Ausgabe 
13.6.1896 Zweites Blatt
 
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Der Branddirector: Schmandt.

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Das Kochen und Heizen mit Gas

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Salzhausen, am 15.Mai 1896.

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Die Hebung der Rotten I und II findet am 15. d. Mts., die der Rotten III und IV am 17. d. Mts., Abends 8</2 Uhr, auf Oswalds Garten statt.

Gießen, den 11. Juni 1896.

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Nach der am 1. April d. J. stattgehabten Ermässigung des Preises für Leuchtgas von 22 auf 21 Pfg. und für Heizgas von 15 auf 18 Pfg. für den Cbm. gestaltet sich die Benutzung des Gases für Koch- und Heiz­zwecke wesentlich billiger als bis dahin und dürfte dies Veranlassung geben, zahlreiche weitere Einrichtungen ausführen zu lassen.

1 Liter i/iooo cbm) Wasser von gewöhnlicher Brunnen- oder Wasser­leitungstemperatur wird mit den betr. Gaskochapparaten in etwa 5 Minuten mit ungefähr 30 Liter ( 8/l00 cbm) Gas zum Sieden gebracht.

Die Kosten dieses Gasverbrauchs betragen bei Speisung aus der Leucht­gasleitung (Gaspreis 21 Pfg. für den Cbm.) = 0,63 Pfg. oder nicht ganz 2/g Pfg., dagegen bei Benutzung einer von der Leuchtgasleitung abgezweigten, mit besonderem Gasmesser versehenen Heizgasleitung (13 Pfg. für den Cbm.) nur 0,39 Pfg. oder noch nicht </in Pfg.

Bei grösserem Bedarf vermindern sich dH Kosten des Siedens von 1 Liter Wasser in Folge besserer Ausnutzung der Wärme noch wesentlich, bei 8 Liter Wasser z. B. um */< bis i/s dieser Kosten.

Es sei daran erinnert, dass durch Stadtverordneten-Beschluss vom 13. Februar d. Js. gestattet wird, bei angemessenem Heizgasverbrauch in Küchen und Baderäumen auch bis zu 2 Leucht gas II am men aus der Heizgasleitung d. h. zu dem Preise von 13 Pfg. für den Cbm. zu speisen, wodurch auch das Leuchtgas für diese Räume wesentlich verbilligt wird. Zudem können nunmehr die Leitungen in der ein­fachsten Weise für Koch- und Heizzwecke umgeändert werden, indem nur in die Abzweigleitung für die Küche (bezw. den Baderaum) ein besonderer Gasmesser nebst einem Abstellhahn eingeschaltet zu werden braucht und daselbst an geeigneter Stelle, ohne die Beleuchtungsleitung in genannten Räumen zu trennen, ein Schlauch­hahn eingesetzt wird, welche Arbeit sich in den meisten Fällen mit geringen Kosten und ohne oder nur mit unerheblichem, leicht wieder herstellbarem Aufbruch aus­führen lässt.

In solchen Fällen, wo die dauernde Einrichtung einer Heiz- oder Kochanlage dennoch auf Schwierigkeiten stossen sollte, nehmen wir deren Rohrleitungen nach Aufhören des Gebrauchs zu einem unsererseits abzuschätzenden Preis wieder zurück. Die Ausführung solcher Heiz- und Kochgasleitungen darf nur durch das Gaswerk erfolgen.

Die zum Messen des Heiz- ^nd Kochgases benöthigten besonderen Gasmesser können, wenn dieselben nicht gelSft werden, auch in Micthe genommen werden und beträgt die Mictho hierfür monatlich 25, 40, 60, 70 Pfg. u. s. w. je nach erforderlicher Grösse.

Das Kochen und Heizen mit Gas bietet gegenüber der Feuerung mit festen und flüssigen Brennstoffen folgende allgemein anerkannte Vorzüge:

1. Das Gas ist jederzeit ohne Zeitverlust zur Verfügung. Das Herbei- schaffen von Kohlen, Holz u. s. w. fällt fort.

2. Die gewünschte Heizkraft kann sofort in voller Stärke erzeugt und gleichmässig erhalten werden.

3. Rauch, Russ, Staub und Asche entstehen bei der Gasheizung nicht.

4. Jede lästige und unnutze Hitze ist vermieden, sind die Speisen her- gestellt, so kann die Heizung sofort äusser Thätigkeit gesetzt werden.

5. Das Kochgeschäft wird wesentlich vereinfacht, womit Zeit- und Arbeitsersparniss verbunden ist.

6. Der Betrieb kann durch aufmerksame Halmenstellung sparsam und billig gehandhabt, jeder unnützen Verbrennung durch Schliessen d< s Hahnes vorgebeugt werden.

7. Dadurch, dass die Hitze sofort auf das Bratstück einwirkt, schliessen sich die Poren des Fleisches und der ganze Saft bleibt im Braten und macht denselben schmackhafter, als auf anderem Heerde zubereitet. Vorstehende mit der Verwendung des Gases zu Koch- und Heizzwecken verbundene Vortheile werden auch in Giessen von Jahr zu Jahr mehr gewürdigt, so dass hier z. Z. über 600 Schlanchhahnen hierfür eingerichtet sind und der Jahresverbrauch für Koch- und Heizgas ohne den Verbrauch der Gaskraft­maschinen auf 65000 cbm angewachsen ist

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Giesen, den 1. Juni 1896.

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