1806
Mittwoch b« 12 August
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Zimts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren
Gratisbeilage: Hießener Jamilienbtätter
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Ich und das Abendsonnenlicht Sind still hier eingekehrt.
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le 5 bis 8 Pfennig, Zahlungsbedingungen.
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Berit», 10. August. Das „Reichsgesetzblatt" veröffent- IW da» Gesetz über die Abänderung der Gewerbe- • Nibniinfl vom 6. August 1896. _ _
EtwaS weiter den Berg hinan und vor mir ragt ganz Mjam ein altes Mauerstück in die Höhe. Mau muß den
Iinahm. vo« Anzeigen >u ber Nachmittag, für b« wnfltbm Lag erscheinenden Nummer bi, Borm. 10 Uhr.
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Berlin, 10. August. Wie auS Kassel gemeldet wird, ist der Reichskanzler Fürst Hohenlohe um 10 Uhr 47 Min. mit Gefolge abgereist. Die Ankunft Hierselbst er-
kervstorff. ..
Badfoe, 10. August. Der Dampfer „Garonne über« Irlrtgt aus Spitzbergen die Meldung, wonach Andröe im «allwn vier undichte Stellen, wonach GaS ausströme, entdeckt jabe. Andröe werde wahrscheinlich diesen Sommer nicht aus- ‘itlgcti.
Rewyork, 10. August. Im ganzen Lande herrschte gestern surchtbare Hitze. 70 Personen erlagen in Newhork und
vierteliäbriger , A»s«nc«e»t»,reiB e 2 Mark 20 Psg. mit vringerlohn.
Durch die Post bk-o,«» 2 Mark 50 Psg.
Nedaction, Lxpebitiaa und Druderei:
Ach»lstr«tze Me B.
Fernsprecher 51.
8CU Berlin, 10. August. Wie die „Voss. Ztg." zuverlässig hört, hat die vorzeitige Rückkehr des Kaisers nach Deutsch- land keinen anderen Grund, als eine an sich ganz unerhebliche, aber hartnäckige körperliche Verstimmung, zu deren Bekämpfung Luftwechsel und Ruhe empfehlenSwerth erschienen.
Berlin, 10 August. Die gestrige Sonnenfinsternitz war hier von ziemlich klarem Wetter begünstigt, so daß deren Verlauf vortrefflich beobachtet werden konnte.
Berlin, 10. August. AuS Marseiile wird gemeldet, daß daselbst während der Stterkämpse grobe AuS-
Wilhelm sein.
London, 10. August. In einer Unterredung mit Lord Salisbury drückte Li-Hung-Tschaug die Hoffnung daß China auf die Unterstützung Englands zählen dürfe, eS im Norden von Rußland und im Süden von Frank-
^Folgende Schilderung entnehme ich der Broschüre, die der Fraueuveretn von Weinsberg unter dem Titel „Ein steinernes Album" veröffentlicht hat. Dieser Verein hat sich nämlich gebildet zur Erhaltung und Verschönerung der Ruine. Dadriu heißt es also: Im dicken Thurme, dem sogenannten AeolSharfeuthurm, aus dessen breiten Ringmauern man die reizendste Aussicht hat, befindet sich eine nach oben offene Rotunde mit vier wetten und langen Schießscharten, in welchen AeolSharfen angebracht sind. In der Mitte des steinernen Fußbodens ist ein vergittertes, 3 Schuh im Quadrat großes viereckiges Loch, früher der einzige Zugang zu dem unterhalb befindlichen tiefen, bouteillenförmig gebauten Burgverlies. Hier wurden einst die Gefangenen hinuntergehaSpelt. Diese Rotunde macht einen ernsten und doch durch die Rankgewächse und den Himmel ob ihr einen wunderbar anheimelnden, äußerst poetischen Eindruck. Hier ist das steinerne Album der Dichter, Schriftsteller, Philosophen und Naturforscher. — Ich verlaffe daS Büchlein wieder und kehre zu meinen eigenen Eindrücken zurück. Da muß ich zuerst der zarten, wimmernden Mufik gedenken, die auS den AeolSharfen klang, denn der Wind war günstig und streifte hart über die Saiten. Ein schöner poetischer Gedanke war eS von Kerner, daß er die Harfen hier etnsetzen ließ. «,DaS steinerne Album", das vor mir steht, ist geschmückt mit den schönsten Namen, die wir kennen. Fast alle bedeutenden Banner unseres Jahrhundert« kann man in buntem Gemisch dort finden: Klet, Uhland, Schwab, Lenau, Geibel, Freiligrath, Jul. Mosen, Friedrich Rückert, Fouqus, Ottilie Wildermmh, AnastiuS Grün, Dingelstedt, Mosenthal, während in den vier Nischen Namen wie David Strauß, Wolfgang Menzel, Berthold Auerbach, HacklSnder, PÜckler- MuSkau, Gustav Rasch uud noch viele andere stehen.
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Umgebung dem Httzschlage. Aus den anderen LandeStheilen werden gleichfalls viele Todesfälle gemeldet.
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Der Hichmer Anzeiger alcheint täglich, gb Ausnahme beS Montags.
Wie Gießener d lütter geben dem Anzeiger Weltlich dreimal deigelegt.
Kopf etwas hoch strecken, wenn man alle« lesen will, was ba eingegtabeu ist: Most!», Musiker, !?*“•.......k
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Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
Alle Annoncen-Bureaux beS In- unb AuSlanbc» nehm« Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen.
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fchreitungen stattfanden, weil sich die Municipalität dem angesagten Tvdten der Stiere widersetzte. Da« Publikum zündete unter furchtbarem Geschrei die Tuchwande der Arena an. Letztere brannte vollständig nieder.
Metz, 10. August. Heute Mittag hat unter großer Be- theiligung die Einweihung deS, Kriegerdenkmal« des Infanterie-Regiments v. Stülpnagel (5. brandenburgisches) Nr. 48 bet Btonville stattgefunden.
Rom, 10. August. Der ObergertchtShof von Verona verurtheilte den Brigadier Daulucci zu 14 Tagen Ge- ängniß, weil er dem General Baratieri, welchem er im Zollamte begegnete, mit der Faust gedroht und »ugnufen hatte: .Ich will die italienischen Mütter rächen, deren Söhne Sie zur Schlachtbank geführt haben."
Rom, 10. August. General Baldissera ist zu dreiwöchentlichem Kurgebrauch nach Karlsbad abgereist. Da die Hoffnung auf einen FriedenSfchluß mit Menelik fast gänzlich geschwunden ist, sollen im nächsten Monat 16000 Mann nach Maffauah abgehen. Baldiffera soll deren Absendung als unbedingt nothwendig zur Vertheidigung des gegenwarttgen Besitzes in Afrika erklärt haben.
Rom, 10. August. DaS von dem italienischen Kreuzer „Etna" gekaperte holländische Schiff ,/Doelwyk" hatte 65,000 Repetirgewehre belgischer Eonftructton für Rech- nung eines französischen HauseS an Bord. Der Franzose Clarette sollte die Maare nach Schoa bringen und wurde in Dschibuti bereit» von einer Karawane erwartet.
Amsterdam, 10. August. Infolge eines StrikeS begingen die Arbeiter der Etgarrenfabiik von Alphen G e w altt h at en , bedrohten den Dtrector und mißhandelten mehrere Angestellte. Eine EScadron Husaren schritt ein, wobei zahlreiche Verwundungen vorkamen. , . , _
Pari», 10. August. Die „Agence HavaS" wiederholt das neulich gemeldete Gerücht betreffend eine Zusammenkunft deS Präsidenten Faure mit Kaiser Wilhelm in OSborne und behauptet, der Prinz von Wales habe bei seinem letzten Hiersein dem Präsidenten Faure eine ent- sprechende Einladung überbracht. Faure habe sich die Antwort Vorbehalten. Die Zusammenkunft soll angeblich der Vorläufer de» Besuchs der Welt-AuSstellung im Jahre 1900 durch Kaiser
In Weinsberg und auf der Weibertreu.
Reiseskizze von Joseph Kahn in Ranstadt (Oberhessen).
(Schluß.)
Bald stand ich oben zwischen dem alten Gemäuer, totin die Vögel nisten und ihre Weise zwitschern. Welche chrrliche Aussicht genießt man auf daS liebliche Neckarthal! Da fällt mein Blick gleich auf eine Inschrift, die in die ilimangSmauer gemeißelt ist: Belagerung der Burg durch -üusiier Eonrad in. anno 1140. Nicht wett davon am hohen ldurm kann man lesen:
Getragen hat mein Wetb mich nicht ; aber ertraaen, DaS war ein schwereres Gewicht, als ich mag sagen.
JusttnuS Kerner.
Da stehen auch die Namen von Michael Böheim und tzlartan Geyer. Nun kommen moderne Namen. Theobald ^rver hat nämlich nach seines Vaters Tod die Namen der ßrShmten Besucher von Weinsberg und der Weibertreu in Ht aiten Mauern etngraviren lassen. Folgende Fürstlich- -fdtin müssen demnach hier gewesen sein: Kaiser Franz I. ISIS, König Karl von Württemberg, Königin Olga, Herzog Viar von Bayern und noch viele andere.
Der Weg führt an einer Ruhebank vorbei, die idyllisch Mchen Mauerresten und Tannen dasteht. Auf der Fel»- i°md lesen wir: t m .
Wand rer, e» zimmt Dir wohl, in der Burg Ruinen zu schlummern, Träumend baust Du vielleicht herrlich sie wieder Dir auf.
Ludwig Uhland.
Und darunter von Carl Meyer die tief finnigen
Folgende Gedichte stehen in der Rotunde:
Poesie ist ttefeS Schweigen Und es kommt das echte Lied Einzig aus dem Menschenherzen, Das ein tiefes Leid durchzieht.
JustinuS Kerner.
Folgendes von Lenau:
Linde werd ich hier umweht
Von geheimen frohen Schauern, Gleich als hält' ein still Gebet Sich verspätet in den Mauern. Hier ist all mein Erdenleid Wie ein trüber Duft zerflossen, Süße TodeSmüdtgkett Hält die Seele hier umschlossen.
Noch andere tiefempfundene Verse stehen dort eingegraben. Aber drunten im Thale schlug e« fünfmal und mahnte mich, die historische Stätte zu verlassen. Ich stieg langsam hinunter, wo die Sonne hell schien und mir Überall von den Menschen ein freundliches „Grüß Gott" entgegen- klang. Ein kurzer Halt wurde erst gemacht vor dem Monument des Dichters. ES ist einfach gehalten. Ein einfacher Stein, dadrauf ein großes Medaillon mit dem Kopfe de» Dichter», darunter der Name, einige lateinische Verse und die Worte, die ihm einst ein Dichterfreund als Abschied zu- eetufen hatte:
Wer hat wie Du geliebt den Freund,
Wer ihm die Seele so gehoben,
Wer so mit Ernst, dem Schmerz vereint, Ein Zauberband um ihn gewoben!
Wer hat in hett'reS Schattenspiel Wie Du das Leben umgestaltet Und wer mit tieferem Gefühl Die Blätter seines Ernst'S entfaltet! Ein lebensfreudiger Prophet Standst Du auf zweier Welten Grenze. Von Htmmelsluft da« Haupt umweht Und pflückend froh der Erde Kränze.
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P"“ Sötlifc band deutscher Wlh-lm-hich- anwefenben G-f-ndt-n von Kib.rl-wWiicht--
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tlt Strafrecht, unb de« Verwaltung,recht, ju bekämpfen. ""^Nttlin^O^Auanst* °Staat^ecre"tär tticher ist
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!»«. au, 30 000 umgeänberten G-°sgew-hren ^0 äuanf. mit
xrÄVÄZ r I s.WÄSt-» tfueben hatte. Der König war mit den Prinzen auf der Wivlichen Yacht zur Begrüßung entgegengefahren. Die SefeNschast begab sich nach dem Empfange nach dem Schlosse


