Ausgabe 
11.2.1896 Erstes Blatt
 
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Der Krieg von 1870|71, ecfAtIbat dm» Ausschnitte «uS ZeittmgS- Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 11. Februar.

In Lille hat man einen englischen S chnhlieseranten verhaftet. Von den 15 000 Schuhen, welche er den Franzosen lieferte, waren alle Sohlen von Pappe.

CocaUs unb protHnjicltef.

Gietzeu, 10. Februar 1896.

Bon der Grobherzoglichen Uuiverfitätsbtbliothek -u Siebe» war im Jahre 1893 die Weltausstellung zu tz h t c a g o mit einer Anzahl bibliothekstechnischer EtnrtchtungS. gegenstände, namentlich mit den seit 1885 in der Bibliothek eingesührten Katalogkapseln, Proben der Bibliothekskatalogerc. beschickt worden. Nach einer erst jetzt eingetroffenen Mit» tbetlung der amerikanischen AuSstrllungSbehörde hat die Universitätsbibliothek sür die ausgestellten Kapseln und Kuta- loae einen Preis (Medaille und Diplom) zuerkanvt erhalten.

RatioaaUiberaler Bereis. Bei der Riesenarbeit an den Entwürfen zum bürgerlichen Gesetzbuch, um daS

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bringen.

* Deutscher und Oesterreichischer Alpeuverei«. In der letzten Monatsversammlung der Section Gießen des Deutschen und Oesterretchischen Alpenvereins sprach Herr Lehramts, assessor Dr. Neßling über seine letzten Wanderung^ in der Glöckner-, Venediger-, Rieserfernergruppe und den Dolo- miten. Don dem fremdenüberfüllten Salzburg aus wurde die Reise in Gemeinschaft mit zwei BeretnSgenosien unter den ungünstigen Wetterausfichten angetreten. Schon in Kaprun zeigten fich Spuren einer Befierung des Wetters, das bald dauernd heiteren Character annahm und unseren Wanderern drei Wochen lang nicht durch seine Launen mitspielte. Der erste Spaziergang wurde dem Kapruner Thalschluß, dem I herrlichen Moserboden, gewidmet. Der Nacht- gefallene Neuschnee verlieh am nächsten Morgen zusammen mit dem Donner der niedergehenden Lawinen der Wanderung über I das Kapruner Thörl nach der Rudolfshütte ihren besonderen Reiz. Dann mußte ein herrlicher Sonnenaufgang auf dem Kaiser Tauern über die öde Thalwanderung bis Kal- hinwegtrüsten. Ueber die Stüdlhütte wurde auf bekannten Pfaden der Gipfel des Groß»Glöckner erreicht, auf dem fich mancherlei Volk eingesunken hatte. Das ausfichtberühmte KalS-Matreier Thörl vermittelte den Uebergang inS Jselthal, in dem das durch Wildwaffer arg mitgenommene Matrei einen traurigen An­blick bot. DaS nächste Ziel bildete Praegraten und die

I Clarahütte, wo genächtigt wurde, um Ochsten Tage- der leider wenig gekannten Röthspitze, einem der südlichsten Ho<^ gipfel der Venedigergruppe, einen Besuch abzustatten. Nach einer sehr langwierigen Gletscherwanderung erreichte man über einen sanften FelSgrat den Gipfel, der, wie schon ein Blick auf die Karre hatte ahnen lasien, eine ganz hervor« ragende Ausficht bot. Am mächtigsten trat unter den zahl­losen Zinnen, die fich an den Beschauer herandrängen, der Hochgall hervor, den man zwei Tage darauf von der Riefer«

I fernerhütte der Section Kastel aus, die an solider Behaglich- I fett ihres gleichen sucht, erreichte. Den Dolomiten fich zu- wendend, entwarf Redner ein anschauliches Bild einer Be-

I steigung der Dretschufterspitze und deS schon weit inS italienische Sprachgebiet vorgeschobenen Pelmo. Nach längerem Aufent­halt in Bozen bot die Rückreise noch Gelegenheit, die Parseyerspitz und den Rtffler, beide an der Arlbergbahn, I in besteigen. Gestern unternahmen etwa zwanzig Herren 1 der <S«ction den angelünbtgten Au-flug über Ara-bar, nach

Münz-nb-rg nnd Bubach. Der Tag bevor die Sonne höher stieg, ächt winterliches Gepräge: die Wege sestgefroren, die Tannen graublau von anhaftendem Reif, dazu durch« dringender Südost. Die Sonne schien glanzlos durch den Nebel. Während des Frühstücksaufenthalts in Arnsburg veränderte sich die Scene- gelegentlich' zerristen die Nebel, doch noch lange dauerte eS, bis MünzrnbergS Thürme zu­nächst als undeutliche Schatten sichtbar wurden. Da ließ der Wind nach, die Sonne brach durch; ihre erste Sorge war, uns die Härte der Wege zu mildern. Nach längerem Aufenthalt bei Jäger wurde die Burg besichtigt, dann der Weg nachjButzbach eingeschlagen. Die besonnenere Hälfte der Thetlnehmer wählte die Straßr über Rockenberg, die anderen

* Theater-Verein. Der Vorstand des Theater Vereins batte trotz der leicht unterschätzten Schwierigkeit, den Spiel- plan schon auf längere Zett hinaus zc- bestimmen, bereits zu Beginn der Saison beschlossen, dem Gießemr Publikum zu zeigen, daß der selige Schiller seine .Räuber ntd) umsonst geschrieben habe.Nicht umsonst freilich in ver- wegenster Bedeutung- denn das Schiller sche Jugend-Drama, I welches den Abschluß der Vorstellungen bilden sollte, stellt hohe finanzielle und technische Anforderungen. Für die Ein- ftudirung wollte in liebenswürdigem Entgegenkommen Herr Intendant E. Claar sorgen, falls die Mehrzahl der Rollen von Studirenden unserer Hochschule übernommen würde. Jedoch auf einen Anschlag am schwarzen Brette ging nur eine geringe Anzahl von Meldungen ein, das deutlichste Zeichen dafür, daß der academischen Jugend dte wiffenschaft- liche Arbeit mehr am Herzen liegt, als künstlerische Bestreb ungen mit und ohne Jodoform. Die Ausführung des Planes wurde in Folge defien auf den Beginn des nächsten Winters verschoben, wo man ihn mit Unterstützung weiterer kunft- liebender Kreise zur Ausführung zu bringen hofft - zumal wenn Herren, deren Interesse sür künstlerische Bestrebungen in letzter Zeit ja deutlich hervortrat, statt nur in idealer I Anschauung die Aufgaben deS Theater-Vereins zu fixiren, auch einmal den Vorbereitungen einer Aufführung ihre Zeit, Kraft und Kenntniß widmen wollten. Um Ersatz für diese letzte Vorstellung zu gewinnen, hat der Vorstand Unterhand- lungen mit dem vorzüglichen Ensemble deS Kölner Stadt- theaterS angeknüpft, deffen Leistungen im vorigen Jahre an unserer Nachbaruniverfität reichen Betfall fanden. ES steht zu hoffen, daß, wenn die Hochfluth der Geselligkeü sich ver- I laufen hat, eins der kernigen Volksschauspiele Anzengrubers I zur Darstellung gelangt. Freilich kann damit nicht ied<m Geschmacke Rechnung getragen werden- aber die Möglichkeit sich als Bildungsinstitut zeigen zu können, mußi ftde andere Rücksicht in den Hintergrund treten laffen. Sobald Genaueres über die Zeit der Aufführung und die Wahl des Stückes fest steht, werden wir es unseren Lesern zur Kenntniß

Neueste Nachrichten,»

Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau.

Berlin, 9. Februar. Auf dem vom Magistrat der Stadt i Berlin zum Zwecke der Stellungnahme zum LehrerbesoldungS- gesetz einberufenen preußischen Städtetage waren 61 Städte vertreten. Die noch fehlenden 8 Städte hatten sich mit der vom Berliner Magistrat vorgeschlagenen und durch die Zeitungen bereits veröffentlichten Petition ein­verstanden erklärt. Oberbürgermeister Zelle eröffnete den Städtetag mit einer begrüßenden Ansprache und schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Oberbürgermeister Fritsche-Eharlottenburg, Werner-Cottbus, Westerburg-Caffel beantragten die Ablehnung des ganzen Gesetzes. Dieser Antrag wurde indessen mit allen gegen 7 Stimmen abgelehnt, dagegen beschlossen, die Petition des Berliner Magistrats anzunehmen und derselben folgenden Antrag deS Oberbürger­meisters Bender-BreSlau voranzustellen:Das von der Ver- faffung deS Landes gewährleistete Recht der einzelnen Ge­meinde, die äußeren Angelegenheiten ihrer Volksschule, unab­hängig von anderen Gemeinden und Schulen zu leiten, mutz auch in Beziehung auf die Zahlung der Lehrergehälter, dn= schließlich der Alterszulagen aufrecht erhalten werden, Die einzelne Gemeinde darf also nicht wider ihren Willen zum Anschluß an eine VerbandSkaffe gezwungm werden, die der Leitung der Gemeinde völlig entzogen ist, und welche Bei­träge nicht nach dem Bedürfniß der einzelnen Gemeinde ; erhebt, sondern nach dem Bedürfniß aller Schulen deS Ver- bandSbezirks." Endlich wurde noch beschlossen, angesichts der unausbleiblichen, weiteren Angriffe auf die Städte einen ständigen deutschen Städtetag zu gründen und behufs der Vorbereitungen eine fiebengliedrige Commission zu wählen. 3V2 Uhr wurde der Städtetag geschlossen.

Briudifi, 9. Februar. Freiherr von Hammerstein ist heute früh 6 Uhr unter der Bedeckung deutscher und italienischer Polizeibeamten über Ala nach Berlin abgereist, wo die Ankunft Dienstag früh gegen 6 Uhr erfolgt.

Depeschen detz Bure« .Herold''.

Rom, 9. Februar. Im Ministerrath überzeugte gestern CriSpi seine Collegen von der Nothwendigkeit der Fort­setzung des Krieges bis zur vollständigen Unterwerfung des Negus. Alle Beschlüffe über die noch zu ergreifenden militärischen Maßnahmen wurden sodann einstimmig gefaßt.

Konstantinopel, 9. Februar. Das Ansuchen des bul­garischen Ministerpräsidenten Stotlow, der Sultan möge zur Eonversion des Prinzen Boris einen Delegirten entsenden, wurde abschlägig beschieden. Ebenso erklärte der Sultan, daß er den Zeitpunkt für die Anregung der An­erkennung des Fürsten Ferdinand bei den Vertragsmachten als noch nicht gekommen erachte.________

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Darmstadt, oi D Ge

jahr 1896/97 eine Mindestmenge von 17 Millionen Doppe!^ centner Zucker vorzuschlagen. Ebenfalls einstimmig sprach fich der Ausschutz gegen die im Gesetzeutwurse cotScME" B-trlebs°bg-be aus. Die Abgabe aus das Uebe-contingent soll sich, unter Wegsall der >m Eniwurse M^etologenen Begrenzung der jilhrltch-n Zuschutzsumme, au, 4IS»«! per Dopp,leentner Zucker, also den vollen Betrag des Zuschusses telaufin ^Retchsanze>g-r" meldet: Der "dS-rl.Local- Anzeiger» brachte unter dem 21. Januar d. I. eine Mit^ .Heilung über ein neues Gewehr, welches von eu-m Berliner Ingenieur, Paul Brand, construir , < «

Gewehr habe keine Zündvorrichtung; das HinaaSsch -uderu deS Geschosses werde durch Ausdehnung eines comprimirten GaseS bewirkt. Unter dem 4. Februar d. I. kam der .Local-Anzeiger" nochmals aus daS Gewehr zurück und stellte die Behauptung auf, es sollten mit demselben in den Tagen vom 5. biß 8. ds. Mts. bei der Gewehr-Prüfungscommission in Spandau Schießversuche stattfinden, welchen auch Se. Maj. der Kaiser beiwohnen wolle. Richtig ist, daß sich ein In­genieur auS Kulm (Paul Brand) im October v. I. in Sachen eines von ihm erfundenen Gewehrs mit einem Immediat­gesuch an Se. Majestät gewandt hat. Er hat aber bisher - trotz entsprechender Aufforderung - der Gewehr-Prüfungs- commisfion weder sein Gewehr vorgestellt, noch sich über­haupt mit ihr in Verbindung gesetzt. Danach beruht die Nachricht von den Schießversuchen, denen auch der Kaiser beiwohnen wolle, durchaus auf Erfindung.

Dresden, 8. Februar. In sechs großen socialiftischen Volksversammlungen, welche gestern Abend hier ab­gehalten wurden, gelangten Protest-Resolutionen gegen die neue Wahlvorlage zur Annahme. Die Versammlung im Trianon, wo Abgeordneter Geyer sprach, wurde aufgelöst.

Sitzung versammelt. Vertreten waren die freiwilligen Feuer­wehren von Gießen (Gießener und Ggil'sche), Grünberg, Langgöns, Lich, Lollar, Großerz-Linden, Annerod, Klein Linden, Alsfeld, Büdingen, Nidda, Ortenberg, Butzbache Friedberg, Reichelsheim, Münzenberg, Ober Roßbach, Rod« he.m v. d. Höhe, Vilbel, Bad Nauheim, Lauterbach. Der Vorsitzende, Herr Feller« Lollar, erstattete zunächst Bericht über die Verhandlungen der letzten Delegirtrn-Sitzung des LandeS-VerbandeS (Wir haben in Nr. 291 vom 11. De zrmber v. I. eingehend darüber berichtet. Red.)^ und theil: weiter mit, daß von dem LandeSaurschvß in nächster Zeit bedeutende Aufgaben zu erledigen sein, wenn der Landes­verband das für die einzelnen Wehren leisten solle, maß man von ihm verlangen könne, und zu welchem Zwecke derseldc auf 12 Mitglieder (4 sür jede Provinz) erweitert werden lode. Den zweiten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Antrag der Feuerwehr zu Friedberg auf Regelung derVersänmnißanzeigenbeiHülfSmannschaf ten und Pflichtfeuerwehren. Nach Mittheilung deS Bericht­erstatters über diesen Antrag tp-ben sich daraus, daß dte Commandanten die Dersäumniß-Anzeigen einzureichen haben verschiedene Mißstände und Unannehmlichkeiten für dieselben ergeben, die deren Beruföfreudigkeit herabsetzen und sie bei ihren Mitbürgern in ein schiefcS Licht bringen. Im Kreise Friedberg habe man bereits eine Aenderung herbetgefuhrt - dort werde von den Commandanten nur eine Liste der Ber säumniffe nebst Angabe der Entschuldigungsgründe aufgestellt und dem Bürgermeister übergeben, welcher dieselbe zur Prü­fung der vorgebrachten Entschuldigungen an daS KreiSamt

I abgebe- daS KreiSamt Friedberg hat verfügt, daß alle Fehlenden binnen 8 Tagen anzuzeigen seien, und weder der Commandant noch der Bürgermeister zu strafen habe. Der Antragsteller empfiehlt, auch in den anderen Kreisen Schritte zu thun, daß ähnlich verfahren, und damit die Comman- danten einer Pflicht enthoben werden, die ihnen nur Verdruß

I bereite. Es wurde beschlossen, auf Grund der Friedberger Verfügung Umfrage bei den einzelnen Wehren zu halten, und deren Entschließung darüber etnzuholen, um danach die weiteren Schritte thun zu können. DeS Weiteren wurde die Ausarbeitung eineß neuen Exerzier-ReglementS in den Kreis der Verhandlungen gezogen. 8U Punkt 3 der Tagesordnung: Abhaltung der Landes« Berfamm«

I lung en, wurde einstimmig beschloffen, dahin zu wirken, daß I alle Delegirten-Versammlungen deS Landesverbandes wie I bisher in Frankfurt statifinden. Die Frage einer Ver­legung dieser Versammlungen nach einer hessischen Stadt, beziehungsweise nach Darmstadt, war in der letzten Delegirten-Versammlung angeregt worden, doch bezeichnetk der oberheffische Verbandstag mit Rücksicht auf die Wehren in Oberheffen und die günstige geographische Laqe Frankfurts für alle drei Provinzen es als eine Unbilligkeit gegen Ober- heffen, wenn die Delegirten-Versammlungen nach Starken« bürg oder Rheinheffen verlegt würden- hierdurch würde den oberheffischen Wehren eine Vertretung sehr erschwert, einzelnen unmöglich gemacht. Die Versammlung beschloß zu Punkt 4 der Tageßordnung, den nächsten oberheffischen Verbandstag in Nidda 1898 ab'uhalteu- weiter hatten sich gemeldet Grünberg, welche» mit dem Verbandstage die Feier deS 25jährigen Jubiläums seiner Feuerwehr begehen will, uni Rodheim v. d. H. Als weitere Vertreter in den Landes- auSschuß wurden die Herren Gail-Gießen und Damm Friedberg gewählt. Die Vertheilung von Diplomen für 15- und 25jährige Dienstzeit (für letztere wird bekannt­lich daS von Großherzog Ludwig IV. gestiftete Ehrenzeichen verliehen) veranlaßte eine lebhafte Debatte. Herr Gail-- Gießen hatte dieselbe mit der Mittheilung eingeleitet, daß Wünsche auf Herstellung eines speziell auf Heffen Bezug habenden DiplomS laut geworden und daß bereits auf eine diesbezügliche Anfrage von Großh. CabinetSdirection die Mtttheilung eingelaufen, Seine Königliche Hoheit der Grotz- herzog habe gestattet, daß sein Bild auf den an Mit« glieder der Gießener Feuerwehren zu verleihenden Diplomen angebracht werden könne. Gegen die Verleihung von Dip­lomen wurde geltend gemacht, daß man als einzige Aus­zeichnung nur diejenige der Verleihung des Ehrenzeichens betrachten solle, Diplome für 10 und 15jahrige Mitglied« schäft hätten keinen Werth. Die Angelegenheit wurde dem Ausschuß zur weiteren Behandlung überwiesen. Au die freiwillige Feuerwehr zu Hungen, welche gestern ihr 20jährigeS Stiftungsfest feierte, wurde ein Telegramm ad« gesandt, worauf Herr Feller mit einem Hoch auf den hohen Protector des hessischen Feuerwehr-BerbandeS, Se. Kgl- Hoheit den Großherzog, die Versammlung schloß.

» Zar Schlachtviehverfichernng. In der lüngst statt« gehabten Auchutz,ttzang de» L°°dmtrth,ch°,tUch-- Bezirksvereins wurde mit dem Vorstand der Gießener SchlachtviehvrrsicherungS-Gesellschaft eingehend darüber vn« handelt, in welcher Weise der Anschluß der Landwirthe a» diese WohlfahrtSeinrtchtung zu ermöglichen sei. Der Vor« schlag, alles Vieh, welche- Landwtrthe in den Gießener Schlachthos etnsühren, als versicherung-pflichtig zu erkläreo und Seiten- der Gesellschast in Affecuranz zu nehmen, fand nicht die Billigung de- Vorstandes derselben- die Herrer erklärten vielmehr, entweder mit der Gemeinde al- solcher auf Grund de- § 4 der Statuten, oder mit Consortien w den einzelnen Gemeinden Abkommen treffen zu können, vir eine Versicherung alles Viehes auS einem Ort ermöglich^- Auch die Frage, ob die vielfach auf dem Lande bestehende» ViehversicherungSkaffen als Contrahenten dem Vorstand der Gesellschaft genehm sein würden, wurde debatiirt. Mov kam zu dem Schluß, daß in dieser sür die Landwirt wichtigen Frage weitere Verhandlungen siattfinden fw* i und daß auch erforderlichen Falles eine Revision der Statute»

Spielte stet- dte Frage nach dem Verh-itnitz^der °uftEhm-a 4 fJ |d.,e \n j(nt ln ,mti Standen ihr Ziel, demlchrechtlichen Blstimmaogen den ( .. *£lt B-rtrettr bei Oberhelfischea Feaer-ehtberb-ab-S

leiten laffen, beclamiren gegen die römischrechtlichen Bestimmungen, deren RechtStitel auch von ^.nzelten Germanisten von bedeutendem Rufe bestritten wird. Man wird es daher als sehr zeitgemäß begrüßen dürfen, daß in der morgen, Dienstag, 8J/4 Uhr V/iU1?u?nbfe8<2 findenden Monatsversammlung beß nationalliberalen Verein-, zu der (Säfte eingeführt werden können, Herr Rechtsanwalt vr.Fuhr einen Vortrag überRömische- und deutsches Recht im bürgerliche n G esetzb nch halten wird.