spoodent du.aus, daß die 5krifiS in Transvaal Deutschland nicht unvorbereitet getroffen habe.
Wien. 8. Januar. Sämmtliche Blätter besprechen die TrauSvaal-Frage und bedauern, daß durch die Londoner neuesten Demonstrationen gegen die Deutschen die Aufregung gesteigert worden sei. Die Blätter sprechen indeß zugleich daS Erwarten auS, daß die Schärfe der Situation bald nachlaffen werde und daß ein ernster Conflict nicht entstehen wird.
OlmLtz, 8. Januar. Seitens der hiesigen Gemeindevertretung sollen beim Reichsrath und beim Herrenhause Petitionen eingebracht werden, welche die Errichtung einer deutschen Universität in Mähren fordern.
Graz. 8. Januar. Die Deutschnationalen veranstalten am 18. Januar eine große Festversammlung.
Bndapest, 8. Januar. Auf den ungarischen Staats- bahnen wird demnächst der Zonentarif eingeführt. Für Vie erste und zweite Klaffe beträgt die Steigerung nahezu 25 Procrnt.
Ät», 8. Januar. Wie bestimmt verlautet, ist die Entscheidung über die AuSliefeeung Hammersteins nur noch eine Frage von wenigen Tagen.
Brüssel, 8. Januar. Der General-Eonsul von Transvaal theilte der hiesigen Preffe ein auS Berlin vom StaatSfecretär LcydS erhaltenes Telegramm mit, demzufolge man in Transvaal ernstlich daran denkt, die Unabhängigkeit der Republik von England zu erstreben.
Paris, 8. Januar. Am nächsten Donnerstag wird der frühere Minister Poincarr4 gegen den Herzog von Orleans vor Gericht auftreten und von deffen gerichtlichen Lurator die Zahlung von 195000 Francs zu Gunsten eines Bankhauses verlangen.
Paris, 8. Januar. Der „Soir" erklärt, wenn auch England auf einen andauernden Widerstreit zwischen Deutschland und Frankreich rechne, so gebe eS doch zwischen beiden Ländern zuviel gleiche Jntereffen, die ein gemeinsames Handeln gegen Englands Politik und deffen anmaßende Haltung be- dingen. Frankreich werde immer die nvthigen Eonsequenzen ziehen im Bunde mit Deutschland und Europa, wo eS auf Rivalitäten und die Opposition Seitens England stoße. An einem Kreuzzuge gegen England werde sich Frankreich allerdings nicht betheiligen.
London, 8. Januar. Gestern Abend fanden hier wiederum blutigeSchlägereien zwischen deutschen und holländischen Matrosen einerseits und englischen andererseits statt.
Loudon, 8. Januar. Aus Johannesburg wird ge- m ldet, daß der hauptsächlichste Theil der Bevölkerung, auf den Alles ankomme, von den Revolutionären zur Regierung übergegangen fei. Frauen und Kinder verlassen die Stadt Pretoria.
Petersburg, 8. Januar. Am Sonntag ist der deutsche Botschafter Fürst Radolin wieder hier eingetroffen. Derselbe wurde am Montag vom Czaren in Audienz empfangen, um ein Handschreiben Kaiser Wilhelms zu über- reiche»'.
Koustauliuopel, 8. Januar. Die Aufständischen in Zeitun haben die Vermittelung der ausländischen Vertreter angenommen und die Feindseligkeiten eingestellt.
Der Krieg vo« 1870|71, geschildert durch Ausschnitte tu9 Zeitung« - Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 10. Januar.
Alle arbeitenden Batterien find mit dem Hauptquartier telegraphisch verbunden, die Telegraphenstationen in bombenfesten Räumen errichtet und die Telegraphisten mit Baumwolle in den Ohren ausgerüstet, damit die Trommelfelle nicht springen. 12,000 Artilleristen, fast alle sorgsam ausgewählt, bedienen die Geschütze.
Gestern hatte General v. Werder südlich von Vesoul bei Villersrxel ein glückliches Gefecht gegen Truppen von Bourbaki und machte 800 Gefangene. Desgleichen stürmten vor Belfort einige Bataillone das Dorf Daujoutiu und machten 100 Gefangene. Bor Paris wieder Nebel und Schneefall, daher schwaches Feuer.
Bor einigen Tagen, schreibt man, kam ein französischer Ueberläufer, ein Artillerist, vom Fort Jffy bei uns in Chaville an. Ec sah elend auS, verkommen, zerlumpt, schmutzig. Die erfrorenen Füße steckten in großen schwarzen Holzschuhen und die Hände in den rothen Hosentaschen. Er klagte weniger über Hunger, als über die Kälte und den ewigen Tag- und Nachtdienst und daS Biwakireu auf den Wällen der Forts. Sie bekämen noch jeden Tag reichlich Brod und eine Flasche Wein, wenn auch nur ein Stückchen Speck oder Pferdefleisch wie ein Wcinkork groß. Aber schlimmer noch als die Kälte und der strenge Dienst fei die tödtende Qual des ewigen Einerlei und der entsetzlichen Ungewißheit über das Ende ihrer Lage. DaS habe er nickt länger ertragen können oder er wäre sonst wohl noch wahnsinnig geworden. Ja, es kämen täglich neue Fälle von Geisteskrankheit unter den Besatzungstruppen der FortS vor. Erst gestern habe sich sein liebster Kamerad eigenhändig vor eine Kanone gebunden und diese dann abgefeuert. Ob wir nicht den Kopf oder einzelne Fetzen seines armen Severin gefunden hätten? Auch er möchte am liebsten todt fein, — aber sich selber mit der Kanone erschießen, sei zu furchtbar. Und dann bat er flehentlich, in Ehaville erst ein wenig vor einem Kaminfeuer fich erwärmen zu dürfen, ehe er weiter nach Versailles geführt werde. Die Wohlthat kenne er schon lange nicht wehr. Er verfluchte Trochu, JuleS Favre, Gambetta — alle diese seien Berräther und TraupmannS! Dieser Mörder war ihm der Inbegriff aller Scheußlichkeit. Auch LouiS Napoleon nannte er mit Abscheu einen Traupmann. Dann setzte er sich vor daS Kaminfeuer und wernte wie ein Kind. Erst ein Teller heißer Erbswurst suppe schien ihm wieder neue Lebenslust zu geben. Er streichelte unseren Soldaten die Hände und wollte sie küffen,
waS diese aber auS ReinlichkeitSrückfichten mit Dank ablehnten, und sagte, er hätte nicht geglaubt, daß die PrnsfienS o gute Brüder wären. Ob es denn wahr wäre, daß wir am Abend vor Weihnachten kleine französische Sinder pour plaisir in daS Kaminfeuer gesteckt hätten. DaS sei ihnen von ihrem Eapitän auf Fort Jffy zugeschworen worden.
CocoUs mtfc prwhtjkUef»
Sieben, 9. Januar 1896.
•• Empfang. Zur Meldung bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog erschienen gestern: Baurath Neuling, BerlagSbuchhändler Roth, Director des GaS- und WafferwerkS Bergen und Director des Realgymnasiums Dr. Rausch auS Gießen.
•• Theaterverein. Der Theaterverein stellt feinen Mitgliedern für den 16. Januar einen höchst genußreichen Abend in Aussicht: eS ist ihm gelungen, Heren Intendanten C la ar zu veranlaffen, Hermann Sudermann- neuestes Schauspiel „Das Glück im Winkel" von der Elite seiner Künstler- schaar hier zur Darstellung zu bringen. „DaS Glück im Winkel" wird in Berlin voraussichtlich erst im April über die Bühne gehen, so daß wir diesmal eine hervorragende Novität wesentlich früher kennen lernen, als die Reichshauptstadt. Sudermann arbeitet in seiner neuen Bühnen- schöpsung mit den stärksten dramatischen Accenten und zeigt sich als Meister in der Schilderung eines Milieus, das in seiner Eigenart bis jetzt noch nicht zur dramatischen Verarbeitung gelangt ist. Man darf diejer intereffanten Dor- stellung mit den größten Erwartungen entgegensehen.
** Eoncert Verein. Zu einem großen Kunstgenuß dürfte sich das Concert am nächsten Sonntag gestalten, drei bedeutende Künstler Zajic (Violine), Grünfeld (Cello), Pauer (Clavier), die ebenso hervorragend als Virtuosen wie gewiffenhafr als Interpreten unserer Meisterwerke der Kammermusik find, haben dem an fie gerichteten Ruf Folge geleistet. Schon bei ihrem ersten Auftreten im oerfloffenen Jahre wurde der Wunsch laut, dieses vornehme Ensemble recht bald wieder zu hören und danken wir es der Concert» leitung, daß fie diesem Ersuchen so prompt entsprach. Der Concert-Abend beginnt und schließt mit einem größeren Trio (Beethoven und Schubert), dazwischen liegen eine Anzahl hochinteressanter So loleistungen, an denen die Künstler gleichmäßig participiren. Mit Genugthuung sehen wir auS dem Programm, welches Namen, wie Bruch, Chopin, Mendelssohn und MoSzkowSki aufwcist, daß bei der Wahl der Piöcen nicht allein die Virtuosität, sondern auch der geläuterte Geschmack als Richtschnur gegolten hat.
Bezirksverein „EndWest". Unseren Bericht in voriger Nummer ergänzen wir dahin, t aß Punkt 1 der Tagesordnung die Rechnungsablage, Punkt 2 Statutenänderung betraf. — Weiter wurde Herr Procurist Fr. May zum Vorstandsmitglied gewählt.
*♦ Technische Hochschule Darmstadt. Aus Anlaß der Feierlichkeiten bet Einweihung der Neubauten der Technischen Hochschule hat der bewährte Gönner der Hochschule, Herr Rentner Ludwig Joseph Psungst zu WormS, die von ihm auf 1000 Mk. normirte JahreSschenkung zu Stipendien für Studirende für das Studienjahr 1895 bis 1896 auf den Betrag von 2000 Mk. erhöht und damit einer Anzahl Studirenden eine wesentliche Beihülfe gewährt. Da Herr Psungst verhindert war, der Feier am 28. October 1895 persönlich beiwohnen zu können, toarrn deffen Glückwünsche durch solgendeS Telegramm etngetroffen: „Rectorat der Hochschule Darmstadt. Meine herzlichsten Wünsche begleiten Lehrer und Studirende in daS neue Heim! Möge dasselbe dauernd sein eine hervorragende Stätte der Wtffenschaft, der Wahrhastigkeit, Gerechtigkeit und Menschenliebe!" — Für daS Studienjahr 1896 bis 1897 hat Herr Psungst in hochherziger Weise wieder die Summe von 1000 Mk. zu StudiewBeihülfen bereitgestellt. — Bei den im December 1895 an der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt abgehaltenen Diplom-Haupt-Prüfungen wurde den Candidaten Rady Orotschario auS Eßki-Dschuma (Bulgarien) und Michael Stawreff aus Sliven (Bulgarien) das Diplom als Bauingenieur, dem Candidaten Georg Schick aus Mainz das Diplom als Electro - Ingenieur ertheilt.
♦•K. Zur Organisation bei Handwerks. Am Sonntag sand in Alzey eine von 300 Personen besuchte Handwerker- Versammlung statt, in der nahezu alle dortigen Handwerksmeister erschienen waren. Einmüthtg nahm die Versammlung die von Herrn Buchbindermeister Machwirth vorgeschlagene Resolution gegen jede Zwangsorganisation an. Selbst die anwesenden JnnungSmeister erklärten sich für den seitherigen Zustand der freien Innung. Die Thätigkeit des Gewerbevereins für daS Handwerk wurde lebhaft aner- kannt und mehrfach betont, daß den gesteigerten Ansprüchen, die die Gegenwart an daS Handwerk stelle, daS hessische Handwerk fich gewachsen gezeigt habe, daß die tüchtigen ländlichen und mittelstädtischen Handwerker der meisten Fächer über einen Rückgang ihrer Betriebe nicht zu klagen hätten und daß die lebhaften Klagen auS den großen Städten in den dortigen Verhältnissen ihren Grund hätten. Die gesunde Entwickelung des kleinstädtischen und ländlichen Handwerks gerade sei eine Hauptursache für den Rückgang der städtischen Gewerbe. Die Handwerker der großen Städte seien die größten Feinde der kleinstädtischen und ländlichen Handwerker. Die Berliner Vorschläge seien Forderungen de« großstädtischen Handwerks. Wcr die Berhältniffe in den Kleinstädten und auf dem Land kenne, müffe wiffen, daß Innungen hier ganz undurchführbar wären. Wenn man fie zwangsweise ein« führet so würde da- de« Handwerk gar nichts nützen, da man nur ganz kleine Innungen, deren Mitglieder außerdem zerstreut wohnen, bilden könne. Eine solche Innung könne höchstens auf dem Papier stehen und koste doch viel Geld. Besonders erbittert wurde die Bestimmung besprochen, daß die Kosten der ganzen
Berliner Orgauifation di- Handwerker trogen? sollen, die schon genug belaftrt seien. DaS Endresultat der Berliner Vorschläge werde sein, daß die städttschen Handwerker und die großen Jmiungeu der Städte mit ihrem Geld und ihrem Einfluß die ganze Handwerkerschaft dar- stellten und regierten und Gesetze schaffen würden, die nur auf großstädtische Verhältnisse zugeschnitten wären. Alle ländlichen und kleinstädtischen Handwerker deS Landes müßte» zusammenstehen gegen die Unterdrückungsversuche, die vo» den Wormser Handwerkern auSgehen. Unter großem Beifall wurde den städtischen Handwerkern daS Recht abgesprochen, im Namen deS hessischen Handwerks zu sprechen, deffen größter Theil in den kleineren Kreisstädten und auf dem Land wohnen.
Bon der Wettern», 6. Januar. Folgendes, in unserer Gegend Übliche Verfahren gegen das rasche Faulen brr Aepsel im Keller dürste auch weiteren Kreisen von In- tereffe ,ün: Man legt auf ein Brettgestell im Keller ge- brenn en, ungelöschten Kalk, welcher allmählig löschen unb dabei die feuchte Kellerluft aufsaugen wird- unter daS in etwas schräge Richtung zu bringende Gestell wird zum Auf- fangen ter ablaufenden Kalkbrühe ein Gesäß gestellt, da« t. keine Näffuna aus dem Boden entsteht.
△ Ober-Ohme«, 8. Januar. In hiesiger Gemeinde beabsichtigt man die Gründung einer Molkerei. Ob da« Unternehmen ein GenoffenschastSwesen oder eine Actien-Gesell- schäft bilden soll, ist biS jetzt noch nicht entschieden. Die zu errichtenden Molkereigebäude sollen in unmittelbarer Nähe der Staatsstraße nach Ulrichstein zu errichtet und der Betrieb durch eine Dampfmaschine bewerkstelligt werden. Daß der geplanten Molkerei an Milchzufuhr nicht mangeln wird, dürste als sicher anzunehmen fein, da die Orte deS oberen OhmthaleS, wie Ober- und Unterfeiberlenrob, Ober-Ohme« und Ruppertenrod seither ihre Milch nach Nieder-Ohme» und größtentheilS nach dem entfernten Grünberg zu den dortigen Molkereien lieferten. DaS Molkereiwesen hat i« unserem Kreise einen Aufschwung genommen, wie man ihn vor einem halben Jahrzehnt kaum geahnt hält«'. Nur zag» haft und vereinzelt entfchloffen fich anfänglich bie Landwirthe, ihre Milch in eine Molkerei zu liefern und mit der seit- herigen HauSbutterei zu brechen. Seit aber die Landwirthe die Rentabilität ihrer Verbindung mit einer Molkerei erfahren, mag nur ein ganz kleiner Theil derselben die Molkerei miffen. Die Zufuhr von Milch zu den Molkereien ist ganz bedeutend gewachsen, so verarbeitet die Molkerei Nieder- Ohmen täglich durchschnittlich 3600 Liter Milch.
§ Atzenhain, 8. Januar. DaS Pferd eines Fuhrmann- aus Bernsfeld vermochte an einer abschüssigen Stelle ie unserem Orte bei dem jetzt herrschenden Glatteis daS Fuhrwerk, auf dem fich außer dem Fuhrmann noch zwei Frauen unb ein Schulmädchen befanden, nicht zu halten und ging durch. Auf der rasenden Flucht fiel ein Rad an- dem Gefährt und dasselbe theilte fich In zwei Theile. Während die auf dem Htntertheil deS Wagen- befindlichen Personen in einen Hof geschleudert worden, riß da- Pferd den vorder- wagen mit dem Fuhrmann, der nachgefchleift wurde, mit fich fort bis zum Ende deS Orte-, woselbst e» zum Siebe«, gebracht wurde. Wie durch ein Wunder kamen alle Jnsaffen deS Wagens bei dem Unfall, der leicht die schlimmsten Folgen haben konnte, mit heiler Haut davon.
Büdingen, 8. Januar. Sicherem Bernrhmen nach ist die Errichtung einer Molkerei in unserer Stadt gesichert.
Darmstadt, 8. Januar. Da- Reichsgericht hat die Revision des Einbrechers Pütz gegen da- auf 29 Jahre Zuchthaus lautende Urtheil der hiesigen Sttaskammer verworfen.
• Biedenkopf, 8. Januar. In Holzhaufen bet Gladenbach hängte sich ein 82jähriger Mann auf. 6tn Angehöriger, der den Allen zu retten versuchte, sank beim Anblick desselben in Ohnmacht- einem auf Urlaub anwesen- den Soldaten gelang es, den Lebensmüden abzufchneide» und ihm die schwindenden Lebensgeister zurückzurufen.
• Ms. Kastel, 8. Januar. Die kurhefsifche LandeScredit- kaffe gibt in den nächsten Tagen bereits die neue« 3'^proc. Obligationen zum Course von lOOVi auS.
• Ms. Arolsen, 8. Januar. Daß weibliche Gefangene aus dem Gefängnisse entspringen, gehört sicher zu de» größten Seltenheiten. Hier ist der Fall vorgekommen. Eine wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Wittwe aus London war erwischt und im hiesigen AmtsgerichtSgefängniffe unter» gebracht worden. Als man am andern Morgen öffnete, war der Bogel auSgeflogen. Die Frau hatte sich au« dem Beit« zeug einen Strick gedreht, das Fenster erbrochen und fich Herabgelaffen.
♦ Ms. Rotenbnrg, 8. Januar. Der Kaufmann Ludwig Wetzell, ein in weiten Kreisen bekannter Bürger, »erbe gestern zum Bürgermeister der Stadt Rotenburg a. d. Fulda gewählt.
• Mb Zierenberg, 8. Januar. Der Bergmann Grebe aus Dörnberg, ein bejahrter Mann, fuhr gestern auf der Zeche „Herkules" nach Schicht zu Tage. Beinahe oben an- gelangt, stürzte er aus dem Korb und hinab in die grausige Tiefe, wo er gräßlich zugerichtet todt liegen blieb. Der Verunglückte hinterläßt eine unversorgte starke Familie.
• Berlin, 6. Januar. DaS Landgericht verurtheilte len Schneider Jacob Ohler wegen MojestätSbeleidigung zn neun Monaten Gefängniß.
• Elberfeld, 6. Januar. Der 40jährige Maurer Buda tödtete seine 18jährige Adoptivtochter und verletzte seine Frau lebensgefährlich mit einem Beil. Der Mörder ist geflohen, taS Motiv zur That soll tu einem versuchten Sir- lichkeitSverbrechen liegen.
• Munster, 7. Januar. Die Löwenbändigerin Miß Margaretha, im bürgerlichen Leben Frau So und So, wurde gestern im Circus JanSly-Leo, wo fie fett acht


