Paris, 8. October. „®l( BlaS" bringt die unglaublich klingende Meldung, daß nach der Grundstein-Legung der Alexander-Brücke der Galawagen mit dem Zaren und dem Präfidenten Faure den Weg an der Statue der Stadt Straßburg vorbeigenommen habe, woselbst der Wagen infolge der kolossalen Menschenmenge im Schritt fahren mußte. Als der Zar den Trauerschmuck an der Statue sah, habe er den Präfidenten Faure gefragt, aus welchem Anlaß dies geschehen sei und fich über die erhaltene Auskunft sehr intereffirt gezeigt. Beim Pafitren der Statue habe der Zar militärisch gegrüßt, während Faure den Hut gezogen habe.
Paris, 8. October. Gestern Abend um 5*/a Uhr fuhr das Za reu paar nach dem Stadthause. Auf dem ganzen Wege bildete eine ungeheuere Menschenmenge Spalter. Trotz des polizeilichen Verbots hatten zahlreiche Neugierige die Geländer der Brücke Henri IV. erklettert. Auf dem Platz vor dem Stadthause bot sich den Blicken ein großartiges Schauspiel dar. Tausende von electrischen Glühlampen warfen ihr schimmerndes Licht auf den Platz, wo eine vieltausendköpfige Menge hin und her wogte. Das Vestibül deS Stadthauses war höchst geschmackvoll mit grünem Sammt auS- geschlagen. DaS Zarenpaar wurde vom Präfidenten deS GemeinderathS, Herrn Bau bin, empfangen, der dasselbe in den Saal deS PrevotS geleitete, der mit prächtigen Blumen und Laubwerk geschmückt war und durch electrisches Licht beleuchtet wurde. Die Wände waren mit kostbaren Tuchen auSgeschlagen und mit russischen Fahnen geschmückt. Die Stoffe wurden durch russische und französische Wappenschilder zusammengehalten. Die Majestäten stiegen die 43 Stufen zählende große Treppe zwischen einer Doppelreihe Pariser Gardisten mit präsentirten Säbeln hinauf. Um 58/4 Uhr trat das Zarenpaar unter die Marquise, wo Herr Baudin, umgeben von einer doppelten Reihe von republikanischer Garde dem Zaren den Willkommengruß entbot und die Mitglieder des GemeinderathS vorstellte. Hierauf begab man sich in den großen Saal, wo die Mitglieder deS diplomatischen Corps Aufstellung genommen hatten. Der Zar richtete an dieselben einige Worte, welche infolge der Musik unverständlich blieben, aber etwa folgenden Sinn hatten: Wir werden stets des herzlichen Empfangs gedenken, welcher den russischen Seeleuten in Frankreich bereitet wurde und auch unS heute bereitet wird. Der Zar gab hierauf seinem Bedauern Ausdruck, daß er nicht das ganze Stadthaus besichtigen könne und fuhr sodann sichtlich befriedigt nach der russischen Botschaft zurück.
Paris, 8. October. Ueber die gestrigen Ereigniffe in Paris wird noch gemeldet, daß das Gedränge bei der Abfahrt des ZarenpaareS vom Stadthause derart fürchterlich war, daß allein gegen 140, nach einer anderen Version 300, ohnmächtige, gequetschte oder sonst verletzte Personen vom Platze getragen wurden. Bei der Grundsteinlegung der Alexander-Brücke wurde der Dichter Heredia dem Zaren vorgestellt und ihm gestattet, der Zarin die Hand zu küffen. Der gestrigen Galavorstellung im Theater frcmyaise wohnte der Zar im Civilanzuge bei, die Kaiserin trug eine kostbare rosaseidene Robe und als Schmuck Rubinen und Diamanten. Bei der Vorstellung der Künstler im Büstensaal äußerte der Kaiser, es sei das erste Mal, daß er in das HauS MolioreS komme, er hoffe, bald wieder zu kommen. Erst gegen 1 Uhr war die Vorstellung zu Ende. Die Fahrt zur ruffischen Botschaft ging wieder durch glänzend illumtntrte Straßen, die mit ungeheueren Menschenmaffen angsüllt waren.
Paris, 8. October. Dem 19. S äcle zufolge wird der Zar bei dem Frühstück im Lager von ChalonS einen Trink- fpruck ausbringen, der in weit bestimmterer Form als der beim Diner im Elysee ausgebrachte die freundschaftlichen Gefühle für Frankreich zum Ausdruck bringt.
Paris, 8. October. Während der „TempS", die „DebatS" und die chauvinistischen Blätter um die Wette den vorgestrigen Toast des Zaren als eine feierliche Proclamation des franco-rusfischen BündniffeS hinstellen, erklärt das halbamtliche Blatt „Liberty", daß die Antwort des Zaren einfach ganz Europa gezeigt habe, daß zwischen Frankreich und Rußland ein Einvernehmen zu Stande gekommen sei, welches die Auf« rechterhaltung des Weltfriedens sichert. Die chauvinistischen Blätter nehmen aus den Worten: „Treu den unvergeßlichen Traditionen" Anlaß, zu erklären, der Zar fei ebenso wie sein Vater Deutschland abgeneigt.
Pari», 8. October. AuS Roubaix wird gemeldet, daß die Anarchisten Plakate mit rothen Buchstaben auf schwarzem Papier angehestet haben mit der Inschrift: „Tod dem Zaren! ES lebe die Anarchie!"
Moskau, 8. October. Die „Rußkijä Wjedomosti" erklären, das Verhältniß zwischen Frankreich und Rußland sei amtlich durch keinen Vertrag geregelt- keine der beiden Staaten sei im Hinblick auf etwaiße internationale Ereigniffe durch formelle Verpflichtungen an den anderen gebunden. Der Kaiserbesuch sei cm Beweis freundschaftlichen Verhältnisses zu Frankleich- wolle man aber den Festlichkeiten noch weitere Bedeutung beilegen, so heiße daß nicht mit Thatsachen, sondern mit haltlosen Voraussetzungen rechnen.
Berlin, 9. October. Die Maurer Berlins und dessen Umgebung traten abermals in vier öffentlichen Versammlungen für den neunstündigen Arbeitstag ein, auch während des Winters.
Berlin, 9. October. Die Buchbinder Berlin- beschlossen, den Ausstand aufzugeben.
Perugia, 9. October. Hier wurde der 22jährige Buchbinder Schubert au-Zittau verhaftet, weil er angeblich im Besitze compromittirender politischer Papiere sei und sich außerdem seiner Militärpflicht entzogen habe.
Paris, 9. October. Die Fahrt des ZarenpaareS nach Versailles erfolgte auf demselben Wege, der beim Einzüge in Paris benutzt wurde. Ueberall war ein dichtes Mcnschenspalier, jedoch nicht so stark, wie beim Einzuge. DaS Militär hielt wiederum die Ordnung aufrecht. In dem postmäßig bespannten offenen Laudauer, eScortirt von Küras
sieren, später von Dragonern, ging eS zunächst nach Säores, wo die Porzellanfabrik eingehend besichtigt wurde. Am Eingänge überreichten junge Mädchen der Zarin ein Bouquet. Vom Minister Rambaud geführt, durchwanderte daS Zarenpaar die einzelnen Fabrikräume. In Versailles traf der Zug um 4«/z Uhr ein, von der großen Menschenmenge leb- haft begrüßt. Kurz vor Sonnen-Untergang umfuhr das Zarenpaar daS erste Bassin deS Versailler Parks. Die Promenade wurde der Dunkelheit wegen abgekürzt. Im Schloß nahm daS Kaiserpaar die Gemächer der einstigen französischen Herrscher in Augenschein. Lange verweilte der Zar in der Spiegel-Gallerie, wo bekanntlich 1871 die Kaiser- proclamation stattfand. Um 6 Uhr begaben fich die Majestäten in ihre Gemächer, um darauf einem vom Präfidenten Faure veranstalteten Diner im Waffensaale Folge zu leisten. Hieran schloß fich Soiree.
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Sießen, den 9. October.
H** Stadttheater. Das war gestern ein Abend, dazu an- gethan, Studien machen zu können. Zur Aufführung gelangte ein neues Schauspiel von Felix Philippi „Der Dornenweg". DaS Glück, dasselbe hier in Scene gehen zu sehen, verdanken wir der ebenso rührigen als tüchtigen Direction Helm-Kruse. Das neueste Schauspiel deS berühmten Dramatikers erweist sich als ein ungemein wirkungsvolles, geeignet, bei dem Publikum ein gerüttelt Maß von Spannung zu wecken und rege zu erhalten. Nichts gesuchtes ist an dem Stück- es ist wahr und zeigt ein herauSgegriffen Stück aus der Mitte des täglich wogenden Lebens. Die Handlung ist kurz folgende: Dem Kaufmann Wedekind sind 20000 Mk. gestohlen worden. Unter dringendem Verdacht steht der Buchhalter Ernst Bülau, der unter Zugrundelegung des belastenden Materials zu 3 Jahren Gcfängniß verurtheilt wurde. Nachdem er seine Strafe verbüßt, kommt er in das Hau» Wedekinds, wo die inzwischen Wittwe gewordene Frau Wedekind sich seither der Tochter BülauS liebevoll angenommen hatte. Bülau trifft nun daselbst den ältesten Sohn Herbert, der Rechtsanwalt ist. Bülau hat nur das eine Ziel: seine Unschuld an den Tag zu bringen, wozu ihm Herbert verspricht behilslich zu sein, nachdem er in der Unterredung mit diesem die feste Ueberzeugung von der Unschuld deS Mannes gewonnen hat. In meisterhafter Seelen- characteristik läßt nun der Verfasser den Rechtsanwalt, der Seitens seiner Mutter von einer Wiederausnahme des Verfahrens dringend abzuhalten versucht wird, zu dem Schluß gelangen, daß sein eigener Bruder Egon, der kurz nach der Entdeckung des Diebstahls damals in» Ausland geschickt wurde, das Geld gestohlen habe, daß aber vor Allem seine Mutter darum gewußt und doch geduldet, daß ein Unschuldiger darunter leide. Frau Wedekind leidet seelisch furchtbar an dieser Schuld, die sie durch Frömmigkeit, reiche Mildthätigkeit zu sühnen sucht- umsonst — den Dornenweg der Schuld geht fie jahrelang ohne Erlösung, bis endlich im Verlauf einer Unterredung mit ihrem anwesenden Bruder, dem Consul PrätociuS und ihrem Sohne Herbert, der die Tochter Bülaus liebt und das Jawort seiner Mutter erhalten, ihr daS Bekenntniß abgezwungen wird. In ergreifender Scene erhält Bülau von Frau Wrdekind Kenutniß von dem Thäter, sowie den Grund der Verheimlichung: die Mutterliebe für die That deS unbedachtsamen 18jährigen Jünglings. Bülau will jedoch sein Recht, seine Ehre wieder haben, besteht auf Anzeige beim Gerichte, der Frau Wedekind Folge zu leisten bereit ist. Im letzten Acte kommt die Frage der Entschädigung unschuldig Verurtheilter in der Unterredung des ConsulS PrätoriuS mit dem zweitjüngsten Sohne, dem RegiernngS- asseffor Alfred Wedekind, mit ihren Pointen zum Durchbruch. Frau Wedekind, welche von ihrem Bruder die Rückkehr Egons mitgetheilt erhalten, wird auf dessen Ankunft im Hause vorbereitet, worauf jener erscheint. Eine großartige Scene folgt, in welcher der zurückgekommene Sohn seine Mutter als Hauptschuldige anklagt, jedoch darin die Mutterliebe erkennend, reumüthig ihr zu Füßen sinkt — „ich bin nicht werth, Dein Sohn zu sein." Bülau verzichtet schließlich um der Liebe seiner Tochter willen auf eine Rehabilitation, eingedenk des göttlichen Wortes: „Vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern". Damit schließt die Handlung. Ueber die Wiedergabe kann nur eine Stimme deS Lobes herrschen, man merkte es den Darstellern ordentlich an, daß fie mitlebten, mitempfanden. Herr Kunert (Bülau), Frl. Egger (Tochter Bülaus), Frau Helm (Wittwe Wedekind), Fritzschler (Rechtsanwalt Herbert), Herr Director Helm (Consul PrätoriuS), sowie die Darsteller der ^Nebenrollen: fie Alle leisteten ihr Beste», zeigten echte Proben künstlerischen Empfindens. DaS kleine, von Scene zu Scene immer aufmerksamer werdende Häuflein der Erschienenen ging nach lebhaften BeifaÜSbezeugungen hochbefriedigt nach Hanse. — Eine Bitte noch: für die Zwischen- actSmusik möge verständnißvoller paffende Musikstücke dem jeweiligen Character der Aufführung entsprechend wählen und nicht z. 8. nach erschütternden Acten einen lärmenden Marsch, der wenn man nicht den Saal vrrlaffen will, mehr alS störend wirkt.
•• Gießener Stadithealer. Um auch unseren lieben Kleinen einen Genuß zu verschaffen, bereitet die rührige Direction sür Sonntag Nachmittag eine „Kindervorstellung" vor, ans welche wir schon heute aufmerksam machen wollen. Dieselbe bringt ein hübsches Kindermärchen „Wahrheitsmündchen und Lügenmäulchen" , sowie eine urkomische Zauberpantomime „Das Zauberglöckchen im Walde." Es ist also sür das Amüsement der Kinder reichlich gesorgt.
•• Deutscher und Oesterreichischer Alpen Verein. Sektion Gießen. An» der gestrigen Sitzung der hiesigen Ortsgruppe des Alpenvereins dürste zunächst das Wintertourenprogramm von allgemeinem Jntereffe sein. Am 18. October . Abfahrt 6" vorm.: Butzbach—HauSberg—Braunfels.
8. November: Abfahrt 8" Sorm.: Nieder-GemÜndea—H°. berg—SchweinSberg—Amöneburg—Marburg. 6. Dtcimbt' Abmarsch 1 Uhr von der katholischen Kirche: Stoppelber,^. Wetzlar. 10. Januar: Abmarsch 8 Uhr Vorm. DOn Lahnbrücke: Vetzberg — DünSberg — Bubenrod — gu c 14. Februar: Abmarsq 9 Uhr Vorm. vom Ludwigspi^ Arnsburg—Münzenberg—Butzbach. 14. März: «btrar:
8 Uhr Vorm. von der Lahnbrücke: LannSbach—Altenbr > —Staufenberg—Hangelstein. 11. April: Abmarsch 7 Vorm. von der Lahnbrücke: Kinzenbach—Himberg—©üben:.' i —Wetzlar. Auf daS VortragSprogramm werden wir eq gelegentlich eingehen.
•• Pramiirte Obstzüchtee. Auf der AnSstellna, , Cassel wurden folgende 26 Oberhesfische Aussteller miirt: Geibel jun., Klein Karben, kl. silberne Medaille, L { Ortsgruppe Unter WidderSheim, Baumwart Schäfer, 36 x. (Schreibtisch), I. 3- Ortsgruppe Ortenberg, Wtlh. Pfeife i, Oriola, 25 M., I. 3; Ortsgruppe Echzell, gt. fild. Med: (Landwirth Reitz), I. 3; Ortsgruppe Ranstadt de-gl. Lein Kretzmüller I. 3- Ortsgruppe Staden, kl. filb. Medri Bürgermeister Braun, I. 3- Ortsgruppe Butzbach, kl. fu Medaille, Forstmeister Reuß und Reallehrer Wämser, L Ortsgruppe Holzhausen, bronz. Medaille, Baumwart Lch« - I. 3 und kl. filb. Medaille, Baumwart Schmidt sür Ausgabe Ortsgruppe Ober-Eschbach, Bürgermetster Fritzel, Ehrerx?» der Stadt Breslau, 50 M., I. 4 - Ortsgruppe Friekku 50 M., gesammelt von C. Reichelt und E. Metz. L 4 Ortsgruppe Nieder Eschbach, gr. si.b. Medaille, Cb»;l: Seiboldt, I. 4 - Ortsgruppe Kloppenheim, Jos. Hardt, dre 1 Medaille, I. 4- Stadtgemeinde Friedberg, Ehrenpreis ftr Oriola 50 M., I. 5, und große silberne Medaille für 8 - gäbe 68, Bürgermeister Steinhäuher, zusammengestelli wart B llasch- Gemeinde Klein-Linden, Baumwart-em: kleine filb. Medaille, I. 5, ObstverwerthungS-Gencssn! t ■: Friedberg, bronz. StaatSmedaille sür Aufgabe 81 uni b2 OdstverwerthungS-Genoffenschaft Friedberg, 50 M., tyu der Oberen Landw. Behörde Darmstadt für Ausgabe tO ObstoerwerthungS-Genoffenschaft Friedberg, 20 M., D:di des Oberh. ObftbauverelnS für Aufgabe 86- Obstverwnrt ungS-Genoffenschaft Friedberg, gr. silb. Au-stellung«me!: für Aufgabe 87 - Oberh. Obstbauverein, große silb. Ia stellungSmedaille für Aufgabe 67 - deSgl. Gebr. 8ü»mt:ei 1 Vilbel- Wehrheim, Rodheim, kl. filb. AuSstellungSmed. für Aufgabe 76- Großh. Obstbaufchule Friedberg em tfimt diplom unter besonderer Anerkennung ihrer Bethelliguui Gastwirth Carl Musch, Stammheim 6:i Friedberg, bru. AuSstellungSmedaille für Aufgabe 93- H. Baßmann, Okarber i. d. W., bronz. AuSstellungSmedaille für Aufgabe 98.
*• Postperfoualnachrichten. Ernannt find zu Ober-Po- directionSfecretären die Poftfecretäre Fritzel und Leser r Darmstadt. Angestellt find als Postsecretär der Postpracttkn Herdt von Darmstadt in Offenbach (Main), der Postperc? kant Fuhr von Mannheim in Mainz- als Postafsistttu er Postanwärter Straßer in Lauterbach (Hissen). 8n 4 find der Postaffisteut Fuchs von Friedberg (Hessens v.i Gießen, die Postverwalter Fischer von Klein Keotzeado, nach Ortenberg (Hessen), Fleckenstein von Waldmichelict nach Neu-Isenburg, Preß er von Oltenberg nach 8a«: Michelbach und Spilger von Neu-Isenburg nach ß.nr Krotzenburg. Angenommen find zu Postagenten der 0al wirth Flick in Bechtolsheim und der Beigeordnete in belang in Obertshausen. Gestorben ist der Poflverwa. s Fischer in Groß-Steinheim.
H. Reiskirchen, 8. Oclober. Heute feierte bal Üirde» Vorstandsmitglied Johann Heinrich Schön mit Icinrr .»« mahlin in Rüstigkeit und guter Gesundheit, im-eben ?;n fast allen Familienangehörigen und Verwandten, iai W Fest der goldenen Hochzeit. Nachmittag» sar?. *w Gotteshause eine nochmalige Trauung statt, motain tu Paare eine vom Kirchenvorstande gestiftete Bibel übent d wurde. Se. König!. Hoheit der Großherzog erfreute lo Jubelpaar mit einem Geschenk. Zahlreiche ©lüdrcur t; mündlich, schriftlich und telegraphisch wurden überwH.:r Der Ehe entsprossen neun Kinder, nämlich zwei Tö-tter c: fieben Söhne, welch letztere sämmtlich unter der ftabnt F dient haben. Leider hat der unerbittliche Tod drei ectp schon der Familie entrissen. — Den geehrten Lesern „Gießener Anzeiger" dürste eS noch bekannt sein, da? ■ Lause deS Sommers schon ein goldene- HoLieitSjubi hier gefeiert wurde.
Trai» Munjenberg, 8. October. Bei der am 3. O-. » stattgehabten Wahl eines Bürgermeister» worie c Stelle des kürzlich verstorbenen langjährigen Herrn 8üt meisterS Gorr der allgemein hochgeachtete Beigeordnete, Tag, mit 23 gegen 17 St mmen zum Bürgermeister hiefigen Gemeinde auf die Dauer von neun Jahren ge®ä -
Butzbach, 7. October. Nach den Berichten au» * Landorten ist der Wahlfieg de» ehemals freifinntgen, O aber zu den Antisemiten Übergegangenen 8ürgtrwei>i ■ Joutz wahrscheinlich; Vogt, der bisherige nat.onallibe-^ Vertreter, hat nur in Butzbach selbst die Mehrheit erd - -
Darmstadt, 8. October. Ein vergessener "a- Die Kaiserin von Rußland wird in der Pariser Preil« begeisterter Poesie und Prosa gefeiert. Namentlich u die Mutter der Kaiserin, die Großherzogin Alice von tz-r ' welche in den Lebensbeschreibungen der Kaiserin eine Rolle spielt. Seltsamer Weise ist von dem Vater der Shue dem edlen Großherzog Ludwig IV., nicht mit einem die Rede, er wird vollständig ignorirt. Allerdings b- damalige Prinz Ludwig von Hessen in der ,
Gravelotte die hessische Division in den heißen 1 v
EentrumS im Gehölz de la duffe, gegenüber Amaro- ruhmvoll commanblrt. . .
Darmstadt, 8. October. Die Ankunft de» und der Kaiserin von Rußland erfolgt Sam tag mittag 9 Uhr auf dem Bahnhof der Hessischeni L»» I Nach Ueberieitung deS Zuges in den Bahnhof °er
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