis December entschlüpft der Frostnachtspanner seiner Puppe und klettert der weibliche Schmetter- Ihm an den Stämmen der Bäüme empor, um in den Knospen ferne Eier abzulegen, welchen im nächsten Frühjahr kleine Räupchen entschlüpfen, die sofort an den Blüthen zu fressen anfangen und alle Bemühungen zu ihrer Vernichtung zu Schanden machen.

Es ist deshalb von Wichtigkeit, den Schmetterlingen den Zutritt zu den Zweigen und Knospen zu erwehren, was am Gründlichsten durch An« legung von sogenannten Kleberingen (Klebegürteln) erreicht wird. Zur Herstellung von Kleberingen ist Brumataleim oder auch folgende Masse geeignet: 5 Kg. Rübol und 1 Kg. Schweinefett tüchtig gekocht; 1 Kg. dicker Terpentin und die gleiche Menge Kolophonium für sich zusammen« geschmolzen und dann unter fleißigem Umrühren der ersten Mischung zu­gesetzt. Diese so erhaltene sehr klebrige Masse wird auf 10 Ctm. brette Papierstreifen, welche fest um die Bäume zu binden sind, aufgetragen und muß, falls sie nach einigen Monaten zu zähe geworden ist, erneuert werden.

Wir fordern hiermit die Baumbesttzer zur Vertilgung des Frostnacht. fpanners durch Anlegung von Kleberingen unter dem Anfügen auf, daß der Stadtgärtner und das Feldschutzpersonal zur Ertheilnng jeder ge­wünschten Auskunft angewiesen sind.

Gießen, den 8. October 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth, Oberbürgermeister.

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9010 Som, Gerichtsvollzieher

Berücksichtigend die Natur der wohlbekannten ungarischen Bitterwasser- Quellen, ist es der medicinischen Facultät offenbar von Wichtigkeit in autorita­tiver Weise versichert zu sein, dass die Exploitirung der Quellen in einer für therapeutische Zwecke zuverlässigen Weise geschieht, und nicht nur vom ommerziellen Standpunkte aus gehandhabt wird. Aus diesem Grunde sind die Quellen, aus denen das Apenta Wasser gewonnen wird, unter die aus­schliessliche Controlle der Königlich Ungarischen Chemischen Versuchsanstalt (Ministerium für Ackerbau) zu Budapest gestellt worden.

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Gießen, den 9. October 1896. Großh. Verwaltung- - Direction der

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