Ausgabe 
12.4.1896 Erstes Blatt
 
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nr 86

Erstes Blatt

Sonntag den 12. April

1896

Pierte(jä6rigtr ,

Kenerat-Htnzeiger

Amts» und Anzeigeblatt für den Ttreis Gietzen

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P Hratisöeikage: Hießener Kamilienölätter

Amtlicher Theil

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legte in Folge als Vorsitzender Neuwahl eines noch im Laufe

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Annahme vo» Anzeigen zu der Nachmittag« für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« Lorm. 10 Uhr.

Lieutenant z. D. von Renthe gen. Fink schwerer, langjähriger Krankheit sein Amt öd deutschen KriegerbundeS nieder. Die VundeSvorsitzenden erfolgt voraussichtlich dieses Monats.

150 bis 165 Mk., Roggen für 127 bis 132 Mk., Gerste 114 bis 170 Mk., Hafer für 120 bis 145 Mk., Mais 90 bis 98 Mk.

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Die Gießener Da«ttte»örälier «erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.

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Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Korallen- Hnband, 1 Brache, 1 Griff von einem Schirm, Geld, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 1 Ledertasche, 1 Kette und 1 Schrankverzierung.

Zugelaufen. 1 Hühnerhund.

Gl eßen, am 11. April 1896.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

v. Bechtold.

Cie.,

Alle Annoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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* gesoßt.

»Hshtlliiiiml (Men).

1886 an den schönen Festen in Darmstadt theil- genommcn haben, werden sich der damals gefaßten Beschlüffe entsinnen, alle 10 Jahre, also zunächst wieder im Jahre 1896, einen gemeinschastlichen großen CommerS atter Corps- ftubenten zu feiern. Demgemäß wurde von einem aus Alten Herren der Gießener und anderer Corps bestehenden

Rieder Wöllstadt, 8. April. Gestern Abend wurde ein junger Mensch von hier, der in Friedberg in der Lehre war und mir dem Personenzug Nr. 100 hierher zurückkehrte, im hiesigen Bahnhofe überfahren und sofort getödtet. Der Zug 100 fährt hier in ein anderes Geleise, um den nachfolgenden Schnellzug vorüber zu laffen. Der junge Mensch fiel nun auS der Thüre seines AbtheilS und gerade auf daß verlaffene GeleiS, konnte sich, da er auch noch mit einem lahmen Beine behaftet, jedenfalls nicht so rasch wieder erheben, und wvrde so durch den heranbrausenden Schnellzug überfahren.

Rödgen (Kreis Friedberg), 7. April. Heute wurde in der Gemarkung Schwalheim die Leiche der Wittwe St. von hier, deren Tochter bekanntlich unter dem Verdachte des KindeSmordeS steht, in der Wetter gelandet. Bon dem Kinde hat man keine Spur gefunden.

Butzbach, 10. April. Der bekannteHessische £>of* dahier ist zu dem billigen Preise von 75 000 Mk. an einen Gaftwirlh auS Caffel übergegangen.

Comuö der diesjährige CommerS auf SamStag den 2. Mai, Abends 8 Uhr, im Saalbau zu Darmstadt festgesetzt. Herr Geheimerath Küchler, der 1886 das Präsidium führte, hat, der einstimmigen Bitte des Comitss nachgebend, sich wiederum zur Uebernahme deS Präsidiums bereit erklärt. ES sollen, soweit Adressen bekannt find, specielle Einladungen ergehen. Im Uebrigen ist jeder Alte Herr Willkomm««. Einer zahlreichen Betheiligung darf sicher entgegen gesehen werden.

* OmuibuSverkehr. Bon heute ab fahren die Sommer­wagen der OmnibuS-Gesellschaft bei günstiger Witterung alltäglich nach dem Schiffenberger Walde. An Sonntagen von 21/» Uhr ab Markt alle halbe Stunde, an Wochentagen um 21/2 und Zl/z Uhr Nachmittags. Rückfahrt nur Sonn­tags Abends von 6 Uhr ab alle halbe Stunde.

Beim Transport eines Ochfen erlitt gestern Nach­mittag ein Arbeiter in der Rodheimerstraße. einen Unfall, indem er vom Ochsen zur Erde geschleudert wurde und da­durch einen Beinbruch davontrug. Der Verletzte wurde in die Klinik gebracht.

** Mtttelrheinifcher Kreistnrntag. Der 57. Turn tag deS Mittelrheinkreises findet Sonntag, 26. April, Vormittags 10 Uhr, im Hause des Turnvereins Frankfurt a. M. (Sandweg 4) statt. Bei diesem Turntag wird sich, wie der Darmft. Tgl. An-." meldet, voraussichtlich ein lebhafter Kampf um die Einführung oder Nichteinsührung deS Ober­rheinischen sogen. Vereins-Wett-Turnens entspinnen. Die Vorzüge dieses Turnens für die Arbeit auf den heimischen Turnplätzen wie für glänzende turnerische Schaustellungen sind ja unbestritten, allein die Nachtheile desselben besonders für kleine Vereine, denen es sowohl an tüchtiger Mannschast wie an den erforderlichen Geräthen mangelt, dürfen doch nicht unterschätzt werden. ES mehren sich deshalb die Stimmen, welche einen Ausbau der dermaligen giltigen Musterriegen- Turnordnung unter Aufnahme der wesentlichsten Bestimmungen für daS Vereins »Wett-Turnen befürworten, und von dem Gau Frankfurt ist ein diesbezüglicher Antrag etugebracht worden.

** Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 4. bis 9. April.) Wenn nickt Alles trügt, so scheint in diesem Frühjahr eine Hebung der all zu tief gesunkenen Getreidepreise von Nord- amerika auSzugehen. Der harte, nordamerikanische Winter in Verbindung mit einem sehr rauhen Frühjahre hat dort die Hoffnungen auf eine große, neue Ernte etwas herab­gestimmt. Außerdem haben auch die Vorräthe bedeutend abgenommen und die Angebote traten schwach aus. So geschah tp, daß seit dem 4. April auf den amerikanischen Märkten ein beträchtlicher PreiSausschwung stattfand, der auch in Europa, resp. in Deutschland für Weizen, Roggen und Hafer eine Preissteigerung zur Folge hatte. Am meisten zog jedoch Weizen im Preise an, während für Roggen und Hafer die anfänglich erzielte Preiserhöhung nicht voll er» halten werden konnte. Ueberhaupt ermattete daS Geschäft zu den erhöhten Preisen einigermaßen. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen (je nach Qualität und per 20 Centn er)

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Nerrefte ctyten

Wolff« telegraphisches Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 10. April. DieKreuzzeitung" meldet: General-

Wiesbaden, 10. April. Der nächstjährige Congreß für innere Medicin findet in Berlin statt.

Osnabrück, 10. April. ReichStagSersatzwahl. Bis Nachmittags 6 Uhr sind gezählt für Wamhoff (ntl.) 9585, von E chele (Welfe) 11,527, Weidtner (Mittelpart.) 1969, Schrader (Eoc.) 3238 und Hilkenkamp (freis.) 156 Stimmen. Aus bnet Bezirken steht das Resultat noch aus.

Rom, 10. April. Die Blätter widmen der Begegnung oi.'S deutschen KaiserpaareS mit dem italienischen Äönigspaare herzliche BegrüßungSartikel. DieJtalie" bemerkt: ES sei eine irrthümliche Annahme, daß die Be­gegnung irgendwie die politische Lage verändern könne, welche tfit Langem bestehe und keinerlei Veränderung erheische.

Beuedig, 10. April. DaS parlamentarische Comits für die Kundgebungen der in Venetien wohnhaften Senatoren und Deputaten zu Ehren deS deutschen Kaisers lud lütztere sür SamStag nach Venedig ein. Die Gemeinde- bahörde stellt ihnen einen Dampfer zur Verfügung und gibt fonen am Montag ein Diner.

Athen, 9. April. Bei dem heutigen Wettturnen strgten die Deutschen Schumann und Weingärtner.

Ctcete» und ptwittikttw»

Siebe«, 11. April 1896.

♦♦ Köfener 8.0. Diejenigen Alten Herren der Corps Kösener 8.0.-Verbandes, welche im Jahre 1876 und

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Berlin, 10. April. Wie dieNordd. Allg. Ztg." hört, isst die Errichtung eineß deutschen BerufsconsulatS für Galizien und die Bukowina in Lemberg in Aussicht genommen, da die Handelsbeziehungen zu jenen LaudeStheUen eine solche Maßnahme schon seit langer Zeil nöthig erscheinen laffen. Mit der commiffarischen Verwaltung deS ConsulatS- vmts in Lemberg ist der bisherige ständige Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amte, LegationSrath Freiherr v. Speßhardt, betraut worden, welcher bereits in Lemberg eingetroffen ist.

Berlin, 10. April. Der am 4. April hier unterzeichnete deutsch-japanische Handelsvertrag wird zunächst dem BundeSrath unterbreitet werden. Bon dem Verlaufe dieser Berathungen wird es dann, wie dieNationalzeitung" »ittheilt, obhängen, ob der Vertrag noch in der gegen­wärtigen Session dem Reichstage vorgelegt wird.

Berlin, 10. April. Die Hauptverhandlung gegen den Freiherrn von Hammerstein wird derKreuzzeitung" zufolge am 22. dsS. MrS., Vormittags halb 10 Uhr, statt­finden.

Berlin, 10. April. Zum Duell Kotze-Schrader wird noch gemeldet, daß auch Herr v. Kotze leicht verletzt lei, während bei Schrader eine schwere Darmverletzung cou- ftatirt wurde. Kotze hatte sich bereits mit dem Vorortzuge um 8 Uhr 16 Min. nach Berlin zurückbegeben und empfing die Gratulationen seiner Freunde und Verwandten zu dem sÄr ihn glücklichen AuSgange des Duells.

Berlin, 10. April. Für das Duell zwischen dem Herrn v. Kotze und dem Freiherru v. Schrader, daS heute früh um 71/* Uhr in Potsdam auf dem Ravensberg Hinter dem Observatorium stattgefunden hat, waren folgende schwere Bedingungen vorgesehen: Zehn Schritte Distance, » tempo feuern nach Zahlen und Kugelwechsel bis zur völligen Kampfunfähigkeit des einen Gegners. Kotze blieb »uverletzt. Freiherr v. Schrader wurde schwer getroffen »am Kampfplätze nach dem Augusta-Krankenhause in Potsdam Lberführt, wo er auf den Tod darniederliegt. Alle Der- mitteluugSversuche, welche seitens der beiderseitigen Freunde »er Herren Kotze und Schrader gemacht wurden, den Con» fflict betzulegen, waren, wie derLocalanzeiger" meldet, «rfolgloS geblieben. Ebensowenig ließen fich Milderungen ver Duellbedingungen erzielen. Kotze verbrachte den gestrigen

Tag bei seinem Schwager in Friedrichsfelde, Herrn v. Treskow, , wo er fich tm Pistolenschießen übte. Auch Herr v. Schrader war erst gestern nach Berlin zurückgekehrr. General Major v. Bisfing, der Commandeur der 4. Cavallerie-Brigade, welcher als Secundant des Herrn v. Schrader fungirt hatte, benachrichtigte die Familie deffelben. Frau Baronin Schrader und Sohn erschienen mit dem nächsten Zuge am Schmerzens­lager des Familien Oberhauptes. Gleichzeitig traf der tele­graphisch herbeigerufene Professor Dr. Bergmann mit Assistenten im Krankenhause ein. Um 1 Uhr begann Berg­mann, welchem der Director deS Krankenhauses zur Seite stand, die Operation. Die Kugel ift unterhalb der Lange eingebrungen. Die Situation wurde seitens der Aerzte so- fort als äußerst kritisch erkannt.

Berlin, 10. April. Die Polizei ist in Süddeutschland einer geheimen anarchistischen Organisation auf die Spur gekommen. In den ersten Tagen dieses Monats haben in München wiederholt Haussuchungen bei Anarchisten stattgefunden. Bei dem Vertrauensmann Lindemann wurden 1800 Sammelmarken, bei dem Anarchisten Huber verbotene Broschüren beschlagnahmt, sowie mehrere Nummern deS Socialist". Ferner wurden verschiedene Mitglieder des auf­gelösten AnarchistenclubsFreies Wort" darüber vernommen, ob der Club etwa noch im Geheimen weiterbesteht.

Elbing, 10. April. Der Kaiser wird auch in diesem Frühjahr nach Prökelwitz kommen. Als Zeitpunkt ist vor­läufig Mitte Mai in Aussicht genommen.

Frankfurt a. M., 10. April. Gestern Abend starb nach kurzem schwerem Leiden der Nestor deS hiesigen Schauspiel- Ensembles, Herr Emil Schneider. Derselbe feierte am 14. November v. I. baß Jubiläum seiner 40jährigen Thätig- feit an der hiesigen Bühne. Zuletzt trat er am 15. März auf. Schneider ist 60 Jahre alt geworden.

Frankfurt a. M., 10. April. Die für nächsten Sonntag in Münster von der demokrattsch-elsaß-lothringischeu Volks­partei anberaumte Volksversammlung ift, wie die Frankf. Ztg." aus Straßburg meldet, polizeilich verboten worden.

Venedig, 10. April. Die königliche Familie trifft heute Abend 7 Uhr 30 Min. hier ein. Der König hat fich jeden öffentlichen Empfang verbeten. Dennoch fordert der Bürgermeister die Bevölkerung auf, daß Hauß Savoyen in einer der untoantrtbaren Treue Benetienß und der hohen Be­deutung deß Empfangeß entsprechenden Form zu begrüßen. Die Senatoren Benetienß, welche Namens der gesetzgebenden Körperschaft dem Deutschen Kaiser zu huldigen wünschen, haben dem deutschen Botschafter gestern einen Besuch abge­stattet. Die Wichtigkeit des Actes wird von der verfaffungß- treuen Preffe der Provinz Venetien in eindringlichen Worten hervorgehoben. Die Vertreter Venetiens, so schreibt daß BlattAlpigiano", mit dessen Worten dieGazetta di Venezia" ihren eigenen Artikel schließt, werden dem Deutschen Kaiser sagen, daß daß dankbare Italien für den aufrichtigen Freund herzliche Gefühle hegt und daß die Nation den Werth seines Besuches in diesem Augenblick großer schwerer Sorgen in seinem ganzen Umfange zu schätzen weiß. Der Stadt- Ausschuß hat die parlamentarischen Vertreter Benetienß für morgen zu einem Festessen geladen. Daß Kriegs-Departe­ment stellte ein Kanonenboot zur Verfügung, um Kaiser Wilhelm entgegenzufahren, deffen Ankunft morgen Abend 5 Uhr erfolgt. Die See ist ruhig, baß Wetter unsicher.

Rewyork, 10. April. In ben Steinbrüchen zu Ogden (Staat Uteh) explodirte währenb ber SprengungSarbetten der Pulvervorrath, woburch 15 Arbeiter getödtet und 10 schwer verletzt wurden.

H. Kiel, 11. April. In FriedrichSort wurde bet einer Aufschlagübung der Matrosen'Artillerteabtheilung durch die Explosion einer Kartusche der Vicefeldwebel Rühl, der Matrosenartillerift Paul Schulze und der Maschinisten- maat Sochek ziemlich schwer, der Artilleristenmaat Schwach an Augen und Händen schwer verletzt.

Dermifötes.

Frankfart a. M., 10. April. AuS den Taschen eines Taschendiebes. Im Besitze eines gestern von der Crimiualpottzei festgenommenen Mannes aus Münster wurden, wie ber Polizeiberickt meldet, folgende Sachen, die

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