war illuminirt. ä&afc'üffy
Piel, 9. September. Das russische Kaiserpaar hat gestern Abend aus der Yacht .Polarsterns die Reise nach Kopenhagen angetreteo, nachdem eS sich aus» Herzlichste vom Prinzen und der Prinzessin Heinrich verabschiedet hatte. Die im Hasen befindlichen Kriegsschiffe gaben bei Abfahrt des „Polarstern" Salut. Dom Gefolge des Zaren hat fich ein großer Theil bereits nach Paris begeben.
Braunschweig, 9. September. Nach einem Gmundener Telegramm hat fich das Befinden des Prinzen Georg von Cumberland infolge einer Nieren Erkrankung ver. schlimmert. , , c .
Athen, 9. September. Ja den letzten Tagen find 1500 armenische Flüchtlinge auS Konstantinopel im PiräuS eingetroffen. Zur Unterbringung derselben ließ dte Regierung Armenzelte in Phaleron ausschlagen.
Athen, 9. September. Türkische Truppen vernichteten eine weitere macedonische Bande unter Berbery bet L!waduk. Alle Mitglieder derselben find bi» auf sieben, dte über dte Grenze entkamen, gefallen.
ComIm nnö prrohtifcttc#.
Sieben, den 9. September.
einigen Wochen bevor. c. I
b Sorlitz, 8. September. Heute früh 71/, Uljr begab sich i>€t Ratftr mlttelft Sonder,ugl« in da« MnnSvngelSnde und kehrte von dort kur, na« 3'/, Uhr wiedcr zurück. .Dir Kaiserin unternahm heute Morgen eine Rundfahrt durch dir Stadt, wobei fit zuerst die Peter,!>rche be!u«.e ,°d->°u an der RathhauStreppe sich die architectonischen Schönheiten erklären ließ. Hierauf begab fich dte Kaiserin zum heiligen Grabe und stattete darauf im Dtakoniffenhause einen längeren Besuch ab. In dem Gespräch mit dem DiakonuS Bluidow bekundete dte Kaiserin thr lebhaftes Jntereffe für dte kirchlichen Verhältnisse der Stadt und sprach sich über die Schön- betten der jetzt vorhandenen Kirchen lobend auö. Die Kaiserin bemerkte weiter, daß Görlitz noch neue Kirchen sehr nöthig habe. Außerdem bekundete dte Kaiserin regeS Jutereffe für dte WohlthätigkeitSanstalten. ES wurden thr hierauf mehrere I Vorstände von WohlthätigkettSanstaltev vorgestellt. Nach einem Besuche bei den katholischen barmherzigen Schwestern fuhr dte Kaiserin nach dem Blockhaus, wo der Lehrer-Gesang- verein mehrere Lieder vortrug. Heute Abend 10 Uhr 30 Min. I begibt sich dte Kaiserin mittelst SonderzugeS nach Karlsruhe.
Rom, 8. September. Wie verlautet, soll der Zar als Trauzeuge der Prinzesfin Helene von Montenegro und der Deutsche Kaiser al6 Trauzeuge des Kronprinzen von $tÖ Venedig, 8. September. Der österreichische Dampser „Maria Cäsar", auS Trapani kommend, collidirte mit einem italienischen Schiffe. DaS letztere sauk. Die Mann- schäft konnte gerettet werden.
Brüssel, 8. September. Prinz Albert von Flandern | hatte vor seiner Abreise nach Breslau mit seinem Oheim, dem König Leopold, eine längere Besprechung. Der König gab, wie bekannt, dem Prinzen ein eigenhändige» Schreiben mit, welche» dieser gestern dem Deutschen Kaiser überreicht hat. ,
Pari,, 8. September. Aus der Kaffe der Soeibtü Günörale" stahlen mehrere Individuen ein Packet Scheine, sowie englische Banknoten im Werthe von 75,000 Francs. Dte Diebe schickten später dem Bankhause die inzwischen pro- lesttrten Checks zurück, behielten aber 20,000 FrcS. in Banknoten. Die Diebe find nicht ermittelt.
Pari», 8. September. Trotz des Verbots de» Ministers des Innern fand am Sonntag in Bayonne wieder ein Stier kämpf statt, wobei sechs Stiere und ein Stierkämpfer getödtet wurden. ,, ,
Marseille, 8. September. Die hier eiugetroffenen armenischen Flüchtlinge werden heute oder morgen nach Newyork besörderr werden.
Loudon, 8. September. In einer gestern stattgehabten Versammlung der Dockarbeiter wurde mitgetheilt, daß dte in 32 Syndikaten befindlichen Hafenarbeiter, darunter auch diejenigen auS Newyork, fich gleichfalls den Dockarbeitern angeschloffen haben. Gegenwärtig find iuSgesammt Il/.Million Arbeiter zu striken bereit.
eine Derufßstatistik angeordnet, am 15. Juni 1883 wird dar- KrankeuversiterungSgesetz, am 4. Juni 1884 da»^Unfall- verficheiungSgesetz und endlich am 22. Juni 1889 daS Alter«- und JnvaliditatSverficherungSgesetz erlaffen. Sm meisten Beifall fand daS erste Gesetz, da» an die bereit» bestehenden eingeschriebenen HilsSkaffen anknüpfen konnte. I» Jahre 1892 waren 6«/i Mill. Personen versichert, die Einnahmen betrugen 124 Mill., die Ausgaben 104»/, Mtll. Mark. Da» UnfallverfiLerungSgesetz findet einen Vorläufer \u dem Hastpflichtgesetz. 1892 waren Mtll. Arbeiter versichert- die Einnahmen betrugen 68 Mill., die Ausgaben 54 Mill., Vermögen 101 Mill. Mark. Großen Weder- stand fand die Einführung der Alters- und Invalidität»- Versicherung. Redner erkennt allerdings die verbefferungS- dedürstigkeit de» Gesetze» an, weist aber auch auf die Schmie- rigkeit der pünktlichen Einziehung der Prämien, besonder» derjenigen der Arbeiter, hin. Dte niedere Höhe der Alter»- reute und die hohe Altersgrenze find ebenfalls Mangel, deren Tragweite jedoch zusammenschrumpft, wenn man bedenkt, daß weitaus die meisten Arbeiter (96 Procent), schon früher die viel höhere JnvaliditätSrente beziehen. S» erhält z. B. ein 56 jähriger Arbeiter eine größere Jahre»- rente, als er zeitlebens in die Versicherung gezahlt hat. Der größte Mangel des Gesetze» besteht in der kostspieligen und umständlichen Verwaltung. 1892 waren über 11 Mill. Personen versichert, die Einnahmen betrugen 99 Mill., der Reichszuschuß 9,200,000, die Ausgaben 17 Mill., und da» vermögen gegen 163 Mill. Mark. Alle diese Einrichtungen haben einen hohen socialen Werth, denn waS sie bieten, tst kein Almosen- ferner einen wirthschastlichen Werth, denn
I durch die Garantien der Versicherungen bei Krankheit mtd Unglück hat fich die Lebenshaltung der arbeitenden Klafferr gehoben. Dadurch finden wieder die kleinen Geschäftsleute einen stärkeren Absatz. Diese ganze Gesetzgebung ist ledoch insofern alS unfertig anzusehen, al» fie nur den kranken Arbeiter unterstützt. BiSmarck wollte jedoch von ewer weiteren Schutzgesetzgebung nicht» »iffen. Die Sachlage wurde verändert mit dem Regierungsantritt Kaffer Wilhelm«
I __ Erlaß vom 4. Februar 1890 und Sturz de» Kanzler»
in bcmlelben Monat. - Sine Folg- ^-« Srias,!« war die
I Internationale Arbeiterconferenz in Berlin (1890). Weit werthvoller jedoch eine Abänderung der Gewerbeordnung (Juni 1891) und da» Gesetz betreffend der Gewerbegerichte
I (29. Juni 1890). DaS erste Gesetz gewährte den in Fabriken I beschäftigten Kindern und Frauen größeren Schutz- e» ent- I halt ein verbot der Sonntagßarbeit, Vorschriften zum Schutz gegen Unfälle und Krankheiten und endlich Bestimmungen
I über die Theilnahme der Arbeiter an der Aufstellung dtr Fabrikordnungen. Die Aufficht über die Durchführung dieser Bedingungen führen die Fabrikinspectoren, die die Ergebniffe ihrer Anstellungen in Jahresbüchern niederzulegen haben. Bei der segensreichen Thätigkeit dieser Jnspectoren wäre sehr zu wünschen, daß ihre Zahl noch weiter erhöht werden möchte und besonder» daß auch Frauen angestellt würden. DaS deutsche Reich hat sicher recht bedeutende Anfänge einer
I gesunden Soclalreform gemacht. Doch bleibt noch viel zu thun, so vor Allem in der Hausindustrie. Daß man bereit ist, noch mehr zu leisten, beweist vielleicht auch die Entsetzung der RetchScommisfion für ArbeitSstatlstik (28. Mat 189.* ••)
I Die Commission scheint dem Redner dazu berufen, eine Werk- I Hätte für weitere sachgemäße Reformen zu werden.
♦♦ Daß mit dem Radeln der Damenwelt eine erhöh»« Gefahr für auf der Straße spielende Kinder eingetreten ist, I beweist der gestern vorgekommene Fall, wo eine junge, de» edlen Sport ergebene Dame In der Schloßgaffe ein 6 Jahre altes Kind überfuhr und dasselbe nicht unerheblich -verletzte. Dte Mutter des Kindes hat Strafantrag wegen . fahrlässiger Körperverletzung gestellt.
*• Erbarmt Euch der atmen Kettenhunde, gebt denselben regelmäßig reichliche» und gutes Futter und in der heißen Jahreszeit täglich öHer srisches Wasser, haltet streng aus größte Reinlichkeit in und neben der Hütte, stellt diese be tm Sommer an einem schattigen Platz auf, beschafft eine lange Kette und breite», nicht drückende» Halsband, damit sich die armen, gefangenen, treuen Wächter möglichst freß bewegen können. In gleicher Weise sorge man auch sür die
Zum (Kapitel „hohe Standgelder", die auch in hte- figer Gegend in die Erscheinung treten, wird der „Darntst. Ztg." aus Rheinheffeu u. A. geschrieben: . . . . Bei dieser Gelegenheit sei auf eine Erscheinung aufmerksam gemacht, die alljährlich mehr zu Tage tritt. E» ist dies nämlich da» Hinausztehen de» städtischen Juxplatz'„Vergnügen auf daS flache Land. Dte durch Aufstellung von Carbuffel«, Schau- und Schießbuden, sowie Verkaufsständen entstehende Concurrevz fördert nun eine Preistreiberei zu Tage, die den Gemeindekaffen einen erklecklichen Einnahmeposten bringt. Die Summen, die für Aufstellung von Carouffels u. ,. w. bezahlt werden, erreichen selbst io den kleinsten Orten eint fast unglaubliche Höhe. So betrug z. B. in Kastel gelegM' ltch der dreitägigen Kirchweihe da» gesammte Standgeld für Buden 1900 Mk.- in Mombach mußte ein Carouffelbefitzer für 2 Tage 800 Mk. bezahlen. Auch recht hoch find d e Standgelder an den kleinsten Orten, nämlich 80 bi» 150 SH für ein Earouffel, 50 bl» 70 Mk. für eine Schießbude, 20 bis 40 Mk. für verkaufsstände. Auch den Hausierern mit Juxarttkeln re. rückt man mit hohen Communalabgaben zu Leibe«
•• Deutfcher F»rtbildnng»fchnttag. Der „verband der Freunde und Lehrer deutscher Fortbildung»schulen" veran» Haltet am 19. und 20. September d. I. den ersten beut' I scheu Fortbildungsschultag in Leipzig und hat zu diesem Zwecke dieser Tage auch an dte Vorsitzenden der hessischen Fortbildungsschulen Ewladungen ergehen lasten. Der verband hat sich die Aufgabe gestellt, der nationalen Fortbildungsschule jeder Art im deutschen Volke neue Freunde zu gewinnen und hält e» infolge dessen für seine Pflicht. I durch regelmäßig wiederkehrende FortbtldungSschultage, »er
bert wird eine Steifheit ton 52 Ständen pro Woche mit 21 Mk. Mtndestlohn für schwächere Arbeiter und eine Lohn «rhöhung von 15 pEt. für geübtere Arbeiter.
Berlin, 8. September. Dte Hand werk er-Eon- serenz wurde heute vormtttag 9»/t Uhr eröffnet. Seiten» der Regierung war der Geheime Ober - RegierungSrath Dr. Sichert und der Geheime Regierung»rath Gruner er schienen. Der Vorsitzende de» Central - Auli chuffe» M deutschen JonuogSverbanbeS, Fuster, leitete die Berhan lungen durch ein Referat über die Vorlage, betteffend die Organisation de» Handwerk», ein. Die Ergebniffe der Con- ferenz, welche drei Tage dauern wird, sollen spater officlell veröffentlicht werden. Au» Kreisen bei 3anun0ß^“n,bflc6rBuCnT' lautet, daß bte Conferenz von bet Forberung der Einführung be» Befähigung» Nachweises ganz absehen unb fich auSschltetz llch mit bet Vorlage bet Regierung b^ch ästigen wird.
Berlin, 8. September. Der „Staatsbürger Zeitung zufolge steht bte Einberufung be« EolonialrathS in
schädlichen Gelichter der Sepiernbersauna daS Lebenslicht auszublasen; wir stöbern eS zu diesem Zwecke in seinen Schlupfwinkeln an oder I unter den Pflanzenwirthen auf. Da sind die noch vorhandenen I frechen Kohlweißlingsraupen, die LauLmotien an Zwiebeln auch Lauch, die noch ganz jungen Räupchen der Baumweißlinge, deS Gold- asterS an unseren Formobstäurnen, die de« StachelbeerfpannerS, I bann die gefräßigen, meist nächtlicherweile auS dem Boden kommenden Eulcnraupen von Gänsefuß-, Kohl-Winiersaaieule undHauSmütierchen^ schließlich die sich an niederen Pflanzen und Sträuchern bald em- spinnende 2. Generation der Gammaeule. _ . ,rm
Beim Schnitzen des Dörrobstes vernichte man den Obstwurm, bringe zu seinem Abfangen in allen Odstlagerräumen alte Lappen, die er zum Einspinnen aufsucht, als Fallen an.
ZI in arg zerfrestrnen Schneeball müssen die Zlveigchen mit den Furchtkäfereien abgetchnitten, an den jungen Fichten die Wurmmehlnester mit den Räupchen de» FichtennestwicklerS cntfernt w-rdem |
Schweren Aerger macht dem Erbsenzüchter der Erbsenkäfer in der geernteten Maare: er muß dadurch getodtel werden; bafc man die Erbsen aus Horden ic. einer Wärme von 40—‘48* R. (nicht mehr'.) 1 bi« 2 Stunden aussetzt. In den Fanggläsern fangen sch jetzt viele Wespen; deren Erdnester sollten ermittelt und unschädlich gemacht werden. ... ,
Rostiges Bohnen- und Erbsenstroh bringe man nicht in Dte VorrathSräume. sondern verbrenne eS, falls «S nicht noch alsbato verfütterbar. Ebenso verbrenne man in Tafelobstgärten alles trän le schwa zfl^ckia adgesallen« oder noch hängende milbensüchtige Birnlaud. Man baut dadurch vielen Schaden für daS nächste Jahr vor.
Die bei dem vielen Regen an den Obst- und Zierbäumen wuchernden Baumschwämme schneide man au« und verstreiche die glattgeschnittene Bast« mit etwa« Theer.
Der Herbst zieht über die umgebrochenen Stoppelfelder, durch die Gärten unb die mit Wein reich behangenen Rebberge; möge diesen die Sonne noch gnädig sein, und dem Segen zur Freude der fleißigen Winzer noch Zucker, Geist und Blume verleihen, sonst bleibt ihre schwere Arbeit, ihr Hosten unbelohnt, und der Segen fällt den Pentschern zui , K
Die Schwalben sammeln sich, dien in Heerrügen dem fernen Süden zu. Der Landmann, der Städter steht e« sinnend, ruft ihnen fein Lebewohl! nach. Mögen fie un« bei ihrer Rückkehr über Früh- ling«wolken und die neu ergrünte Muttererde ein freundlichere« fonnigere« Jahr bringen!
Heinrich Freiherr Schilling.
Berlin, 9. September. I« weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung der Handwerker -Confere«- gklnagte e®n Antrag de» Central-AuSschuffe» der JnnungS-verbände betreffend den Vorzug der Gewerbe zur Annahme.
Berlin, 9. September. Prinz Ruprecht von Bayern ist L la Bülte be« Leibregiments Großer Kurfürst gestellt. , Berlin, 9. September. Die ,®erl. Reuest. Rachr.
zuverlässig, d°b die W-lduag-a über die b-°°r. stehende Berufung de« Grafen Hntten-SzapSkl al« militärischer Decervent für da« Schutztruppen-Departe- ment im Colonialamt unbegründet find.
Görlitz, 9. September. Dte Kaiserin reiste gestern Abend 10 Uhr 30 Minuten nach Karlsruhe ab. Der Kaiser Otleltete feine Gemahlin bi» jum
* Sill neues Cafe (Conditorei) wird morgen Donnerstag Abend im ehemals Dr. Felfing'schen Hause, an ber Ecke Weibengasse-Neuenbäue, errichtet. Der neue Besitzer unb I Inhaber deS CaföS, Herr I. Krämer, hat den unteren Theil deS geräumigen Hauses vollständig umbauen und einem feineren Restaurant entsprechend einrichien laffen. (Stehe Inserate in heutiger Nummer.)
♦» Die Sektion Gießen deS denffch-österreichffchen Mpen- verein» hat in diesem Jahre fleißig Farben "tarkirt. I Dte Sectton Wetzlar deS Taunus-ClubS ist mtt dem Markiren von Farben mtt Gießen Hand tu Hand gegangen, so daß dte Markirungen beider Secttonen einheitlich sich gestaltet I haben. Von Gießen ist jetzt ber versuch gemacht, auch mit dem Marburger Touristen-Club dahin Vereinbarungen zu I treffen, daß sich dte Farben-Marktrungen auch von dort an das von Wetzlar und Gießen angenommene System etnhett- ltch anschliehen, damit eS sich ermöglichen läßt, für Marburg, Gteßen, Butzbach, Wetzlar eine gemeinsame Farbenkarte her- auSzugeben. ES wäre im Jnttreffe ber Sache sehr zu wünschen, wenn dte Anregung vom Marburger Touristen- Club günstig ausgenommen würde.
•• krieftanbensport in Gießen. Gestern vormittag ließ Herr Etseubahnschaffner Schlitt von hier, in ber Lahn- I ftraße wohnhaft, in Kirborf bei AlSfelb zwei Brieftauben fliegen. Die erste Taube traf nach 30 Minuten hier im Schlage wieber ein. Die zweite brauchte 40 Minuten, um I den zehn Stunbeu weiten Weg zurückzulegen.
Bortrag. Am vergangenen Sonutag hielt Herr I Pfarrer Wenck aus Darmstadt tm evangelischen Arbetter- I verein eben Vortrag über „die deutsche Arbeiter- I I schütz- und Arbeiterversicherungs-Gefetzgebung . Im Folg nden werde ber Inhalt In groben Umriffen wieder- gegeben : Die heutige sociale Gesetzgebung ist nicht allein auS der Initiative ber kaiserlichen Botschaften hervorgegangen, sondern fie ist daS Product einer langjährigen Entwicklung. Die ersten Anfänge liegen um 100 Jahre zurück, in ber | Regelung des LehrlingSwesenS in ben Zünften. Rasche Fortschritte machen biese Gesetze in den vierziger Jahren, wo bte mächtig werbende Großindustrie einen Schutz der Arbeiter nöthig macht. Den ersten Anstoß gab, wie in England, die Kinderarbeit in den Streichholzfabriken. Es wurden hier Kinder von 4 Jahren zu der ungesunden Beschäftigung an- gehalten. 1839 verbot eine königliche Verordnung die Be- schäftigung von Kindern unter 9 Jahren. Im Jahre 1845 wird die „allgemeine Gewerbeordnung" erlaffen. Der Orts- behörde wird die Befugniß ertheilt, die zum Wohl der Arbeiter erforderlichen Einrichtungen zu veranlaffen. Principiell wich- tige Bestimmungen enthalten die Gesetze über Einsetzung von Gewerberäthen und die Abschaffung des TruckiystemS. Die Kinderarbeit wird weiter beschränkt (Maximalgrenze 12 Jahre). Zur Arbeit an Sonn- und Festtagen soll Niemand „verpflichtet" sein. Diese zunächst preußischen Gesetze werden nach Gründung des norddeutschen Bundes auch auf diesen und nach 1870 auf da» gesammte Reich ausgedehnt. In Folge des Ein- fluffe» des Fürsten Bismarck trat zunächst kein wesentlicher Fortschritt ein- doch können die in den siebziger Jahren gegebenen Gesetze - Hastpflichtgesetz unb Bestimmungen über I die eingeschriebenen HilfSkaffen — al» Vorläufer ber großen Versicherungsgesetze angesehen werben. In bieser Periobe erscheint auch zum ersten Mal in den Gesetzen al« schütz bedürftig die Frau. Ein Gesetz von 1878 bestimmt nämlich, baß sie 3 Wochen nach ihrer Niederkunft nicht beschästtgt werden darf. Endlich wird ein Fabrikinspectorat eingesührt, trotz dem ein Jahr früher von BiSmarck in einem Brief an I Achenbach geäußerten Bedenken. ES wurden zunächst 30 Jnspectoren ernannt, deren Zahl nach dem Sturz de» Kanzler« auf 170 erhöht wurde. Eine rasche Wendung in ber Gesetzgebung trat nach ber kaiserlichen Botschast vom 17. Nov. 1881 I ein. Diese war daburch veranlaßt, baß baS Socialiftengesetz | von 1878 nicht bte erhoffte Wirkung hatte. E« wirb zunächst
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IWt ju begegnen, ist Hii;en. ES haben fuf ulke Länder mit 15,00 tau tal .vertrauliche B^retne* herauSzufleben Fflitet, dem uerleg^nbi Itrift Poenicke, 1897 ] Uri iben zu machen übe pheflt/ Zeh unb Ott ^'«dnzahl, EinirlttSge ldtz't aHt durch öintrit b’uetnbt önäubtrani
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