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Wie sehr dieser 1 'ie Liebe undAE eb, geht daraus hn -gLognisse Se.Duch in. Prinz Reinhard rbeneu noch in den' eralsuperinteudentev!
Hütteruder Unglücki ad in der Nähe m M sog. Hain einen $ Frau aus der Heir us die sehr steile M Ziegelhütte einbog,:
larch einen Schuß die linke Hand so schwer verletzte, daß sie amputirt werden mußte, und der sich darum nicht gut helfen konnte, stürzte aus bedeutender Höhe so unglücklich auf den in der Tenne stehenden leeren Erntewagen, daß er sich an der „ßiefe" förmlich aufspießte. Die Spitze derselben vor ihm zwischen den unteren Rippen in den Körper ge« drangen. Gr hatte inbeffen noch so viel Kraft, sich selbst am Seile herauSzuziehen. Leute, die auf das Geschrei einer beim UuglückSfall anwesenden Frau augenblicklich herbeieilten, befreiten den Bedauernswertherr, der mit dem einen Bein im MollseU, mit dem andern zwischen den Sprossen der Wagenleiter stak, auS seiner Lage und trugen ihn heim. Nachdem stch in der Nacht heftiges Erbrechen eingestellt hatte, erlag tr »ach etwa zwölf Stunden seinen äußerst qualvollen Leiden.
n. Leidheckea, 9. August. Heute hielten hier die Krieger- Vereine deS Bezirks Altenstadt ihre diesjährige Vertreter- Versammlung ab, welche trotz der Ungunst der Witte- rang und der Lage des Versammlungsortes au der Peripherie bkS Bezirks sehr stark besucht war.
A Mainz. 10. August. Von einem auS Bayern kom- inenden, mit einer großen Ladung für nach Belgien bestimmter Grubenhölzer befrachtetes Frankenschiff gerieth gestern Abend bei dem Einbiegen auS dem Main in den Rhein in Folge der durch den hohen Wasserstand gegenwärtig dort herrschenden starken Strömung die Oberlaft ins Schwanken und fiel vollends in den Strom. Zwei sich auf den Holz- Massen befindliche Schiffer stürzten mit in das Wasser, konnten sich aber durch Schwimmen retten. Bon den forttreibenben Grubenhölzern konnte nur ein Theil wieber gelanbet werden. Durch den Umsturz der Oberlast würbe auch ber burch ein Geg;engewicht gehaltene Mast des Schiffes mit umgeriffen unb» kam quer in das Fahrwasser zu liegen und zwar derart, 'bafe nach Einbruch ber Dunkelheit ein Nieberlänber Dampf« schiff mit bem Mast carambolirte unb in bem einen ©eiten* theil nicht unwesentliche Beschäbigungen erlitt. — Der am Samstag hier anwesenbe Gesammtvorstanb beS römisch- germanischen CentralmuseumS beschloß, von ber Bestellung eiitlS MuseumSbirectorS abzusehen unb ben seitherigen Verwalter, Couservator Linbenschmitt, in seiner jetzigen Stillung zu belassen. — Die am Freitag wegen Giftmord- Bei such inhaftirte Frau deS hiesigen Zahnarztes Dr. Bernharb t würbe wieber aus ber Haft entlassen.
* Berlin, 9. August. Frhr. v. Hammerstein, ber silh seit bem 10. v. M. in der Strafanstalt Lehrterstraße Nr. 3 (Zellengefängniß) befinbet, hat sich, wie ein Bericht
erstatter zu erzählen weiß, jetzt einigermaßen mit seinem Schicksal abgefunben, wenn ihm auch bie strenge HauSorb- uung, die jebwebe Erleichterung beS Looses der Sträflinge auf Privatkosten ausschließt, besonders in der ersten Zeit nach seiner Ueberführung nicht recht behagen wollte. Am schwersten scheint er sich in die strenge Jsolirhaft finden zu können, die ihm bie Begegnung unb Unterhaltung mit anberen Gefangenen unmöglich macht. ES erstreckt sich • diese Vorschrift nicht allein auf daS Leben in ber Zelle, sondern sie gilt auch außerhalb derselben, insbesondere bezieht sie sich auch auf den Verkehr im sogenannten „Spazierhof", in der Schule und in ber Kirche. Sobalb Frhr. v. Hammerstein bie Jsolirzelle verläßt, hat er vorschriftsmäßig bie Maske anzulegen, bie zugleich ben Mützenschirm bilbet. WaS seine Hauptbeschäftigung anlangt, so bestätigt eS sich, daß v. Hammer- stein mit Flickarbeiten an Anftaltskleidern beschäftigt wird.
* Die Aufstellung deS Lyou'fchen Kiuderbrut Apparates in der Berliner Gewerbe-Ausstellung ist durch den RegierungS- Präsidenten in Potsdam auf die Weisung deS preußischen Ministeriums des Innern unter Zustimmung deS CultuS- minifteriumS freigegeben worden. Als Bedingung wurde gesetzt, daß Kinder zur Besichtigung des Pavillons nicht zugelassen werden, und daß die Besichtigung desselben nur gegen ein bestimmtes Eintrittsgeld gestattet sei, da man wohl mit Recht vorauSsetzt, daß die so viel umstrittene Couveuse, welche Seitens ber Fachgelehrten eine günstige Beurtheilung erfahren hat, viele Besucher anlocken wird.
* Brussel, 7. August. Ein in Geschäften hier anwesender Deutscher M. B . . . . traf am Donnerstag Nachmittag in einem großen Restaurant mit einem Fremden von feinen Manieren zusammen, der sich nach längerer Unterhaltung als Marquis TrazequieS auS Sombreffe vorftellte. Be de be« suchten dann noch eine Reihe von Localen. In einem Cafs deS Boulevard be la Senne übermannte gegen Mitternacht ben Deutschen ber Schlaf. Beim Erwachen vermißte er seine Börse mit 15400 FrcS. Die Polizei ist eifrig auf ber Suche nach bem Gauner.
Verkehr, unb V^ttswirthschaf^
OUfim* 11. August. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,20, Hühnerei«» pr. St. 6,4, 2 St. 00—00 H, Enteneier c 2 St. 0 4, Gänse» eier pr. St. 00—00 A,, Käse pr. St. 5-8 Käsematte pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 26 A,. Tauben pr. Paar X 0,50 bis 0,70, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,60—0,90, Enten pr. Stück X 1,50—2,00, Gänse pr. Pfund X 0,00—0,00, Ochfenfleisch pr. Pfd. 70-74 Kuh- und Rtndfleifch pr. Pfd. 64—68 Ai, Schweinefleisch pr. Pfd. 50 bis 66 >4, Schweine-
gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 50—00 * Md. 60-70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bi» 7'50 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 4, Zwiebeln pr. Centn er •* 4,50—0,00, Milch pr. Liter 16 4.
E. Echzell, 10. August. Der heute hier abgehaltene Sch weine- r<Ln)ar besten Wetter — nicht zu heiß und nicht zu kühl — begünstigt und fand von allen Seiten Zuzug, obgleich heute auch der Schottener Sommermarkt ftattfand. Es waren Schweinezüchter erschienen, die einen weiten Weg zurückzulegen hatten und daher selten in unsere Gegend kommen. Die Ursache davon ist die, daß in verschiedenen Gegenden immer noch die Maul- und Klauenseuche herrscht, so daß man nach jenen Gegenden wegen der Sperre nicht bandeln kann. Die Milchferkel kamen auf 20 bis 26 Mk., die älteren Sorten auf 30 dis 38 Mk. pro Paar, beste Waare vorausgesetzt. Das Schweinefleisch zieht im Preise an, denn nach den ausgiebigen Regen in den beiden letzten Wochen darf auf eine gute Spätkartoffel- ernte gerechnet werden. Neue Kartoffeln gehen zum Preise von 4 Mk. per Doppelcentner ab. — Seit einigen Tagen arbeitet die Dreschmaschine in unserer Gegend. Die Leute sind zufrieden mit den Druschergebnissen, Kern und Halm der verschiedenen Getreidearien fallen gut aus. Ueber Frachtpreise ist noch nichts bekannt geworden. Die Felder werden jetzt überall geleert.
Witteruugsbericht vom IO. August.
Die Vertheilung deS Luftdruckes Ist im Großen und Ganzen noch die gleiche und sind auch heute seine Unterschiede über Central- Europa tm Allgemeinen gering. DaS barometrische Maximum behauptet seine Lage über dem Nordwesten deS Erdtheils. Neben dem Rest einer Depression über Rußland lag heute Morgen ein neue» Minimum über Sardinien. Vom westlichen Mtttelmeerbecken zieht sich ein Theil - Minimum nach Frankreich und nach der Schweiz herein.
Wolkiges, stellenweise zu Niederschlägen geneigtes Wetter.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessm am 11. August, Mittags zwischen 11 und 12Uhr 1 Wasser 15, Luft 17°.
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|BehördlicheAnzeigerJ
Concursderfahren.
Hebet das Vermögen des Zimmer- meiffers Augnst Helfend ein in
Gipsten wird heute am 10. August 188'6, Vormittags V211 Uhr, das Coiicursverfahren eröffnet.
Der Agent Jean Boeck in Gieren wird zum ConcurSverwalter mrmnnt.
Eoncursforderungen sind bis zum 5. September 1896 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowrie über die Bestellung eines Gläu- bige:rausschusses und eintretenden Falls iibeir die in § 120 der Concursord- nulilg bezeichneten Gegenstände und jur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
ssreitag den 18. Septbr. 1896, Vormittags IO Uhr,
ioü dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur kon cursmasse gehörige Sache in Besitz fibtn oder zur Concursmasse etwas ichüldig sind, wird aufgegeben, nichts enden Gemeinschuldner zu verabfolgen «Ser zu leisten, auch die Verpflichtung viferlegt, von dem Besitze der Sache mb von den Forderungen, für welche sie «aus der Sache abgesonderte Be- siiedigung in Anspruch nehmen, dem bncursverwalter bis zum 5. September 1896 Anzeige zu machen. '8roßherzogl. Amtsgericht zu Gießen, gez. Gebhardt.
Veröffentlicht:
Orth, 7253
Sernchtsfchreiber des Gr. Amtsgerichts.
Berdiugnug.
Diie Arbeiten und Lieferungen zur Er- lichbing eines Haltepunktes Marburg lkchiützenpfuhl) sollen in folgenden vier
■tcofan getrennt vergeben werden
1) Erd-, ChaussiruugS- und Durchlaß- Arbeiten (rund 2000 cbm Boden- bewegung),
2) Zimmerarbeiten,
3) Maurer-, Steinhauer- und Asphatt- arbetten,
4) Tischler-, Schlosser-, Glaser- und Anstreicherarbeiten.
Verdingsheste find gegen Zahlung von 1 Mark in baar von hier zu beziehen, wo auch die Eniwurfszeichnungen einzusehen sind. Termin zur Eröffnung der eingegangenen Angebote wird auf Donnerstag de« 20. August 1896, Vormittags 11 Uhr, bierselbst anberaumt, bis zu welchem Tage die Angebote versiegett und mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei einzusenden sind.
Zuschlagsfrist 14 Tage. 7245
Marburg, den 10. August 1896.
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