1S96
. 110 Erstes Blatt. Sonntag den 'V. Mai
vikrtkljahrigkr x
Kenerak-Mnzeiger
Aints» und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren
Y Hratisöeitage: Gießener Aamikienökätter.
■Iniifjmt Don Anzeigen zu der Nachmittag» für den ftstchmtrn Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
Schlosser, O-, Jacob Elgin, Jll., JohnSrown,
weitere sensationelle Publt- TranSvaal.Prozetz bevorstehen. Wie das „Berliner Tageblatt" aus hat der General »Staatsanwalt die Auslieferung Friedmanns an
Der
Anzelger rrj'tnt täglich, R»>kr«nahme de» IFlontag».
Reelles Reick
Ein junger Mmn (21' mit flötet Eiistmz in c legenen Stüdicheu bet $n Annäherung an ein gilt lich erzogeaet KrLub Baarvermögen von drei
Offerten unter L. 8. der UvtograyA an te erbeten-_____
Alle Annoncen-Bureaux de» In» und Au»lande» nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
v, Gießener V„»i!ttenSrälter w MN :-em Anzeiger dreimal ingelegt.
Hausbuch
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Siebener Anzeig er= “
aus Alten-Buseck. Hamilton, O., Heinrich 66 Jahre alt, aus Darmstadt. Mtdway, Uhrig, 84 Jahre alt, aus Lampertheim. Jacob Bode, 70 Jahre alt, aus Hamm. Pa., Henry Becke, aus Eichelhein.
Unter den kaiserlichen Gnadenerlaß vom 18. Januar sind gefallen: Strafurtheile: wegen Vergehen 36938, wegen Übertretungen 22755, zusammen 59693; Strafbefehle: wegen Vergehen 8924, wegen Uebertretungen 17143, zusammen 26076. Hinsichtlich der Strafe und der rückständigen Kosten sind begnadigt worden: in Vergchenösachen 53255, wegen Ueber-
litt Inn, 8. Mai. auS i Sonbon ,, daß .atiiuoem aus dem
Balin, 8. Mat. Bornllüriax meldet, iSeisavz erhalten, die die rächen Behörden
Mn, 8. Mai.
Neueste
WolfsL telcgruphtschr» Lorrcspondenz-Bur«m.
Berlin, 8. Mai. Heute Vormittag 11 Uhr fand im SBiftffyn Saale des königlichen Schlöffe« unter dem Vorsitz dem Kaiserin die Erinnerungsfeier an die Krie gS tharig» ke'i ldeS Rothen Kreuzes statt. Anwesend waren u. A. die» Sroßherzogtn von Baden, Prinzessin Friedrich Leopold, dte>! -lbp-tnzesstn von Meiningen, Prinzessin, von Schaumburg- ^ipspt, Ärinz Hermann von Sachsen-Weimar und mebrere Miiuisttc. CabinetSrath v. d. Knesebeck erstattete den Fest» bcciiii, öder besonders der Verdienste der Kaiserin Augusta uettmlt Der bayerische Delegirte Graf Castell brachte ein Volant die regierende Kaiserin auS. Musikoorträge er- >-ff:neuen mnd schloffen die Feier, an der auch in den Jahren i8Wj7l auf dem Kriegsschauplätze thätig gewesene graue Schtzircheirn thetluahmen.
Brüt», 8. Mat. Der BundeSrath nahm tn seiner gefni-chea Sitzung den Gesetzentwurf wegen Abänderung deS 4e i eskS über die ZrtedenSpräseuzstärke des Heeres vom 3. flggirt 1893 an.
Beim, 8. Mai. Der BundeSrath wird der Bandes« ö enteilung einen Gesetzentwurf, betreffend die Neu- irbidmnß lder Landwehr-Infanterie, Verstärkung der DivtfionS» Eatt ckris, Neuordnung deS Truppenkörpers der Artillerie anfct Ntuvrdnung deS Unterrichts der Landwehr, unterbreiten. ' ii-A Mchrbelastung deS Staates oder des einzelnen Bürgers '! ite k:m Gesetzentwürfe vermieden. Infolge der beabfich- igtflti Mrform wird die GefechtSfähigkett deS Heeres durch ^veaalkößigere Gruppirung der Kräfte wesentlich gehoben.
Conferenzen. Dem ersteren erwiderte er auf eine dteSbezüg» ltche Frage, daß weder er, noch seine Freunde daran dächten, ihren bisherigen Standpunkt gegenüber Ungarn zu verlaffea und von ihnen Niemand an den MtlleniumSfeterltchkeiren theilnrhmen werde.
Gmunden, 8. Mai. DaS Befinden deS Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland hat sich derart verschlimmert, daß eine Katastrophe nahe bevorsteht.
Rom, 8. Mat. General Baldiffera soll die Regierung telegraphisch benachrichtigt haben, daß Adi grat unhaltbar sei.
Paris, 8. Mai. DecraiS wird an Stelle HerbetteS den Berliner Botschaftern osten erkalten.
Vertin, o:ilu:rin
Btillin,
Gießen, den 9. Mai.
** Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin treffen heute Nachmittag 4 Uhr 56 Min. hier ein und nehmen an dem im früher Schüler'schen Besitzthum veranstalteten Feste Theil.
* Kirchliche Dienflnachrichten. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Mat den von Seiner Durchlaucht dem Herrn Fürsten zu SolmS Hohen» solms» Lich auf die evangelische Pfarrstelle zu Münster, Decauat Grünberg, präsentirten Pfarrer Peter Ahlheim zu Wtrberg für diese Stelle zu bestätigen.
*♦ Zulassungen zur Rechttauwaltschaft. Am 18. April wurde der Gertchrsaffessor Arthur Stahl in Friedberg zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Friedberg zugelaffen - am 27. April wurde dem vormaligen Rechtsanwalt Ferdinand Eberwetn in Vilbel die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei d m Amtsgericht Grüaberg ertheilt; am 28. Aplil wurde der Rechtsanwalt Dr. Eduard BlUhardt in Alzey, nach erfolgter Aufnahme seiner Zulaffung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Alzcy, zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Rhetnheffen zugelaffen.
*♦ Schuldienst - Nachrichten. Am 23. April wurde dem Schullehrer Heinrich Seipp zu Hattenrod die Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Nieder Lieberebach, Kr. Heppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Görlach aus Eberstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vadenrod, Kr. AlSseld, — an dems. Tage wurde dem Schullehrer Hermann Re uß zu Hain-Gründau die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freienseen, KreiS Schotten, — an demselben Tage wurde dem Schul- amtSaSpiranten August Grünewald aus Heimertshausen eine Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Burg-Gemünden, KreiS Alsfeld, — an demselben Tage wurde dem SchulamtS- aSpiranlen Heinrich Karst aus Wöllstein eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Flonheim, Kreis Alzey, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Hugo Römer zu Hungen eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule daselbst, — am 27. April wurde den SchulamtSaSpirantinnen Wilhelmine Jung, Marie Kl ein st ruber und Mathilde Müller, sämmtlich aus Darmstadt, Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Darmstadt übertragen.
** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt ist: Die dritte Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Gernsheim, KreiS Groß-Gerau, mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalt von 1000 bis 1600 Mk. Dem KreiSrath zu Groß-Gerau, sowie dem katholischen Pfarrer und dem OrtSvorstand zu Gernsheim steht das Präsentationsrecht zu derselben zu.
♦♦ Parlamentarischer. Ueber den Bericht deS vierten AuS schuffes der Zweiten Kammer über den Antrag deS Abg. Muth, die Revision deS Normal-LehrplanS der Volksschule betreffend, hat der Abgeordnete Hechler Bericht er- stattet. Ueber den vorstehenden Antrag hat Grobherzogliche Regierung sich u. A. dahin geäußert, daß sich der Lehrplan nach den bis jetzt gewachten Erfahrungen im Allgemeinen bewährt hat und wesentliche Aenderungen nicht für erforderlich gehalten werden. Bezüglich deS zweiten TheilS des Antrags ist zu bemerken, daß die den Lehrplänen beigefügten Stundenpläne nur als Muster, als Beispiele für die Vertheilung der Stunden anzusehen find. Die Schulvorstände haben daher jetzt schon das von dem Herrn Abgeordneten Muth gewünschte Recht, eine andre Tageszeit für den Beginn und den Schluß des Unterrichts festzusetzen, und die Kretsschulcommtssionen können eine andre Vertheilung der Unterrichtsstunden ge» nehmigen, vorausgesetzt, daß dadurch nicht die den einzelnen Fächern zugewiesene Stundenzahl gekürzt wird. Der AuS» schuß theilt die Ansicht der Großherzogl. Regierung und trägt, unter Bezugnahme auf die in der Beilage Nr. 222 der Druckschriften der Zweiten Kammer enthaltenen Ausführungen, die auch für den vorliegenden Antrag Geltung haben und
'äusmi» dritter Lesung angenommen.
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zu veranlaffcn.
______ In der heutigen Sitzung der Reichstags -KvMission für das Bürgerliche Gesetzbuch wurde die !Kictlhung der das Eherecht betreffenden Paragraphen § 1345 erhielt folgende Fassung: Es wird zu Gun'^itd teer Gläubiger des Ehemannes vermuthet, daß die :m -W;e eines der Ehegatten oder beiden Ehegatten befind- iicheivüilwerglichen Sachen dem Ehemanne gehören. Beim rite!« .Shieliches Güterrecht" beantragte der Abg. Freiherr v. Scham-, der Frau in vermögenSrkchrlicher Beziehung eine günstiihiie Stellung zu verbürgen. Hieran schloß sich eine langksflnA-meraldebatte, die bei Beginn der Plenarsitzung auf
sind auch «f verkaufen.
3« Rothens
ein Eingehen auf denselben unthunlich erscheinen lassen, darauf an, dem Anträge deS Abgeordneten Muth keine Folgt zu geben.
** Parlamentarisches. Rückä^ßerung Erster Kammer, die Gesuche der Großherzoglichen Steueraufseher um Gehaltsaufbesserung betreffend. Berichterstatter Abg. Dr. Schröder. Die Erste Kammer trat in rubricirtem Betreff zwar dem Beschlüsse dieser Kammer bei, welcher lautet: „Grobherzogliche Regierung zu ersuchen, bei Aufstellung des nächsten Voranschlags die Bitte der Steueraufseher um Gewährung von enrsprechenden Vergütungen für Zehrung u. s. w. zu berücksichtigen," lehnte es aber ab, dem von Zweiter Kammer beschlossenen Zusatze nach den Worten: „bei ihren auswärtigen Geschäften" „kowie um Gehaltserhöhung" zuzusttmmcn. Mit Rücksicht auf das von dieser Kammer bereits beschlossene Ersuchen an Grobherzogliche Regierung um Vorlage eines Beamtengesetzes, worin auch die Frage der Gehaltserhöhung zur Erledigung kommen muß, beantragt die Mehrheit des Ausschusses: die Kammer wolle dem desfallfigen Beschluffe Erster Kammer beitreten, die Minderheit (Haas-Offenbach und Vogt): die Kammer wolle bet ihrem früheren Beschluffe beharren.
** Friedens- nnb Zugendsest. Zur prompten und regel* mäßigen Personenbeförderung von und nach dem Phtlosophenwald hat der Vorstand der OmnibuSgesell- schaft beschloffen, den Betrieb auf sämmtlichen Linien von Sonntag Nachmittag 1 Uhr ab einzustellen. Dagegen wird der ganze Fahrpark ans dem Marktplatz aufgestellt und der Verkehr derart geregelt, daß alle fünf Minuten von Nachmittags 21/2 Uhr ab ein Zweispänner nach dem Philosophenwald und Abends von 6 Uhr ab alle fünf Minuten ein solcher von dem Festplatz nach der Stadt (Marktplatz) sährt. Der Fahrpreis für eine einmalige Tour beträgt 20 Pfg-
** Kindesmord. Ueber den am Montag entdeckten Kindesmord (die Leiche des bereits vor mehreren Monaten umgebrachten Kindes wurde tn der Senkgrube einer Wirth- schast tn der Schanzenstraße gefunden) erfahren wir, daß die frühere Inhaberin der Wirthschaft nebst deren Tochter verhaftet und in das hiesige Unterfuchungsgefängniß eingeliefert wurden. Die Tochter giebt zu, das Kind geboren zu Haden, bestreitet aber dessen vorsätzliche Tödtung. ES ist jedoch festgestellt, daß daS Kind gelebt hat. Die Mutter stellt jede Mithülfe in Abrede. Das Gerücht, daS Kind sei durch Schnitte in den HalS getödtet worden, ist falsch, die leichte Verletzung wurde durch den Haken verursacht, mittelst welchem der Inhalt der Senkgrube aufgerührt wurde.
♦♦ Vogelsberger Höhenciub. Den Mittheilungen, die der Vorstand des Vogelsberger Höhenclubs an die Zweigvereiue richtet, ist zu entnehmen, daß mit Beginn des Sommers die im Centralgebiet bereits zum Abschluß gekommene Weg- markirung mit Farben nunmehr in Gebieten der Zweigvereiue ihren Anfang nehmen wird. In der Gegend von Laubach werden von der „PeterShainerhofstraße" zwei Routen, a. nach Grünberg, b. nach Laubach, mit Farben bezeichnet. Erst nachdem die Farbenzeichnung durchweg zu Ende geführt ist, wird eine Markirungskarte herauSgegeben werden. — DaS ClubhauS auf dem HoherodSkopf wurde bereits am 26. März eröffnet. Die diesjährige Hauptversammlung deS Clubs findet Mittwoch den 17. Juni in Herbstein statt, der GesammtauSflug auf den HoherodSkopf Sonntag, den 5. Juli.
** ßntful für Jugend- und VolkSspiele. Vom 28. Mat bis 4. Juni d. I. findet in Frankfurt a. M. unter der Leitung des städtischen TuruinspectorS daselbst ein CursuS zur Ausbildung von Lehrern für Jugend« und BolkS- spiele statt. Der CursuS ist unentgeltlich. Anmeldungen zur Theilnahme an demselben find bis zum 25. Mai an den Leiter des CursuS etnzureichen.
** In Amerika verstorbene Hessen. Egg Harbor City, N. I-, Jacob M. Kertz, 48 Jahre alt, auS HechtSheim bet Mainz. Neu-Hamburg, Canada, Frau Anna Schweitzer geb. Weicker, 73 Jahre a'.t, auS Heffru-Darmstadr. Penfield, N. A., Frau Marie Guth, 60 Jahre alt, auS Heffen Darm- stadt. Allegheny, Pa., Wilhelm Schäfer, 45 Jahre alt.
Sarnau, vertagt wurde.
»«., 8. Mat. Der ueugewählte Bürgermeister ®tr riohdti dürfte im Laufe dieser Woche bestätigt werden. Mit tvmWintsterpräfidenten Grasen Badeni und dem Statt« haltert: Grafen KielmannSegg hatte Strrrbach bereits längere
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Lringerlohn.
Durch die Post bezoß«» 2 Mark 50 Pfg.
Rcbaction, lkxpcdittsO und Druckerei:
Kchulfir-teMr.,.
Fernsprecher 51.
Weiftet.
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verckln morgen früh kurz nach 8 Uhr vom Anhalter Bahn- iiofch aaS die Reise nach Dresden und Frankfurt a. M. antitllen.
berlltn, 8. Mai. Die Kaiserin hat aus Anlaß der hermchn «Feier des Rothen Kreuze- der Gemahlin des Jteilillia naltrfl den Loutsenorden 1. Klasse und der PrMezeßsin Elisabeth den Loutsenorden 2. Klaffe verlieh cki,
Serbin, 8. Mai. Der Director einer hiesigen Br'Meret, die kürzlich auS einer Commandit- in eine Actitm-Gesellschaft umgewandelt wurde, ist der „Staatsbürger* Zeirrmg' zufolge wegen Vergehen gegen daS Acttengesetz verhschrt worden. Die Anzeige gegen den Verhafteten rüh^Eoom einem wegen Unterschlagung in Hast befindlichen BaniÄr der.
Birliin, 8. Mai. Der Gesetzentwurf über die Zu- ia»i:itnztehung der vierten Bataillone in Voll- batcelUione, der heute dem Reichstage zugegangen ist, soll »orW zur Vertheilung kommen. Wie verlautet, beläuft sich die itard) den Entwurf bedingte Nachforderung an Geldmitteln auf ;•t1/. Millionen.
Btrlin, 8. Mai. DaS Abgeordnetenhaus lehnte heuttttio ibrttter Lesung den Assessor-Paragraph in der verlüde !W Gestalt mit 199 gegen 181 Stimmen ab. Im l.ebrchni wurde die Vorlage ohne den § 8 angenommen, llfltiöflcn wurde die Creditvorlage für Eisenbahn und Korn-
Steinen » bei
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Deyesch« bal t&uxe** ,^r,efo'.
8. Mai. Der Kaiser hat dem Grasen
den Schwarzen Adlerorden verliehen.
8. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin


