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Der Steuer erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener »«Mtltenörätter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Mittwoch dm 12. Februar 1896
Gießener Anzeig er
Keneral-Mnzeiger.
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Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
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Amts- unb Anzeigeblirtt für den Ureis Gieren
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Amtlicher Theil
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
der Central-Organisation auSsprtchtund die Beschlüsse der heute Abend stattfindenden vierzehn Versammlungen im Vorau- gut heißt, wurde von der Versammlung angenommen.
Berlin, 10. Februar. Die Zimmerer beschlossen gestern, von heute, Montag an, auf allen Plätzen und auf der Berliner Gewerbe-AuSstellung die Arbeit nie der zuleg en, falls die Zimmermeister die Forderungen, nämlich neunstündige Arbeitszeit, 60 Pfennig Stundenlohn, Abschaffung der Sonntags - Arbeit u. s. w. nicht bewilligen.
Berlin, 10. Februar. Die Brauer wollen die Sperre über das Münchener Brauhaus verhängen, falls das Brauhaus die entlaffenen Arbeiter nicht wieder einstellt.
Berlin, 10. Februar. Etwa 2000 Hutmacher hielten gestern eine Versammlung ab, in welcher der am letzten Samstag begonnene Strike besprochen wurde. ES wurden verschiedene Forderungen ausgestellt.
München, 10. Februar. Der Prinz-Regent hat den General-Jnspector der 4. Armee-Jnspection, PrinzLeopold von Bayern, anläßlich seines 50. Geburtstages zum Generaloberst der Cavallerie mit dem Range eines General- Feldmarschalls ernannt.
Wien, 10. Februar. Seit heute Mittag steht die Franz-JosephS - Kaserne in Flammen. Bisher ist es nicht gelungen, den Brand zu localisiren.
Rom, 10. Februar. Gestern fanden an mehreren Stellen der Stadt gegen Frankreich gerichtete Kundgebungen statt.
Brussel, 10. Februar. Der Centralverein der belgischen Laudwirthe hat an die Kammer und den Senat eine Petition eingereicht, in welcher die Regierung aufgefordert wird, bei den anderen Regierungen Schritte zu unternehmen wegen Wiederherstellung der Bim etalliSmus.
Paris, 10. Februar. Der Prinzessin Lätitia Aosta wurden Brillanten im Werthe von 100000 Franc» gestohlen.
Madrid, 10. Februar. Der Sohn des Marschalls Martinez CampoS erklärte, sein Vater habe ihm mitgetheilt, die Lage auf Cuba sei vollständig hoffnungslos. Sein Vater habe sich schon mehrere Male dem Feinde ent» gegengeworsen, um den Tod zu suchen.
Sofia, 10. Februar. Aufsehen erregt die Thatsache, daß in der hiesigen katholischen Kirche gestern zum ersten Male nicht für den Fürsten Ferdinand gebetet wurde. ___________
W.B. Berlin, 11. Februar. Freiherr v. Hammerstein ist heute früh 6 Uhr hier eingetroffeu- er wurde alsbald von Transporteuren nach dem UntersuchungSgefänguiß in Moabit gebracht.
H. Berlin, 11. Februar. Hammerstein traf morgens 6 Uhr 5 Mtn. mit vier Crirniualbeamten ein. Auf dem Bahnhof waren etwa 40 Eriminalbeamte unter Führung des Grafen Pückler anwesend. Hammerstein verließ den Wagen und Perron im Geschwindschritt über die nur für Bahnbeamte bestimmte Treppe und stieg in die bereitstehende Droschke zur Ueberführung nach dem Untersuchungsgefängniß. Hammerstein sah bleich auS, er hatte den Schlapphut tief ins Gesicht gedrückt und starrte zur Erde. Der ganze Vorgang dauerte kaum eine Minute; circa tausend Personen waren erschienen.
Der Krieg von 1870|71, reschildrrt durch Ausschnitte euS Zeitung» - Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.)
12. Februar.
Verdun, 10. Februar. Wir liegen hier in Kaserne St. Nicolaus. Tagtäglich wird unsere Kaserne von armen alten Leuten und besonders von Kindern besucht, die, mit einem Eßnäpfchcn bewaffnet, sich ihren Lebensunterhalt hier betteln. Da sie nur des Mittags in die Kaserne eingelaflen werden, so laufen sie die übrige Zeit des TageS um die Kaserne herum, stehen an der südwestlichen Seite auf de« Walle und rufen fortwährend: Nichts Brutt? Nichts Brutt? Hat man Morgens vom Kaffee noch ein Stückchen erübrigt und öffnet ein Fenster, um einem armen Kinde ein Stückchen Brod in die Schürze fallen zu lassen, so stehen statt eines oder zwei deren acht bis neun dort und halten die Hände auf. Uns dauern die armen Kinder alle sehr und ich weiß Kameraden genug, die sich selbst ein Stückchen Brod aözieheu und es den armen Kleinen geben. ES ist aber auch ein Anblick zum Erbarmen, diese armen Geschöpfe Morgens in aller Frühe in der bittersten Kälte im Schnee watend, nichts am Leibe und nichts an den Füßen, um Brod schreien z» hören. Ist der Morgen vorbei und es geht auf Mittag zu, so versammeln sich dieselben von 11 Uhr ab am Kasernen-
1 ~ Deulicker Ueiebstaa. Rom, 10. Februar. Der Correferent der „Tribuna"
Montao ben ‘10 Äebtttat 1896 telegraphier aus Mass aua unterm heutigen Datum, daß
S«uf*S& .ÄÄ d» Gewerbe- eine »on den Ech o an-rn °bg.sch°s!-n. welche
jlooelle. in Makalle aufgefunden wurde, den Stempel „Hotchkin-
Abg. Metzner ((Str.): Zur Vermeidung jeder Verschleppung Patent, Paris" trug. Auf den Seitengewehren der Abesshnier vünschen wir, daß die Vortage diesmal einer Kommission nicht erst b Belucon, Rue St. Honorä 114, Paris". Die Ge- ibtrmtefen werde. Besonders am Herzen liegt mir die Bestimmung I ’ * / sronrfe (5t Etienne" die Lebelaewebre
, l,s SirliM 3, welcher die Konlumnerelne hinsichMch de? V-iirl-b« wehre trugen die Marke m emii , die ^eveigewehre geistiger Getränke den für die Scha^kwtrthfchaften geltenden Vor- I den Vermerk „5 C." Die Halste der Leibwache Ras schriften unterwirft. Wieviel hat allein der Breslauer Consum- Makonnens ist mit Lebelgewehren bewaffnet.
itrein im letzten Geschäftsjahr an Schnaps abgefetzt i Das Heidel- --------------
iiraer Faß könnte diese Menge nicht fassen. In Goslar ist der be6 »srent Herold'
kbsatz des ConsumvereinS an Schnaps von 63 Litern pro Kopf in äto ve» ev VS.
B88 auf 74 in 1890, also um 11 Liter pro Kopf in 3 Jahren ge- Berlin, 10. Februar. Wie dem „Reichsanzeiger" von liegen. Die Confumoereine, die doch angeblich ideale Ziele ver- amtlicher Seite mitgetheilt wird, ist die neuerdings von ver- Mtierb^ Ä schi°d°°.n Zeitungen gebrachte Mlttheilung von einee Sehen«
»el ”r &iune 6eanlt«6en, daß dl- Unle.ft-llung der C°n,um-<-eIne der G-neradLott-rie-Dlr-ction etlafienen Warnung betreffend »ater 8 33 G--O. nicht erst der Anordnung der Landesregierungen den Privathandel mit Antheilscheinen von mhetmgegeben, sondern gleich hier tm Gesetz festgelegt wird. Artikel 4 StaatSlotterieloosen nicht zutreffend.
irr Vorlage geht mir dagegen zu weit, das Verbot, eine Drogerie n,rl{N in cKPt.r.mr Von verschiedenen Seiten wird |ti betreiben rc. fortzufetzen, fchiießt unter Umständen eine Härte I ®ct Ä' ' ® t, n y _ - r f}
Gegen das Publikum in sich, das alsdann zu der theueren Apotheke versichert, man betrachte den Gedanken, daö bürgerliche Hufen muß. Der Hausirhandel müßte in der Regel verboten und Gesetzbuch noch im Laufe dieser Session durchzuberathen, nur ausnahmsweise, im BedürsnißfaUe, zugelassen sein. . als anfaeaeben und befreunde sich bereits mit der Idee, «ert«fern”Äw'Ä mch'r
fhließlich werden Sie froh fein, wenn die Polizei von denselben möglichst I welche nach Schluß des Reichstags zufammentreten würde, venig Gebrauch macht. Einverstanden sind wir mit dem Verbot des I Berlin, 10. Februar. Die Schneider und h-rufirens von Kindern und mit der Ausdehnung der Ardetterfchutz- Schneiderinnen der Local-Orgauisation hielten °°st»n B°rmi..°° a»t dff.nlttche B.rsammlung.n ab m :esstonspfltchttgkeit und vor Allem die zu weit gehenden Be- I denen es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den An- nungen gegen den Hausirhandel, insbesondere das Verbot des gehörigen der hier bestehenden beiden socialistischen Gewerk« «ulsuchens von Waarenbestellungen bei Privatpersonen ab. Uebec schaftS-Oraanisationen kam. Die Forderung nach Errichtung WkV°»L W W°-kstä..°n «u-d° °'s un-rfüllb°-«kannt und
ion ©020 auf 4870 abgenommen. Durch die Vorlage würden einzelne I fallen gelassen. Eine Resolution, die sich für den Lohntaris
Gemeinden, vor Allem im Eichsselde, schwer geschädigt. Wenn man nun gar vorfchreiben will, daß das Haustrgewerbe vor erreichtem 25. Lebensjahre nicht betrieben werden darf, so wird mit Recht r J gefragt, was sollen denn die Leute eigentlich treiben, ehe sie 25 Jahre
Wpratttttmamuna alt ßnt»? Mil den Vorschriften über Theater-Unternehmungen wird
zOU-UUlUlUUUJUUH, I ber anflcftrebte Zweck nicht erreicht und es wird sich leicht ein Pro-
betreffend die Maul- und Klauenseuche. I tectionswesm entwickeln Redner wmdet sich schließlich gegen die
hpfi (RrnfeS KreiSamts I EoncesstonSpflichttgkeit der Eonsumvereine für Vertrieb geistiger Nachstehende Bekanntmachung des Grotzh. KreiSamts @etran(e# cbento Qegen bte Bestimmungen über den Kleinhandel mit Iriedberg bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntuiß. I unb denjenigen mit Droguen bezw. Heilmitteln.
Gießen, den 8. Februar 1896. Abg. Holleufser (cons.) .erklärt sich im Allgemetnen mit ber
” furn6h<>rlnnhrfiP& QrpiSrtmt lRießpn I Vorlage einverstanden. Zu dem vom Centrum angekundigten Antrag
GroßherzogllcheS Kretsaml Gießen. betreffs der Eonsumvereine behalte sich die conservative Fraciion ihre
v. G ag ern. I Stellungnahme hierzu vor. Der Forderung des Bedürfnißnachweises
--:--------------------------- | für den Hausirhandel ständen er und feine Freunde nicht so ablehnend wie die Regierungen gegenüber, aber sie legten ihr auch nicht solche ÖUUUmUlUUlUUH, Wichtigkeit bei wie das Cmtrum. n t v ,
betreffend Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Abg. Hasse (natl.): Mit den Bestimmungen über Hausirhandel ’’ nnh Offlnrnfendie I und Theater-Unternehmungen sind wir einverstanden, wie wir über-
m t v“1'™, Klauenseuche. „ Haupt im Großen und Ganzen auf den Boden ber Vorlage treten,
DaS Verbot der Abhaltung von Vrehmarkten mit I roOgeßen ^ir nicht geneigt sind, soweit zu greifen, wie dies schon im
Ausnahme ber Pferdemärkte — im Kreise Friedberg bleibt I Vorjahre von anderen Seiten gewünscht worden ist.
tiS auf Weiteres bestehen- insbesondere werden von diesem Abg. ReißhauS (Soc.)verlangt Schutz des^weiblichen Theater- zunächst geiroffln dh Vsth«°-k.- zu Fr.-db-rg
int 18. und 19. Februar mit Ausnahme des PferdemarrteS I Schankwirlhe vertreten. Gegen den Schnapsconsum helfe nur, wenn »nd zu Butzbach am 20. Februar. man das Volk wirtschaftlich besser stelle. Mit den ungeheuerlichen
—--—-------------------------------- I Bestimmungen über daS Detailreism helfe man dem seßhaften Handel
Altlitttifldhttttrt nicht, denn ber Kleinhanbel werbe von ben großen Waarengefchaften
fc.t- sonfhfrtnffnirfu» flUf0e ab*?, »ürllin (natl.) erkennt an bm Worten des Vorrebners
betr. Rotylausseuche. über Bühnenverhältnisse bie wohlwollenbe Tmbmz an, aber feine
Die Rothlaufseuche in Rollshausen, KreiS Marburg, Vorschläge feten unannehmbar. Jbeal feien bie Bühnenzustänbe ist erloschen. Die Sperrmahregeln find aufgehoben. nicht, aber bas feien sie auf keinem Gebiete. Die Mttg.ieder ber
' fii.c.« x<>n in cpiffiritrir 1896 I Bühnengenossenschaft seien jedenfalls bestrebt, vorhandenen Miß-
Sießen, den 10. Februar • ständen abzuhelfen; soweit das noch nicht gelungen fei, liege es an
Großherzogliches Kreisamt Gießen. ber Schwierigkeit der Sacke. Die Kürkdigungsverhaltnisie zum Bei-
v. Gagern. I fptel würden durch einen dritten Factor mttoerfchuldet: das Publt-
-----------------------—-------------------------------- kum. Die einseitige Kündigungsfrist bestehe überdies nur für die förfntttlfntrtfhltttft Probezeit. Die Theateldirectoren spinnen im Allgemetnen keine
*JtlUlini4nU-U|Uliy f | Seide. Auch die Schauspielerinnen seien nicht lauter Engel (Heiter-
betreffeud die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge in ben I kett) und dafür Dtscipltn nölhig. Goethe habe eine Schauspielerin Gemeinden des KretseS Gießen. I mtt v. ^W ol s"l e g ien°Gilgenburg (Pole) kann ben Be-
Herr Laudwirthschaftslehrer LeÜhiger zu AlSfeld wirb I stimmungen über bie Schaufptelunternehmer und über ben Drogen-
1) Sonntag den 1 März 1896, NachmittagS 2 Uhr, 1 IlCb jf ® ii hoa
i» Qu°ckb°rn in dem Saale de» Herrn Mrih Heßler Dhahe.i,-n»
daselbst über Viehhaltung und Viehzucht, sowie Über ©aller (füdd. Volksp.) hält es für ricktiger, bie Rege-
bie Verwendung künstlicher Dünger, I [Ung des Hausirwesens den Einzelstaaten zu überlassen. Das ganze
2) Sonntag den 15. März 1896, Nachmittags 2 Uhr, I Gesetz ze g «Tier CannntFrahäfehnhon
in öem Saale d.» H-.-n Wirih Th-iß zn W- ter«. un(£®m WiÄämu»6 ® *
Hain Über Errichtung einer Genossenschaftsmolkeret I Quentin (natl.) macht eine Reihe von Bedenken gegen
tinen Vortrag halten. die Vorlage geltend. Durch die Beschränkung des Detatlretsens
Zu diesen Vorträgen werden alle Landwirthe und Freunde würden u. A. die vielen auf daS Detailreisen angewiesenen kleinen . a i k» Mevhnv-,41 olnrtpTrthpn I Leinenwaaren-Geschäfte in seiner Ravensberger H-imath zu Gunsten
ttr Landwirthschaft hierdurch eingeladen. . der großen Versandtgeschäfte geschädigt, was doch dem Zwecke der
Die Herren Bürgermeister der obengenannten und benach' Vorlage^ gerade zuwiderlaufe.
barte» Gemeinden werden hierdurch ersucht, dies in den Nunmehr vertagt sich daS Haus.
tzemeinden zur öffentlichen Krnntniß bringen zu lassen und Morgen: Besprechung der vorgestrigen Erklärung des Reichs-
.st r-ch7 »ahlr-ich-n B-lnch der B-rsammlung hinznwirkeu. über d.- Wähenngdstage. Sodann W-lie-deralhun- d°r
Gießen, den 10. Februar 1896. "
Der Director deS landwirthschastlichen BezirkSvereinS. XUue^ie
Earl Jost, RegierungSrath i. P. I Wolffs telegraphffcheS Eorrefpondenz-Bureau.


