Ausgabe 
10.12.1896 Erstes Blatt
 
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oder Nbsührungrn von Unbefugten, Stellung von Wachen ic. vack Anleitung des anwesenden Kreis.FeuerwehriospectorS rr-ffen. Ist der Kreisseuerwehrtnspector nicht anwesend, so hat der OliSpolizetbeamte die polizeilichen Anordnungen nach den ttntiäflcn des leitenden Commandanteu auSzuiühreo." Die gute Absicht, welche die Vermeidung vrn Unzuträglich- fetten auf dem Brandplatze bezweckt, wurde zwar anerkannt, doch wurde rin Beschluß nicht gefaßt, da über die derzeitige Fassung dieses Paragraphen wettere Klagen nicht zu ver­zeichnen find, und im practischen Gebrauch dieses Paragraphen »och Erfahrungen gesammelt werden müssen. Herr Kreis- feuerwehrtnsprctor HhronimuS-Friedberg forderte, nachdem die Tagesordnung erledigt, die Versammlung auf, dem neuen Vo sitzruden des LandrSauSschusse», Herrn Prick en-Mainz, welcher die Versammlung mit Ruhe und Sachkenntniß ge­leitet, den Dank der Versammlung abzustatten durch ein auf denselben auSzubrtngeudes Hoch. Hierauf wurde die Ver­sammlung geschloffen.

* Sonntags Rückfahrkarten, Vom 13. December d. I. ab werden im Bereich der Königs. Eisenbahu-Direction Kaffel von Marburg nach Gießen und nach Bad-Nauheim »nd von Kirchhain nach Kaffel Sonntag- Rückfahrkarten mit P riSrrmäßigung an jedem Sonntage und an folgenden Fei rtaaen, nämlich am ersten und zweiten Weihnachtsfeier- tage Ne, jahrStage, Ostermontage, HimmelfahrtStage und Pfingstmontage auSgegeben. Dieselben berechtigen zur Hin- und Rückfahrt am Tage der Lösung in den Personenzügen. Die Rückfahrt muß spätestens bis um 12 Uhr Mitternacht «ic sch ikßuch angetreten werden und ist alsdann mit den tu unm ne barem Anschluß nach der AuSgangSstation führenden Per'v' enzügen ohne wetteren Aufenthalt zurückzulegen. Zu Schn llfügen haben die SonntaffS-Rückfahrkarten unter keinen Umständen Giltigkeit, auch ist Fahrtunterbrechung nicht ge­stattet, dagegen darf die Rückfahrt von einer zwischen den beiden Endpunkten gelegenen Station aus angetreten werden. Der Uevergang tn eine höhere Wagenklasie ist ausgeschlossen und auch nicht gegen Zulösung einer Zuschlagkarte gestattet. Freia-päck wird auf die Sonntags - Rückfahrkarten nicht gewährt. ___________

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Eichenrob, 7. December. Am Mittwoch den 2. December sand zu Eichenrod die Einweihung und Urbergabe der neu- e richteten Molkerei statt. Sämmtliche Mitglieder der Genossenschaft, sowie eine Anzahl Freunde deS Unternehmens fanden sich hierzu in den Räumen der ehemaligenMerzen- wühle", der jetzigen Molkerei, ein, die wohl, dem äußeren Schema nach zu urtheilen, g rade nicht vortheilhaft auSfieht, im Innern jedoch eine vollendete, meisterhafte Einrichtung dem Auge des Besuchers sich darbietet. Dieselbe wurde von dem rühmlichst bekannten Bergedorfer E-senwerke unter der kundigen Hand eines ihrer bewährtesten Monteure, des Herrn Strickroth, hergestellt.

steigert werden.

Gießen, den 8. December 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

Citcxotur unb Katift»

AlS zweiter Band deS 6. Jahrgangs bir Der öffentlichungen deS DeretnS der Bücherfreunde, Benin", erschien soeb'n: ,®nati»lifdX AuSflüge^. Retsebtlder von Colmar Fre Herr von d.r Goitz. 29 Bog.n. Preis geheftet Mk 5, gebunden Mk. 6 Der veriasser, Königl Preußischer Generalltrutenant. dem deutschen Pudl Ium bu ch sein früheres W-rk ^Volk in Waffen" vorthetlhast bekannt, kehrte vor nahezu einem Jahre a»S türkischen Kriegsdiensten InS Vater­land zurück und bictet dem heimischen Lesei kreise zunächst eine Reihe von Schilderungen über Land und Leute AnatoltenS. Doch st d eS nicht die betretenen breiten Pfade, aus die er unS führt, sonder» die »seitab gelegenen", die selbst tn unmittelbarer Nähe der Hiupt- stadt vielfach noch unbekannt sind. DaS Buch gewinnt dadurch die doppelte Bedeutung eines Forscherberichis und einer Unterha tungS- L.clüre. Man lernt das Leben und Treiben, die Gewohnheiten und Sinnesart der türkischen Bauern und Kleinstädter kennen und zu­gleich sprechen die LandschaslSbtlder deutlicher, als trockene geographische Abhandlungen. Ganz andere Eindrücke, als er fie erwartet hatte, empfing der Verfasser selbst von Kleinasien, als er sich zum erst« Mare aus demSpazierritt nach Angora" in dieses vertiefte und ähnlich wird eS dem Leser ergehen. ES ist nicht die schon halb- tropische sonnenverbrannte Welt, die wir uns meist nach den Jugend- Eindrücken auS Märchen und biblischen Geschichten in der Phantasie eigenmächtig Herstellen, sondern ein Gebiet, das vielfach an Süd­deutschland, Thüringen oder den Harz erinnert, und daS zugleich von interessantestem kergemisch bewohnt wird, welches sich wohl aus dem Erdball vorfindet. Besondere Aufmerksamkeit hat der Ver­fasser dem Landstriche gewidmet, durch welches die von einer deutschen Gesellschaft erbaute und d triebene Anatolische Elsenbahn führt. Ein eigener Abschnitt für Landwtrtbe und Colcnisten erläutert b;c Bedingungen für die Hebung deS Landes durch fremde Anstedler sowohl als durch die einheimische Bevölkerung, für deren Fortbildung und Förderung die Bahngefellschaft zahlreiche landwtrthschas liche Versuchsstationen angelegt habe. Das Unternehmen erinnert an die ganz ähnlichen Culturbestrebungen der russischen Regierung in Transkaspien. Während jedoch diese großes Aussehen erregt und reiche Anerkennungen geerntet haben, ist die gleiche verdienstvolle deutsche Culturarbett tn Anatolien" bisher fast unbekannt geblieben. Drei Ausflüge: Der über den ArgonthoniuS, in die Akooa und inS Baummeer sind in Gegenden unternommen, welche bisher noch von keinem europäischen Forscher berührt worden sind. Ein B-such des alten Nicaea, heute Jtzntk am gleichnamigen See hat vorwiegend archäologisches Interesse. Reicher Bilderschmuck und 18 Starten: Beilagen sind dem Werke betgegeben; die letzteren sollen hauptsäch ich zur Ergänzung der bekannten Ktepert'schen Karte des vorderen K ein­asten dienen. Wettere Auskun't über denVerein der Bücherfreunde" erthetlt jede Buchhandlung sowie die Gefchäitrleitung, Verlagsbuch­handlung Schall u. Grund, Berlin W. 62, Kursürstenstraße 128.

Aus tiefster Seele. Eine Blüihenlese deutscher Lyrik. Herausgegeben von Adolf Bartels. Mit 30 Dtchterbtldnissen von Erdmann Wagner. Lahr, Moritz Schauenburg. Preis elegant geb. Mk. 3. Die neue AnthologieAus tiefster Seele" verdient wegen ihrer Eigenart und wegen ihrer mannigfachen Vorzüge vor ähnlichen Sammlungen die weiteste Beachtung. Der Herausgeber, der sich als Dichter sowohl als Kritiker eines begründeten RufeS erfreut, ist bei der Auswahl der Gedichte mit großer Sorgfalt zu Werke ge­gangen. Die Anordnung, den Namen unter Beifügung einiger biographischen Notizen voranzusteUen und eines oder mehrere seiner besten lyrischen G dichte folgen zu lassen, darf als «ine sehr glück­liche bezeichnet werden. In dieser Weise find 145 deutsche Dichter darunter manche weniger bekannte berücksichtigt worden. Wie vom Herausgeber nicht anders zu erwarten war, ist alles sittlich und ästhetisch Anstößige fortgelassen worden. Die äußere Ausstatt­ung des Werkes ist eine durchaus vornehme und macht der Verlags­buchhandlung alle Ehre. Besonders angenehm berühren die dem Buche betgegebenen Dichterbtldnisse, die demselben einen hübschen feinsinnigen Schmuck Dcrlefbrn. Diese neue Anthologie kann namentlich auch al5 hübsches G.-fchenkwerk bestens empfohlen werben.

Schlachthausdüuger in

5 Haufen Ort und Stelle meistbietend ver-

Im Namen des Großhcrzogs! In der PrivaMagcsache des Karl Sier in Gießen,

Privatklägers, gegen

Men Heinrich Hammel daselbst, Angeklagten, wegen Beleidigung,

Hat das Großherzogl. Schöffengericht zu Gießen in seiner Sitzung vom 97. October 1896, an welcher Theil genommen haben:

1) Amtsgerichtsrath Gebhardt, als Vorsitzender,

2) Konrad Wilhelm Rompf aus Lang Göns,

3) Heinrich Braun aus Staufen­berg, als Schöffen,

Gerichtsaccefsist Klarenaar, als Ge­richtsschreiber,

str Recht erkannt:

Der Angeklagte wird wegen Be­leidigung, Vergehen gegen §§ 185, 186, 187 und 200 St.-G.-B. zu einer Gefängnißstrafe von zwei Monaten verurtheilt. Demselben fallen die Kosten des Verfahrens zur Last.

Dem Privatkläger wird die Befugniß zugesprochen, den ent­scheidenden Theil des Urtheils innerhalb einer Woche nach dessen Rechtskraft ein Mal im Gießener

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Odenhausen für 1897/98 liegt vom 12. December l. I. an acht Tage lang auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht dec Betheiligten offen.

Oden hau fen, den 8. December 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Odenhausen.

Veröffentlicht: ios28

Grünewald, Rechtsanwalt.

r. Hangen, 7. December. Der auf heute anberaumte Vieh markt konnte wegen der durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in mehreren Ortschaften unseres Kresse« veranlaßten ministeriellen Verfügung, wonach sämmt liche Btehmärkte im Kreise Gießen während des Monats December verboten find, gleichfalls nicht abgehalten werden. Trotzv'm kamen Leute aus benachbarten Orten, wie Ber­stadt, Ober WtdderSheim, Nonnenroth u. f. w., mit Schweinen angefahren. Dieselben gaben an, von obiger Verfügung nichrs gehört zu haben. In Anbetracht der gerade in unserer Gegend herrschenden Seuche ist eS geboten, daß Jedermann zur Verhütung derselben beiträgt, den Anord­nungen unserer Behörde folgt, denn nur dann ist eine wirk- same Unterdrückung derselben zu erwarten, damit auch die Biedmärkte, durch deren Ausfall der Handel gestört und gar Mancher in dieser oder jener Hinsicht geschädigt ist, wieder ftatifbibcH können.

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Vermischte».

* Rodheim a. B., 7. December. Nach Mittheilung Königl. Regierung zu Wiesbaden wird die hiesige vierte Lehrerstelle zu Ostern nächsten Jahres wieder eingehen. Die neugegründete Lehrerstelle im nahen Vetzberg wird nämlich nicht mehr im Laufe des Winters, sondern erst im nächsten Frühjahr besetzt werden. Durch den Abgang der Schüler von Vetzberg werden wir beim Eingang der vierten Klasse aber trotzdem hterselbst wieder überfüllte Schulklassen erhalten. Da Vetzberg hierher zur Kirche geht, und die Kinder nach hier zum Confirmandenunterricht kommen, so nahm man allgemein an, die Schule zu Vetzberg würde der hiesigen Schulinspection zugetheilt. Allein die Sache ist laut Bestimmung Königl. Regierung anders entschieden worden. Vetzberg gehört zum Kreise Wetzlar und ist daher die Schule der Local-Schulinspection Krofdorf und der KreiSschulinspection Wetzlar unterstellt worden.

* Siu UuiverfitatSprofeffor auf Pistolen gefordert. Der Duellunfug hat sich selbst an einen Docenten der Berliner Univerfiiät herangewagt. Bei dem ordentlichen Professor der Mathematik und Mitglied der Akademie der Wissen­schaften Schwartz, Schwiegersohn des berühmten Mathe- matikers Krummer, erschien vor einiger Zeit ein Assessor Arnold, um den Gelehrten im Auftrage eines Herrn v. L. auf Pistolen zu fordern. Der Professor ist überdies nicht mehr tn dem Alter, wo man auf solcheScherze" sich ein« lassen darf, ohne der Lächerlichkeit anhetmzufallen. Im ge­gebenen Falle aber lag für ihn auch nicht der mindeste Grund vor, dem Herausforderer eineGenugthuung" zu gewähren. Er wies den Cartellträger entschieden zurück, ersuchte ihn, den Frieden seines Hauses nicht zu stören und geleitete ihn zur Thür hinaus. Diese Behandlung hat den Assessor sehr verdrossen und er hat nun den Gelehrten wegen Beleidigung verklagt! Die Verhandlung fand am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Charlottenburg statt. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung des angeklagten Professors- dem Privatkläger wurden die Kosten des Ver­fahrens auferlegt.

* Zwei Menschen erfroren. In der Nacht vom 24. auf den 25. November find in der Nähe von AndreaSberg im Harz zwei Wandergesellen erfroren. Beide kamen von Zellerfeld, wo fie nach verbüßter Haft ans dem Gefängniß entlassen waren.

ÜLandwIrtM

vlt> mitoL v. 3>tnl|»en Lavdwirthsch SrskUschast, Bund Der Laoüwirlhr, habco wir beschlossen, allro Landwirthen »hneAudoahwe dieselben vorjugbpreise xti gewähren, wie an .Militär",Bund der Landxnrthe" Tonsum-Bereine ic, und kosten mithin jetzt unsere berühmten seit Jahren befaimteu voriiigl. sogen.

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Metze mQ?!httoü lt# dmch Bkschluß (I an tuS-Darchadt zu« tz»,, ahlt tooiben. HenPi^ S* 8r?nUd,e "W freiotaigtn Fkutr- " Großherzog Trutz 1 , Die Prüfung der billigen Feuerwehren M R beuteten Warrn (aui ei®iUifte Feuerwehr hm i)t hur Raij, bit sich yix WN d «btn aujgenommtn; tiiti

r freiwilligen Wehten> AuS btm hieraus erfiMu er Mack; über die H»'i> er Feuerwehren 16 ji tot» vtrschiebener

k. 35 Psg. verbleibt, * x die notgenommene statP ckgetheilt, daß diestlbe nei ite, da zwei Kreise lT'beih lichrn Angaben noch im M bei gleichzeitig Setanlafsnng, welche stch der mit der fla- lbundruen Mühe bereiwch it abjoftattto. - M r Bildung sieivilliger Feier, wen b\tbaxaw\ Kteten 'm Wi nBt nstanbchsürbieSch ü» Führung rinheüliitzkr Swd-

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