omfikdirector und musikalischen Setter des SaucerlverelnS, Herrn Trautmann, der au» Gesundheitsrücksichten noch tu der Ferne wellt, nicht vergönnt, mit einem Orchester- concert die Saison zu eröffnen, doch hatte der Vorstand in dem Engagement der Concertsängeriu Fräulein Marie BuSjäger aus Bremen und der Herren Hugo Becker (Cello) und Carl Friedberg auS Frankfurt a. M. (Pianoforte) einen würdigen Ersatz dafür zu finden gewußt. Der Vortrag der G-moll-Sonate für Pianoforte und Cello von Chopin, welche daS Concert eröffnete, ließ insofern zu wünschen übrig, als sich namentlich im ersten und letzten Satz das Klavier viel zu sehr hervordrängte, so daß hier der vortreffliche Cellokünstler Herr Professor Becker nur wenig zur Geltung kam. Ueberhaupt machte es uns den Eindruck, al» ob Chopin weniger das geeignete Feld für Herrn Friedberg fei. Sein Spiel verrieth zwar große Meisterschaft in der Technik, doch vermochte sein Vortrag nicht zu erwärmen. Weit glücklicher war er im Vortrag seiner beiden eigenen Compositionen, Impromptu und Gavotte, die sein ComposttiouStalent in günstigem Lichte erscheinen ließen und durch reichen Beifall ausgezeichnet wurden. Ob er nicht an Stelle des einen Stückes besser eines bekannteren Meisters Werk sich zum Vortrag auöersehen hätte, wollen wir hier nicht näher erörtern. Professor Hugo Becker verdient den Ruf, einer der bedeutendsten Cellisten der Gegenwart zu sein, mit vollem Rechts sein Spiel zu kritistren halten wir für überflüssig- man kann darüber nur des Lobes voll sein. Um so mehr war daher zu bedauern, daß er in
der Sonate von Chopin nur wenig zur Geltung kam, doch
soll nicht unerwähnt bleiben, daß das Oeffnen der Flügeldecke viel dazu betgetragen hat, sein Spiel zu verdecken.
In den folgenden Stücken, die am geschloffenen Flügel be- gleitet wurden, leistete er daun Vorzügliches und erntete vielen wohlverdienten Beifall. In Fräulein Busjäger lernten wir endlich eine schätzenswerte Sängerin Lennen, die weniger durch Kraft und Fülle, als durch tadellose Reinheit der Stimme und durch ihre von aller Manier und Künstelet freien Vortragsweise daS Publikum in hohem Grade entzückte und dem entsprechend für ihre, boi Herrn Friedberg aut begleiteten Ltederspenden ebenfalls viel Applaus erntete. Pr.
• * Akademischer Gesangverein. Der Vorstand therlt un» wit: Da Herr Mustkdtrcctor Trautmann zur Wieder- Herstellung seiner Gesundheit noch im Süden weilt, so können die Proben nicht vor Anfang December beginnen. Zur Aufführung kommen BrahmS Requiem und ein kleineres Chorwerk von Fr. Sckubert.
• • Stadttheater. Emma Frühling, die berühmte Soubrette de« Berliner Adolph-Ernst-Theaters, tritt im hiesigen Stadttheater am Dienstag zum ersten Male als „Jüngster L eutenant" in Jacobsons gleichnamiger Posse auf. Die beiden Gastspiel-Abende des Fräulein Frühling finden bet erhöhten Preisen statt, jedoch haben Abonnements- und DutzendbtllelS mit Zuzahlung Gültigkeit.
* • Religiöse Vorträge. Am 6. dS. MtS. hielt Herr vr. Müller seinen zweiten Vortrag. Er sprach über „Naturgesetz und christlicher Glaube". DaS Thema scheint weniger Anziehung auSgeübt zu haben, als daS frühere (Gibt es einen Gott?). Wenigstens war der Besuch schwächer als daS letzte Mal, und die Vermuthung liegt nahe, es möchten sich Manche dadurch haben zurückhalten lassen, daß der Gegenstand der Besprechung (Naturgesetz und christlicher' Glaube) etwa» gar zu abstract lautete. In der That wurde ja den Zuhörern ziemlich starke geistige Anstrengung zugemuthet. Indessen kann man es nur billigen, daß der Vortragende sich an die Erörterung eines Themas gewagt hat, daö für eine populär-wissenschaftliche Besprechung recht diel Schwierigkeiten bietet. Wir haben, so führte er u. A. auS, daS vorige Mal den Nachweis versucht, daß es einen Gott gebe. Aber läßt die Natur mit ihren festen Ordnungen noch Raum für das Walten Gottes? ES gehört zu den größten Entdeckungen der Wissenschaft, daß man gefunden har, wie eS in der Natur ein festes Gesetz gibt, wie die Naturerscheinungen in strenger Ordnung als Ursache und Wirkung auf einander folgen. Wie stimmt diese Gesetzmäßigkeit deS GeschehnS mit unserm Glauben an daS Walten eines weisen und gütigen GotteS? Ein einfacher Christ mag sagen, er halte sich an daS, was ihm gewiß sei, und um das Andere kümmere er sich nicht. Auch die wissenschaftliche Theologie, wenn sie sich lediglich die Aufgabe stellt, den Inhalt deS frommen Bewußtseins zu beschreiben, kann von dem Naturgesetz ganz abstrahiren und die Erörterung desselben andern DtScipltnen überlassen. Aber eS liegt doch in der Natur unsres Geistes, daß wir versuchen müssen, eine einheitliche Weltanschauung zu gewinnen. Wenn wir aber eine solche erlangen wollen, dann müssen wir unS mit dem Naturgesetz auSetnandersetzen. DaS Naturgesetz gilt für die Erscheinungen auf dem Naturgebtet. Ueber daS Wesen, daS diesen Erscheinungen zu Grunde liegt, über die unsichtbare Kraft, die zuletzt Alles in Bewegung setzt, wissen wir nichts. Wenn Golt auf die Natur wirkt, so thut er es als unfichtbare Kraft. Nehmen wir z. B einen Menschen, der in der Dunkelheit auf einen Abgrund zugeht und der plötzlich einen ihm selbst unerklärlichen Antrieb spürt, auf dem Weg, den er gekommen ist, wieder zurückzukehren, und der so dem Tod entgeht. Er wird Gott für dir Lebensbewahrung danken und eS ist doch alles bet ihm ganz natürlich zugegangen. Oder man denke sich den allerwunderbarsten Vorgang, z. B. die Wiederbelebung eines Tobten durch GotteS Allmacht. Durch einen Leichnam geht etwa ein Zttern, ein Symptom reiht pch an daS andere, bis der Verstorbene die Augen auf- schlägt und wieder zu sich kommt. Der Arzt, der so etwas beobachtete, würde den Vorgang für etwas absolut Neues erklären. Er würde den letzten Grund der Erscheinungen sicht erkennen. Aber die Erscheinungen selbst wären in strengster Gesetzmäßigkeit verlaufen. DaS Walten GotteS und da« Naturgesetz schließen einander nicht auS. Der Widerspruch entsteht erst, wenn man von den Vorgängen auf einem Gebiet au» Schlüsse ziehen will auf daS, wa» inner
halb eines ganz andern Gebiete» geschieht. Bon dem Naturgesetz, da» wir erkannt haben, müssen wir Gebrauch machen, aber mit Umsicht und Vorsicht. Wenn man nur einseitig Consequenzeu zieht bis ins Uugemeflrne, so gelangt man bi» zum Smnlosen. So hat man ja auch von der Allmacht und Allwissenheit Gotte» Schlüsse gezogen bis zur äußersten Conlequenz und ist so btS zu der Lehre von der absoluten Prädestination gekommen. Der Mensch fällt und geht verloren, oder er wandelt auf dem rechten Weg und gelangt zum ewigen Leben, weil eS so von Ewigkeit her bestimmt ist. Da hört doch alle Freiheit und Verantwortlichkeit deS Menschen auf. Die Freiheit und Verantwortlichkeit deS Menschen wird auch geleugnet, indem man da» Gesetz, dafür die Natur besteht, sofort auf den Menschen anwendet. Darnach thäte der Mensch nur, was er nach seiner Natur, nach seiner Vergangenheit, nach den Einwirkungen, die von außen auf ihn ergehen, thun müßte. Einen Verbrecher dürfte man also nicht strafen. Man müßte ihn vielmehr anders nähren, wie einen Kranken pflegen. Aber der Mensch ist frei, denn er denkt. Er kann über all die Einwirkungen, die auf ihn ergehen, reflectiren, sich ihnen gegenüber selbst- ständig verhalten, aus sich selbst heraus sich zu einem bestimmten Verhalten entschließen. Wer daS thut, der ist frei. Tausende und aber Tausende freilich denken nicht, sie lassen sich nur gehen, handeln gleichsam iusttnctiv. Aber diese sollen zur Selbstständigkeit erzogen werden. Gerade indem Gott auf uns eiuwirkt, indem der Gedanke Gottes in unS aufblitzt, werden wir angeregt zu selbstständigem Denken, zu freiem Entschluß. So erklärt sich die scheinbare Paradoxie, die in dem bekannten Worte deS Apostel Paulus liegt: „Schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen". ES ist GotteS Wille, daß wir frei werden. Wer fühlt, daß ihm diese Freiheit fehlt, der soll nicht an Allem verzweifeln und sagen: „eS gibt keine Freiheit des Willens", sondern der soll diese Freiheit zu erzwingen suchen. Wo findet er die Kraft dazu? In Jesu von Nazareth. „Welche der Sohn frei macht, die find recht frei". — Der nächste Vortrag findet Freitag den 13. d. M. statt, und zwar in der Aula der Universität. Herr vr. Müller wird dort sprechen über das Thema: „Gibt eS eine Sünde?"
•• Die diesjährige Generalversammlung des Pferdezucht- Vereins im Großherzogthum Hessen soll Ende November In Alsheim abgehalten werden. Etwaige Wünsche und An- t äge zur Tagesordnung der Generalversammlung bittet man spätestens bis zum 12. November l. IS. an den Vorstand gelangen zu lasten.
♦* Wichtig für Forderuugsberechtigte. In den rechtsrheinischen Provinzen deS GroßherzogthumS verjähren Ende 18 96 folgende uneingeklagte, weder auf Schuld- urkunde noch Anerkenntniß und Zahlungsbefehl sich stützende, zu Anfang dieses Jahres fällig gewordene Ansprüche: 1) der Gast-, Speise-, Kaffee- und anderer Wirthe wegen Zahlung der von ihnen gegebenen Wohnung, Speisen und Getränke, gestundeten Spielgelder, sowie die sonst durch Ausübung der Wirthschaftsgerechtigkeit entstandenen Forderungen- 2) die Lohnansprüche der Gehilfen, Gesellen, Dienstboten, Taglöhner und Fuhrleute. — Die vorbezeichneten Gläubiger thun daher gut, wenn sie vor Eintritt der Verjährung zur Erhaltung ihres Forderungsrechts einen Zahlungsbefehl erwirken oder Klage erheben, falls die Schuldner sich nicht zur Ausstellung eines Schuldscheins oder Abgabe eines sonstigen Anerkrnnt- nisteS und Zahlungsvcr sprechens herbetlassen.
♦♦ Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York, Frau Christine Fischer geb. Der Euch, 78 Jahre alt, aus Weinheim. West Sand Lake, N. Y, Frau Maria Eva Rückert geb. Meier, 85 Jahre alt, auß Zeilhard. Liver- pool, N. Y., Frau Elisabeths Gettmann geb. Bahn, 72 Jahre alt, auß Hessen Darmstadt. WilkeSbarre, Pa., John Räder, 76 Jahre alt, auß Heppenheim. Ebenda. Loutß Creter, 60 Jahre alt, aus Hessen Darmstadt. Belleville, Jll., Henry BartelHeime r, 69 Jahre alt, auß Wormß. Chillicothe, O., Jacob Rupp, 68 Jahre alt, auß Lampertheim.
Geltz Nidda, 8. November. Wie verlautet, soll in Sachen unserer Bürgermeisterwahl bei dem Provinzial« ausschuß Recur« gegen die kürzlich mitgetheilte erstinstanzliche Entscheidung erhoben worden sein.
-r- Romrod, 8. November. D'.e Feier des Geburtstages Sr. Köntgl. Hoheit des Großherzogs und Ihrer König!. Hoheit der Großherzogin wird in Romrod am Mittwoch, den 25. November, in festlicher Weise begangen werden. Au der Feier betheil'gen sich OrtSvorstand und Ge- meinderath osfictell, sodann die hiesigen bestehenden Vereine, nämlich der Kriegerveretn und die beiden Gesangvereine, fernerhin alle übrigen Einwohner etnschl. der Beamten. Auch aus den Nachbarorten dürsten sich Gäste einfinden, welche selbstverständlich willkommen find. DaS Fest findet in den geräumigen Localitäten deS Herrn Jost Schmidt statt, welche auS diesem Anlaß besonders decorirt werden sollen- in jeder Beziehung dürste die Feier zu einer recht glanzvollen sich gestalten, die Sängerschaft wird durch Vortrag von Liedern rc. ihr Möglichstes dazu beitragen.
X Darmstadt, 7. November. In der gestrigen Sitzung de« Naturwissenschaftlichen BerriuS zeigte Prof. Dr. Schenk (Nachfolger des berühmten Dendrologen Dippel an der Technischen Hochschule) einen bei Lützelbach im Oden- wald gefundenen und von dem BereinSvorfitzenden, Professor Weis der Botanischen Sammlung der Hochschule geschenkten Hexenbesen an einer Edeltanne vor. ES ist die» ein durch einen zu den ^Rostpilzen gehörigen Pllz entstehender AuS- wuchs, wobei 'die Psizsäden zwischen den einzelnen Zellen des Baumes wachsen, und nur die WachSthumSrichtuug der betreffenden Baumtheile geändert, diese selbst aber nicht zum Absterben gebracht werden. Da« Alter deS vorgezetgreu Pilzes wird auf 4 Jahre geschätzt. Außerdem kommt der
Hexenbesen an Erlen, Birken, Kirschen-, Pflaumenbäumen u. dgl. vor, wovon Abbildungen auS Werken geze'gt werden. Dte merkwürdige Bildung erregte da« hohe Interesse der SitzungStheilnehmer. Prof. vr. v. Koch, der bekannte Zoologe, theilte interessante Ausschüsse über daS Scelett der Steinkorallen, wie sie sich aus seinen neueren Forschungen darüber ergeben, mit. Obergärtner PurpuS vom Botanischen Garten legte Zapfen und Zweige, zum Theil von erstaunlicher Größe, von Rade hölzern auS dem westlichen Nordamerika vor, io vom bekannteren Mammuchbau«, von Pinus tuberculata, der Zuckerkiefer, die noch bis zu 12,000 Fuß Höhe vorkommt, uad konnte einige wenige der betreffenden Bäume, von denen die Samen der riesigen Zapfen meist eßbar find, als zur Verbreitung tn Europa geeignet empfehlen. — Die Sitzungen deS über 200 Mitglieder zählenden, aus Wissenschaftlern und Dilettanten bestehenden Vereins find auch tu diesem Winter sehr gut besucht.
• Wiesbaden, 6. November. Bei AdolsSrck auf der Wiesbaden-Limburger Bahnstrecke wurde der Strecken- Patroutlleur Ludwig Stieglitz von einem Zuge erfaßt und sofort getödtet.
• Lrefeld, 6. November. Im Laden de» KleiderhärdlerS von Troisdorf schoß heute Morgen der 21jährige Anstreicher Breuer auf seine Geliebte, daS Dienstmädchen Elise Jngengaß und verletzte sie tödtlich. Er erschoß sich dann
Nürnberg, 5 November. Der Magistrat stellte al» Grundsatz auf, daß an den städtischen Schulen kein Lehrer seinen eigenen Schülern und Schülerinnen Privat unter- richt ertheileu darf.
• Sie kennt sich auB. Ein junger Mann mußte olle möglichen Gliederverrenkungen auwcnden, um über den Hut htnwegsehen zu können, den ein HÜoscheS Mädchen vor ihm im Theater trug. Die junge Dame, die er begleitet hatte, sah es und bemitleidete ihn. Ein schelmisches Lächeln glitt über ihr Gesicht, sie beugte sich zu ihm und flüsterte laut genug, daß die Andere sie hören konnte: „Welch' schönen Hut daS Mädchen vor uns hat!" Er sah sie wüthend an, sagte aber nichts, und die Trägerin de» Hutes blickte gerade vor sich hin und lächelte geschmeichelt. „Nur schade", fuhr die junge Dame fort, „daß er nicht gerade sitzt." — Da» Mädchen vor ihnen ergriff den Hut und rückte ihn nervös auf die eine Sette deS Kopfes. Da er aber dort nicht recht zu sitzen schien, schob die Dame ihn mit einem Ruck auf die andere Seite hinüber. ES war vergebens, denn sie hörte alsbald daS mitleidige Geflüster wieder: „Jetzt wird sie ihn gar nicht mehr gerade bekommen." Da» war zu viel. Resolut streckte die Verspottete ihre Hände nach oben, nahm den Hut ab und legte ihn auf ihren Schooß. Der junge Mann warf seiner Gefährtin einen Blick zu, der von un- vergänglicher Bewunderung und lebenslänglicher Dankbarkeit sprach.
Literatur und
— NansenS Originalwerk über seine mehr al« drei Jahre dauernde Polarretse erscheint bei F. A. Brockharrö in Lcipj'g, dem Verleger von Norden-kiöld, Slatin, Stanley u. A., unter bem Titel „In »acht «Nd (81».* E« ist das einzige Werk, tn wrlchem ytanfen selbst über seine epochemachende Polarfahrt berichtet. Nansen- Reise ist die kühnste Polarfahrt, die je unternomm.n worden ist! Mit dem nach seinen Plänen etgenS gebauten Schiffe „F> am drang Nansen durch da« Ei-, während die Fabrzeuge andere. Forscher vom Eiö zertrümmert wurden. Durch die Eiswüiten, in denen btt Mannschaften srüherer Expeditionen vor Hunger elend umg.kommen find, führte Nansen bei einer Kälte, tn der das Quecksilber zum hämmer baren Metalle erstarrt, seine Genossen zum höchsten Norden; zu Dreizehn zogen sie auS und trotz dieser „Unglückszahl" kehrten alle Dreizehn wohlbehalten zurück tn die Hetmath. Gefährliche Aden teuer mutzten er und seine Genossen bestehen; die Pößün Entbeh rungen erduldete der kühne Foricher im Dienste der Wissenschaft mit nur einem Gefährten aus der langen verwegenen Fußreise auf der er nahe genug zum Nordpol gelangte, um dessen wissenschaftliche Streitfragen endgültig zu lösen. Nansens Reise ist die erfolgreichste Polarsahrt- Er hat große Entdeckungen gemacht, von denen die gelehrte Welt sich nichts hatte träumen lassen. Aus Nansens Werk fällt glänzendes Licht in das geheimn'ßvolle Dunkel de» Nordpol». Seine Schi derungen geben tn ihrer schlichten, ungekünstelt'», Darstellung, in bitterem Ernst und köstlichem Humor, «in grotzariige- Bild de« abenteuerlichen Lebens einer Handvoll muthiger Männer in den Eiswüsten des Nordpols. Mehrere Tausend Photographien hat Nansen zurückgebracht, von Gletichern und Torossen, vom Leben an Bord und tn den Schneehöhlen seines Winterquartiers und von allerhand Polarthieren, darunter die eine- ihn angreifenden EiS bären, den er dreimal photographirte, bevor er ihn schoß! Etwa 200 Abbildungen, thetls Originalphotographien, theil» Zeichnungen seines berühmten Freunde», des Malers Sinding, werden dem Werk beigegeben, autzerdem 2 große Karten weiche mu entdeckte Inseln ent halten und daS dir her bekannte BUd der Polargegend umändern und theilwetse völlig neu gestalten. Die Ausstattung in Druck Papier und Einband ist würdig de» großen Forschers und germanischen Heiden; bi» Weihnachten werden 2 Lieferungen vorltegev.
Berichtigung.
In dem -Eingesandt* in Nr. 264 d. Bl. ist tn der drittletzt« Zelle statt „<5iabüntfr8et* rtchtigstellend «Rind»"metzger zu lese»-
- Snaelmanv, Homer» Odyssee in freier Umdichiun? für das deulfche Haus. Mit v-elen «übern nach Zeichnungen vor Tischbein, Genelli, Preller, Häberlein, K-'pler, Cioß, Hostin-nn. Unger u. 81. 2. Auflage. Stuttgart, Paul Neff Verlag, voll ständig in 10 Lieferungen ä 60 Ptg., einfach gedd. Mk. 7.—, elcflart äebt) Mk. 8—. „iitlr das deutsche HauS" nennt Emil Engel marin seine Odyssee-Umdichtung und er hat recht. In ihrer Up gestalt war allerdings die Odyssee zum Lesen ober Vorleben für da» Laus, für bte Famrlie wenig geeignet. Engelmann bat es verstanden, ohne den Inhalt zu beeinträchtigen, auS der Odyssee eto wahre» Volks , Familien- und Jugendbuch zu machen, d-S nun voll der Heranwachsenden Jugend, auch in Töchterschulen gelesen werden kann und nicht bloS zur Unterhaltung, sondern besonders auch |ur Belehrung beitragen wird. Die brigegeb.nen Illustrationen von Tischbein, Gen.lli, P'kller usw. sind eine große Zierde für do- Werk werden aber auch für das Derfiändniß deS Texte- bedeutend erleichtern. Engelmanns Odyssee Bearbeitung ist eine» der gediegensten Wei hn a ch t Hgefchenke._________________________ ____


