haus der uuderheiratheteu Fabrikarbeiter und mehrere Colonien. Um 3 Uhr fand in der Villa Hügel ein Diner zu 40 Gedecken statt. Prinz Heinrich besichtigte später das Krupp'i'che Gußstahlwerk. Abends nahm die Kaiserin und Prinz Heinrich an einer kleinen Tafel in der Billa Hügel theil, nach welcher ein Feuerwerk tu der Nähe der Villa abgebrannt wurde. Die Kaiserin fuhr um 10’/i Uhr nach WilhelmShöhe, Prinz Heinrich gegen Mitternacht nach Kiel.
Leipzig. 9. August. Die „Leipz. N. Nachr." melden aus Hamburg. DeS Fürsten Bismarcks Befinden ließ in den letzten Tagen zu wünschen übrig. Gleichwohl empfing der Fürst gestern die Söhne des Prtuzregenteu von Braunschweig und begleitete sie bei der Abfahrt an den Zug, so daß zu ernsten Befürchtungen kein Anlaß vorliegt. Professor Schwentnger ist anwesend.
Dresden. 9. August. Wegen Verbreitung revolutionärer Schriften wurde der Anarchist Buchbinder Kohl verhaftet.
vrüx. 9. August. Im Einbruchsterrain scheint Stillstand eingetreten zu sein. Weitere Häusereinstürze find nicht erfolgt, auch wurden keine neuen Erdrisse wahrgenommen. Auf der Ausfig'Teplttzer Bahn find die Verkehrsstörungen beseitigt.
Nom, 9. August. General Baldtssera übernahm wieder das Commando in Afrika.
Genua, 9. August. Zwischen deutschen und italienischen Arbeitern kam es im hiesigen Hafengebiete verschiedentlich zu heftigen Zusammenstößen, wobei über zwanzig Personen durch Messerstiche schwer verwundet wurden. Die Streitigkeiten find auf Concurrenzverhältniffe zurückzuführen.
Parts, 9. August. Der „GauloiS" meldet, ein am 14. d. MrS. abzuhalteuder Ministerrath werde beschließen, den Besuch des Czar en in Frankreich osfictell zu verkünden. — Der „Figaro" beantragt, die französische Presse wolle unter sich eine Subscriptton zu 10 Francs per Blatt eröffnen, um dem Czareu ein Andenken au die französische Presse zu stiften. Da Frankreich 2500 Blätter zähle, würde die Summe zu einem würdigen Geschenk hinreichen. — Der „Nord" veröffentlicht eine Petersburger Correspondenz, worin eS heißt, der Czar werde demnächst Höflichkeitsbesuche machen, welche Herrscher unter einander schuldig find. Indem er Faure besuche, wolle er der Welt den Beweis geben, daß er für Frankreich große Freundschaft hege.
Athen, 9. August. Die in den kretenfischen Gewäffern liegenden französischen Kriegsschiffe erhielten Befehl, sämmtltche Christen auf Kreta zu schützen.
Berlin, 10. August. Das „Kleine Journal" meldet auS Athen: In der Samstag Nacht verließen neun Lieutenants und zwanzig Unteroff'ziere der Athener Garnison mit ihren Waffen die Stadt und dampften auf Auem besonderen kleinen Dampfer nach Kreta. Die Nachricht erregt in allen Kreisen große Aufregung. ES wurde sofort ein Dampfer zur Verfolgung der Deserteure klar gemacht- die Blätter verurtheilen einstimmig diese That. Die deserttrteu Offiziere stammen meist auS den besten Familien des Landes. Die offtciöse „Proia" sagt, die Regierung werde jedes Mittel zur Bestrafung der Schuldigen ergreifen.
Essen a. Ruhr, 10. August. Gestern Vormittag 10 Uhr entgleisten auf dem Bahnhof Steeb mehrere Personenwagen. Dieselben stürzten um. Mehrere Personen wurden unerheblich verletzt.
Essen a. Ruhr, 10. August. Gestern Vormittag 108/t Uhr wurde ein Streckenbeamter in der Nähe von Essen Don einem Personenzuge überfahren. Derselbe war sofort tobt.
Essen a. Ruhr, 10. August. Gestern Nachmittag 4*/, Uhr stießen auf dem hiesigen Bahnhofe zwei Personeuzüge zusammen. Die eine Locomotive sowie ein Personenwagen wurden beschädigt. Neun Personen sind leicht, eine schwer verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend.
Rom, 10. August. AuS Perun wird telegraphirt, daß der holländische Dampfer „Dailwyck" mit einer großen Menge Waffen und Munition an Bord von dem italienischen Kreuzer „Aetna" elf Meilen von der afrikanischen Küste entfernt beschlagnahmt worden sei. „Dailwyck" wurde von dem italienischen Kreuzer „Arethusa" nach Massauah begleitet.
Paris, 10. August. „Memorial dtplomatique" meldet, 20 russische Offiziere seien als Instructeure in die coreanische Armee eingetreten.
Madrid, 10. August. Der KrtegSmintster erklärte, er werde demnächst den CorteS ein Gesetzproject, betreffend die Einführung der allgemetuenWehrpfltcht, vorlegen.
Madrid, 10. August. In dem Hause deS Republikaners vr. Toledo wurden bet einer Haussuchung zahlreiche Briefe in englischer Sprache beschlagnahmt, ebenso ein Chekbuch mit Empfangsbescheinigungen über bedeutende Summen.
WB. Schlettftadt, 10. August. ReichStagS-Ersatz- wahl. Endgiltiges Wahlresultat: SpieS (kathol. Volkspartei) 8150, Göhlmann (Hospitant, cons.) 5237 Stimmen. SPteS ist somit gewählt.
CocaU» unb protHniklkf»
Gießen, den 10. August.
Dieustnachrichteu. Seine König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. l. M. den Steuercommiffär des SteuercommissariatS Ober-Ingelheim vr. Franz Knell in gleicher Dieusteigenschaft in das Steuer- commissariat Friedberg zu versetzen. — An demselben Tage den Stationsvorsteher bei den Oberhesfischen Eisenbahnen Kar! Lenz in Großen-Buseck auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. September d. I. an in den Ruhestand zu versetzen.
•* Zustizdieuftnachrtcht. Mit Rücksicht auf die'durch die Vorarbeiten für die Einführung deS Bürgerlichen Gesetzbuchs etntreteude Vermehrung der Geschäfte der obersten Justiz
Verwaltung ist durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz vom 7. d. M. der Großh. LaudgerichtSrath Dr. Best in Darmstadt beauftragt worden, vom 15. k. M. an bis auf weiteres die erforderliche Aushilfe bet Großh. Mtutftertnm der Justiz zu leisten.
Eisenbahnbeirath. Am vergangenen Donnerstag fand tu Darmstadt die 31. Sitzung des EisenbahnbetratheS statt. Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte lt. „Drmst. Tgl. Anz." der Vorsitzende der seit der letzten Tagung zum Abschluß gelaugten Verstaatlichung der Hessischen Ludwigs- bahn, sowie des StaatSvertrageS mit Preußen über die gemeinschaftliche Verwaltung des beiderseitigen EisenbahnbesitzeS. Nach Darlegung der für die Großh. Regierung bet der Verstaatlichung leitend gewesenen Gesichtspunkte sprach der Vorsitzende die feste Zuversicht auS, daß diese folgenschwere Aenderung in der Organisation deS hessischen Eisenbahnwesens uicht allein ein günstiges Einnahweergebniß liefern, sondern auch von segensreicher Wirkung für den öffentlichen Verkehr und die volkswtrthschafttichen Interessen des Landes sein werde. Sodann theilte der Vorsitzende mit, daß nach Inkrafttreten des StaatSvertrageS für die Directionen Mainz und Frankfurt ein gemeinschaftlicher Bezlrkseiseubahnrath gebildet, die heutige Sitzung daher voraussichtlich, wenn nicht die letzte, so doch die vorletzte in Darmstadt sein werde. — Hierauf wurde tu die Tagesordnung eingetreten. Die Verhandlungen erstreckten sich zunächst auf die W i u t e r f a h r - pläne 1 89 6/9 7 der Oberhesfischen Eisenbahnen, der Matn-Neckar-Etsenbahn und der unter ihrer Bernvitung stehenden Großh. Hessischen Nebenbahnen Eberstadt—Mung- stadt, Bickenbach—Seehetm und Weinheim—Fürth, fotore der Hessischen LudwigSbahn, der hessischen Nebenbahnen der süddeutschen Eiseubahngesellschaft und der hessischen Strecken deS Köntgl. Preußischen EisenbahndtrectiouSbezirkS Frankfurt a. M. Hierzu wurden von einigen Mitgliedern eine Reihe von Wünschen geäußert und von der Großh. Regierung, bezw. den Vertretern der betheiligteu Bahnen zur weiteren Erwägung vorgemerkt. Der Vertreter der Handelskammer Gießen stellte wiederholt den Antrag, SonntagSbillette von Gießen nach der Provinz aufzulegeu, da eS als ein Mißstand empfunden werde, daß solche nur von verschiedenen Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen nach Gießen auSgegeben würden. Auch die Gewährung von Freigepäck auf Rückfahrkarten und die freie Beförderung von Fahrrädern wird von dem erwähnten Vertreter wiederholt in Anregnng gebracht. Ferner brachte der Vertreter der Handelskammer Worms für den Sommerfahrplan 1897 im Interesse der SonutagSausflügler den Wunsch vor, von Worms an den Sonntagen einen directen Zug zwischen den Zügen 220 und 223 nach BenSheim zu fahren und ebenso deS Abends einen solchen von Bensheim zwischen den um 6 Uhr 45 Min. und 9 Uhr 50 Min. Abends liegenden Zügen nach Worms abzulaffen, wodurch sich der Verkehr auf dieser Strecke bedeutend heben werde. Der Vorsitzende sagt Erwägung Seitens der Großherzogl. Regierung zu. Der Schluß der Sitzung erfolgte um IP/4 Uhr.
** Das Zugendfest des Turnvereins, mit welchem dessen 50jährtge Jubelfeier, vorbehaltlich einer noch zu veranstaltenden Nachfeier, gestern ihren Abschluß finden sollte, konnte leider wegen des ungünstigen Wetters (es regnete genau so anhaltend wie am vorigen Sonntag) nicht abgehalten werden. Trotzdem hatten sich im Philosophenwald Vergnügungslustige eingefunden, die sich die Zett mit Carousselfahren, Schießen ufw. vertrieben. Das Fest soll nun heute in der programmmäßigen Weise stattfinden.
•* Gießener Säugeroereinigung. Am 7. d. Mts. beschloß der Ausschuß genannter Vereinigung, um den Bund noch sester zu machen und eine schnellere mufikalische Schlagfertigkeit zu erzielen, von jetzt ab regelmäßige gemeinschaftliche Uebungen zu veranstalten und zwar vorläufig einmal im Monat. Weiter soll ein Anschluß an den großen deutschen Sängerbund angestrebt und Statuten verfaßt werden, worin die Rechte und Pflichten der Einzeloereine der Vereinigung gegenüber feftgelegt werden sollen. Zur Schaffung einer Kaffe für nothwendige Verwaltungsausgaben wirb ein bescheidener Beitrag pro rata der Mitglieder der Vereine erhoben werden. Jrn Anschluß hieran theilen wir mit, daß der BundeSverein „Lieder- kranz" im nächsten Jahre sein 60. Stiftungsfest feiern kann, zu welchem Zweck jetzt schon Vorbereitungen getroffen werden, um daS Fest in würdigster Weise begehen zu können.
** Militärisches. Am Samstag fand baß Preiswettschwimmen berSchwimmlehrer u n d M a n n sch asten, bie am Schwimmunterricht theil genommen hatten, statt. Von ben Schwimmlehrern erhielt Sergeant Fischer (14. Comp.) ben 1., Gefreiter Zimmermann (3. Comp.) ben 2., Sergeant Heiner (13. Comp.) ben 3. Preis. An bie Mannschaften würben 14 kleinere Preise vertheilt. An baS Schwimmen schloß sich eine Taucherübung nach Eiern, wobei eS recht heiter zuging.
f Nidda, 9. August. Dem Vernehmen nach hatte die Mehrzahl der bei unserer Wasserleitung beschäftigten Arbeiter vorgestern eine Arbeitseinstellung erklärt, jedoch sei der Strike durch Verständigung mit der Betriebsleitung alsbald wieder beseitigt worden. — Die gestrige Probe der WaffertriebS- kraft auf dem Marktplätze fiel sehr günstig für daS LeituugS- werk aus. — Auf einen mit event. erheblichen Nachtheilen verbundenen Mißstand bei dem Dreschen mit der Dampfmaschine sei hier hingewiesen. In vielen Orten pflegt man den Dreschwagen in oder nahe bet die Scheuer, die Locomobile aber in den Hofraum zu stellen, während daS leere Stroh, wenn eS nicht gleich in der Scheuer untergebracht werden kann, außen in hohe Haufen aufgeschichtet wird. Wie leicht kann hierbei trotz aller Vorkehrungen ein Funken auS der Locomobile nach dem Stroh oder in ein benachbartes Gebäude fliegen und über Nacht das größte Braudunglück entstehen, in welchem Falle die Feuerverfiche- tungs Gesellschaften keine Entschädigung gewähren, wenn bet
Abschluß der Affecurranz erklärt wurde, tu der Hofratthe sei ein feuergefährlicher Betrieb nicht vorhanden.
§§ Grebenhain, 8. August. Heute gewahrte ein hiesiger Jagddefitzer während dem Kornschneiden einen Edelhirsch, Zwölf-Ender, an ihm vorbei jagend- er hatte nichts Eiligeres zu thun, als nach HauS zu „springen- und seine Flmte, auch noch bie anberen hiesigen Jagbpächter mit zu bringe, nnb bem Hirsch nachzueilen, welcher jeboch nicht mehr anzn- treffen war, sonbern über Bannerob in bet Richtung nach Fulba zu seinen Weg fortfetzte. ES soll ein prachtvolles Wilb gewesen und jedenfalls einem in der Umgegend btftnb» lichen Park entsprungen sein.
△ Mainz, 9. August. Seitens der Verwaltung der Nassauischen Eisenbahnverwaltung ist sämmtlichen Inhabern der um ben Bahnhof in Kastel herum gelegenen Holz, unb Kohlenlagerplätze gekündigt worden unb müfitn bie Plätze in kurzer Frist geräumt fein. Da burch btt Festungsgürtel bie Raumverhältvisse in Kastel sehr beschränk sind, sind die von der Kündigung betroffenen Holz- unb Kohlenfirmen, welche fämmtlich neben großen Lagern auch ziemlich kostspielige Magazinräume auf den Plätzen haben, ti große Verlegenheit gesetzt, zumal auch außerhalb dem Festung»- bereich, nur sehr schwer, geeignetes Gelände zu haben ist. So hat man beispielsweise einer Holzfirma für ein von ihr als Lagerplatz in Aussicht genommenes Gelände an der Kost- Heimer Chaussee nicht weniger als Mk. 120,000 gefordert. Was mit dem Terrain der gegenwärtigen Lagerplätze bezweckt wirb, darüber herrscht noch tiefes Schweigen. Nach der einen Version, die nach Lage der Verhältnisse am glaubwürdigsten erscheint, sollen die sehr beschränkten Bahn- unb Hafenanlagen in Kaste! eine Erweiterung erfahren unb be- sonberS bie Auslabestellen für Großholz unb Kohlen geänbtrt werden. Nach einer zweiten Version soll daS Terrain zu militärischen Zwecken erforderlich sein und Lagerhäuser für bie Pioniere darauf errichtet werden.
Heppenheim a. d. v., 6. August. Die Gurken sind int Preise auf 20 Pfg. für 105 Stücke gesunken. Dabei können die Landwirthe ihren überreichen Gurkensegen nicht einmal ganz verwerthen, weil sich für denselben keine Käufer finden wollen. Ganze Ladungen werden von ben wenigen Händlern zurückgewiesen. Auch in Horchheim und im Rieb find die Gurken für Spottpreise erhältlich. Drmst. Ztg.
Vevsnischter.
* Berlin, 8. August. Auf der Rennbahn zu Halensee wurde heute der Kamps um die Nieberradmeifter- schäft füc Europa, über 100 Kilometer, auSgefochten. Zwölf der besten Radfahrer Europas betheiligteu fich daran. AIS erster Preis waren 1000 Mk. baar und ein Ehrenpreis ie Werthe von 1000 Mk. angesetzt. LeSna Paris tarn in 2 Stunden 21 Min. 16 Sec. als Erster ans Ziel.
* Coblenz, 8. August. Auf der Station Weißenthurm ließ sich ein Commis durch einen Eisenbahnzug ben Kopf abfahren. Das Motiv des Selbstmordes ist in Unterschlagungen zu suchen.
* Halle a. d. S., 8. August. Der Bundestag der Radfahrer beschloß, den nächstjährigen Bundestag in Bremen abzuhalten.
* Schneidemuhl, 5. August. Die fortdauernde Hetze der polnischen Blätter zeitigt ihre Früchte. Herr v. (Solberg wurde auf seinem Gute Wartenberg, als er einen polnischen Arbeiter wegen Trägheit tadelte, von dem Gescholtenen überfallen. Andere Polen stürzten mit Sensen und Dunggabeln auf ihren Brotherrn loS, der sich flüchten mußte. Die Polen lärmten noch geraume Zeit auf dem GulShofr. Wiederholt schrieen sie: Nieder mit den Deutschen!
* veuthen (Oberschlefien), 8. August. Der Mörder Klakus, den baß hiesige Schwurgericht wegen Etmotdmt- seiner Geliebten zum Tobe verurtheilt hatte, ist vom Kaiser zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnabigt worben.
* Falkenberg (Oberschlesien), 8. August. Auf der Försterei Ruttka bei Tillowitz erschoß der Hilfsförster Bauch seine Geliebte, bie unverehelichte Reimann. Bei der Verhastung machte er einen Selbstmordversuch. Der Grund zur That ist unbekannt.
• Ans Westpreußeu, 6. August. In Marienburg haben zwei junge Arbeiter ein in der Nogat badendes Mädchen Überfällen, vergewaltigt unb ertränkt. Einer bet Verbrecher ist bereits verhaftet.
• Der berühmte Philologe SmU Egger, bet im Jahre 1885 in Paris starb, war einer der g efürcht etsten Examinatoren unb so erhielte er eines TageS den Besuch einer Dame, bie ihn barauf aufmerksam machte, baß ihr Sohn ungemein schüchtern fei. Egget versprach, biesem Umstande Rechnung zu tragen und sagte bei der Prüfung za dem Examinanden, bevor er seine Fragen stellte: „Darf ich Sie um freundliche Auskunft bitten, Herr Candidat, in welchen Fächern Sie am schüchternsten find?"
Pari», 8. August. In Grenoble erregt der Selbstmord des 100jährigen Nazicarb Aufsehen, welcher sich ertränkte.
Warschau, 8. August. Die Stabt Szezebtzh« (Gouvernement Minsk) brannte gestern völlig nieder. Acht Personen finb verbrannt, 3000 Menschen finb obdachlos. Die Stadt wurde an allen Ecken angezünbet.
* Auch ei« „Senior". Der älteste Verbrecher beS preußischen Staates, ber Vergolbet Zoll, ist jetzt wieder wegen schweren Diebstahls in Untersuchungshaft genommei worden. 64 Iahte befindet fich heute der Senior ber Brr- brecherzunft mit nur ganz kurzen Unterbrechungen hinter Schloß und Riegel. Im Jahre 1832 machte er zum ersten Mal als zehnjähriger Knabe die Bekanntschaft mit bem ®t' fängniß. Jetzt bürste er sichet zum letzten Mal bie Freiheit verloren haben, ba er eine 15 jährige Zuchthausstrafe zu erwarten hat unb bereits gebrechlich unb asthmatisch krank ist.
e Was ei« Storch al s verzehrt, barübet senbet ein Freunb dem „Volk" folgeuben Beitrag: „Ich bekam am


