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B. Gieße«, 12. Februar 1896.
Militär und Stenographie. Die vor Kurzem durch die Tageszeitungen gegangene Notiz, wonach durch Erlaß des KriegS- ministertums die Neustolze'sche Stenographie als Lehrgegenstand an den UnterosfizierScap'tu antenschulen ausgenommen werden selle, beruht aus einem Jrrlhum. Der bezügliche Erlaß lautet nämlich wie folgt: „Es wird beabsichtigt, die Verbreitung der Stenographie im Heere zu fördern und zu diesem Zweck die Erweiterung des Unterrichtes in diesen Fähigkeiten an den Unteroffizier- und Eapttulantenschulen anzustreben. Für die militärische Verwendung der Stenographie ist die Annahme eines Systems für die ganze Armee in hohem Maße erwünscht. Es hat sich ergeben, daß die Neustolze'sche Stenographie in Norddeutschland von allen Systeme« die allgemeinste Verbreitung gefunden hat. Bevor eine bezügliche Entschetdu"g getroffen wird, ist noch festzustellen: 1. Inwieweit t* den einzelnen Garnisonen auf geeignete Lehrkräfte dieses Systems zu rechnen ist, 2. Ob und welche Mehrkosten für die facultative Einführung dieser Fertigkeit an den fraglichen Anstalten erwachsen. — Das Departement ist daher um sehr gefl. Einsendung entsprechender Nachweise bis zum 1. März 1896 sehr ergebens! zu ersuchen."
Wennschon hiernach feststeht, daß die Ausmersamkeit deS preußischen Kriegsministeriums auf das Neustolze'sche System gelenkt worden ist, und zwar weil dasselbe angeblich ,in Norddeutschland von allen Systemen die allgemeinste Verbreitung gefunden hat", so siebt dem gegenüber doch die Thalsache, daß nach der neuesten Statist,k nicht die Stolze'sche, sondern die Gabelsberger'sche Stenographie wie in Süddeutschland, so auch in Norddeutschland die überwiegende Mehrheit besitzt, da in Nordsdeutschland — und das ist nicht Berlin allein! — 623 Vereine mit 14 862 Mitgliedern und 15 716 Unterrichtete aufweist, wogegen die ganze Stolze'sche Schule in ganz Deutschland nur 486 Vereine mit 13 936 Mitgliedern und 11 307 Unterrichtcte hat.
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Donnerstag den 13. Februar, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der Stadtknabenschule: Bibelstunde. Marc. 3, 31 ff. Pfarrer Dr. Grein.
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* Wetzlar, 11. Februar. Ein Großfeuer zerstörte die Gerberei von F. Rübs am en mit allen Maschinen.
Unterzeichnete, welcher das Con- seroatortum in Sondershausen (unter Leitung des Herrn Professor Karl Schröder) besucht hat, empfiehlt sich den geehrten Herrschaften sowie Vereinen bei oorkommenden Festlichkeiten im
Wolin- und Clamrspiel.
Auch ertheilt derselbe gründlichen Unterricht in beiden Fächern. 1108
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reichen Beifall ernteten. Durch die bei gedämpftem Lichte unter persönlicher, gütiger Leitung de« Componisteu sehr stimmungsvolle Wiedergabe einer Walzer-Idylle „Aennh's Traum" von Beringer wurde den Zuhörern ein noch um fo größerer Genuß bereitet, als das Cello und d,e erste Violine durch zwei BereinSmitglieder, die Herren cand. med Rehmann bezw. Eng elmann sehr gut besetzt war. So fand denn auch der mufikalische Theil deS Abends seinen nicht minder schönen Abschluß in einer von Herrn Berber ich vor- getragenen GrsangSmimik, die nicht verfehlte, die LachmuS- keln der Anwesenden in steter Bewegung zu halten, und dem bald darauf folgenden Tanze die rechte Stimmung zu verleihen.
MaSkeafest. Schon feit Jahren bietet der Turnverein seinen Mitgliedern ein schön arrangirteS CarnevalS- feft. Auch diesmal werden, wie wir in Erfahrung bringen 'ounten, die turnerischen Kräfte bestens für Unterhaltung »rgen und dürfte manche Ueberraschung geboten werden. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, wird der Maskenball nächsten Samstag Abend, das carnevalistische Concrrt am Sonntag von Nachmittag 4 Uhr an in dem reich decorirten Saale der VereinSturnhalle abgehalten werden. Es dürsten den Mitgliedern nach dem uns vorliegenden reichen, humoristischen Programm einige recht vergnügte Stunden in Aussicht stehen.
** Die ordentliche Generalversammlung des Krieger- Verein« Gießen am 11. Februar war sehr zahlreich besucht und nahm einen recht kameradschaftlichen Verlauf. Der seitherige erste Voi sitzende, Herr Mayer, eröffnete um 9 Uhr die Generalversammlung, gedachte des vergangenen Jahres, worauf der Kriegerveretn mit Stolz zurückblicken könne, brachte dann eine Hurrah Sr. Majestät dem deutschen Kaiser wwie Sr. Königs. Hoheit dem Großherzog, in baß die An- wesenden kräftig einfttmmten. Nachdem der Schriftführer und Kassner ihren Jahresbericht erstattet, schritt man zur Borstandswahl. E« wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: einstimmig Herr Postsecretär i. P. Mayer als erster Vorsitzender, Werkmeister Wilb. Grüneberg als zweiter Vorsitzender, weiter die Herren Eberh. Dort, K MöbuS,J. Ochs, H.Förtsch,J. Heß, H.Bommers- heim, I. Klein, Ph. Schäfer, G. Merkel, I. Schad, I Klinge lhö f er, E. Pt stör, P. Geisel, L.W. Traber. Nach beendigter Wahl brachte der wtedergewählte erste Vorsitzende auf den Verein und dessen weiteres Biühen und Gedeihen ein Hock aus. Auch wir wünschen dem Krteger- birein Gießen weiteres Blühen und Gedeihen.
e* Den nächtlichen Rohheiten wurde in den letzten 14 Tagen durch folgende die Krone aufgesetzt. Gewissen- imb ehrlose Schurken haben sich zu verschiedenen Malen Nachts
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•• Zum Weiusteuer-Gesetz. Die zweite Kammer hat, wie uns telegraphisch mitgerheilt wird, heute Vormittag mit 29 gegen 16 Stimmen beschlossen, daS Weinfteuergesetz aufzuheben.
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•* Ladendiebinnen. Vorgestern Abend erschienen zwei Damen in einem Laden, um Strümpfe zu kaufen. Während des EmkausenS ließ die eine mehrere Paar Strümpfe in ihren Korb heimlich verschwinden, waS zufällig von einem von außen durch den Erker Schauenden gesehen wurde. Die Diebin wurde ermittelt und gestand den Diebstahl ein.
** Neubau eines Fabrik-Etablissements. Die Firma Kauffmann LCo. (Lampenfabrik) beabsichtigt am Schiffen- bergerweg ein der Neuzeit entsprechendes Fabrikgebäude zu errichten und hat die betreffenden Pläne und Zeichnungen zur Genehmigung bereits eingereicht.
•* Der Schwau'sche Thierpark wird, wie uns gemeldet, nach außerhalb verkauft werden. Das Gerücht, daß eine hiesige Brauereisirma den Thierbestand erworben habe, beruht auf Unwahrheit. Gießen verliert an der vom verstorbenen Schwan mit großer Liebe gepflegten Thiersammlung eine Sehenswürdigkeit.
n. Büdingen, 11. Februar. Die Generalversammlung der hier zu gründenden Molkerei beschloß, daß Beitritte zu der gebildeten Genossenschaft ohne Eintrittsgeld nur noch bis zum 1. März stattfinden können. Später Eintretende haben ein solches in der Höhe von 5 Mk. zu entrichten, während nach der BetriebSeröffnung in jedem Falle 10 Mk. erhoben werden.
Babenhausen, 10. Februar. Der um die Mitternachtsstunde die hiesige Station passirende Mainzer Nachtschnellzug erfaßte gestern unweit Stockstadt den HilfS-Bahnwärter Lang, welcher noch rasch das Geleise überschreiten wollte. Der Unglückliche wurde 21 Meter weit von der Maschine fortgeschleift und blieb dann todt liegen. Der Verung'.ückte trat erst vor zwei Monaten in den Ehestand.
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