Ausgabe 
11.3.1896 Erstes Blatt
 
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KrrlSrvhe, 9. März. Au» alle« Theilen Mittelbadens und des Oberlandes werden infolge anhaltenden Regens und der Schneeschmelze im Schwarzwaloe große Ueber« schwemmungen gemeldet. Vielfach wurden Straßen auf- gerisieu, Dämme durchbrochen und Brücken abgerissen; auch Häuser find eingestürzt. Zahlreiche Eisenbahn Dammbrüche find erfolgt, so daß bis jetzt auf fieben Bahnstrecken der Verkehr unterbrochen ist. Der Verkehr auf der Strecke Offenburg-Diuglingrn ist auf mehrere Tage gänzlich eingestellt. Der Schaden ist enorm.

Karlsruhe. 9. März. Aus Freiburg wird großes Hochwasfer gemeldet. Zwei Brücken wurden abgertffen. Der Bahnverkehr nach Waldkirch und Breisach ist unterbrocheu. Feuerwehr und Militär wurde alarmirt. Weite Streckeu stehen unter Wafier.

Karlsruhe. 9. März. Der Minister des Innern wird sich in das UeberschwemmungSgebiet begeben. Der Landtag hat sich infolge der Ueberschwemmuogen bis auf Mtttwocb vertagt.

Karlsruhe. 9. März. In dem Ludwig Wilhelrn-Kranken- heim ermordete ein Italiener Namens Tallarini eine Krankenschwester und daun sich.

München. 9. März. Heute Nacht wurde vor dem Löwenbräu-Keller ein Einjährig-Freiwilliger vom Train­bataillon, ein Forst-Candidat, nach kurzem Wortwechsel von einem Studenten erstochen.

München. 9. März. AuS Nürnberg wird daS Steigen der Pegnitz und Hochwasser gemeldet. Nach Nach­richten auS Bamberg ist der Main um 2 Meter gestiegen.

Wieu. 9. März. Seit Nachts herrscht hier ein colossaler Schneefall. Derselbe verursachte vielfach Störungen und Unfälle. Sämmtliche Telegraphen- und Telephonltuien find unterbrochen.

Graz. 9. März. In der Papierfabrik von Gratwein stellten wegen Maßregelung eines Arbeiters sämmtliche 1300 Arbeiter die Arbeit ein.

Reichenberg (Böhmen), 9 März. Ein Ausstand fämmtlicher Textilarbeiter wird hier, sowie in Warnsdorf und Brünn vorbereitet. Es wird eine zehnstündige Arbeits­zeit verlangt. Dieser Forderung gegenüber verhalten fich die Fabrikanten ablehnend.

Rom, 9. März. In Neapel liegen 50,000 Ge wehre zur Absendung nach Massauah bereit.

Paris. 9. März. Der heute Abend erfolgende Besuch deS Prinzen von Wales bet Faure trägt keinen offi ctellen Character.

Paris. 9. März. DemRappel" zufolge wird in Rom in gewissen Kreisen auf eine Abdankung deS Königs Humbert zu Gunsten des Prinzen von Neapel hingearbeitet.

B. Mainz. 10. März. Die Wasserstands Nach­richten lauten sehr beunruhigend. Vom ganzen Oberrhein wird starkes Steigen gemeldet. Auch hier steigt das Wafier.

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CocoUs tint prot>tajiclles.

Sieben, 10. März 1896.

AuS dem Gerichtsdienste. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 7. März den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach Karl Rudolf Beiöler zum Oberamtsrichter bei dem Amts­gericht Michelstadt mit Wirkung vom Dienstantritt seines Dienstnachfolgers an zu ernennen.

OrdenSverleihnng. Se. Maj. der Kaiser hat dem Bicefeldwebel Lapp im Jnfanterie-Regimenr Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess. Nr. 116) die Erlaubniß zur Anlegung der ihm verliehenen Großh. Sächs. silbernen Verdienstmedaille ertheilt.

** Tagesordnung für die Sitznug der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag, den 12. März 1896, Nachmittags 3</a Uhr pünktlich- nötigenfalls auch Freitag, den 13. März, Nachmittags. 1. Gesuch des Julius Wellhöfer um pachtweise Ueberlafiung eines Holz­lagerplatzes am Stadtbach in der Nähe der Murktlauben. 2. Gesuch des Georg Brvmer um Erlaubniß zur Errichtung einer Backsteinbrennerei am Riegelpfad. 3. Die Ortsfeuer' löschordnung, hier: die Pflichtfeuerwehr. 4. Berathung deS Voranschlags der Stadt Gießen für 1896/97.

Schuldienst-Nachrichten. Am 18. Januar wurde dem Schullehrer Moritz Repp zu Weickart-Hain die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Oppenrod, Kreis Gießen, übertragen- am 12. Februar wurde dem Schullehrer Albert Boßler zu Queckborn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Linden, Kreis Gießen, mit Wirkung vom 1. Mai an, übertragen- an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Ulenburg und Büdingen auf die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen präsentirte SchulamtSaSpirant Wilhelm Kämmerer aus Altheim für diese Stelle bestätigt- am 15. Februar wurde dem Schullehrer Heinrich Seipp zu Angenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hattenrod, Kreis (Siefeen, an demselben Tage wurde dem Schullehrer August Braun zu Hattenrod eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Angenrod. Kreis Alsfeld, am 22. Februar wurde der Schulverwalterin an der Erweiterten Volksschule für Mädchen zu Butzbach Johanna Göckel eine Lehrerinneu­stelle an dieser Schule übertragen.

G.Kth. Kirchenmufikalische Aufführungen. In rascher Aufeinanderfolge haben in unserer JohanurSkirche zwei kirche nmusikalischc Aufführungen stattgefunden, welche sich deS warmen JnterefieS der Freunde edler und stylgerechter Kirchenmusik erfreuen durften. Die erste dieser Aufführungen trug den Character eines historischen ConcertS. Sie bildete den Abschluß einer in diesem Wintersemester von Herrn Profefior Dr. Köstlin an unserer Hochschule ge­haltenen (öffentlichen) Vorlesung über die Geschickte der Kirchenmusik und gab in gewählter Stückfolge einen lieber»

blick über die Entwickelung der Kirchenmusik von deren erste« Aufblühen in der das 16. Jahrhundert beherrschenden zweiten niederländischen Tonschule (Josquin de Prea, Orlandus Laasua) bis zur Gegenwart (Grell). Daß dieser Ueberbl'ck nur die hervorragendsten Weudepunkre markiren konnte, be­greift sich leicht daraus, daß die Umstände dazu nöthigten, sich auf eine Vorführung zu beschränken. Dieselbe stellte naturgemäß au die Au-Führenden, sowohl waS die Ausdauer der Stimme, als waS daS technische Können betrifft, nicht gewöhnliche Anforderungen, da eS galt, daS ganze Programm a capella zu bewältigen, und in kurzem Zeitraum den ver- schiedensten Stylsormen gerecht zu werden. Der au- dem Schülerkreise unsrer verehrten Gesangslehrerin Fräulein Meta Buff gebildete Chor hat seiner Schule alle Ehre gemacht, und, soweit wir zu urtheileu berechtigt find, den an einen gewählten Chor zu stellenden Anforderungen nach Stimmklang. Präcision deS Einsatzes, Vortrag und Ausdauer in vollem Maße entsprochen, wofür ihm an dieser Stelle auch öffentlich der Dank ausgesprochen sei. Da den Besuchern des Concerts ein mit auSsührlichen Erläuterungen auS- gestatteres Programm in die Hand gegeben war, glauben wir hier auf die einzelnen Stücke nicht mehr eingehen zu sollen. Die Aufführung war von Orgelvorträgrn deS Herrn Organisten der JohavneSkirche, Lehrer Trautmann (An­dante, Recitativ auS Mendelssohns Orgel Sonate in F-dur) umrahmt und in der Mitte zwischen beiden Abtheilungen durch den Vortrag zweier Btolincompofitionen von Corelli und Tarttni unterbrochen, die eines tiefen Eindrucks nickt verfehlten (Herr Prof. Dr. Krüger). Die zweite Aufführung am 5. März brachte dieHistoria des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands Jesu Christi nach dem Evangelisten Matthäus," von Hemrick Schütz. Das Werk ist nicht zum ersten Male vor die hi-sige Gemeinde getreten. Derselbe Meister, der da, wo nicht die Rücksicht auf daS kirchliche Herkommen, und aus den liturgischen Character deS Werkes ihm Schranken auf er legt, fich als einen Herrscher über die Ausdruck-mittel seiner Zeit erweist, zwingt sich in den 4 Passionen, die er geschaffen har, zur denkbar größten Einfachheit in Anwendung von äußeren Mitteln. Der Evangelist trägt ursprünglich ohne jede Begleitung vor (die Orgelbcgleuung ist erst von unserem Kirchenmufikmelster Arnold Mendelssohn in Darmstadt hinzu­gefügt worden). Und doch: welche Kraft deS Ausdrucks, welche Feinheit der psychologischen Nachzeichnung der hl. Worte liegt in diesen einfachen melodischen Flexionen! Und welche Kraft der dramatischen Verlebendigung in den Chören, in den Reden und Gegenreden der handelnden Personen! Man würde nicht denken, daß es da» Werk einte 81 jährigen Greises ist. das da vor uns tritt! Die Aufführung war eine erfreuende. Herr Hör mann brachte den Erzähler in würdiger Weise zur Geltung, Herr A. Müller ist un­längst als einer der besten Interpreten des Schütz'schen Jesus bekannt. Auch die Kräfte deS Vereins, welche die kleineren Rollen übernommen hatten, fügten fich in dankenswenher Weise ein, und der Chor wurde seiner Aufgabe in tüchtiger Weise gerecht. Nur bedauerten wir, daß der Besuch der Aufführung ein der Bedeutung deS Werks keineswegs ent- sprechender war. Im Schiff der Kirche luden die leeren Bänke noch viele Andächtige ein. Oder sollte unser musikalisches Publikum vielleicht diese Plätze zum Hören die Besten meiden, weil man den Aufführenden den Rücken kehrt? Wir können es kaum glauben. Denn die Musik soll man in erster Linie doch mit dem Ohr, nicht mit dem Auge auf- nehmen. In Bayreuth entzteht man im Interesse der musikalischen Wirkung den Anblick deS Orchester- und derwehsawen Bewegungen" (Rich. Wagner) deS Dirigenten dem Publikum, sollten wir hier darauf so viel Werth legen? Wir hoffen, daß, wenn demnächst da- Werk in gottes dienstlichen Rahmen wiederholt wird, die Gemeinde fich in stattlicher Zahl einsinde und die Bemühungen ihres Kirchen- chors lohne.

* AlpenvereinSanSflug. Am Sonntag den 8. März wurde die vorletzte Tour des Winterprogramms des deutsch- österreichischen AlpenvereinS, für welche die Route Sich- Laubach-Grünberg gewählt war, unter der stattlichen Be­theiligung von 25 Herren auSgeführt. Um 81/* Uhr ward vom LudwigSplatz trotz bewölktem Himmel zuversichtlich auf- gebrochen, da man ja gegen den Umschlag der Witterung durch die bewährte Lodenausrüstung genügend gefichert war. So ging eS denn getrost und rüstig in zwanglosen Gruppen auf dem bekannten abwechslungsreichen Wege über Stein­bach gen Lich, wo nach Ankunft um 11 Uhr eine kürzere Rast imHolländischen Hof" zu ersehntem Imbiß gehalten wurde. Auch fand sich noch Zeit für eine gelungene Gruppen-Auf­nahme mit der Sicher Kirche im Hintergründe. Da eS für diese Jahreszeit wenig geboten schien, auf unqualificirbaren Seitenwegen die Tour zu kürzen, blieben wir auch von Lich au» auf der bequemen Fahrstraße, die hier über die Orte Bessingen, Münster und Wetterfeld gen Laubach in weitem, flachen Thale führt. Bei letzterem Orte Wetterseld mit seinem ominösen Namen meldeten fich die ersten Regentropfen als Vorboten eine» bald stärker herannahenden Unwetter». Anfangs wenig beachtet und kühl empfangen, ja sogar von einem Salontyroler Hute, der schon die Kölner Faschingszeit glücklich überstanden, keck mit Spielmannsfeder herauSgesordert, hielt dieser wäfierige Erguß um so intensiver für den Rest des Tage» als aufdringlicher Reisebegleiter beharrlich aus. WaS war zu thun? Hier hieß eS mit kalt lächelndem Be­dauern über feine hartnäckige Beharrlichkeit durch eine längere Sitzung imSchützenhofe" zu Laubach (von 2 bis 4V, Uhr) fich solidarisch zu verpachten, diesem lästigen Ge- sellen in einmüthiger Stimmung Trotz zu bieten. Und so ging e» im sicheren Gefühl absoluter Wurstigkeit weiter über Berg und Thal durch Lauter nach nochmaliger l'/^stündiger Wanderung gen Grünberg, da» un» schließlich tn seinen

ehr ersehnten Abschluß diese» Ausflug», der im Uebrigen in seinem Hauptzweck, eine tüchttge Fußwanderung au-zu- ühren, durchaus gelungen war. Um 9 Uhr 25 Minuten ging e« mit dem sahrplanmäßigen Zuge gen Gießen zurück.

Schlierfee'r Cinerutbeater. Am Sonntag ging da» Haberfeidtreiben über die Bretter, am Montag die Schlußvorstellung, der Herrg ottschnitzer von Ammer- g au. Erstere» Stück ist ein echtes SountagSstück m t lebet«- warmen Szenen, aber auch mit kräftigen, fehr kräftigen Accenten. Warum die Regie den Dichter beim Schluß coxri- girte, ist uns nicht recht verständlich. Da» Habern gehört dem Dichter nach in den zweiten Act, durch da» Verlegen dieser Szene verliert der eigentliche Schluß, die packende Liede»szene zwischen Cenzl und Hansel an Eindruck und raubt den beiden trefflichen Darstellern den wohl verdienten Applaus. Dcn Schluß machte da» ewig zugkräftige Volk»stück, der Herrgottschnitzer, welches zweifellos von allen ähnlichen Commödien die interessanteste ist. Auch diesmal bewährte da» Stück seine alte Zugkraft- wegen überfülltem Haufe mußten Biele an der Kaffe abgewiesen werden. Au beiden Abenden wurde vortrefflich gespielt, und mit einer Frische, die nicht ahnen ließ, daß seit September vorigen Jahre» kaum ein Abend im Monat paufirt wurde. Unsere An­sicht über die Bedeutung der Schliersee r Aufführungen haben wir bereit» bei früherer Gelegenheit ausgesprochen, wir find heute noch derselben Meinung und glauben, daß die beste Schauspielergesellschast vor den Schliersee'rn, im gleichen Genre, die Waffen strecken muß. Den braven Bauen - künstlern rufen wir unter herzlichen Danke-worteu einauf Wiederleh n" zu.

** Billardkuustler. Wir hatten gestern Gelegenheit, den Billardkünstler T'iS-me.Edto in einer Privatvorstellung bewundern zu können. Die Leistungen de» Herrn sind wirklich großartig. Wir wollen daher auch an dieser Stelle den Besuch der heute Abend im Kaiserhof ftattfujbenben Vorstellung empfehlen.

Zn größter Gefahr schwebten gestern Abend einige Passanten der MäuSburg, denen ein Fensterflügel vom 4. Stock eine« Hause» herunter blrect vor die Füße fiel.

* Frühlingsbote. Im herrschasrlichen Walde rour.e gestern Abend die erste Schnepfe tn diesem Frühjahr erlegt.

* Unfallverhutungsvorschrifteu für da? Baugewerbe. Gestern fanden im Rcstaurant Feidel zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Berathungen statt über für da» Ba gewerbe zu erlaffende Unfallverhütung-Vorschriften.

* 6g hat ihm nicht preffirt. Beim RekrutenauShebungS' geschäfte tn Seligenstadt wurde der 22jährige Schmiede- geselle Friedrich Schwenk au» Michelstadt verhafte und sofort dem 115. Infanterie » Regiment in Darmstadt als unsicherer H eer eSp slichtig e r zugeführt. Der Bursche hätte fich sckon vor zwei Jahren zur Stammrolle melden müffen, hat die- aber nicht gelhar. Darüber zt.r Rede gestellt, gab er die sehr naive Antwort: ,,E» hat mir gar nicht so arg presfirt". Man belehrte ihn, wie geschehen, eines Befieren.

TnrnerischStatistischts. Anläßlich de» am Som tag abgehaltenen ®auturntage« machte der Gauvertreter, Herr Helm, folgende statistische Mtttheilungen: Im 9. Kre>- (Mittelrhein) befanden fich am 1. Januar 1895 an 473 Orten 545 Vereine mit zusammen 51,401 Mitgliedern. Am 1. Januar 1896 dürfte nach allgemeiner Schätzung der 9. Kreis 56,000 Turner umfassen. Der Gau Hissen zählte am 1. Januar 1896 46 Vereine mit 5636 Turnern. Dieser Gau folgt in der Größe hinter Rheinheffen, welche» 9300 Turner umfaßt.

Schulhauser der Zukunft. In der richtigen Er kenntniß, daß die Erhaltung der Gesundheit der Kinder da» köstlichste Gut und eine der wichtigsten Ausgaben der Er­ziehung ist, hat die Stadt Ludwigshafen ein ganz neue« System für ihre Schulbauten, da» sog.Pavillonsystem" eingeführt, indem fic Schulhäuser nicht in großen Bauwerken, sondern in kleinen, von freien Plätzen umgebenen Pavillon» errichten läßt. Die Stadt hat dazu einen Platz von sechs Morgen erworben. Auf demselben sollen 14 einstöckige und 3 zweistöckige Gebäude errichtet werden, die für zusammen 34 Schulräume gedacht find, und je ein Lehrerzimmer ent­halten werden. Die Plätze zwischen den einzelnen Gebauter» sowie die freibleibenden Theile de» Grundstücks werden zu Spielplätzen als Gartenanlagen benutzt. So find Licht und Luft reichlich vorhanden, und an Bewegung für die Kleinen fehlt es nickt. Die Gefammtkosten dieser Schulanlage stelleu sich auf 632,000 Mk.

Reichssteneru. Die Brutto- und Netto-Einnahmen deS GroßherzogthumS Hessen an Reichssteuern Rechnungsjahr 1894/95 gestalteten sich wie folgt: Zölle: Brutto-Einnahme 7,910,939 Mk. 55 Pfg., zur Großh. SraatSkafie 34,531 Mk. 10 Pfg., Tabaksteuer 348,003 Mk. 20 Pfg. refp. 19,130 Mk. 84 Pfg., Zuckersteuer 345,745 Mk. 35 Pfg. relp. 26,306 Mk. 90 Pfg., Salzsteuer 1,084,179 Mk. 80 Pfg. refp. 11,501 Mk. 50 Pfg., Branntweinsteuer und Verbrauchsabgabe von Branntwein 1,283,344 Mk. 10 Pi?., resp. 151,204 Mk. 8 Pfg., Brausteuer 1,034,672 Mk. 5 Psg. refp. 157,506 Mk. 44 Pfg., Stempelabgabe von Spiel­karten 155,073 Mk. 20 Pfg. refp. 7856 Mk. 78 Pf?., andere ReichSstewpelabgaben 119,183 Mk. 50 Pfg. refp. 2383 Mk. 67 Pfg., zusammen 12,281,140 Mk. 75 Psg. resp. 410,421 Mk. 31 Pfg.

festen Mauern gastlichen Schutz bot. Ein tmHirschen

$ Rieder-Lhm», 9. Marz. Nachdem erst kürzlich ein Unfall auf dem in der Nähe unseres Orte» gelegenen Eisen- steindergwerkLouise" sich ereignet, bei dem einem Burscken von Lehnheim die beiden Beine schwer verletzt wurden, trug sich vorgestern Mittag noch ein schwerer Unfall zu. Die beiden Bergarbeiter Beck von Elpenrod und Bott von Wett- saasen waren tm Tagbau beickästigt, als fich plötzlich eine riesige Erdmafie loSlöste und herabrutschte. Bott, ein 19 jähriger Bursche, wurde nur theilweise, Beck aber ganz

vorauSbestellteS Mahl und eine längere Erholung mit be- . 1- ,-t o----------- _

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