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10.6.1896 Erstes Blatt
 
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1806

Mittwoch de« 10 Juni

Erstes Blatt

W 134

Fernsprecher 5L

Anrts- und Anzeigeblutt fSr den Ttveir Gie^eir.

Hratisbeitage: Gießener Iamilienbkätter

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geben werden.

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Berlin.

Den Geschworenen

tliiiHm» Dom Anzeige» zu der Nachmittag« für de» ||i|rhm Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr.

Teheran, Schahs

t* Gießener l||iitli<»irittcr 1 W» , dem Anzeiger ,lGa.aich dreimal

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asserwerk 6

$ergen*____z

Der

t tsts^er Anzeiger echejnt täglich, IV Lu»nahme des TioMags.

Deutscher Reichstag.

99. Sitzung. Montag, len 8. Juni 1896. 8m BundeSrathstische: StaatSsecretär o. Marschall.

Bieneljährlger >6o»»et»enl5FrtU » 2 Mark 20 Pfg. mt»

Bringerlohn. x Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

Reb actien, tpebWer- und Druckerei:

Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgege«.

Neueste NachMicht^u.

Wolff» telegraphische» Sorresvondenz-Bure«.

Berlin, 7. Juni- DaS gestern vom Reichstage an­genommene Bürs enge fetz tritt am 1. Januar 1897 in Kraft. Die Bestimmungen über daS Börsenregister treten mit dem 1. November 1896 in Wirksamkeit, die Vorschriften über Zulassung von Actien eine» zur Actien- oder Comman« ditgesellschaft umgewandelten Unternehmens, von Antheil- scheinen ober Obligationen ausländischer ErwerbSgesell« schäften mit dem 1. Juli 1896. Der Abschluß der börsen­mäßigen Termingeschäfte ist nur bis zum 1. Januar 1897 gestattet, mit der Maßgabe, daß die b8 zu diesem Tage abgeschlossenen Geschäfte auch bis dahin abgewickelt sein müssen.

Hamburg, 8. Juni. Die Hamburg-Amerika- Linie hat die Errichtung einer regelmäßigen Linie für Passa­gier- und Frachtbeförderung zwischen Hamburg und Galveston beschloffen.

Kiel, 8. Juni. Der commandirende Admiral Knorr schiffte sich heute Vormittag aus derWeißenburg" ein. Das erste Geschwader, bestehend auS den PanzerschiffenWeißen­burg",Wörth" undKönig Wilhelm", ging alSbald in See.

Paris, 8. Juni. JuleS Simon ist heute Mittag ge- storb en. Seine Gattin und seine beiden Söhne umstanden das Sterbelager. Bereits Nacht« erhielt er die Sterbe- sacramente.

Paris, 9. Juni. Kaiser Wilhelm ließ der Familie JuleS Simons durch den Botschafter Grafen Münster eine BeileidSdep esche überreichen, worin der Kaiser tele- graphirt: In feiner hohen patriotischen Rechtschaffenheit hatte daS ehemalige Mitglied der Regierung der nationalen Ver- theidigung und Unterzeichner des Frankfurter FriedenSver- tragS nicht gezögert, das Präfidium der französischen Ab­ordnung beim Berliner Sozialcongreß zu übernehmen. Er trat für die Ideen der Versöhnung und des heroischen Ver- z'chte» ein, welche von den beiden anderen Delegirten Burdeau und Dölahaye und dem ganzen Congreß günstig ausgenommen wurden. Die allgemeine Abrüstung, welche eine Wohlthat für beide Nationen gewesen wäre, wurde unglücklicherweise durch die kindischen, unüberlegten Manifestationen der Pat'iotenliga" durchkreuzt. Zum Schluß verneigt sich der Kaiser vor dem Grabe des persönlichen Freundes und Philosophen, der seine patriotischen Empfindungen vor dem Jnteresie der Menschheit und des Weltfriedens zurücktreten ließ. Graf Münster kündigte weiter an, der Kaiser beabsichtige, sich bei Simons Begräbniß durch einen Spezialdelegirten vertreten zu lasten.

Moskau, 8. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin reiften gestern Abend 10.15 Uhr zunächst nach Odinzowo ab, von wo auS sich dieselben nach JlinSkoje weiter be-

hinter verschlossenen Thüren gehalten.

wurden zwei Fragen vorgelegt: ob wistentlich falscher ®tb vorliege oder ob der Angeklagte in Grünberg einen fahrlässig

8. Juni. (Reuter.) Die Inthronisation hat heute stattgefunden.

Depesche» Se» fcvreez .Herelb

8. Juni. Dem heutigen großen Armee-

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öconomtsche Leben da einzugreifen, wo dies nicht unbedingt rroth- wendtg sei. Es sei geradezu ein krankhaftes Bestreben, daß der Staat sich in alle Bewegungssretbett einmtschen solle. (Lebhafter Beifall links.) DaS Wort deS Fürsten BtSmarck: Wir Deutsche ürchten Gott und sonst nicht« auf der Welt, möge auch gegenüber dem Detallreifenden Platz greifen.

Abg. Reißhaus (Soc) bekömpst die Beschränkung der Be- wegungsfretheti, welche diese« Gesetz bringe.

StaatSfecr. v. Bötticher: Bei der Vorlage handelt e« sich weniger um Vorschläge der Regierung, als um frühere Beschlüste des Reichstag«. Auch da« Verbot de« DetailretsenS ist im Reichs­tage angeregt worden. Als neuerdings au« den Greifen der Ge­werbetreibenden diese Forderung mit großem Nachdruck erhoben wurde, fühlte sich die Regierung gedrungen, dem Reichstage den vorliegenden Vorschlag zu machen. Nach den übereinstimmenden Meinungen, welche gewerbliche Sachkenner von der Schädigung be­rechtigter gewerblicher Jnteresten durch den Detailreisenden haben, bedarf e« hierüber keiner besonderen Enquete. Diese Schädigung steht für einzelne Gewerbe fest, während andere von Detailreisen Nutzen haben. x

Weiterberathung morgen 2 Uhr. (Schluß 6 Uhr.)

Meßmer Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

e entstehen bei d» e ist vermieden, ri >ofort äusser Thätin »entlieh vereinfach t.

nerksame Hahnenä- itzen Verbrennung

t auf das Bratstück und der ganze St lafter, als auf andere des Gases zu Ko? sen von Jahr zu k inen hierfür ein.;-' - ohne den Yeti' >n ist

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inrichtung einer Be­nehmen wir der» L ts abzuschätzenden h eitungen darf ntn t» ;ases benöthigten tes en, auch in Mieth r 85, 40, 60, 70 Pc.

i bietet gegenüber t digemein anerkamz itverlust und ohn-: fügung.

n sofort in voller S

da in b Ausschluß der Ausländer vom Grunderwerb in Japan ripuK! tiue« sei. E« handelt sich lediglich um Erhaltung de« be- ttel jjkibn Zustandes, und der deutsche Handelsvertrag mit Japan bf - ttihd»iln dieser Beziehung durchaus mtt dem englischen.

IbH. Müller.Fulda (6tr.) erklärt die vielfach laut gewordene TV UxfibT über, daß Japan seine Zölle sa-außerordentlich und,all- tetnara oihöht habe, für unbegründet. Im Allgemeinen betrügen tei:M« nur 10 oder 15 vCt. de« Werths, das fei doch nicht gar io ( M mnd überschritten würden jene Sätze nur in Einzelfällen. D-l-n Mmische Markt fei von hoher Bedeutung, namentlich für un 4-1« L; xtU-, Ersen-, chemische und Farbwaaren-Jndustrte.

Be Artikel 5 zollt Äbg. Graf Kanitz zwar der Bindung der .anoeUdyn Zölle Anerkennung, beklagt aber die zunehmende Con- eunTtni feer japanischen Industrie, welche dabei durch die Silber- rntrbitbg.ng unterstützt werde. Welchen Schluß die verbündeten *te*i*run:i;en daraus zögen, müsse er denselben überlasten, aber helfen *or int t>< jedenfalls nur eine internationale Währung. Auch die flefljutlEng der Ausländer in Japan komme da in Betracht, die genössen daselbst beim Verkehr mancherlei Bevorzugungen.

Bin., Hahn (b. k. Fr.) weist daraus hin, daß es sich in Japan iir riH-cHzölle handle. Da sei es für un8 wichtig, daß die Be- rec Arm, des Werth« der Jmportwaaren festgelegt werde. Unsere 3riikftii! sei daher interessirt, zu erfahren, wie unfer auswärtiges Ais«bl-»einschlägigen Bestimmungen deS Vertrags auBIege.

Ttiector im Auswärtigen Amt Reichardt erklärt, nach den bt«aiVIdpnn Besprechungen gelte als Werth der Waare der in der JaWjia i ingetragene EngroS-Preis.

Jlbp. Münch - Ferber betont, daß die Japaner die Vortheile xtmjirt- vortrefflichen Patent- und Musterschutzg-tzes erlangen sollten, »ücdfrmi) i rotr nicht einmal wüßten, wie das betr. japanische Gesetz au Ms. Darüber möge uns die ReichSregierung Aufschluß geben.

»Ibsz. Heyl von Herrnsheim (nl.) hebt die Gefahren ivelche dem Absatz deutscher Maaren auf dem Weltmärkte btitoto ^namentlich von Amerika her. Dem vorliegenden Vertrag sttipmi Slebntr zu

6tiaat«f(cretSr v. Marschall: Von dem japanischen Gesetze )Ulpt>r-:chc des gewerblichen Eigenthum« werde ich eine Uebersetzung rnzflktbe-i lasten. Jedenfalls hatte Deutschland bisher in Japan za pr ltlcrn Schutz seines gewerblichen Eigenthums, sodaß der Vertrag ttn-ii^einüber dem bestehenden Zustande günstiger stellt. Auch ist utrifkttlcdS bereits darauf gedrungen worden, daß Japan mit un« übfottbie'em Punkt ein Separatabkommen trifft. Der Vertrag wird gcMtifoilti.t.

08 folgt die dritte Lesung der Gewerbenovelle.

flbj. Baffermann (nl.): E« habe sich seit der zweiten ficMfa htrausgestellt, daß durch die gefaßten Beschlüsfe doch eine flaifli» dtrdbe seßhafter Gewerbe geschädigt würden, und zwar auch «eäitintr. die zum gewerblichen Mittelstände zu rechnen feien. Es geWibä«' namentlich von dem S 8 (Dclatircifen). E« würde also wcMcalh kein 'Nachtheil fein, wenn die Erledigung dieser Materie noatiiaf einige Monate bmausgeschoden werde. Verschiedenen Ge- waanihetl enden, die sich früher an der Agitation gegen das Detail- retißsf bitthciligt hatten, fei die Erkenntniß aufgedämmert, daß sie srchli stuit in das eigene Fleisch schneiden würden. Er und ein Ih j»e'Liner Freunde stünden daher auf dem Standpunkte eines vo liii : r vm Antrags Richter, den Artikel 8 ganz abzulebnen und dtest üiziarung erst noch zu Ermittelungen über den Gegenstand auf» rufctokrri. Ueberdies könne man sich nicht verhehlen, daß sich gegen da-MkrÄot de« Detailreifens gerade die Großkaufleute am ehesten sichtzp: künnten, durch Platzagenten, daß allo schließlich das Verbot nuanha Großbetrieben und G'oßstädten zu Gute kommen würde.

ßbi-z. Fischbeck (frf. Vg): Es sei eine ganz merkwürdige Sr!«d: Ittik und namentlich auch eine ganz merkwürdige Mittel- ja BjaOlitif (Rufe links: Sehr richtig!), was diese Vorlage und biflktbiroeiter Lesung gefaßten Beschlüsfe veranlaßt habe. Nach den beiinl :i rlkgenben vielen Anträgen scheine das Hau« doch seine 1i sti: rngen seit der zweiten Lesung stark g-änden zu haben, sogar au.rllf: Rechten des Hauses. Man verstehe jetzt auch sehr wohl Ofl.rtl » t, welches der Herr Reichskanzler gesagt habe und er - fellttf oiljfe zuverlässig, daß dieses Wort gesagt worden sei: es :ct ii:u! urelfUd), wie man solche Vorschläge habe machen können! M M J wolle man thatlächlich ganze Geschäftszweige todtschlagen uniLi der Erkaltung einiger Krämer willen ganze Reihm anderer Zeitit-r- an den Bettelstab bringen. Auch eine Reihe anderer Be- stir m iiien bitte er abzulebnen, denn die betr. Interessenten werde tnatthxb nie zufried n stellen, komme doch der Centralverband destMtu Kaufleute schon jetzt, wo dieses Gesetz noch nicht einmal Imn hfem fei, wiederum mtt neuen Forderungen.

z^z. Schädler (C.) vertritt den entgegengesetzten Standpunkt. sIB«!!eb 'le Agitationen für die Vorlage neuerdings etwas nachgelassen batim- fn liege daS nur daran, daß die Nachstbetheiligten eben jetzt c.mitibt« bestimmte Hoffnung auf das Zustandekommen dieser Vor- (aci|ir:»:i8 beruhigt worden seien. Es eanble sich hier keineswegs halllv-^xistmzen zu Grunde zu richten, sondern vielmehr Existenzen tu ii rti[s:en, die mindestens ebmso bercchiigt seien.

Ita. Prinz Hohenlohe - Schillingsfürst (b. k. Fr.) kann ftdtgla Eindruck nicht entziehen, daß in der Thal einzelnen der H«llior ihren eigenen Beschlüssen zweiter Lesung Angst wird. H K frört! links.) Da« gebe deutlich aus einzelnen der gestellten Arili^M hervor. (Rufe: Sehr wahr! linktz). Nicht annehmbar -rs/oi.! ihm jedenfalls der Antrag Hitze-Stumm, wonach das DctaU- reir#ru;rnach vorgängiger ausdrücklicher Aufforderung" gestattet fetiüi .'Iti1. Unter wiederholten lauten Rufen auf der Linken:Lehr zu|gl Ishrt Redner au«: er müsse ber Zenbeng entgegentreten, immer an>t k @8eöerbcfreibeit herumzunörgcln und ihr an Allem Schulb zu n t Dem Staat könne nicht bte Rolle zufallen, in bas

lui ber Tagesorbnpng steht zunächst bie zweite Lesung HijMst^liSvertrageS mit Japan.

*^36lb||. Gras Kanitz (conf.) bemängelt, daß den Deutschen in )>xoa)ir Grunderwerb nicht gestattet sein soll, während anderer- yelitllli Japaner in Deutschland Grund und Boden erwerben könnten. Ltriatssecretär o Marschall: Vorredner irrt, wenn er glaubt,

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Jagdrennen zu Hoppegarten wohnte daS Kaiserpaar mit Gefolge bei. Der Kaiser überreichte dem Sieger, Lieutenant v. Eynard, welcher fein PferdAubepine" ritt, den Ehrenpreis.

Berlin, 8. Juni. Als der Kaiser heute von Hoppe- garten zurückkehrte, wo er dem Rennen beigewohnt halte, fuhr er beim Reichskanzler Fürsten Hobenlohe vor und hatte mit demselben eine anderthalbftündige Conferenz

Berlin, 8. Juni. In der heutigen Sitzung der Reichs- tagS'Commission für das Bürgerliche Gesetzbuch wurde die Bcrathung de» 4. BucheS, betreffend das Familienrecht, fortgesetzt. Die Zwangserziehung verwahrloster Kinder rief

nochmals eine längere Debatte hervor, deren Ergebniß die Beibehaltung der Beschlüffe erster Lesung war. Infolge eine» CompromiffeS der Nationalliberalen und de« Eeulrum» wurden nunmehr zunächst die Paragraphen de« EherechtS zurückgestellt und die Paragraphen über daS BereinSrecht be- rathen. Abg. v. Bennigsen hat eine längere Reihe von An­trägen gestellt, bei deren Begründung er Namen» seiner Partei erklärt, dieselbe werde den Anträgen deS Ceatrum» beim Eherecht zustimmen unter der Voraussetzung, daß da» Eentrum die nationalliberalen Anträge zum Vereinsrecht an­nehme. Abg. Lieber antwortet, daß da» Eentrum trotz mancher Bedenken die Anträge des Abg. v. Bennigsen unter« tützen werde. Die Abgeordneten v. Stumm, Limburg (conf.) und Rauffmann (frf.) bekämpften da» Compromiß. Von con- servativer Seite wurde der Antrag auf Einführung der facultativen Eivilehe gestellt. Morgen Weiterberathung.

Berlin, 8. Juni. Die vereinigten Berliner Woll« Hutfabrikanten haben ihre infolge de« Ausstande» der Hutarbeiter geschloffenen Fabriken wieder geöffnet.

Berlin, 8. Juni. Da» vorgestrige Unwetter in Berlin und Umgegend hat einen Verlust an Menschenleben oder erheblichen materiellen Nachthetl nicht angerichtet. Ein Blitzstrahl zersplitterte die Fahnenstange der bayerischen Ge­sandtschaft, ohne daS Gebäude selbst zu beschädigen. Bon der Ueberschwemmung infolge deS heftigen Regen« wurde am meisten der Westen Berlin» heimgesucht. Auch in Treptow brachte das starke Gewitter, welche« sich über der Gewerbe- auSstellung entlud, einen wolkenbruchartigen Regen, der die Wege aufweichte und auch einige Gebäude beschädigte. In einen Pavillon schlug der Blitz ein, richtete aber keinen großen Schaden an.

Ansbach, 8. Juni. Laut amtlicher Zählung erhielt bei der R ei ch S t a g S -S t i ch w ah l vr. Conrad (Demokrat) 7716 und Hufnagel (conf.) 7094 Stimmen.

Berlin, 9. Juni. Die jüngsten drei katferlicken Prinzen werden am 20. d. M. in Kreuznach erwartet. Die Kaiserin trifft wahrscheinlich am 27. d. Mt«. dort ein.

Berlin, 9. Juni. Dem ehemaligen Rechtsanwalt Fried- mann wurde in diesen Tagen im UnterfuchungSgefängniß daS Erkenntniß des Ehrengerichtshofes zu Leipzig eingehändigt, durch welche« bekanntlich seine Ausschließung auS dem Rechtsanwaltstande erfolgt. ES wird bestätigt, daß Friedmann bereits seit mehreren Tagen im Besitz der An­klageschrift ist, und daß die Sache bald spruchreif sein dürfte.

Berlin, 9. Juni. Der Hauptzeuge iw Procesie Friedmann, Schneidermeister B erg er, hat bisher keine Vor­ladung von dem Untersuchungsrichter erhalten.

Berlin, 9. Juni. Die Eisenbahnen haben in der Woche vom 30. Mai bis 5. Juni d. I. rund 219,000 Per­sonen nach Treptow und rund 350,000 zurück nach Berlin benutzt. Am Sonntag betrugen die Zahlen 54,000 und 68,000. Durch daS öffentliche Fuhrwesen wurden 124,000 Personen nach Treptow und ebensoviel zurück be­fördert. Am Sonntag waren fast 29,000 hin und bei­nahe 30,000 zurück. Zu Schiffe wurden 20,000 Personen nach der Ausstellung und 17,000 nach Berlin zurückbesördert. Die Zahl der in Hotel«, Fremdenlogis re. beherbergten Personen betrug in der Woche vom 30. Mai bis 5. Juni 18,311, also ebensoviel wie in der Pfingstwoche, und etwa 4000 mehr als in den Vorwochen.

Berlin, 9. Juni. Die Fahrt der Hannoveraner zum Fürsten Bismarck findet am 5. Juli statt.

Schneidemühl, 9. Juni. Der Etsenbahnschaffner Pari«, welcher den Bahnunfall am 20. April auf der Station Roska veranlaßte, wobei 4 Personen getödtet worden find, wurde wegen Fahrlässigkeit zu 4 Monaten Gefängniß ver- u r t h e i l t.

Wien, 9. Juni. Nach der Rede deS Prinzen Lud­wig von Bayern bei dem Bankett der deutschen Eolonie tn Moskau verließen der Prinz Heinrich von Preußen, die übrigen Prinzen sowie der deutsche Botschafter den Saal.

Budapest, 9. Juni. Bei dem gestrigen Gedränge wurden von einer herabfallevden Eisen st ange zwei Personen getödtet und sieben verletzt. Mehrere Reiter find ge­stürzt und verletzten sich erheblich. Viele Fälle von Hitz- schlügen und Sonnenstiche kamen vor.______________________

Schwurgericht.

W. Gießen, den 8. Juni 1896.

In der Verhandlung gegen den Bergmann Peter Naumann auß Weickartshain wurden auch die Platdoyer«