stellte de« Husar Rowold zur Beobachtung bei gegenüber- liegenden UfergelLndeS an der Brücke auf. Da kamen verschiedene Feinde auf der Brücke in Sicht und der Husar ließ fich verleiten, über die Brücke und mitten io davon Franzosen besetzte Saarbrücken hineinzureiteu. Daun stürzte der Mann, und da im Angesichte de- Feinde- war e- ein Schlossermeister Hermann, der dem Husaren wieder in den Sattel half. In Besorgniß um «einen Husaren ritt ich vor, da stürmt auch schon Nowald von Saarbrücken her im Galopp über die Brücke- derKalpak fliegt ihm an den Faugschnüreu nach, und wohl trunken vom Feinde-blute schreit er mir entgegen: Herr Lieutenant, ich hab' einen todtgeschosieu! Da ihm einige Feinde folgten, ritt ich vor, und da war eS, daß eS gelang, einige Franzosen gefangen zu nehmen. Aber nicht überall fand der Vorfall Beisttmmung. Der damalige Bürgermeister von St. Johann erschien in Besorgntß, daß die Franzosen den Zwischenfall zum Vorwand eine- feindlichen Vorgehen- gegen die Stadt nehmen könnten, und sagte zu mir: „Herr Lieutenant, wollen Sie die Feindseligkeiten eröffnen?" „Herr Bürgermeister, ich glaube, die find bereit- eröffnet." „Aber was wollen Sie eigentlich hier an der Brücke?" „Eigentlich nicht-, Herr Bürgermeister." „Herr Lieutenant, die Stadt könnte büßen müssen, wenn Sie die Feinde herau-fordern -
wollen Sie fich nicht lieber zurückziehen?" Ich fand die Befürchtung de- Bürgermeister- begründet und ritt mit «einen Leute« zur Feldwache zurück, die hart bei St. Johann fich befand.
• Der Zehnpfennig «-paral a« Fahrrad, da- ist die neueste Anwendung de- Automaten. Mau bezahlt die Rad- mierhe «it Nickeln, und wenn die entsprechende Zeit zu Ende ist, weigert fich da- Rad, dem stärksten WadeumuSkel zu« Trotz, weitere Folge zu leisten. WaS für Gefühle mögen die Brust eine- MietherS durchwogen, der zwar Geld genug, aber eben keinen Nickel besitzt, wenn er plötzlich gezwungen ist, die Maschine auf die Schulter zu packen und sie bi- zu« nächsten Dorfe zu tragen?
• Verunglückte Zurechtweisung. Gigerl: „Nun, Grethe, warum mustern Sie mich so?" Kellnerin: „Ach, Sie sehen dem Menschen, der mir gestern mit der Zeche durchgebranut ist, so sehr ähnlich!" Gigerl: „Verbitt ich mir, sehe über- Haupt keinem Menschen ähnlich!"
Literatur wnb Aunst.
— Die in Berlin erscheinende und von Dr. Georg Galland herausgegebene Zeitschrift „Die -tznetst-Halle" kommt, wie ihr wachsender Erfolg beweist, einem Bedürfnttz entgegen, das zuvor von allen Künstlern und Kunstfreunden lebhaft empfunden wurde. Der
Reichsmetropole, al« werdenden Kunststadt, ist damit endlich ,» Organ geschaffen, welche- ihr bi-her fehlte und da- durch fann vornehmen und gediegenen Inhalt berufen zu sein scheint tfa. führende Stellung im*Kunstleben einzunehmen. Da- Blatt welch«- 14tigig erscheint, bringt außer weNhvollen Aufsätzen anaesrbewf Auwren und einer Kuostbeilage fortgesetzt wichtige Anreguogm f* die schaffenden Kräfte, sowie au- den Hauptottm Europa- IsufmK Kunst berichte, die ein BUd der heutigen Kunstbewegung geben iK» abonntrt auf die .Kunst-Hall«-, welche wtt unseren Lesern, tu fS für die bildenden Künste und da- Kunstgewerb« tnlerelnren empfehlen können, zum Preise von 2 Mk. pro Quartal bei'-L« Postämtern und Buchhandlungen.
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Alice-Fchule in Gießen.
Beginn des Winter-Semesters am 13. Oktober. Aufnahme der Schülerinnen am 12. October, 10 Uhr.
Auszug aus dem Unterrichtsprogramm:
1. Klasse: Englische und französische Conversation, Bügeln, weibliche Handarbeiten; 10 Wochen; 50 Mk.
2. Klasse: Hand- und Maschinennähen, Sticken u. s. w., Bügeln, oder Kleidermachen und Bügeln; 10 Wochen; 20 Mk.
3. Klasse: Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißsticken, Fach- und Freihandzeichnen; 10 Wochen; 15 Mk.
Ausführliche Einzeleurse:
bmonatliche Curse für Lehrerinnen (40 Mk.), im Weißnähen oder Kleidermachen (30 Mk.), im Sticken (12 Mk.).
2t/zmonatliche Curse im Bügeln oder Kunstwaschen (12 Mk.), in französischer und englischer Conversation (je 20 Mk.), Kochcursus (50, Vormittage 36 Mk.).
Gedruckte Programme sind durch den Vorstand oder die Oberlehrerin, Fräulein Möser, erhältlich._________________________7898
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2) für die Wasserstation in Hungen: 5,60 m lang, 2,30 m breit, 2,00 m hoch und mit 10 mm Wandstärke, soll im Ganzen oder nach vorstehmden Stationen getrennt öffentlich verdungen werden.
Die Zeichnungen, Gewichtsberechnungen und Bedingungen sind im Bureauzimmer Rr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gi' ßen (Franksurterstraße 64) einzusehen, woselbst die Verdingungsanschlag-Formu- lare und auf Wunsch die Bedingungen oder Theile derselben, auch die Gewickts- berechnungen gegen Entrichtung von 10 H für jeden Actenbogen, bezw. für jedes Actenblatt, sowie die Zeichnungen gegen Bezahlung von 30 H für diejenige des kleineren und 50 H für diejenige des größeren Reservoirs abgegeben werden-
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Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis »um EröffnungS, Termin Montag de« 19. Oktober d. I., Vor. mittags 11 Uhr, einzureichen.
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